Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 49 (21.12.1917)
- Date
- 1917-12-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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L04 i's Wüchrnschrift Nr.' 49 ''iXiwÄ m, /DerkeißungdesAdefsstandes. ,Ge Majestät'd^'- Kaiser -hat Lern Öberstleütnant Mansch- Kommandanten. eines FelLhaubitzew-' «öegimenles, den Adelsstand mit dem Prädikat „Edler von -t-Money" verliehen. Der «genannte Stabsoffizier, ein Sohn ^'des einst in Lemberg hvchangesehenen Küttusvorstehers -Tr-LüdwigMa n s chist seitKriLgsbeginn an der Front .und - bereits sechsmal dekoriert worden, darunter auch mit hem Orden der Ei'ernen Krone 3. Klasse und mit -'dem Rutschen Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse. Auch seine ^-tzeiden Söhne sind beim selden Regiment eingeteilt und .'einer derselben, Leutnant d. R. Manscherlitt infolge ' Bauchschusses eine schwere Verwundung. - ' Kaiserliches AeschenL an einen gatizischea s Alüchlling. }>:■ - Mittwoch den 12. Dezember fand in Komorau eine s 'Menso seltene wie erhebende Feier statt. Seine k. u. & Ap-ostoliche Majestät hat dem ir der Gemeinde Komorau ,..c-mr^Dgeb rächten., Flüchtling Mo es' Her sch - Mei er aus ---Suczawa in der Bukowina, der siÄen Söhne im Felde ^stehen hat, von denen einer den Tod fürs Vaterland erlitt, /i ein Geschenk von 500 K. und außerdem als-Erinnerungs- Zeichen eine mit dem Allerhöchsten Namenszuge gezierte silberne Taschenuhr huldvollst zu spenden geruht. Zur - xWrlichen Überreichung dieses Geschenkes hatten sich -Mir Komorau eingesunden: der Amtsleiter der k. k. Be- . zükshauvtmannscha't Troppau, Herr Bezi 'kskömmissär - Dr. Kunz, der Referent für Flüchtlingswesen bei der Troppauer Bezirkshauptmannschaft Dr. Scherf, dir Vertreter des Zentral/omitees für Flüchtlings sürsorge die Herren Tr. Sonnen scher n, SieKnund Mo ld und " Ht Hürworstchtige" Kerj^i' ArnKytann^ - Ter'Schauplatz >ein^ fürchterlichen Verbrechens war vor einigen Tagen der im Bezirke Deutsch-Landsberg hoch oben im Gebirge gelegene Ort Willjresen. Dort,sollte ein rabiater/Russe von Wrenhaster Gestalt wegen mehrfachen Raubes! und Diebstahls von einem österreichischen Eskortemann nach dem fünf Gehstunden entsernten Orte Wies abgeliefert werden. Auf freiem' Felde über- .fiel der Russe den ihn eskortierenden Hersch Druckmann und nach heftigem Ringen erschlug er den Soldaten,' beraubte ihn der Unisorm, des Gewehres und der Barschaft und entfloht Am nächsten Tage wurde der Mörder ausgespürt, aber, auch da gelang es ihm, dies beiden Wkortemänner zu überrennen und.zu entsliehen, und konnte er bis heute noch nicht festgenommen werden. Die Grazer Chewra-Kadi'cha mit ihrem rührigen Obmann Herrn Ignatz Adler an der Spitze, die in diesem Kriege Hervorragendles geleistet. hat, scheute keine Mittel und, li:ß den Ermordeten auf den jüdischen Friedhof mach Graz überführen, wo Donnerstag den 13. d. M. unter Anwesenheit sämtlicher Vorstandsmitglieder der' Chewra-Kadi'cha die Beerdigung stattge unden hat, bei der Herr Landesrabbiner Dr. Herzog eine ergreifende, alle Anwesenden zu Tränen rührende Leichenrede gehalten hat. Trägi'ch.an dem Falle ist noch besonders, daß die Frau des Ennorde'en ebenfalls, vor, zwei Jahren von den iRussdn in cher Bukowina ermordet worden ist und fünf Keine Kinder um Vater und Mütter nun weinen. Wie herzlos und brutal ist es nuns wenn die ,-Grazer Tagespost" in ihrer Nummer vom 11. d. M. nichts anderes zu berichten weiß, als folgende Notiz, in der sie dem Ermordeten noch einen Vorwurf dtz? Unvertretern, Herr Schullerter Hv Vp, der Flüchtlingskom missär Herr Hajek und eine große Anzahl von Flüchtlingen aus Komorau und Umgebung. Der Vertreter der -rWegierung, Herr BezirMommLssär Dr. Ku n z» hielt bei s /Herzen gehende Ansprache. Er rühmte die väterliche ' 'Fürsorge des Monarchen für alle seine Untertanen, die. , keinen Unterschied kenne hinsichtlich der Nationalität oder Konfession, gedachte der Tapferkeit unserer Armee, . die uns mit Siegeszuversicht erfülle, und hob schließj- A ,Üch^dA stets bewiesene Opferwilligkeit der Bevölkerung hervor. Das Vaterland schuldet einem Manne, der ihm '. 'isieben Söhne als tapfere und tüchtige. Soldaten erzogen 'Habel. Dank und Anerkennung. Dr. Sonnenschein , dankte für den tiefgerührten Flüchtling und hob hervor, .s.ssdgß der huldvolle Gnädenakt Sr. Majestät dem AusgezeHneten ein erhebender Lichtstrahl irr der trüben Zeit, - ' die ihn vom heimatlichen' Herd verbannte und ahn viel l t^weres Leid erdulden ließ-seinwerde, au der er sich ^lsHeherzert'Mit DgnkbäAeft erinnern möge/ Herft Dr.'S o nnenschein 'schloßs/seiue^-Rede mit einem Hoch auf den Monarchen, in-das die Anwesenden begeistert ein- " - stimmten. Am Schluffe der schönen Feier überreichte! .^....HeW<^.'- S oUn en sch ei n dem Gemeindevorsteher von tAvmorau denoBetMg von 100 K..' zur, Verteilung-an.die '?AÄnen der Gemeinde. - «Eibiswald, 12. Dezember. (Vo n einem Kr re q s g e fan- . y e n> n ~e r.f ch ha glen‘.) ,'Am- 7." K'.M. 'so1tte1^M,lRuMHon"WMfresen,, Bezirk Deutsch-Ländsberg, wegen verschiedener Diebstähle eingeliefert werden. Der Russenwächtel^ der ihn zu eskortieren hatte, war so unvorsichtig, dag ihn der Russe mit seinem eigenen Dienstgewehr erschlug. Er beraubte, den Wächter, der in Zivil Kaufmann feint soll,. um einige tausend Kronen, nahm dessen Bluse und entfloh." - Sapienti sat! . Auf dem Iefde der Kyre '***&*' Der. hochbegabte k, u. k. 'Assistenzä-rzv MUDr. «Leo. Gksück'Ner. wurde, 26' Jahre alt, am 7. d. M. 'Jam .. Vpxbaichplcche am Fuße des Strufle po.n den Italienern- /---.getötet. -Alle,/ die die TüchtWeft und Menfchenjreunds- : '-lMeit -des jungen Arztes kannten-/werden ihm ein ehren-. ' f" dM Andwken bewahren. . / / KlMsM- Stimmen über die Uütmendigkrit eiyvsjüdischen Kehrerseminars^ dessen Ausgestaltung und Heffrplau. In Erinnerung gebracht von Prof. Dr. M. Rosenfeld. - M ist- .das bleibende- Verdienst des, Herrn Kultus- Vorstehers S... Bro d, durch seinen Vortrag . über das Thema/ „Woher sollen wir in Zukunft unsere Leh rkräfte für den Religionsunterricht holen?" aus die große Aktualität dieser Frage hingewiesen zu haben. Seine Ausführungen, die gewiß an anderer Stelle gerechte Würdigung erfahren, werden die zur Lösung dieses Problems berufenen Faktoren über kurz oder lang ernstlich be- * schuftigen müssen. Darum . mag es nicht müßig erscheinen,' eine historische. Reminiszenzaufzufrischen, diedem- ' gleichen Gegenstände, allerdinW in einer anderen Mtadt,- gllt. <§§ war im Jahre >18'40. Da wurde in Berlin ein .- ,-Jüdisches Schullchrersemiüar" eröffnet, zu dem der -erste Dirigent der neuem Anstalt, Leopold Zünz, den.-Plan - entworfen Hatte «Bei der am 18l.^November stattgefundenen Eröffnungsfeier, über welche'/.ein Berichlt vorliegt,- würden vöm Aeltesten der Bevliner Judenschaft — dem Vorkämpfer. der Emanzipation nrtd. späteren preußischen Land- LrrgsabgieordnetM — Dr. MoW V e it und sodann von . Zunz Festreden gchalten, die nicht bloß als! zeitge-