Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 49 (21.12.1917)
- Date
- 1917-12-21
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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e*te.8J2 Dr. Bloch's WüchenfWft Nr. 49 . Im KlMt r»W jmrigsn. G-räW Mtibxämiti 'Wh E aM Liebe zu Mofa. TW M TD.näherte erihr m^hr, b-is sie beide den EntschMß saßteU sich-zn dermiMen. Ob die trostlose Lage oder die Herzenssteigung Rosa zu diesem- Entschlüsse brachte? . .Möglich'Leides. Doch lehnte sie es ab» zum Christentum überzutreten.. Dia es dem jungen Grafen nicht paßte, eine Jüdin zu-heiraten, reiste er Mit Rosa und dem Kinde nach Venedig. Dort wurde das Kind einer Erzieherin ii&ex* geben und nach einigen Tagen fand die Vermahlung Heg Paares statt. Der alte Graf ließ im Dorfe ein Gerücht verbreiten, daß sein Sohn in Venedig die Tochter eines Ministers geheiratet habe und das Ehepaar nach, einem Jahre bei ihm Eintreffen würde. - Nach Ablauf dieser Frist kamen die Vermählten in das Dorf. Es fiel niemandem ein, daß die junge Gräsüdie Tochter des' verstorbenen Pächters sein könnte. Es wahrte nicht lange, da starb der alte Graf und sein Sohn erbte seine Güter. ' Nun -ließ man den kleinen Jakob aus VenÄLg holen und' der Graf ließ chn in den MätrikeLbüchern ,als seinen eigenen Sohn mit Namen Jakob' Barchaläums. eintragen. Das gräfliche Ehepaar liebte sich einander sehr, die Frau gebar, zwei Töchter und sie lebten ungemein glücklich. / Wenngleich, der Graf ein Judenfreund war, so engagierte , er ' dennoch, für Jakob judenfeindliche Lchrer und Erzieher, da er fürchtete, dieser werde, wenn er von.seiner richtigen Wstmnmung erfahre, zum Judentum übertreten. Er wollte ihm daher von seiner zartesten Jugend, an Wneigung gegen das Judentum einßoßen. '••• Als' Jakob erwachsen war, heiratete er die Töchter eMes-rWagDöntyk GenerdU' die beiden gräflicheu Tpchjter vermäMten sich, mit Melleuten in' Polen. > . (Fortsetzung folgt.) pUritittt?. .Y/^.";; Hedin im «fraeiMfchen Stadtteil vvn Bagdad.*), Aus: Hidin, „Bagdad-Bäbylon-Ninive"« Feldpostausgabe 1 M. (Leipzig, Brockhaus). ' - 'Y . *). Aus dem mit Spannung erwarteten neuen Werke Hedins, der Schilderung - seiner Reise durch Mesopotamien und ' seines Aufenthaltes in Bagdad, ehe es die Engländer besetzten; das soeben als Volksbuch 'zu l TL imVerlag F. A^ Brockhaus, LcipziK erscheint, Der Trtel -,^8 a g d a d-B abylo n-N i n i v e" besagt schon, daß es kein Lriegsbuch int eigentlichen Sinne ist. Hinter den Tagesereignissen läßt Hedins glänzende Schilderungskunst die Jahrtausende alte. Welt Assyriens und Babyloniens aus den gewaltigen Trümmerstätten Babylon, Assur und Ninive emporsteigen. Mir kommen auf das vielseitige und anregende, für den - Lesehunger in den Schützengräben besonders geeignete Buch ausführlich zurück. .. Auch Bagdad besitzt ein Ghetto, und Awar ein recht geräumiges,- denn die Juden Md Mer sehr zahlreich, .In den größeren, Straßen haben die Häuser, zwei, manchmal drei Stockwerke. Das Charakteristischeste daran sind die aus Balken ruhenden vorspringem den Erker, hinterderenölsenvergitterten 'Fenstern die Töchter Israels, oft schön wie die 'Rächt; mit halboffenen, ' schweren Augenlidern und müden Blicken das Leben auf der Straße beobachten. Die Läden und 'Basarstände schützt man gegen Sonne und Regen durch kleine viereckige Hotzdächer, die durch schräggestellte, Stangen gehalten weihen. Diese Läden sind elende Löcher, und Miller demLräintr, der mit gekreuzten Beinen zwischen seinen. Waren aus dem Ladentisch sitzt» gähnt ein abschreckendes Dunkel.' Noch anspruchslosere Handelsleute, die keinen festen. Stand haben, kssen Pch «nsachi än den Häusermauern . nieder mnd bieten d aus -großen Körben Aprikosen, Pfirsiche, Gurken, ,Brot und Süßigkeiten feil. ^Auch Frauen beteiligen sicham Lande!; sie Lauern m faltenreiche Schleier gehüllt aM Boden, der kleine schwarz^ goldgeränderte Gitterlappenist heraufgezogen und gibt ihre Gesichtszüge frei.' , „Airan bos,: Airan bos!" klingt es ab and zu. von der nächsten Straßenecke her in gellendem Ton. „Airan" heißt..auf Türkisch die gegorene, mit Wasser vermischte Milch; ,;bos" bedeutet Ws. Auf einem Hotzgestell steht ein, großes " Gefäß mit' dem er-- qmcklniden Trank,, in bem klare Eisstückchen schwimmen. Für den Bruchteil ein^s Piästers bekomM man einen Becher voll. Pas bedränge in den Straßen des Ghettos ist unheimlW und man darf, nicht .empfindlich, sein, wenn ein.mit einem quer-, liegenden Holzkohlensack beladener Esel dahergetrippelt' kommt oder zerlumpte Linder in bloßem schmutzigen Hemd sich mit den Ellenbogen den Weg bahnen. Jeder, der nach Bagdad kommt, besucht wenigstens die Hauptstraße des Ghettos, Chaldäer ünd Syrier, Araber und Armenier, Pfeifer und Türken Sudanesen, Neger aus Sansibar und dem Herzen von Afrika, and sogar englische Soldaten und Offiziere, die ihre -überflüssigen Effekten verkaufen^ nachdem sie-erfahren haben, wie knapp die Transportmittel auf dem bevorstehenden Weg nach Lonia und Angora sind.. Aber die - Juden herrschen bei weitem vor. .Es riecht geradezu nach Judentum, und es riecht schlecht, obgleich es Hier lustiger ist als in den'Basaren der Mohammedaner, wo die üblen Dünste durch die Dächer festgehalten werden und das Tageslicht nur durch Löcher hereindimgt. Die Hauptstraße der Ghettos ist nicht überdacht, sondern unter freiem HimMel, nur Erker und die kleinen Schutzdächer dämpfen das Licht.. Der Schmutz, ist furchtbar, und wenn die Sakkas Mt ihren Ledersäcken sprengen, watet man durch Schlamm. Aller Abfall aus den Häusern fliegt ern,- sach auf - den Fußsteig, und die - Verwandten der Schakale,' die gelben Hunde, wühlen darm. heru'ml ' ' ‘ , Mit meinem syrischen Führer besuchte ich ein einfaches jüdisches Haus in einer Nebenstraße. Der kleine, viereckige Höf, tagsüber der Aufenthaltsort der Hausbewohner, war, wie gewöhnlich. mit quadratischen Ziegelplätten .gepflastert, wie man sie etwa in Babylon findet. An der Mauer war ein Brunnen, aus dem man das Wasser mit Hilfe eines Ledereimers herausholte. Links vom Eingang führten; wenige Trevn-'nstusen in ein mit zersetz'.en Masten und etlichen Schemeln möblierte; Loch, dessen Gitterfenster auf eine kleine offene HaUe, den' hinausgingen. Im übrigen hatte das Haus nur eine Wohnung, de.en dunkle Zammern mehrere Familien beherbergten. Die Juven sind arm und drängen sich stets auf möglichst engen Raum zusammen'^: Nur Frauen und Linder waren daheim. Die. Frauen tragen nichts weiter als ein Zwischending zwischen Lleid und Nachthemd.. Die. Linder waren.niemals mit Wasser, Seife oder Lamm M Berührung gekommen Md ihre Gesichter und Arme zeigten die Riesennarben der widerwärtigen Bagdadgeschwüre; diese rühren von einer giftigen Fliegt her, deren Stich eine jahrelang offene Wunde hervorruft und eine entstellende, unvertilgbare' Narbe szu-, rückläßt. Auch ein paar alte Weiber saßen da. grauenhaft am zusehen. Ihre .Finger wühlten^ in dem wirren - Haar aus .der Jagd nach UngeziefeL das ihnen keine. Ruhe ließ. Auch dieses einfache- Haus hatte einen'. Särdab, einen untere irdischen Raum, wöhin man flüchtet, wenn die große Hitze kommt, ein widerliches, schmutziges Loch, eine Heimstätte für Skorpione ünd Tausendfüßler.- Dort stand ein Lehmkrug mit kühlem Wasser, und voll Gastfreundschaft bol man mir einen Trunk. Aber .ich lehnte dankend ab und eilte, ans Licht und auf die Straße hinaus, wo die Luft doch noch etwas besser war als in diesen furchtbaren Wohnlöchern der armen Juden. Krirfkasten L. M. Sie'sind -im' Jrrtunh wenn Sie in der Antwort an S., Leopoldsqqsse, in der letzten- Nummer eine Anklage gegen Herrn Smolensky herauslesen. Wir können vielmehr konstatieren, daß Herr. S. seine Pflicht noch jederzeit treu und gewissenhaft erfüllt hat. Dr. P. Auf Auflage wurde uns mitgeteilt, daß Roseggeq, der übrigens seit längerer Zeit krank ist, für hie Leitung des ,;Heimgarten", er von Mm begründet wurde, nicht verantwortlich ist, daß vielmehr Herr . Hans Flecker VerantWortlicher,^ ist. „Heimgarten" ist gegenwärtig ein, Hetzblatt. Für die Roseggerspenden - haben Juden -.seinäMit.".gern^ ^-Opfe?.'- gebracht. . Militarseelsorger in L. In der „Taschenausgabe der. Militärvorschriften^. (zusammengestellt für den Feldgebrauch). Dienstvorschrift für die MiÜMrgeMchkeiti vom Jahre 1904. (Mit Bewilligung -des k. u. - k. Reichskriegsmmijteriums.) Wien .1905. Druä und'Verlag der'fl u. k. Hof- und Staatsdruckerei, finden Sie die klare Bestimmung: §13. „Im Felde (Lrieqe), e fällt jede Stok gebühr." Die freiwillige- Zahlung ist nichts anderes als ein Trinkgeld, und somit .o i s q uul iff i z ierender i>(a- 'tur.. ‘ :. v ■ „ÜÜtr eine Jüdin zur Frau!" Sie melden Ihren Austritt aus der katholischen Lirche bei dem Wiener Magistrat an. und' lassen sich hierüber eine schriftliche Bescheinigung ausstellen. Mit diesem Dokument weuü..-ii.-Sie'sich an-dasI Rabbinat, bezw. an das jüdische Matrikelamt, Wien, 1. Bezirk, Sertenstettengasse 2, wo Jhre.^ Wiederaufnahme als^ Mitglied der israelitischen Lultüsgemeinde^Hhneweiters erfolgen wird: - Dttlstsehlerberichttgung. Bei der Abhaltung des Dankgottes-, dienstes für, die Errettunq Srt MajDät des Laisers im Bethaüse' 3. Bezirk, Obere Viaduklqasse 12, waren anwesend der Obmann des Vereines Herr ,S.. Metzger unh Obmannstelloertreter Herr I. Dreßler, und nicht, wie Sie angeben,- „I. Dressl". I. B. Das wurde in anderer Weise versorgt. . -. Herausgeber und verarttwottlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch — Druck von L. Beck L Sohn, Wien, VlI.v