Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite, .86 einaesogen und der letzt Dreißigjährige, im Mannesalter Stehende, brachte Dir nun Dein höchstes! Verlangen, den Gegenstand unserer gemeinsamen Sehnsucht. Denn Du h-ast mir Dein Sehnen eingeimpft,' dieses, wie so viel anderes Schönes und Großes. Ich begrüße Dich, teure Muttex, Dein ist das Verdienst, Dein der Ruhm — und ich wünsche uns lallen die weitere Erfüllung aller Deiner Wünsche. Konnte ich .auch jetzt die Freudentränen in Deinen Augen nicht sehen, so bin ich doch glücklich daß ich sie verursachen konnte. Es küßt Dir die Hände Dein Johann, ganz Teür Sohn. Teurer Vater! Vor zwei Monaten brauchte ich ein Zeugnis zum Nachweis darüber, was für ein Mensch der Vater -eines! gewissen Gesuchstellers sei. Wir waren nicht in der Lage, glänzende Verdienste im offiziellen Tiienste/des Königs und des Staates nachzuweisen. Wir wiesen--bloß-nach daß Du in Rechtschaffenheit und Arbeit Jahrzehnte verlebtest. Bloß dieses. Das aber war hinreichendADn' vermöchtest wir auch bisher nicht viel auf dech WH- Nritzugeben. Was Du mir aber gabst, war imNrer rgenug. i($§! war nicht viel, sondern mehr als viel, es war genug. In der Arbeit, in der Ehrenhastigikeit, in.'der'-Bezwingung der drückenden Sorgen des Lebens hast Du mir die strahlenden 'Brillanten des edelsten Beispiels gegeben. Und Mer als diese schätze'ich selbst die'Brillanten des Köstigs dicht. Tu denkst jetzt mit stolzer Befriedigung an" mich Deinen Sohn, und ich denke mit nicht geringerem Stolz an Dich!, meinen ebenso geliebten wie liebendeg Vater. Die -Brillanten aus Stein Habe ich erhalterst jetzt muß ich mir noch die aus dem Leben, der Sorge, der Arbeit, dem Charakter emporwachsenden Ziersteiste, Deine Brillanten, erwerben. Ich! werde sie erwerben. Es küßt Dir die Hände und umarmt Dich Dein Sohn Johann." •. Aeinde gefallen. - jDer Jnf.-Oberleutnant d. R. Otto Gold mann ausi.Herm.e-iMestec, Sohn der Frau Ernestine Goldmann, Besitzer der Militärverdienstmedaille mit den Schwertern. und des Kaiser Karl Truppen-Kreuzes, hat am 30. Dezember v. I. auf dem italienischen Kriegsschauplatz nach beinahe dreieinhalbjähriger Felddienstleistung 'ist treuester Pflichterfüllung an der Spitze seiner KönMgnie den Heldentod gesunden. Oberleutnant Go l dmg'stst svgr ein Schwager des Kaufmannes Ariedrich S chw a r z in Ginünd-iStadt, Nr. 6. Aach dem Hode ausgezeichnet. ' K. k. Oberteutlrant Rudolf Grosser des . Ldst.«- Jnfastterieregiments, dessen Heldentod wir gemeldet haben, erhW' nrjt 'Entschließung Sr. Majestät vom 4. Dezemjber 'das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der KrieMdekyration und Schwertern. Jgteresfant ist, daß auch der Vater des Helden, JaM'Mrvsser, fürs Vaterland gekämpft hat.- Dreizehn ÄW»' - S' Monate, 19 Tage hat er ohne Unterbrechung deip Kaffer gedient; seinem Abschied vom 16. November 1859 schließt sich ein belobendes Zeugnis vom 6. Februar 1W9 an. Anterview mit dem Aberräöbiner von Kopenhagen Ar. Mar Schornstein. ' Die Avpenhägener Tageszeitung „Nationattidende" veröffentlichtin der Abendausgabe vom 31. Dezember 1917 ein Gespräch mit dem Öberrabbiner von Kopenhagen, Dr. Schornstein, Mer den Zionismus. - 7 Ta:. Schornsteinführte u. a. aus: „Es gibt zwei Richtungen innerhalb , des Zionismus, die rein religiöse und die national-politische. Ich meine, daß beide Richtungen ihre volle Berechtigung haben und daß sie sich treffen und zusammenarbeiten müssen . . . Wir rechnen damit, daß sch!vn in kurzer Zeit etwa 2—3 Millionen Juden ans allen Ländern der Welt, vor allem aber aus Rußland, und Galizien, festen Wohnsitz in Palästina nehmen werden. Sobald aber das Land, das die reichsten Möglichkeiten bietet, jetzt aber furchtbar daniederliegt, wieder aufgebaut fein wird, wird dort Platz für viel mehr sein. . . Tie Hauptaufgabe wird es sein, Ackerbau treibende Juden in Palästina anzusiedeln, sobald aber ein tüchtiger jüdischer Bauernstand in Palästina geschaffen ist, wird man dort auch alle anderen Stände nötig haben." Dr. Schornstein sprach dann über den Antisemitismus im alten Rußland. in Rumänien und Galizien und ging schließlich, auf eine Frage des Interviewers, auf die Stellung der Frauen im neuen Palästina ein,' die nach seinen Worten dieselbe sein wird, wie in jedem anderen modernen Kuliurftaat. . Weber den Ursprung der modernen Mnchflaben- Wortkürzungen wie Hapag, Fla, Wnmba, Aök, plaudert die „Kölnische Volkszeitung": „Es ist interessant, 'das Streben nach solchen Abkürzungen einmal historisch zu verfolgen: Woher stammt der Brauch!, aus Abkürzungen der wahren Bezeichnung eines Amtes', einer Unternehmung usw. einen neuen Namen für sie zu bilden? Im Deutschen ist er meines Wissens sehr jungen Datums. Dagegen besteht eine ähnliche Sitte, schon seit Jahrhunderten kann man sagen, im Jüdischen, speziell int rabbinischen Schnlbetrieb. Besonders haben es sich theologische Autoritäten gefallen lassen müssen, auf solche Weise neue Namen zu erhalten. So heißt der berühmte Ma.imonides „Rambam", d. h. Rabbi Mosche Ben Maimon, abgekürzt RMBM geschrieben, und beim Lesen durch Einschiebung von zwei A aussprechbar gemacht. Auf ähnliche Weise wurde der berühmte 'Exeget Rabbi Schelomo Jizchäki (RSchJ) zu „Raschi". Ja noch rn^hr! Weil dessen Kommentare in einer besonderen (rabbinischen) Schriftart an den Rand gedruckt zu werden pflegten, w nannte und nennt marr je"e Schri'tchpe „Ra'chi". Wenn ferner der Jude eine hebräische Bibel einen „Tanach" nennt, so kommt das daher, daß die heiligen Schriften des Alten Testamentes nach jüdischer Ueberlieferung in drei Teile zerfallen: Thvra (Gehetz-Pentateuch), Nebiim (Propheten) und Kethudim („Schriften" schlechthin, wozu z. B. die Psalmen, Job, Sprichwörter usw. gehören). Abgekürzt sieht das so aus: TNK. Gesprochen wird es mit Eiwschiebung zweier Vokale und der von der hebr'äischen Grammatik geforderten A'pirierung des K, „Tanach". Eine moderne, in Jerusalem erschienene Ausgabe, des Pentateuchs wird „Tag" genannt. Wieso? Sie enthält die Thora, das Gesetz im hebräischen Text, in der aramäischen Uebersetzung des Onkelos und des arabischen des Saadja Gaon. „Onkelos" wird am Anfang mit dem Aleph geschrieben, das eigentlich S>ert spiritus lenis. den nicht gehauchten Stimmeiniatz bezeichnet, im „Jiddischen" aber A gelesen wird. T (Thora) plus Aleph (Onkelos) und G (Gaon) gibt also „Tag"." Jiddisch aks <LefirgegenKand an der Ireien Kochschute der Krrmboldl-Mademie in Merlin. das ist wohl zum erstenmal in Deutschland als Vortragsthema in einem wissenschaftlichen Vorlesungsverzeichnis angekündigt worden. Der Dozent für Sprachwissenschaften Tr. Heinrich Thressen kündigt einen Doppelzyklus an: „Indisch (deutsch mit hebräischen Buchstaben) vom Stand--