Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 2 (11.1.1918)
- Date
- 1918-01-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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ä«te W £ir. Bloch's (^Kanarel SJtaltciitc, geb. 2. - Februar 1899, Wien,. Ehelm.. (( /... /Mhigensür-l Märte, geb ll. März 1898, Men, 6. Bezirk, Eäpistrangasse 2; ' '(/'" -Er. PoNäk LüVMtz/ Jahtzaizt/ geb. 26. -Januar1890, Wien, 1. Bezirk, Sahgries 19. Sototra Eugen, Inhaber eines technischen Bureaus, geb. 24. April 1869, Horic (Böhmen), 2. Bezirk, Kollergasse 17. Weiß Elsa, geb.. 4. Februar 1902, Wien, 7. Bezirk, Schottenfeldgasse 5. ■ '• / PöhrrW - Für ' Errichtung eines Waisenhauses in Saffed wur- . /durch HerrnstOberjehrer ^Vaber 80 Kronen dem. Bankhause Rothschild überwiesen. Dieser Betrag ist das Ergebnis ((Wer Sammbmg in der hiesigen. Gemeinde, welche von den Schü- '' ierinnen Erna Kohn,. Gerda Schild und Elsa Wollner .mit'lobens- 'Törertern Eifer dürchgeführt würde.. -MsschrrÄuntz ci-ner Lehrerstellr an der österr.-isrart. Schute MoldfchmidMftung) in Kvnstantinopsl. \ Laut Erlasses des! k/ k. (N.-ö.Landesschulrates vom };ß/ Oktober 1917, Zl. Ä195-11, benötigt die von der stk. u. k. 'Regierung subventionierte österr.-nngarische isr. '"Schule 'MVUchnridtsLiftWg). in Konstantinopel für das ('Schuljahr 19l;7//18rcinc‘Vltcüe. Se^-rfeaft.-'- (i'jy Beim Mwerber wird verlangt, daß. derselbe , staatlich geprüfter Lehrermosaischer Konfession sei, eine dia- -lettsreie deutsche. Anssp räche und die Befähigung zum Gesangsunterricht besitze.- Ein Lehrer mit Kenntnis des in der Monarchie üblichen synagogalen .Gesanges', wäre besonders erwünscht .^nrd hätte Gelegenheit zu lohnendem Nebenverdienst. J/,/ Das Gehalt beträgt im ersten; I ahre (bei 28 Stunden .stn' der Woche) 12 türkische (Pfund (1 Pfund ist beiläufig »'Ä2 K.) monatlich bei 7 freier Wohnung- (Bunggeselleni-- /Awhnung). . (. ( (stst - Kompetenzgesuche zur .Weiterleitung sind bis -läng- Ostens 21. Januar 7918 an die israel. K'ultusgemeinde dien,.; 1. -(Bezirff SMenstetteiigasse 4 /Einreichungspro- Mkoll) zu richten..'/ (;(Vj^('/./:(( (:/ ’/((./'/(/.-'(•'; MWdem Heben des hohen Kaddr How. /^ / Neue Golem-Sagen, - >.rÄ: 7 .gesammelt und Bearbeitet von Chaim Bloch, Delatyn. / (Fortsetzung.) Am nächsten Tage verbreiteten die beiden Brüder ^ozlowsti das Gerücht, daß der Gerbereiarbeiter Kozulek .Mpvlos verschwunden sei und daß ihn die Juden zu ihrem -Hsterfest - geschlachtet hätten. Da es gerade vor < dem Indischen Pessachsest war, fand das verleumderische Ge- (Mcht Nahrung ruck verbreitete sich blitzschnell in Prag stjolvie. in dev ganzen Umgebung. Es. wurde gleich eine behördliche Untersuchung ein- Hebeitet und bald meldeten sich die christlichen Reisen- .,Mü, die als Zeugen bestätigten, was sie gesehen uni» 7 Whört hatten. -st" Zunächst wurde seitens der Untersuchungsbehörde all (Rabbi, Löw und - den Genreindevorstehern die Anfrage (gerichtet, ob sie, den Befehl gabem einen Toten nachts .'hinter dem Friedhvfszaun zu begraben, und wer dieser .-Tote war. Sie erwiderten, daß sie einen solchen Auftrag Mht gegeben habest. (Auch die Totengräber würden einvernommen, leugneten aber entschieden, von einem sollen Begräbnis Kenntnis zu haben. begaben sich die Gerichtsherren aus den FriediHtzf und nahmen die Zeugen mit/damit diese tue Stelle ,jJeCiVGrüft bezeichneten.. Eine große Menschenmenge, alt . mch jung, Weiber- und Mirurer/ zog mit zum jüdischen FriLbhof. Natürlich fehlten auch die.(beiden Kozlöwskis nicht. ''! ' -- - Wochcnschrsft M'Z . . Als .auf (Allordnung der-., GErichrskourmrssion' ( has Grab hinter dem Zaun. geöffnet'und die' Le,iMHWMgenommen wurde, warfen sich' die beiden WrWer (H^° lowski zu Boden, knieten nieder und schrM.,(sichche-- . kreuzigend: .„Bruder, Bruder.!". UndsiewanMn süh zu der versammelten Menge rrrist her, ( Brüder und Schwestern,, schauet,!- lstie der,verfluchte Jud. Aron G-insMnsexen Bruder (üdHchDete.( (Ms durfte in. den Purimnacht (geschehen sein;((eh.. beraMhte ( ihn mit Wein und als' er (einschlief, wNrheMHillMHkaHLet. Nicht umsonst waren bef'ArM fo'-viMiGeMUtdemitAitzber an jenem Abend versümmeli. Jetzt.lvisseir wir auchdie Ursache, waruvl der',.raffillierte /Jnde das"Gerücht verbreitete, daß ihn unser Bxuder bestohlen, chabe nlrd 7gü» flüchtet sei; nur damit seine, grwnsame,' verruchte /Tat nicht ellüreckt werben, sollte." .../..(' Die Menge wurde grimmig ustd; es fehlte; nicht viel, daß sie. in der Judengasse ein Blütbäd angerichtet hatte. Es war nur der dringenden. Jniervention Rabbi Löws bei der Behörde zu verdLNken, daß die Jstden (Vor Ausschreitungen (des! Pöbels geschützt stnd^das Urteil über ben Mordfall der. Behörde uberlassest (Mrde. ( / / Nun (trateil die (beiden Kozlow-skis als PrivalkllLger auf und drangell in., den Pollzechauvtmanll. inl . Hause ' Reb Arons eine gründliche Durchsuchiichg/vorzünehstlen, um vielleicht eine (Svür.des. Mordes .zu finden, ((stiodürch der Mörder überwieserr werden könnte.. (.(. . Zur Ehre der Behörde muß/UmeE werden, daß diese -vom ersten Augenblick, an ..ahnte, daß- .hier MN: verbrecherischer Anschlag im Spiele sei, doch. vernachlässigte sie -nicht;Me- Ermittlungen und .trug jedem Wunsche -nach einer Belastung Reb Arons^ Rechnung. -Dahev-begab-stich auchi^der Polizeihanptnlann'-.mit einer--- Abteilung Sol« baten - unü Polizisten in - . das Haus Reb Axons- Man s dülchsuchteialleM-eMcherlündi/KamNMEohWMW Mnr s zu finden. Endlichl 'kaM'en illl Keller die G^vchidex Wznkeks zum. Borschein r und wurden alssolche-voiv allen-;MrberarbeiLern erkannt. .. - - / - (7)-/^ Nun schritt mair zur Verhaftung Reb Arolls- Und seiner Allgehörigeil, dessen Hans und Keller bM (zur weiteren Verfügung - amtlich - versiegelt wurden.... -.j Am nächstell Tage tvar das Haus Reb Arons der Schauplatz wahnsinniger Erregung. Es, erschiMen' die ' Geistlichen, voran ein -Bischoft um die Leiche ,>chri.stlirh" zu bestatten. - -Dabei - wuüden -'-fLuvige'-: Ketzr-Äen -gegen ' die Juden gehakten. Ter tote Kozule-k wurde als'heiliger Märtyrer (gefeiert und'steine - Leiche mit großem-Munk illTdas grime Klöster überführt. - -DM -schickten'- die Geistlichen um Reb Aron,-..da es Sitte war, daß der Mörder — nach Aufbahrung der Leiche aufgefordert wurde, den Ermordeten um Verzeihung zu bitten. Reb Aron wurde, in Ketten gefesselt, unter Eskorte( vieler Polizeileute und Soldaten, in das Kloster gebracht.; Als man ihn vor die7aufgedeckte..Leiche, stellte, wurde er leichenblaß und von Ohnmachtsanfallen bedroht. Der Bischof trat an ihn heran und svrach: „Deine Hände haben dieses unschuldige . Blut vergossen und die Kehle dieses Toten durchschnitten. Nun mußtdu dein Verbrechen :gütmachen-:' -Mn--.--deinem.- -Otzfer Verzeihung und nähe ihm den 'zerschnittenen Hals zusammen." 7 ( ' --/ \( :-(/ lReb Aron erwiderte: /So wie ich diesen Hals-nicht geschnitten .habe, so werden meine Hände-ihn nicht zusammennähen." Der wilde Pöbel wollte Reb Aron in Stücke reißen, weil er dem -Befehl des Bischofs widersprach/, wurde aber von deMSoWareN . daran' gehindert. - st ' - - - Ta. sprach'! der /Bischof weiter: -)Wn/sichstMa^77daß dein MeÄ-rechen -7eNrdeG' . ist; es" gcht kein/Leugnen:' uW ' der Gerichtshof wird dich zum Tode verürtEen. Darum