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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-12-21 · 49 (21.12.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
49 (21.12.1917)
Date
1917-12-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr; 49 Wach s? WocheuMist Seite. 805 schjchtMsMltuÄMlmente*)^Lauernbew.Wert besitzen, fordern Luch^'allgLmÄL^danVen' und Reflexionen enthalten, welche insbesondere in einer Zeit, - da man an eine derartige oder Ähnliche Anstalt denken will, ernste ' Beachtung erheischen. V eit erörtert einleitend das Verhältnis der indischen Gemeinde zum Staate, verweist auf das Emanzipationsgesetz vom 11. März 1812, dessen neununddreißigster Paragraph den Juden Preußens die RegufrtUitA Atvra <“ auf die mannigfachen Hindernisse zu sprechen, die der ' Durchführung dieses Gesetzesparagraphen in den Weg getreten sind, und führt weiter äus: „. . .-will ich nicht unterlassen, eines vie^verbre'.teten Irrtums zu erwähnen, dessen nähere Beleuchtung eine immer ' wünschenswerte Verständigung herbeiführen möge. Es ist nämlich vielfach behauptet worden, daß ben Juden die Gründung eigener Schulen Überhaupt versagt werden müsse, weil man die Absonderung derselben von ihren christlichen Mitbürgern auf keine Wei'e beförve' n dürfe; und nich^t allein christliche Staatsmänner,' auch Juden haben diese Ansicht geteilt und aus solchen Motiven, gehandelt. Ich behaupte aber, daß selbst die Möglichkeit einer Absonderung in unseren Dagen nicht Mehr vorhanden sei. Der Geist der Zeit hat bei seiner Ungeheuren Arbeit so .sehr jede einzelne, geistige und ' ' Materielle Kraft berufen, daß er eine Verschmelzung der scheinbar widerstrebendsten Elemente herbeiführt, die jeder willkürlich aufgerichteten Schranke spottet, die aber auch -kaum einer Nachhilfe von unserer Seite bedürfen Eird; es ist dies die Verschmelzung aller sittlichen und > " geistigen Kräfte, die unser allgeliebter König und Herr gls eine Einheit an Haupt und Gliedern, als ein Stre- ^.MwWter Stämme^uph Bekenntnisse nach MneMschönen bezeichnetHat'. 'Ein anderes^' aber nst' politische und gesellige Absonderung, ein anderes das gleichgültige Jneinanderwerfen der verschiedenen Bekenntnisse, das in Beziehung auf den Unterricht der Jugend von keinem Standpunkt aus'gebilligt'werden kann. Wie wenig dies von seiten des Staats geschieht, beweist der Umstand, daß der Volksunterricht in unserem Vaterlande durchaus konfessioneller Natur ist. Der gesamte Unterricht in der Elementarschule, . sagt ein kompetenter Beurteiler, ist mit religiösem Unterricht durchweht und muß es'» nach der Natitztz dev Polksschulen und Volksbildung, sein und bleiben? Alle Lesebücher, alw auch die Leseübungen, sind religiös, meist wird Bibelgeschichte gelesen, auG der auch der Stoff zu A u f s ätzen entlehnt wird. Es werden christlich-religiöse Lieder gesungen, christlichj-religiöse,Lieder und Bibelstellen, meist neutestamentliche, werden zur Uebung des Gedächtnisses auswendig gelernt! Von allen . diesen, also bei weitem von den meisten Hebungen der christlichen Elementarschule,'^müßten die jüdischen Schüler ausgechlossen werden. Hierin also, und nicht in einem verderblichen Hinneigen zur Absonderung, liegt die Notwendiakeit zur Errich'tung Micher schulen; es ist aber zugleich auch darin die Beschränkung dieser Verpflichtung auf Elementar-' - und Religionsunterricht gegeben.^ - ' Was den letzteren anlangt, führt Veit die seither sattsam wicherholte Tatsache.,an, daß dieser darum eine Neue Institution innerhalb des Judentums ist, weil - ' ,Mr uniereik Vorfahren nlles Lehren und Lernen reli-^ . giöser Natür war,^ und dasganze Leben innerhalb devsrs- ' Familie und dev Gemeittde-zu einer religiösen Zucht und,- , *) Die in Zunz' Briefwechsel vorkomtnenden, unseren Gegen- ' ' stand betreffenden Stellen sowie die Jubiläumsschrift der Anstalt ' ' sind hier vorerst , nicht berücksichtigt. . Ordnung >etZ0Ki!die§ aN.der AuDhrnck eines inneren Lebens, Mer als Schule und Buch zü lehren vermöchte»" Und erklärt, daß „es dringend notwendig war. eine Anstalt zu errichten, die uns mit tüchtigen Lehrern zu versorgen >geeignet sei". Den nun folgenden Schilderungen des Zustandes bis zur Gründung dieser Schule Merkt man es wahrlich nicht .Um daß sie vor achtzig Jahren geschrieben wurden. Veit erzählt: „Diejenigen jungen Leute, die sich bei uns dem Lehrerstande zu widmen pflegen, haben großenteils ihre Jugend talmudischen Studien gewidmet; erst in späteren Jahren, wenn sie von den Forderungen der Welt und der Menschen berührt werden, 'empfinden sie das Bedürfnis nach wissemschastlicher Ausbildung. Ueberreif auf der einen, ohne alle Vorbildung auf der anderen Seite, an strenge Geistesarbeit, nicht aber an Ordnung und Disziplin gewöhnt, das Schwierige, Seltene, mühsam Errungene dem klaren Denken, dem sicheren, stufenweise wachsenden Besitz vorziehend. so pflegen sie sich mit starkem Jugendmut auf ein Terrain zu begäben, das sie nicht kennen . . . Wir werden zugeben müssen, daß ein solcher, der ui« Schüler gewesen, keinen Anspruch auf das Meisterrecht habe, daß vor allen Dingen der künftige Lehrer eine regelmäßige, methodische Vorbildung müsse erhclten haben., wenn er anders mit Erfolg in seinem Berufe wirken soll. ...'So haben wir denn vor allen Dingen mit der sicheren Grundlage des Gebäudes, der Lehrerbildung, wir haben mit dem Anfang, angefangen, indem wir die fernere Entwicklung dieses Seminars. .l.der Zukunft ianhermstellen." (Schluß folgt.) ft (D Erweiterte Tagesordnung für oie Plenarsitzung vom ,rr v ~ v: 2. Dezember 1M7. 1. Einlauf. Im Einlause befinden sich : Zuschrift des Patriotischen Hilfsvereines vom „Roten Kreuze" für Niederösterreich, betreffs Verringerung der Bettenzahl rm Spitals der Kultusgemeinde als Vereins-Reseroespital Nr. 5. Dankschreiben des Sekretär-Stellvertreters Guido Fuchsgelb, derzeit Oberleutnant und Adjutant des k. k. Schützenregilmentes Nr. 25, für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der ffynt neuerlich verliehenen Allerhöchsten Auszeichnung. Dankschreiben des Herrn Primarius Prof. Dr. Julius Zappert für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Ablebens seines Schwiegervaters, des Herrn Moriz Fleischmamtz f. A. Dankschreiben des Herrn Direktors David Löwit für die Gratulation des Vorstandes anläßlich feines 40jährigen Dienstjuüi-s läuMs. ' 2. Präfidia 16 ericht: Sympathiekundgebung für Vizepräsident Hofrat Dr. Benjamin Rappaport. MagiitruusaM Bezijrksamt iii den IX. Brzirk. Note Dom 20. September 1017. 3. Berichte des Der trete rkollegi ums: Friedhof- Angelegenheiten : Erhöhung der Gebühren für Grüfte. Graöstät-? ten. Leichenbegängnisse. Exhumierungen und Uebersührungen. P e r s o n a l r e n: Sofie, Lieben. Witwe nach kaiserl. Rat Dr. 'Theodor Lieben, Pension; Mvriz Kanitz, Pensionierung. Gnadengaben für die ermitt. Religionslehrer: Heinrich Fehh Leopold Fehl, Daoid Hecht. Jakob Mautner; Leopold Schulhoß, Johanna -Polsner, Altersnachsicht beim Definitioum. Subventionen: Kaiserin Elisabeth-Heim fürKriegswaisen> Lehrmädchen- und Arbeiterinnen, Widmung von zwei Stiftsplätzen k K. 10.000. S tiftungsangelegenheiten: Dr. Moritz Räppaport- StistunA! Stistbriefänderung; M. L: Biedermann-Stiftung für >Waisen; Karl und Rosalie Eoldschmio-Stistung für? Verwandte, Waisen; Rothschild Künstler-Stiftung. Bestellung ' von Kuratoren. Event uel l e s: Nelly von Goinperz. Wahl in den Vor- ' stand des Frauen-Wohltätigkeitsoereines. Wien, 1. Bezirk; Bernh. 'Goldstein;'Berufung.in/die Bezirkskommission für den 1. Bezirk; Chaje Eoldberg, .Ausnahme in die Versorgungsanstalt. , ft ft 8 g% J. : \ 1 i -i Sch. 1 i Große Spende für verarmte Kaufleute. Das Gremium bei; Wiener Kaufmannschaft hat von Herrn Bernhard Gokdftem ' eine Spende von 100.000 Kronen mit folgendem Schreiben erhalten: „Zahlreiche Angehörige der Kaufmannschaft sind, wie jedem Be-r

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