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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-28 · 50 (28.12.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
50 (28.12.1917)
Date
1917-12-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seit« 821 Nr. 50- Dr. Bloch's ung.,7. Ldwreg.; BizeWch!ftneffter.Moses M ehler. Landes- LiWWrer BeA L a.Wve Schützenreg.; LdßkMhnrH Leo Ko rnMü h. J.-R.; Korporal Philipp H a ni m e r, schw• Feldart.-Reg.; lauherdem wurden: 80 bronzene Tapferkeitsmedaillen verliehen. ' Vorstehend sind verzeichnet: 3 Ritterkreuze des Franz Josef-Orpens, 10 Militärverdrenstkreuze 3. Klasse, 22 silberne TigNurn laudis, 27 bronzene Signumlaudis. 24 goldene Verdienstkreüze mit der Krone, 13 goldene Verdienstkreuze, 7 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 19 silberne Tapferkeiisimedaillen 1. Klasse, 70 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. 'Klasse, 80 bronzene Tapferkeits- Medaillen, zusamNten 275 Auszeichnungen; hievon 112 an. Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 26 an Militärärzte und Militärbeamte, '137 an Mannschaftspersonen. Weitere Auszeichnungen. . Sandor Ungar geht jetzt zum viertenmäl ins Feld, Er wurde dieser Tage mit dein silbernen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeits!- Medaille ausgezeichnet. Er besitzt bereits neben anderen Auszeichnungen auch die silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz. Paul Holzner, Leutnant des Fest.-Art.-Bat. Sohn des Herrn Simon Holzner, erhielt das bronzene Signum laudis! mit den Schwertern am Bande der Tapferkeitsmedaille und das Karl Truppen-Kreuz. Zünffach ausgezeichnete Kriegshetden. Desider Herzka, Einjährig-Freiwilliger, Kadettaspirant bei den Pioniertruppen, ein Sohn des Herrn Johann Herzka, Direktors des Waisenhauses der Pester israel. Kultusgemeinde, kämpfte zwei Jahre hindurch an der russischen Front und wurde bisher fünffach ausgezeichnet. Tie bronzene, kleine silberne Tapferkeitsmedaille und düs Karl Truppen-Kreuz hatte er schon vor längerer ^Mit erhalten, seine letzten Auszeichnungen, und zwapMs gpoMsilberne -Tapferkeitsmedaille und die deutsche Militäpverdienstmedaille, erhielt er .für besonders heldenmütiges Verhalten, welches er anläßlich der Eroberung und Sprengung einer russischen Stellung an den Tag legte. General W o h r s ch heftete ihm damals in Gegenwart der ausgerückten Ehrenkompagnie die Medaille eigenhändig an die Brust. Herzka ist überdies zur. außertourlichen Beförderung zunl Fähnrich in Vorschlag gebracht. Bela R o z g o n y i, Techniker, Sohn des Ungoarer Fabrikanten Josef R o zgony i, Leutnant bei einer Mörserbatterie, war zwei Jahre lang an der russischen Front, wo er an zahlreichen gefahrvollen Unternehmungen teilnahm. Seine Auszeichnungen sind: zwei große silberne, zwei kleine silberne und die bronzene Tapferkeitsmedaille. Jenö Hegy.i, Feuerwerker, teilt dem „Egyenlöseg" mit: „Ich bin am 27. August als Rekrut zu den Feldkanonieren eingerückt, kam bereits am 25. September 1914 auf eigenes Verlangen auf den Kriegsschauplatz, wo ich> mich bisl heute ununterbrochen befinde, und zwar seit bereits einem Jahre als Feuerwerker tätig bin. Ich erhielt folgende Auszeichnungen: kleine silberne Medaille im März 1915, kleine'silberne Medaille zum zweitenmal im August 1916, eisernes Verdienstkreuz Dezember 1916, bronzene Medaille April 1917, große Silberne August'4917 und das Karl Trupven-Kreuz." Wochenschrift Das Loö des neunzeynWrigen SHkestnger. Tie Feldzeitung der . Infanteriedivision bringt' in " ihrer Nummer 19—21 unter der Ueberschrift: „Einer,' der das Fuchsloch nicht liebt", die folgende Mitteilung;! Karl Schlesinger, Kadettaspirant, ist 19_ Jahre alt und hat sich nichtsdestoweniger wie ein reifer, gesetzter. Mann benommen. Als seine Kompagnie mit Tausenden! feindlicher Granaten und Schrapnells überschüttet wurde. - ivotlte er nicht ins Fuchsloch hinuntersteigen, sondern .' hielt draußen, „in der freien Luft", dem Feuer der Russen stand. Hiedurch hat er natürlich in großem Maße zur Hebung des Mutes feiner Kameraden beigetragen. Tie! Kompagnie mußte später ihre ursprünglichen Stellungen verlassen und er deckte damals', Handgranaten schleu--- dernd, vortrefflich den Rückzug um so mehr, als sich! bald Nachahmer im Granatenschleudern einfanden. Ter. jugendliche Held wurde für diese Heldentat mit der großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Sein Vater, der die Fleischbank der KisMartoner isr. Kultusgemeinde betreibt, steht gleichfalls im Militärdienste. p. Aeiertagsende. Bon Dr. Schul m Ochser, k. u. k. Feldrabbiner an der Front. - . Wenn ab und zu uns dort, wo wir im Feuer stehen, eine Nachricht erreicht, in. der uns der unbegründete Haß, den unsere Nebenmenschen gegen uns immer mehr vertiefen, entgegenstarrt, so empfinden wir darüber nur ein Mitleid. Ter Schreiber folgender Zeilen war während der 11. Jsonzoschlachc einer Division zngeteilt, welche sich aus tausend engeren jüdischen Landsleuten rekrutiert, und die der Zufall in eine Kamphgegend versetzt hatte, welche zu der schauevlichften der ganzen Front gehörte. Vorwoche des Neujahrsfestes! Tie ganze Kolonne ist von ihrem Standorte hinausgeschossett, in ein anderes, allzu bekanntes Tat dirigiert worden; es ist Samstag der 8. Sep-! tember und die ganze Kolonne beginnt sich schlecht und recht einzurichten. Gegen Abend tritt der Feldwebel Gr ub e r aus Jaworaw vor und wünscht vom Rabbiner! die Abhaltung eines Frühgottesdienstes am 9. September. Die Anordnung ist rasch getroffen, die Nachbar-- kolonne rasch verständigt, um 5 Uhr morgens sollen, vierzig polnische Juden Selichot aufstehen. Alles begibt sich! zeitlich zur Rühe, da der Tagesmarsch ein überaus an-- strengender war. Neun Uhr abends. Man hört das. Sausen einer Granate. Der Feldknrat, der sein Zimmer' mit dem Rabbiner teilt, meint, daß Man ruhig einschlasen dürfe, die Granate scheint ein Irrgänger gewesen zu' sein. Allein es dauert keine zehn Minuten und die! gesamte Kolonne ist in alle vier Winde zerstreut. Den'.'. Sonntagmorgen trifft im Gebirge umherirrende Menschen, J die sich erst nach und nach zu sammeln versuchen. — Ruhiger verläuft der Frühgottesdienst des 16. Septembers, einige fromme Soldaten haben sich um ihren Rabbiner gesammelt und das Zekor Berith steigt aus tiefbeklommenen Seelen zum Himmel. Alles aber freut sich auf deu kommenden Neujahrstag. Tank der rastlosen, hingebungsvollen Arbeit und Mühewaltung des Wachtmeisters Bernhard Luft sch ein aus Przemysl und des Zugsfrchrers Simon Fischmann aus Stryj, ist ein wunderschönes Bethaus entstanden; Bundeslade, Bet< pult, Kanzel und Tische prangen im Feiertagsschmuck? Rechts der Kanzel sind die Sitze für die Unteroffiziere, links die, Sitze für den Rabbiner und die Offiziere.! Andächtig vergehen die Nenjahrsfeiertage und trotzdem' von den in der Schwarmlinie stehenden Juden keiner befreit werden darf, zählt unser Mmjan doch über zweihundert Mitglieder. Feierlicher noch verläuft der Versöhnungstag, die meisten der Krieger verlassen nach dem Abendgottesdienstc das Bethaus überhaupt nicht und einer

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