Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 45 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 748 Dr. Blüch's Wochenschrift; Nr. 45 würdeir,- wies er kurzweg zurück: eine Verwandte düs Friedburger Rabbiners. fand sich unter diesen - nicht. . Tn wurde ihm "nach; eitriger Zeit die Nichte des Weinhmtdlers Chaitn Berger als Braut vorgeschlagen 'irjitr nebeü den versMedenen persönlichen Vorzügen des Mädchens wurde Mch hervvrgehöben, daß chieses init Rabbi Jäftlb GmrDurg verwandt sei. / ' Ein Strahl von Freude glitt über das Antlitz Jeschuruns. Nun kam ihtn die Ahnung, daß ihn der' Rabbi nur dieser, Partie wegen nach Amsterdam geschickt habe. | Ohne Zaudern willigte kr in die Partie ein und nach einigen Tagen wurde im Hause Rebb Chaim Bergers die Verlobung Rahels und Jeschuruns geschlossen. Freilich ahnten die Verlobten nicht, daß sie schon, einmal in Prag verlobt wurden, denn sie erkannten sich nicht. Einige Tage vor der Hochzeit kaufte der Bräutigam für seine Braut mehrere kostbare Schntuckgegenstände. unter welchen sich zwei Brillantringe befanden. Er gab Rahel die Ringe, damit.-sie prüfe» ob dieselben ihr passett» und sie zog dsaher deir alten Ring von ihrem Finger und legte ihn auf detr Tisch Jeschurun tmhm zufällig den Ring in die Hattd und ein Schauer durchrieselte ihn bei dessen Anblick. Er würde, leichettblaß, denn er erkannte den Ring, den er im' Prager -Kloster seiner Verlobten gegeben hatte. Und er.siet in Ohnmacht: .' Zum Bewußtsein gebracht, wurde er Wer die Ursache seines Unwohlwerdens befragt. Er aber beschwor sie, ihm die Wahrheit zu sagen, von wem hie. den Ring bekommen habe, und hierauf gestanden sie einarrder unter Freudentränen die volle Wahrheit und erirmerren sich jener Stunden, die sie im Kloster verbrachten. IeschchtM IerrrgzW, ngMLk,LehiM^Weister wie apth ^n Dheiün seiner Bränk seine günze'Vergangenheitatr'tz und sie waren alle Wer die Prophezeiung des Rabbis Jcckob GünAurg höchst: erstaunt. Sein Meister, der Talmudschullehrer, sprach: „Nun sehen wir offenbar, daß diese Partie vom Himmel bestimmt ist, und was der Böse auf verbotener Weise zusiamMenschließen wollte, geschieht.auf erlaubte Weste." Nicht lange dauerte es und jeschurun feierte seine Hochzeit, zu der die Brauteltern und Rabbi, Jakob Günzburg gekomtnen waren. In demselben Jahre.starb dev alte Gras Waldberg, Jeschuruns Vater. und doktrinär anmuten, und zwar mit den Aufsätzen Dr. Siegfried B e r n s elds „Die Jugend und die Parteien" und . Aldrecht Hellmanns „Dies ist die Stunde".' Ganz anders geartet ist die länge, allzu lange' Arbeit von A.- S. Juris „Die. nationale Bedeutung, der jüdischen.-Av? beiterschaft", sin der ' der Autor' äustz vielen: Büchern Weisheiten! zusammenschleppt und. mit Begriffen üncherschwirrt, 'hah-s?es einem schwindlig ' wird. Allerdings' entbehrt, dieser. Aufsatz inichtpes Reizes' känlpfend.ev Jugend und eines über seine Umgebung herausgewachsenen Proleten. Cs wäre noch zu erwähnen' Ludwig Batos prächtig, geschriebene Einleitung, die zusammenfafsend in präziser Weise - alle -wichtigsten Ereiglnisse Revue passieren läßt, Adolf Stand steuert durch seine interessanten Erinnerungen eines zionistischen Führers so manches aus dieser Bewegung zur Geschichte bei, Heinrich Koewe versucht in origineller Weise das Nationaljudentum Grätz zu beweisen und N. Weldler gibt eine, flüchtige Uebersicht über die Neuerscheinungen -des Krieges. Was den literarischen -Teil anbelangt, wäre hiepdie Arbeit Z. F. F i n k e l st e i ii s Kber Jmber an erster: Stelle Jer=* wähnen. Es ist ein kleines Meisterwerk psychologischen Spürsinns und feinsinniger Analyse einer Dichterseele. Außer einigen, Gedichten Bernhard Tags, Scherlags und anderer, picii noch Otto Abele s „Tägebuchblätter ,aus der Fulchtlingszeir geiiann', die reizend in schlichter Wehmut wirken. - In allem ist der „Nationalkalender" ein Buch, das man mit Gleichgültigkeit üblicher Kalendermache aufschlägt und mit. steigendem Interesse zu Ende liest. ■' '.V Dr. M. S. Prof. Theodor Beer. Krieg und Kohle. Sonderabdruck der Zeitschrift «Das neue Europa". 1. bis.8. Tausend. Zürich 1917. Schweizer Druck- und Berlagshatis. Dr E ust Vum. Die Zukunft unserer Wirtschaft.. Wien 1917. Verlag von Moriz Perles, k. ü. k. Hofbnchhandlung, 1.. Seilerg. 4. ' R E. May. Konfessionelle Militärstatistik. Archiv für Sozial Politik. Tübingen 1917. Verlag von I. C. B. Mohr (Pauk Siebeckp Krirfkasten. -I. B. Das wurde in anderer Weise versorgt. -. . K. F- - Der Marimalist Pruzki : ist in . Nikolajew -geboren, .gegenwärtig 37 .Jahre alt, /mit seinem richtigen Namen Leo, '''Brünstein:: Erschmachtete längere Zeit wegen seiner sozialistisches Betätigung in Sibirien; es gelang ihm, nach Amerika zu flüchst ten. Nach Ausbruch der Revolution kehrte er nach Rußland zu-, rück, wurde aber auf dem Wege von den Engländern zurückgehalten und erst über Intervention des Arbeiter- und Soldatenrates in Petersburg 'war ihm die Weiterreise ermöglicht. Jetzt steht er an der Spitze der Kampfpartei gegen die Freunde Englands in Rußland. Milltär-Tfliralillä hübsche Erscheinung, tüchtig, n it ulllliai HilUUj nur guten Eigenschaf'en, möchte sofort, aber nur sehr reich heiraten. Gefl. Anträge unter „Bestimmung" an die Yenvaltung-tjes Blattes. Vermittlung verbeten. Rtermtiw. ^'Zjüdifcher Naiionalkaleuder", herausgegeben von Otto^ A b e l e s und Ludwig B a t o. Warum dieses Buch, das bereits zum dritten Mal erscheinst sich Kalender nennt, ist unverständliche Es soll dies bei weitem kein Tadel fein. Im Gegenteil, es find hier Arbeiten vorhanden,, die durch hohen sittlichen Ernst, durch ,strenge wissenschaftliche Exaktheit und durchdringende Klarheit weit den Rahmen eines „iKalenders" überschreiten. Das hanale Firmenschild dürfte daher eher vermindernd und abstoßend als anziehend wirken. ' . Am eigenartigsten scheinen uns die wissenschaftlichen Beiträge von Nochüm' G o l d m st n n . und Osias T h o n zu fein. Der erste unterzieht die Ghettoromantik" einer eingehenden rKritU und findet auf höchst originelle, wenn auch nicht widerspruchslose Weise, daß das. Ghetto der Entwicklung des neuen Judentums im Wege stelle. Rur ist hiebei der. Begriff des Ghettos nicht allzu prägnant angegeben, und über diesen Begriff gibt jeck so manche Meinungen. Osias Thon beleuchtet in dem Aufsatz „Die Kunst, der Bejahung" den Zionismus als Rückkehr zum' ursprünglichen Judentum, das lebensbejahend und in der Gemeinschaft tätig war. Die weiten Horizonte -Thons und. die..ihm eigene schlichte Klarheit wirken noch nachhaltiger im Vergleich' mit zwei, anderen Auffätzen, die Zwar streng sachlich, aber doch noch unreif Tüchtiger Kaufmann, Ä&Jäfe wünscht glückliche Heirat.;Nur direkte An'rage un'er „Samstag geschlossen^ an die Yerw. -des Blattes. Unterricht in Hebräisch, Bibel u. Talmud, wie auch in der modernen hebräischen Literä'ur wünscht zu ereilen R. R ei se r. 11., Ro.tensterngasse ,10/16., -U. Vien, Vllli, Lerchengasae 6 a Brünn, Adlergasna 9 8oe' en erschienen : HIGKLS Jüdischer Volkskälender Preis K 3.50 Zuschriften sind zu richten an: L,^^ctfieng.i6.-aLf: Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef E. Bloilh — Druck, von L. Beck & Sohri, Wien, VII.