Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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©ettcäl Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenfchrlist 2900. Von diesen entfallen ,900 auf stkche Hörer aus Galizien und der Bukowina, welche infolge der.Kriegsereignisse, respektive infolge der Sperrung der Universitäten Krakau, Lemberg und Czernowih gezwungen; waren, ihre Studien in Wien sortzusetzen. Udter dwfen >900'' flüchtigen" Studenten befinden sichnicht nur - Juden,'jföndern Polen 7 und Ukrainer; ahetz: selbst wenn .wir sämtliche,,,900 Flüchtlinge als .Juden, rechnen. ' so stellt sich , das Verhältnis der jüdischen Hörer, zu den nichijüdischen Me...40 Prozent zu' 60' Prozent, das heißt/daß 1160 jüdische .-Hörer 1-740 christlichen (arischen) Hörern gegenüberstehen." In' 'normalen Zeiten ist das Verhältnis der -jüdischen zu den rrichtjüdischen; Hörern an der juridischen Fakultät wie 25 Prozent zu 75 Prozent.. So weist bas statistische Jahrbuch der Stadt Wien pro 1913 für das Studienjahr 1912/13 eine Eesamthörerzahl von 4208 aus, von/denen 1053 der jüdischen Konfession angehörten." Soweit aus' jener Eingabe. Mein Lugen, Falschen und Verleumden ist der frommen „Rejchspost" eine heilige Kulius ha nd lun g, eine Betätigung ihrer Religiosität! Was die immer und immer wieder verleumdejte jüdische Zugend in diesem Kriege leistet, beweisen die zahUdseu Kriegsdekorationen, die wir allwöchentlich zu oermelden haben. Wir wiederholen, was einmal an dieser Stelle geschrieben wurde: „Daß die Juden an reinstem und edelstem Patriotismus s ich v o n keiner and e r en B ev ö l ke ru u g s - kla sse, keiner anderen Nation dieses Staates beschämen lassen, obgleich der Krieg gerade - der jüdischen Bevölkerung -die schwersten Wunden ge schlügen und Hn n d e r t t a u s e n d e v o n i h n e n h e i- /matlos und slnchtig/gemacht hat. Aus Dank haben wir nicht gerechnet. Wer man soll nicht angesichts des i EhrenzeugUisses der amtlichen Verlustlisten und der allerhöchsten Auszeichnungen an jüdische Offiziere und Mamischaften mit elenden Verleumdungen kommen. Man soll nicht angesichts des AusspruchA des Erzherzogs Peter Ferdinand: ',,D i e Jude n h ab en s i chi in meiner Division als Helden geschlagen und ich bin m i t, - ih.nen f e h r z u f r i e d e n", - -denversteckten Vorwurf der Feigheit gegen 'sie zulassen." h -/Msame MlschjUW txmx amtlichem Verlautbarung. Die' „Reichspost"-, das Organ des Wiener Kardinal Fürsterzbischofs^, nimmt aber auch keinen Anstand, im Dienste der Judenhetze zu verleumderischen Zwecken den Wortlaut amtlicher Verlautbarungen zu fälschen. - Am 17. Januar 1918 erschien in Wiener Tagesblättern folgende amtliche Mitteilung: „Ajrbeitev-Zeitung".: - „Reichspost" / Amtlich wird gemeldet: Es ' Es werden Gerüchte kolporwerden Gerüchte kolportiert, daß - tiert, daß gegen Entrichtung eines gegen Entrichtung eineshöheren, höheren, die Reisekosten deckenden die Reisekosten deckenden Betrages . . BetragesKriegsgefangenen an» Kriegsgefangenen aus Rußland die Rußland die vorzeitige oder raschere vorzeitige oder raschere Heimkehr Heimkehr ermöglichtwerden könnte, hrmöglicht werden könnte. Es er- Eserscheint dringend notwendig, scheint dringend notwendig, darauf darauf Hinzuwersen,, daß diese einzuweisen, daß diese Gerüchte s i ch e r w i e d e r v o n I u d e n jeder Grundlage entbehren und verbreiteten Gerüchte Laß lediglich der Gesundheitszujeder Grundlage entbehren und stand und die festgesetzten Bedindaß lediglich der Gesundheiiszugungen für die hierseitige Anstand und die festgesetzten Bedmforderung znm Austausch maßgungcn für die yierjeitige Angebend sind.. Es würde durchausforderung zum Austausch maßunerwünscht sein, daß gesunde gebend sind. Es würde durchaus Kriegsgefangene, heimkehren, anunerwünscht sein/daß gesunde statt daß. die ohnehin beschränkte Kriegsgefangeneheimkehren,anstatt ZäH an Plätzen in den Austauschdaß die ohnehin beschränkte Zahl zögen den Bedürftigen reserviert aü Plätzen in den Austauschzugen wirh. Personen, die derartige -den Bedürftigen reserviert wird. Gerüchte verbreiten,, sollen wegen, Personen, welchederartigeGerüchte Einleitung, der-Strafverfolgung verbreiten, sollen wegen Einleitung deni KriegsMlnistexium zur Anzeige der Strafverfolgung dem k. u. k. gebracht we'rden.^idam-^.- ,in Hin- KriegsministeriumlO.Kriegsgekicnft.analoge-JrrefühtüNgen.'Und fangenenabteilung zur Anzeige eventuelle AusbeutnngDersnche gebracht werden, damit in Hinsicher vermieden werden. kunft analoge Irreführungen und * ---z.. * — eventuelle Ausbeutungsversuche . sicher hintangehalten werden. Dw Worte „sicher wieder. von Inden verbreiteten Gerüchte" hat die „Reichspost" in die amtliche Verlautb barung .hineingefälscht. Wenn die Herrschaften vielleicht noch immer an das alte -Zaubermittel, glauben, mit Hilfe von Indens hetzen und Judenverleumdungen die. anstürmende - Dm mokratie zu bannen und das insolge seinewUnzulänglichkeit ins Wanken geratene Wiener ParteiregimAüüftechitzneVhalten, so konnte die neueste Zeitgeschichte sie von solchem Aberglauben gründlich heilen. Nikolaus Romanow hat es an jener Frömmigkeit, von welcher die „Reichspost trieft, nie fehlen lassen. Zahllose Waggons mit Heiligenbildern sandte er den Soldaten an der kFront, Judenhetzen und Judenverleumdungen wurden unablässig. voll des heiligsten Eifers betrieben, und dann wühlten die Kämpfer in den Schützengräben ihre. Soldatenräte und iü Brest-Litowsk unterhandelt mit den Zentralmächten an Stelle des fluchbeladenen Zaren „Genosse" Leo Trq,tzky: „Tenn Me Schuld rächt sich auf Erden." >.' - Auch den Hinter- und Vordermännern der biederen „Reichspost" biirfte für diese schamlosen Lügen, .Fälschungen und Verleumdungen einst der Zahltag, nahen -- so sicher, als nicht ein blinder Zufall, sondern ein Gott der Gerechtigkeit die Welt regiert. Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen:;~ den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern in Anerkennung tapferen und erfolgreichen Verhaltens vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Artur Freund,J.-R.; dem Leutnant d. R. Otto Zucker, Feldhaub.-Reg..j das Ritterkreuz des Franz Josef-Owdens mit der Kriegsdekoration und den Schwertern in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde dem RegiMenrsarzt d. R. T-r. Benno Pick, Kmdt. eines Feldspitals!/ deM Assistenzarzt d. M Tr. Martin Prag er, Garnifonsfpital; -; das Ritterkreuz des Franz Joses-Ordens mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Regimentsarzt a. D. Dr. Abraham! Ede n bü rg, Res.-Spitäh; . das Militär verdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und'den Schwertern für tapferes Verhalten den Leutnants d. R. Alexander Goldberger, J.-M.» Julius Singer, J.--R., Wilhelm Goldschmied, bosn. Jägerbar., David Erdtracht, FeM kanonenregiment, Anczel T h a u, Pionierbat., Artur P olitzer, Feldhaüb.Meg.; dem Oberleutnant d.- R. T-r. Jakob Füzi, J.W.; dem einem Unglück zuM Opfer gefallenen Ldst.-Leutnant Markus Brecher. J.-R/ den Oberleutnants d. R. Isidor Deutsch, J.-R., Belä Kronstein; ' - . ' - . - angeordnet, daß zum zweitenMat die irenerlrHe Allerhöchste belobende Anerkennung bei gleichzeiiiger Verleihung der Schwerter ausgesprochen werde für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. R. Eduard H e ll e r, Div.-Kdo.; für tapferes und -aufopferungsvolles Verhalten dem Oberarzt d. R. T>r. Armin Stoffel, Garn.-Sprt.j dem Oberleutnant d. R/Stephan Weinberg.- J.-RK den Leutnants d. R. Theodor Löwy, Feldkanonenreg-., David L a z a r, J.E; dem Oberleutnant, d^ R: >-Bernhard Glaser, Feldhaub.^Reg.; - . ' ' -? ' . ' verliehen: ' :; das silberne Signnm landis bei gleichzeitiger Verleihung der . Schwerter für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. ,R. Alexander S te i n e r,