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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-28 · 50 (28.12.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
50 (28.12.1917)
Date
1917-12-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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|5ette 822 M-, Moch's Wochenschrift Nr. 50 'der Wachenden liest und erklärt mit 'vernehmbarer Stimme Änd UefeM ^rstÄduis bie Müssechet/Joma. Auch der Versöhnungstag neigt seinem Ende zudu prasseln aus nicht zu großer Höhe Fliegerbomben aus die ganze Umgebung hernieder, aber das von zweihundert Stirnmen erschallende „Adonai hu elohim" Wertönt das Getöse der Bomben. Und unverletzt verläßt altes' das Bethaus. Schlimmer schon ergeht es den FromNEn am Samstag den 29. September und während des Laubhüttenfestes. Während eines jeden Gottesdienstes wird die ganze Häusergruppe, wo das Bethaus sich befindet, mit Granaten beschossen. Zweimal muß am 8. Oktober rder Frühgottesdienst unterbrochen werden, während des - Nachmittagistzottesdienstes reißt der Luftdruck einer Granate die Fenster samt Rahmen aus^ der Wand und sie Wegen unter die Andächtigen. Für das Simchat Thora : wird vom Rabbiner der Morgengottesdienst abgesagt und am Nachmittag des' 9. Oktober soll Abschied von den hohen Feiertagen genommen werden. Mein es' kommt Anders. In Mständen von 25 Sekunden fallen idie schwersten Granaten in den Ort hinein. Im Keller des Pfarrhauses sitzen der Rabbiner, der Assistenzarzt Dr. Moses G r ü n w a l d mrd der Sanitätsleutnant: Moriz Schwarz aus' Stryj, um sich nach! dem vermutlich ballrigen Wiedereintritt der Ruhe zum letzten Gottesfdienste zu begeben. Im letzten Augenblicke haben sich zu ihnen der Kolonnenhauptmann und der Apotheker gefällt. Plötzlich! wird es finster, es folgt ein Krach und : .ein Chaos entsteht; die Granate hatte es ausschließlich auf die Juden abgesehen. Der arme Arzt ist zerfetzt mld wurde am 11. auf dem nächstgelegenen Friedhof beerdigt; der schwerverwundete Leutnant wurde von der Kolonne, der verwundete Rabbiner von der nächsten Sammelstelle in ein Spital abgeschoben. Eiserne Krone nach dem Jode. . Elemer Biro, .Leutnant des J.-R. . hat noch am .6. Juni 1916 in den wolhynischen Kämpfen den Heldentod gefunden. Wir haben seinerzeit über die Heldentaten des im 27. Lebensjahre Gefallenen ausführlich berichtet. Wie „Egyenlöseg/ mitteilt, wurde dem Genannten nach dem Tode die Eiserne Krone 3. Klasse verliehen. Seine Eltern, Viktor Lo w Y und Frau in Budapest, haben die Leiche ihres' Sohnes heimgebracht; sie wurde am 13. Dezember in der Hekdenallee des^ Budafester jüdischen Friedhofes zur.ewigen Ruhe bestattet. l Auf dem Ielde der Ehre Einj.--Freiw.-Zugsführer Pmkas P o m e r an z, stud. phil. aus BrMany, ist am 24. Oktober d. I. in den Kämpfen in Italien -gefallen. Der Gefallene, der mit warmer Liebe am Judentnme hing, wurde nach seinem Tode mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeichnet. , : - y Amauzigjähriges WikiLärdienstjuSil'äum. Zur Lage unserer WauvenWrüder m Palästina. Beunruhigenden Gerüchten gegenüber sind wir in der Lage, die folgende Mitteilung. zu machen: Unser k. u. k. Konsulat in Damäskus richtete im Verein mrt unseren bisher in Jerusalem und Sassen für uns tätigen-Vertretern durch, das' hohe k. u. -k. Ministerium des Aeußern an unsere Hilfskommijsion das telegräphische Ansuchen um sofortige U e b er w e i s ü n g ' vo n 4,0.0 00 K. f ür n ns er e S chütz ling e, nachdem die jüngst gesandten 33.000 K. bereits verteilt wordensind. W i r h a b e n d i e s e n Betr a g umgehen d d u r ch das ge na sin te Mini st e r ium n a dy Dam a sku s überwiese n und bitten alle unsere Freunde, uns in der jetzt dringender als je gewordenen Hilfeleistung für die armen Evakuierten zu-unterstützen.; Tie „Hilfskommission 1915 für Palästina", Wien, IV-,' Frankenberggasse 14. Zahlstelle: Bankhaus! S. M. von Rothschild, Wien, 1. Bezirk, Renngasse 3, auf Konto ,,Hilfskow- Mission 1915 für Palästina" für die Evakuierten in Palästina. -Tjas Waisenelend in Palästina. Frl. Mayer am Pasteurinstitut in Jerusalem, die jüngst bei ihrer Anwesenheit in Wien -auch -von unserer „Kriegsspitals Hilfe für Palästina" einen namhaften Beitrag für die genannte Anstalt erhalten hat, schreibt im „Jüdischen -Echo" vom 14.' Dezember d. I. in einem „Offenen Brief an die Mischen Kinder" u. a.: Dieser Tage feierte der bekannte Wachtmeister der Train-, division Nr. 2 * Herr Sandor Ungar, in Wien bekannt als „Sandvrbacsi", fein 20jähriges Militärdienstjubiläum. Ungar rückte im Oktober 1897 zum Infanterieregiment Nr. 76 nach Sopran ein, ^diente dann beim Husarenregiment Nr. 4 in Gyöngyös, heraus apeim Husarenregiment Nr. 1 und zuletzt beim Traiubataillon Nr. 2 - * m Wien, dem er noch setzt angehört. Wachtmeister Ungar, der aus Kismarton stammt, erlernte ursprünglich das Faßbindexhandwerk und war vor seiner Einrückung als'Kellermeister tätig. Zurzeit steht er zum drittenmal freiwillig im Felde und erfreut sich bei seinen Kameraden wegen seinen Opferwilligkett allfeitiger Beliebtheit. Anläßlich des Jubiläums des Husarenregimentes Nr. .1 im Jahre 1903, gu welcher Zeit Wachtmeister Ungar diesem Regimente gngehörte, werfaßte er den bekannten „Kaiserhusaren-Marsch" und widmete ihn dem Offizierskorps des Regimentes. „Meine lieben kleinen Freunde! . . . .'Ihr sollt mit mir einen Spaziergang machen nach Jerusalem! Es' ist vor Abend. Tie Sonne geht unter und niemals ist Jerusalem schöner als zu dieser Zeit. Die runden. Dächer der Häuser/die Zinnen und Tore der >alten Stadtmauer leuchten wie Gold, über den Bergen liegt ein Schleier, den Feenhände aus den zartesten rosa, blau und lila Farben darüber gebreitet haben. Niemals habt Ihr so etwas Schönes gesehen und Euer Herz klopft vor Freude und.Entzücken. Wir wollen aber noch! mehr .sehen und treten durch das Jaffator in die alte Stadt ein. Nun wird es schon finster. Der Zionsberg mit dem Turm Davids ragt nur noch dunkel vor uns auf. Die Gäßchen werden eng. Da hören wir ein jämmerliches Weinen und bleiben erschrocken stehen. An die Mauer eines Hauses gedrückt, liegt ein Bündel. Wir treten näher und sehen, daß es ein Kind von viel- - leicht fünf Jahren ist, in zerrissene und schmutzige Fetzen gekleidet. Neben ihm.sitzt ein etwas größerer Junge und wimmert leise in sich hinein. Irr der Hand hält er eure Maiskolbe, deren leeren Stiel er abnagt. Und wir erfahren-nach, vielen Fragen, daß diese Kinder keinen Vater und keine Mutter, kein Haus und kein Heim, kein Stückchen Brot und keinen, Tropfen Suppe haben, daß keine - Menschenseele sich um sie kümmert-und daß sie hier auf,der Straße liegen, um zu ve'rhnngern. Das weggeworfene leere Stückchen Maiskolbe war das einzige, was die Kinder an diesem Tage zu essen hatten! Einige Häuser weiter, in einem' anderen Winkel, lag der - kleinste Bruder, ein Kindl von drei Jahren-. >.Er lag ganz still, war schon zu schwach; um zu weinen. Und der große Junge erzählte uns, daß der- Vater , schon lange weg sei, im Krieg, mrd daß die Mutter gestorben ' sei und daß niemand da sei, der ahnen ein- Stückchen Brot oder einen Platz zum Schlafen gäbe! / Und wir ' -erfahren, daß die Kinder C a ld'e r o naHeißen, und, das klingt wie ein gr-äusamer Spotp denn das-ist der Name

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