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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-21 · 49 (21.12.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
49 (21.12.1917)
Date
1917-12-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr, 49 Dr. BLEs Wochenschrift Seiten M Funktionieren, ist das Werk dieser edlen- Dame.''- Mit her Präsidentin wurden auch zwei wohlverdiente Vereinsdamen, Fräulein Jenny Refaücs und Frau Ma Wenger, mit dem Kriegskreuze 3. Klasse ausgezeichnet. - -■ : Austritte aus dem Judentum. vom 9. bis 15. Dezember 1917. Blum-Gentilomo Ludwig, Kaufmann, geh. 28. Februar 1665, Budapest (Ungarn), 2. Bezirk, Valeriestratze 8. Blum-Gentilomo Blanke, geb. 27. Januar 1881, Triest, 2. Bezirk, Daleriestrahe 8. Drescher Gabriele, geb. Grünspan, geb./IO. Januar 1891 Schellesen (Böhmen), 4. Bezirk, Kolschitzkygasse 6. Fischer Martha, Sängerin, geb. 26. November 1894, Wien, 2. Bezirk, Rueppgasse 17. Fuchs Friedrich, Bankbeamter, geb. 21. April 1892, . Wien, 2. Bezirk, Hofenedergasse 6.- . Fuchs Risa, geb. 13. Juni 1880, Wien, 19. Bezirk, Bläasstratze 5 : Glaser Ernst, geb. 30. Januar 1887, Wien, 1. Bezirk, Pestalozzigasse 3.. Hafner Hans, Fabrikant, geb. 6. August 1887, Graz, 6. Bezirk, . " Turmburggasse 1. Dr. Kantor Arthur, Rechtsanwalt, geb. 26. Juni 1874, Jicin (Böhmen), 1. Bezirk, Postgasse 6. ' Mayer Franz, Gewerbezeichner, geb. 28. April 1896 Wien, 2. Bezirk, Scherzergasse 12. Pollak Gertrud, geb. 27. März 1896, Wien, 1. Bezirk, Salzgries 19. Spitzer Hugo, geb. 5.. Mai 1876, Wien, Korneuburg. Sparer Schifte, Verkäuferin, geb. 28. Juli 1896, Przemyslany (Galizien), 20. Bezirk, Klosterneuburgerstraße 121. Olmütz. Bei der Anwesenheit des Kaisers am ,16. Dezember l. I. anläßlich der Neueinweihung der Garnisonskirche wurde mit den Geistlichen der anderen Konfessionen auch unser Rabbiner. Dr. B. Oppenheim empfangen und von Sr. Majestät huldvollst angesvrochen. ' . .Vi:i ■ --:- Aus dem Keürn des hohen Kuddi Kam. ... ' Neue Golem-Sagen, gesammelt und bearbeitet.von Chaim Bloch, Delatyn? 16. Graf Jakob Barthaläums. In einem Dorfe, einige Meilen von.Prag, wohnte eüt alter Gras namens Barthaläums, Eigentümer ton zehn Dörfern. Er hatte einen einzigen, gebildeten Sohn Oskar, den er wie seinen Augapfel schonte. Inden Dörfern des Grafen wohnten viele Juden, denen es als Pächter der Güter, der Wirtshäuser und Molkereien, gut ging. Der 'Graf und sein Sohn waren judenfreundlich, was zur Tradition im Hause Barthaläums gehörte. , Als der Graf verwitwet wurde, war es, um . feinen Kummer zu vergessen, seine Gepflogenheit, an Samstagen und jüdischen Feiertagen seine Juden zu besuch en; bei dem einen aß er Fische, bei dem anderen Kugeln) Oftmals nahm er> auch seinen Sohn mit. In dem Torfe, in welchem der Graf sein Luftschloß hatte, .wohnte ein Jude, der das Gut seit vielen Jahren in, Pacht hatte. Schon sein Urgroßvater, Rebb Mosche, nach dem der .Pächter hieß, wohnte in diesem "Dorfe und war Häusjude beim Großvater des jetzigen Grafen.; Dieser hatte eine einzige -schöne Tochter Rosa, ditz, nngesähp so -alt wie der jupge Graf war. , Der junge Graf, der - im ' Hause des Pächters auch mit seiner Jugendgenossin Rosa verkehrte,.. entbrannte plötzlich in' Liebe zu ihr. Er Vertraute dies *) Eine Axt Mehlspeise für Sabbat beiden polnischen Juden. seinem Vater und Mt ihu? die MchterstoflKr äMWtzib ehelichen zu dürfen, ' '" 7 ::7;^ C Als einmal der alte Graf beim Pächter ami SäbM bei einem guten Wein zu Tisch saß. sagte er zu seinem Pächter: ^Wisse, Mose, wenn deine Rosa sich entschließen würde, sich, taufen zu lassen, würde sie mein Sohn eM lichen. Tu aber bekommst dann die Pachtung geschenkt:" Mose wurde es schwer ums Herz. Wohl vernahm er vom Grafen keine Drohung, dennoch schaute er 7iM an. wie das Reh seinen Jäger, und er suchte , mmer Ausflucht, indem er antwortete: „Wie ist das denkbar, . daß der erlauchte junge Gras, der Nachkomme eines der edelsten Geschlechter Böhmens, .um den zu heirakech gräfliche -Töchter wetteifern, eine einfache Judentochter nehmen soll?" ' „Ich halte die Abstammung eines Juden für niiA weniger edel als die eines Grafen-" antwortete her Gras lächelnd. . Mose begriff, daß die Sache nicht geheuer sei, er beeilte sich, dem Rate guter Freunde gchorchend. Posa unter die Haube zu bringen. Ihr Mann wurde ein verwaister gelehrter Jüngling aus. gutem Prager Hausenamens Jizchak der Levite. - /'l Nach Verlaus eines Jahres gebar Rosa einen Sohü und man nannte ihn Jakob. Nach etwa zwei Jahren brach in Prag und Umgebung eine furchtbare Pest aus, die verheerend wütere: Viele Menschen starben, viele flüchteten nach anderen Gegenden. Auch der fromme Pächter Mose, sein Weib wie auch sein Schwiegersohn Jizchak der Lewiter wurden von der schrecklichen Pest dahingerafft. Nur Rosa und ihr KiW blieben am Leben. A Es waren keine Leute mehr vorhanden, um dZe drei verstorbenen Inden zu bestatten, die heüige Bruderschaft in Prag'hatte in ihrer eigenen Gemeinde genug des schauerlichen Amtes zu walten, auch wußte sie nichtz von diesen Toten. Rosa fürchtete sich, bei. den Toten zu'bleiben. Sie verließ-deshalb das Haus und ging mit ihrem Kinde ziellos umher. - v*K* Als es Nacht wurde und die Dunkelheit das Darf in tiefes Schweigen hüllte, dächte sie in ihrer Verzweig lung darüber nach, wo sie Unterkunft finden könnte, und es' blieb ihr nichts anderes übrig, als sich in das gräfliche Schloß zu begeben. - .... Als der Gras und sein Sohn durch ihren Diener von dem tragischen Ende ihres Pächters erfuhren und hörten, daß Rosa mit dem Kinde in ihrer untröstlichen, verzweifelten Lage bei . dem Diener Unterkunft suchte, erbarmten sie sich der beiden und wiesen der Verlassenen eine bequeme Wohnung im Schlosse an. Natürlich bestritten sie auch ihren Lebensunterhalt. ' .'".7, In Prag und Umgebung war bald die Meinung berbreitet. dah die ganze Familie. des Pächters' vom der Pest hingerafft worden sei- Niemand Zahnte, daß Rosa und ihr Kind am Leben geblieben waren. ' " Dies' war dem Umstande zuzüschreiben, daß der GW — nachdem er erfahren hatte, daß die Toten unbeerdigt liegen blieben — es für nötig erachtete, das Hausabbrennen zu lassen. In Prag, erregte diese Künde . Mfe Trauer. Biele arme Leute weinten, $emt der Pächter Mose war sehr wohltätig und kein Wanderer ging an seinem Hause vorbei, -ohne, daß er nach altj irdischem Brauche gastfteuMich bewirtet wurde. .. .. 7-^ Rosa gewöhnte sich? allmählich an das Leben ' im Schloße, vergaß nach und nach, ihre Eltern und: ihren Gatten und lebte wie in ihren Mädchenjahren. Sie kleidete sich so, als wäre ihr Herz vom Kummer hoch unberührt. 7^,

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