Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 56 Dr.' Bloch s Wochenschrift ' Nr. l Punkt des gebildeten Europäers". Die Vorlesung behandelt folgende Leitsätze: Die deutsche Grundlage in .Deklination und Konjugation, im Ausdruck und Satzbau. — Die üblichen hebräischerr Wörter und Ausdruck nach/ Art und Zahl. — Die Quadratschrift und ihre Entwicklung aus' der aramäischj-syrischen. .— Die Bedeutung des Jüdischen für die gernranische -Sprachwissenschaft. — Diese Porlesungsänzeige ist auch! eine jener Kriegsfolgen, die beim Ausbruch! des Krieges niemand erwartet hätte. MVbinevveremiMng für Liebrsigaben an SoWatcw und Kriegislgeslmgene. Dieser Tage versandte diese Vereinigung euren Aufruf. in dem es u. aheißt: Brüder! Tiefgefühlten Dank schulden wir unseren Helden, die den Tapfersten gleich zur Ehre des' jüdischen Namens' getreu bis in den Tod die Pflicht gegen daI Vaterland erfüllen, ihnen, die für unÄ unsere Eltern und Kinder täglich, und stündlich ihr Leben einsetzen. Was sie in unzähligen Bitten von uns wünschen, ist ein jüdisches Buch, aus dem sie für Stunden der Bedrängnis' ein Wort.der 'Erhebung, des Trostes schöpfen könnten. Was' ihnen als Treuegruß aus der Heimat neuen Mut und neue Freudigkeit in schwerster Berufst erMlung einfloßt, find Liebesgaben, die ihnen an unseren jüdischen Festen das Düster ernster Tage mit einem Schimmer festlicher Weihe erwärmen und ver- Mren. Viele, denen gewissenhafte Erfüllung der Satzungen unserer heiligen Religion seit frühester Kindheit Lebensbedürfnis ist, erwarten vom Hinterlands die Verstellung gottesdienstlicher Mittel, deren Mangel ihnen das. bitterste Martyrium auferlegt. Diesen nur zu berechtigten Wünschen unserer Tapferen Erfüllung zu suchen, ist einfache Dankespflicht, und dieser mit vereinten Kräften gerecht zu werden, die Aufgabe unserer Rabbinervereinigung für Liebesgaben an Soldaten und Kriegsgefangene. Wer nicht allein von unseren Fronten, auch aus den Militärspitälern und Anstalten, der freiwilligen Sanitätspflege aus den Kriegsgefangenen- und Jnterniertenlägern innerhalb der Monarchie dringen, während unsere Kriegsgefangenen im Feindeslands glaubensbrüderlich. liebende Fürsorge finden, die gleichen Rufe nach Mischer Bruderhilse an unser Ohr und Herz. . . j Wir wenden uns deshalb an alle Juden und Jüdinnen in Oesterreich, insbesondere an die verehrlichen Kultusgenreinden, mit der inständigen Bitte, unser gemeinnütziges^ patriotisches und im besonderen Sinne jüdisches Unternehmen durch gütige Spenden an Geld, Büchern und Zeitschriften, letztere vor allem jüdischen Inhaltes^ sowie -an geeigneten Naturalien fördern zu wollen. Öberrabbiner Dr. Güdemann. Rabbiner Dr. A. Abelech Rabbiner Dr. I. M. B a chp 'Rabbiner Dr. M. Bauer,!Rabbiner Dr. I. Drobinsky, Rabbiner Dr. D, Feuchtwang, Rabbiner Dr. S. Funh ' . Rabbiner Dr. U L. Mandl, Rabbiner H. L. Reiche . Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Rabbiner Tr. A. Z. Schwarz, Rabbiner Dr. I. Ta glicht. Revisoren: Rabbiner Dr. M. Gr unwald; . Viktor Nett l, Leurnant-Rechnungs'führer im Fingnzreferat p des Patriotischen Hilfsvereines vom! 'Rohen Kreuz ft R.-Oe. Sendungen jeder Art sowie Zuschriften werden erbeten an die Geschiäftslstelle Israelitische Subsidiarseelsorge des Roten Kreuzes ' in.Niederösterreich Wien, I., Mitchgasse 1. Materialspenden .sind gebührenfrei mit dem.Vermerke: „Liebesgaben, Militärunterstützuirgssache,portofrei." .;.j \:i;;; Zahlstelle: K. k. priv'. allg. Verkehrsbank, Konto .9052 Israelitische Subsidiarseelsorge. . / ’hi k Ignaz Spitzer 2 Kronen, Rosa Jungmann 5,.' HpjFt'ünkl/M'. Söhne 100, Leopold Haas 50, Ludwig Herzfeld 100p Ahräham Epstein 20, L. und H. Blau >20, Jakob Bottwin 10,! Haas 5, Barges ü. Herschmann 10, Arnold Hsilberguh,- Ppbert' Fanto 5. M. F. 5, Adolf >Vöhm 6„ <S.. Braun u. Cow20,PJvsef. Eisenstätter 5, Adolf Hirn 1, Hugo i Faßl 10, S. Pfirsch ckÖ;!D.! Ornstein 50, Josef Horn 5, Wichels Lusc 100, Heinrich: Böhm 50, Lieben - u. Co. 50, Richard Äiiib 50, Ritter von i Kahler 30, M. Lohn 20, W. Schostal 20, Laroline LichtensteinZ 20,-lLärolme Altmann 20. V. Schwadron 10, Mor. Löwy 10, GersonLovalek 10, I. Brichta 10, Amalie Beck-5, Alfred Abt Fritz!..Grünwald 2, Arnold Löw 5, Jakob Turnauer 5,. Berta Bacher 3; Ungenannt 100, Ad. Lieben 50, St- Mautner 50, I. M, Sternlieb 20, Jos. Tofsler 20, Sigmund Seiller 20, Z. Wertheimer . 20,' S. Schlesinger 10, Emil Wiener 10, Mar Scherer 10, Gustav König 10, Adolf Reist 10, I. Spielmann 10, Ed. Jmmergut 10, Edmund Popper 10, Glattauer u. Schlesinger 5>, Ph. von 'Gomperz 200, Nelly Eomperz 100, Heinrich Llinger 100, «Dr. .Ad.'Bachrach, Edler von 10, David Walkarto 10, Julius Gottlieb 5, > ,Gabriel Böhm 5, W, Dessauer 5, Dr. S. Groß 2, Mar Heller 5pRudolf Lampl 5, M. Erätzer 5, Marintiliau Roth 5, Olga PSpiegl 2, Salo Saef 2, V. Berger u. Co. 5, M. Benies . 50-K-; Fürsorge für stlMümtw-achsene, verlassene Jeder einzelne, der sich mit der «Jugendfürsorge?i.mPüllg.e-< meinen beschäftigt, weist, welch günstigen Einfluß das Iäniilipüleben nicht nur auf die Linder im zartesten Lebensalter! ausübt, sondern gerade auf die im Alter von 14 bis 18 Jahrön.stehenden Jugendlichen einwirkt. Es ist ein altes Ilebel, daß hie i nkeHen. iJugendfürsorgeorganisationen, die ja jenen Lindern, die.des - natürlichen Heimes, der . Familie, entbehren müssen, -diese" -im - vollen Matze ersetzen sollen, die Fürsorge mit-dem erreichten 14. aLebeusjahre beenden. Datz diese Jugendlichen, die einem Erwerbe nachgehen sollen, in ihren Lost- und iQuartierstellen nicht diegeeignete Aufsicht und den moralischen Halt, den ihnest die Familie bieten soll, geniesten, ist begreiflich, weil Pch die Lost- und Quartierleute in den seltensten Fällen hiezu berufenPfühlen. Diese Jugendlichen weiterhin im Heime unterzubringen Und -diori den eiziehlichen Einfluß auf sie auszuüben, ist eine der; Pwichflgsten sozialen Aufgaben. Nicht nur jene . Jugendlichen, .'.denens>!efPjs-H' freies Leben ganz -außerordentlich behagt, sondern (äD ijöjche, die ganz gute Veranlagungen besitzen, sind unter Umstände^ Ernsten!. Gefahren äusgesetzt. Gerade in der Lriegszeit hat die-^Erscheinung der Verwahrlosung und Verderbtheit unter diesen! .'Iügeüd-- lichen in ganz außerordentlichem Maße zugenommen, -üftd-'/Mr-e diese Erscheinung zu einer der wichtigsten Fragen der- Jugendfürsorge. Bleiben diese Jugendlichen ohne richtige -ErpehMAi.-ustb Einflußnahme aufihre Charakterbildung, so ist idieser Ilmständ geeignet, die wichtigsten Grundlagen, der Menschlichen -GLseftHaft' zu untergraben. Dl Erkenntnisdieser Sachlage hat esPW?der- Verein ..Zukunft" bereits im! Jahre 1912 zur . AÜWMgM Macht, solche Jugendliche, die bis zu ihrem erreichten -ähre durch die israelitische Lultusgemeinde, dem isräLlWschslü Waisenvereine oder andere Jugendsürsorgestellen in' Heimeu Wärseühäusern oder bei Lostparteien untergebracht waren, nach, erreichte^ 14. Lebensjahre in seinen 'Schutz zu nehmen, für ihre VtbmftEo- Unterbringung in Pflegestellen zu - sorgen, ihnen sthrer Fähigkeit-entsprechende Lehrstellen zu beschaffen, 'bei Eignung die Fortsetzungdes Studiums zu ermöglichen und insbesondere durch eine systematische Inspektion ihre moralische und körperliche, Entwicklung zu fördern. . Einer großen Anzahl 'solcher verlassener Linder hat der Verein bereits den Weg für das Leben geebnet'und die Vorbedingungen geschaffen, daß siesich ' selbst erhalten, und. nützst liche Mitglieder der Gesellschaft geworden sind. In dem. Maße, als die Zahl/ der schutzbedürftigen Jugendlichen während, des Krieges gestiegen, ist aber auch die Zahl derjenigen Parteien, i