Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SetieöO Dr. BLoch's Wochenschrift i~ -, -~r “f— in mwirinag fit, 4 R kl jfi \i\ ’nisiSmtejErnLUeamNG oinb;Verjüngung. des FwdL-nL ums kannnu r?v ö n d^e n Unterschichten erhofft und erwartet werden;- was^ wir oben in: den^'Hohen und - än den 'Spatzen wahrnechmen, .ist, morsch; brüchig: oder angefault, nicht, -mehr zeugungskpHkig^^ohne ^Zukunft! ' - - . - wrUDgs L-HM lünivu SLWÄLnschristc. in jedes derrkeirden JudM-.GIehLrn? eMgchäimnerb werden. In, der Höhenfchjchd)'offerrbarte 'sich' bis heute ' nur Schwäche, der Gesinnung; ^JntMesfelosigkeit, Mangel.-an Verständnis und CHarMerI Abwesenheit. jedes! jüdischen . Hochgefühl . Verfallserscheinungen Lies trauriger Art. Ganz vereinzelte Ausnahmen bilden nur eine laute Anklage gegen die Regel,'T : - ■■■ . - . . ’ Die Nminlenden Männer aus den Unterschichten werden: eher: geneigt, besser gerüstet, weniger zaghaft und MgMch-rMn (Hm, Kampfe für die Ehre des ljühischen Namens gegenüber ' Lügen, Fälschungen und Verleum!- dungen, denen wir wehrlos preisgegeben sind. bittet Tage voll tiefer Erregung mrd schwerer Beklommenheit war die„Reichs>- posE kM-lich ^bemüht, durch fe rlo ge ne, ala rm Le--, rende Mitteilungen den Mob zu Judenhetzen aufzuwiegeln. Wie weit die^lügnerifche, Tlemagogie in Fälschungen sich, : iJn Nummer 29 vom 17., Januar publiziert die „Reichspvst".nachstehende Infamie: , - :s ' „Fremdtum jaus-der Wiener Universität./ A 'P rp-z e n t ar i sch e' — 9 2 Pro z-e n^ Dm i t i s che n;H; f l •; H örer.";■ ' ^Me Zustande an der Wiener-'Universität werden zumhMends üirertragWher. .Gegenwärtig, sind,wir so weit, dD, d^:Hpozeirtsatz der^ arischen.Höve^richÜM auf acht KVozent Hesunkerr; ist. Die- Ueberw.mhiexupg. der Wiener' besorgt nahezu - aMchlieUich, der semitische HlMH-.Dl', ,bAn NordostM.^Wie. auf. .eine geheim ausgegÄene Parole strömt cüles, , was irgendwie die legalen; Erfordernisse^ aufzub ringen oder -aber ihr Fehlen zucherschleiern versteht aus diesen Ländereien der Wiener Mmskinchm /zu. -Sie selbstz kann - oder will, sich, nicht rvchren.:lcher ist-sich der Tatsache selbst noch.nicht inne geworden. Anders die arische, bodenständige Bevölkerung. Die7.Zuschriften cher Mtern und Studierenden aus allen WesiM sind. Legion^die--.sich> bitter Hbör d,a,s harte Un? recht; Ähagen,.das ihnenmuf> diese Weise widerfährt. Tie BlüteOer.. aMchen Jugend steht brausten im Felde, und Äe-EHre.^s/BatssrlandeA. Viele, viele deckt die; kühle.Erde, ihr hoffnungsvolles. >Leben ist auf dem . Wlde - der Ehre geblieben..-.Die anderen, ' die draußen weWr Hre We .Wucht.-, .Erfüllen, erleiden von Halbjahr M;HachjaHr Awece -Einbußen an ihrer Zukunftsmögliche keiM Diejemgen; diebereits; nrehrere -Semester haben, geraten aus den Zusammenhängen des Studiupls und W'MLWgen Fachnrbeit, und diejmWN, die. von. der Jn- HMierung -wN , .hmauMilten,7>stnd wicht - besser daran. Mre Mtern bangen nichtnur um das-L-eben ihrer Hofft nuNgen/. sondern .auch, .NM-MMt^iZuAnst.- -Was. -färcht - AuseM Mische- Hochschuljugerch, an,. -.wenn sie heimkehrt? Wo beginnt sie? D;e Lebensbäringungen haben.sichdurch W-lange-.^riegsdauer. erschreckendverschlechtert. Viele DMchKLmÄerden ambeschadet ihrer paar Semester vor ^MixKrKegei gezwungen sein;, - möglichst rasch,. irgendwo in einem Amt „unterzukommen", mm ihren Lebensunterhalt zu veMenen und dabei ihre hoffnungsvoll begonne- HenMukunDpläue zu? begraben. Dies sind die Ausblicke, 'HMMM und hofsnungslvs sich, der arischen Hochschul? Merch .eröffnen^. ' - „Wie steU es! nun mit jenen eüraangs geschilderten 92 Prozent Hörern nichtarischer Herkunft'-? Für-diese hedeutet .her lang>e Krieg .einen 'Gewinn/ Ivie er eben nur durch:mnchuteve,,OoNkurrenz. zustande, kommen HMn. Sie sind dm Kriegsigenießev auf dem geistmen Gebiete.- In vollstem Hmne..dW '.Wortes; denn ihbe -Gewinne sind kerst Gewinn für die Allgemeinheit. Sie alle werden sich in der nächsten Zeit überall -dort präsentieren, wo die schiristlichen Beweise akademischer Schulung bei Besetzung-von Stellen und- Aemtern gefordert werden." ......So stehen-die Verhältnisse augenblicklich. -Keine Stimme von Autorität erhebt sich! in dieser Sch>icksalsfrage unserer arischen akademischen Jugend. Keine jener Stellen, welchen: die Entscheidung über unsere Zukunft überlassen ist, gedenkt dieser Zustände." Soweit die „Reichspoft".. In Wahrheit stellen sich, die Ziffern folgendermaßen: Gesamtfreauenz im Friedensjahr 1913/14 ...rund 11.000; Arier 7300 --- 75 Prozent,, Juden 2300 — 25 Prozent. Gesamtfrequenz im Studienjahre 1916/17 rund 4000; hievon Wier. 2000 50 Prozent, Juden 26!0O — 50 Prozent. Zahl der Hörer aus! Galizien und. der Bukowina 1916/17 rund: 1000 (ohne Unterschied der Konfession). . . - - ,. " Die Ziffer 2000 der. jüdischen Hörer wird belastet:» 1. mit Mndestens 500 Kriegsflüchllingen von den Unif-g g versimten Krakau, Lemberg und Czernowitz; 2. mit rundsß 200 Hörern der theologischen Lehranstalt, die an der phi-!;! losophischen Fäkultät inskribiert sein müssen; 3. mit rund 1 400 weiblichen Studierenden, die für die Frage.der Militärpflicht nicht in Betracht kommen; zusammen also' mit 1100.. . ' . . ., . Nach den vorstehenden- Ziffern ist die Gesamtfrequenz gegen dqs Friedensjahr 1918/14 um etwa 60 Prozent gesunken;, die Frequenz... der , Arier, um,.65 Pro.zent,. M Frequenz der .Judenum 28 Prozent. j Zieht man jedoch, - die Ziffer der außerordentlichen Belastungen ((1100) von der jüdischen FreqüenMiffer (2000).ab>- so verbleibt die Zahl 900. Damit steigt der Prozentsatz der Verminderung! der jüdischen -Arequenz gegen das letzte Friedensjahr auf rund 40 Prozent. Und- - da hat die ,,'Reichjspost" die Schamlosigkeit von „8 Prozent a.rischlen und 92 Prozent semitischen Hörern" zu lügen, und-^der „arischen bodenständigen Bevölkerung" zu. suggerieren: „Tie Zuschriften der Eltern und Studierendeir-aus allen Kreisen, sind Legion, die sich! bitter, über das hartel Unrecht beklagen, das ihnen auf , diese Weise widerfährt." Bereits einmal hat die „Reichspost" eine ähnliche Lüge, in Umlauf zu hringen versucht, und zwar in ihrer Nummer vom 9. Februar 1915. Damals schrieb sie: „Der Unterrichtsbetrieb an ' der Wiener Universität, ist in. ziemlich! großem Umfange gegenwärtig im Gange/ Manche Fakultäteir weisen sogar eine ganz auffallend große Zahl von Hörern auf. An der juridischen Fakultät allein sind jetzt' rund 9400 Höter inskribiert, von diesen sind 500 Chrijsten - . . Die arischen Hörer stehen fast alle im Felde." ' ' , ' Darauferfolgte am; 12. Februar 1915 eine Eingabe-, der „Oesterr.-?Jsrael. Union" an dasj k. k. Justizministerium anit-der Begründung: ' I . „Diese Notiz stellt sich als ein Versuch-dar, mit gefälschten Ziffern und,in versteckter Form die jüdisches -Hörer der' Wiener 'juridischen Fakultät zu' verdächtigen,- datz fie->im^-Gegensätze -zu ihren christlichen, respektive arischen Kollegen in lunverhältniß-r Mäßiger Zahl der Verpflichtung zum Waffendienste im Felde' nicht Nachkommen. Die' Bösartigkeit;--dieser'-Verdächtigung erhellt' aus -folgenden richtigen - Ziffern: t Die Gesamtzahl der gegenwärtig an der Wiener juridischen Fakultät inskribierten Hörer beträgt nicht 2400. isondern rund