Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 45 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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«Sette -74' Nr. tf> -- Tr. Bloch's Wochensch rift 9 Uhr und Sonn^ag^'zwischen '/»3 und 5 Uhr Nachmittag im Zioni.'e» in Lemberg 'treffen sich Mittwoch Abens um halb (fafi! Märszatoa. Auswärtige ' Esteherzlich willkommen. _ •5 . Wer weiß? Wer weiß? -Josef Hermann, BrauerLileiler . in Ch.idyiowce bei Borszczow (Galizien), derzeit wohnhaft in Gzrrnow'ch, Sisbendürgerstras:? 31, bittet,-, falls jemand, etwas üde.- seinen Sohi? David Hermann weiß, der. bei Ausbruch des Krieges in Hulice in Galizien war und seit der feindlichen Invasion verschollen ist, ihm Nachricht? zutommen zu lassen. Aus dem Leben des hohen Kabln Low« Neue Golem-Sagen, - ' gesammelt und bearbeitet von Chaim Bloch, Delatyn. l 1. De r G ras,' ns oh n (Schluß). Als es am Morgen im Kloster bekannt lvurde, daß das Jndenmädchen «verschwunden sei, war Waclaw sehr erschrocken. Er nahm daher aus der Gruft des Klosters Küocheureste, legte sie aus das Bett Rahels und zündete dieses an. - Bei det-'^Behörde meldete er, daß. ein im Kloster unteMstraHt^ ..Wdemnäd>chelr^ in selbstmörderischer Absicht ' das ' Zinnner angezündet und den Tod gesunden ha,t. Nach einigen Tagen lehrte Taddäns von Krakau heim. Als er erfuhr, daß sein Vogel fortgeflogen sei, verzog sich sein Gesicht grimmig, das Blut kochte in seinen Ädern miß', .ein.'wahnsinniger Zorn bemächtigte sich seiner.- . - HgirM'Wlich .war-' ex^gegÄiih Wacstyp aufgebracht^ denn^ er glaübte, däß ecGeldM wegen Rahel ihren Eltern aüsgeliefert hätte und daß er den Brand inszenierte, um jeden Verdacht zu verwischen. Taddäns ballte drohend die Fäuste gegen ihn: „Warte, du..Jndenknecht, ich werde dir ciaen Djenkzettet geben!" ■ Es währte nicht lange, da erfuhr auch Ladislaus von dem tragischen Tode seiner Braut. Der Schinerz über ihren qualvollen Tod ging ihm lies zu Herzen. Erst jetzt stuckerte seine Liebe zu Rahel irr all ihren Stürmen auf und verzehrte seine Seele. Er entsagte aus einmal allen Lebensfreuden, aß nicht, trank nicht und mied jede Gesellschaft. Rahel wollte ihm. nicht aus denk Herzen verschwinden. Und er wurde gemütskrank. - Gras WaldberiA Ladislaus' Vater, begriff seinen Schmerz, und er. sah sich. schnell in den .Kreisen des H-ochadets um eine andere Partie für-seinen . Sohn um. Aber keiu anderes Mädchen .gefiel Ladislaus. Er sah von Tag zu Tag. schlechter, aus. Er empfand, daß er nur dann für seine verwundete Seele Linderung finden könne, wenn er eine Rahel, ein Judennrädcheri, heiraten, würde. Da er wußte, daß,kein besseres Judenmäbchen mit einem Nichtjuden, mag er auch Graf sein, eine Heirat emgeheü würde, entschloß er sich, in die Ferne zu gehen,- dort zum Judentum überzutreten und so seiüZiel'zn erreichen. 4* Seinent Vater .wollte er sein Geheimnis nicht anvertrauen. Er.erklärte ihm, er werde nur dann an seine unglückliche Braut vergessen, wenn er nach Venedig gehen würde, um sich in dieser weltberühmten Stadt der Schönheit und Künste dem Studium zu widmen. 4 Nur schweren Herzens gab der < alte Gras seine Zustimmüng. - Die- Abwesenheit Ladislausfiel'ihm-unge-- mein schwer. Er fand aber. Trostin der Hoffnung, daß der Aufenthalt in Venedig ihn gesund und munter machen werde. , So schwer Ladislaus die Trennung oondem ge-, liebten Elternhause und dem heimatlichen Boden fiel — er ergriff den Wanderstab und zog, ein Bild des „ewigen Juden", in das Land der Ungewißheit. Ladislaus' Reiseziel war Friedburg, wo Rabbi Jakob Günzburg den Rabbinersitz innehaite und durch seine ungewöhnliche Gelehrsamkeit Hunderte von Jüngern heranzog. Ihn suchte Ladislaus auf. Er erzählte dem Rabbi seine ganze Begebenheit und eröffnete ihm auch, den unerschütterlichen Entschluß, zum Judentum überzutreten. Mit einer sanften, aber ernsten Miene, als wollte er jede Faser seiner Herzens durchforschen, hörte ihm der Rabbi zu. Treu den Worten des Weisen: „Die Proselyten sind für Israel schädlich wie ein Aussatz," weigerte Rabbi Günzburg sich, Ladislaus in den Bund Israels auszunehmen. Als aber dieser mit Tränen in den Augen erklärte, er werde nicht abtreten. bis der Rabbi sich seiner erbarme, verspracht ihm dieser, die Aufnahme zu vollziehen. Nachdem er ihm einen Vortrag über das Wesen des Judentums und die Aufgabe des Juden gehalten, ivurde die bundeszeichneude Beschneidung vorgenommen. Ladislaus erhielt den Namen Abraham Jeschurun. Der Rabbi ließ ihn nun durch einen gediegenen Lehrer in hebräischer Sprache unterrichten und nahm ihn bald als Jünger in seiner Talmudschule aus. Da'der Uebertritt eines Christen zum Judentum tu Deutschland streng verboten war und Rabbi Jakob mit das Schicksal Jeschur uns besorgt war, so gab er ihnr den Rat, nach Amsterdam! zu gehen, wo Religionsfreiheit herrschte,, und wo er keine Verfolgungen zu fürchten : hatte. „Epgab-ihm einen Brief, zum. Leiter der Rabbiner- Hochschule in 'Amsterdam!' mit, worin er ihn ersuchte, den Ueberbringer gastfreundlich aufzunehnren und ihm einen Platz, in seiner Schule zuzuweisen. Der Rabbi segnete Jeschurun mit dem Wunsche, daß er in Amsterdam seine ihm vom Himmel bestimmte Lebensgefährtin treffe; er gab ihm auch ein Zeichen, woran er erkenne, daß, wenn man ihm ein Mädchen als eine Verwandte des Friedburger Rabbiners vorstellen werde, dieses die vom Schicksal für ihn bestimmte Frau sei. Jeschurun reiste nach Amsterdam. Er begab sich gleich nach seiner Ankunft zum Rektor der Talmud'-Hochschule. dem er das Empfehlungsschreiben des Rabbi Jakob übergab. Dieser nahm den Gast ungemein freundlich auf. - Bald erkannte der große Talmndmeister in dem rastlosen Jeschurun den Eifer und nach verhältnismäßig kurzer Zeit wurde Jeschurun als Gelehrter berühmt. Unzählbar war auch die Schar der Freunde, die Jeschurun durch seine Liebenswürdigkeit in Amsterdam mit sich warb. Sein stilles, bescheidenes, anspruchsloses Wesenzog alle Herzen an. Als er das zweite Studienjahr "beendet hatte,- befahl ihm sein Meister, nt die Heimat zurückzu kehren, um eine Ehe zu schließen, da es gegen die guten Sitten verstoße, wenn ein Mensch in seinen Jahren noch keine Frau habe. Er antwortete, daß ihm der Verbleib in Amsterdam genehm wäre, da sich hier viele Schriftgelehrte von größtem Rufe befänden, was in seiner Heimat nicht der Fall sei; er möchte daher am liebsten, in Amsterdam ein Weib heiraten. Er bemerkte, daß er selbst genug Geld habe, da sein Vater ein steinreicher Mann fei. " Der Leiter-der TMuud-Hochschule befahl daher heu Freunden, für Jeschurun eine passerche Partie zu suchen. Doch alle Partien, die ihm oorge schlagen