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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-23 · 45 (23.11.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
45 (23.11.1917)
Date
1917-11-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Vett« 742 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 45 LP LS o *s ISI 4» OP 'S CÜ m OP i> OP OP £ j2 33 "S OP > LP ö Ä r- LP OP LS «S iS r« cö forgebezirkes Wien <. har mit E. Nr. 66017 vour 19. Juni 1917 Ne erbetene Wohlmeinung wie folgt nbgegeben: - .„Ln 5 diesem. Falle Hai die k. u. fr Israel. .Militarfeelforgefiad il lichL4 des! Db.-A. 16 c, vom Jahre 1904 (N.-V.-!B1 33) g a nz richtig gehandelt, nur hätte sie anstatt der Tie-eKÄtionElausel eine Eytlassungsklausel dem Verkündschein beisetzen sollen. Auch die HeiraLsbe-. lege sind beim trauenden Priester zu asservieren. Wien, am 19. Juni 1917! , . B a b uschek ul. p., Propst, Feldsuperior." , - Feldrabbiner Dr. Frankfurte r, k. u. k. isr. Militärseelsorge." Betresserrd Leichenbegängnissen bei israel. Heeresangehvrigen hat unseres! Wissens der Vorstand der Kultus^ gememde Baden seine Autonomie zu tväl)re.n gewuß t mrd in der Zeremonienhalle, die Eigentum.de^ --.OultrMenreLnde ist, darf zunächst und in erster Neihe Nur dä OrtsraL'diner di.'. Einsegnung vornehmen. Erst Prmch Beerrdigüng seiner Funtrion kann der Militärseel- :M"ger eventuell auch seinersÜL dem Verblichenen einen Nachruf halten. . Maler Leopold Horovitz. Freitag den 16. d. M. ist der hervorragende Portratist Leopold Horovitz hochbetagt im Alter von 60' Jahren in seiner Wiener Wohnung gestochen. Leopold Horovi!.^ ein gebürtige 1 Ungar, hat -ein ruhiges, stilles Künstlerlsben geführt, zum GlÄck für ihn und seine Kunst, arm an großen Aufregungen Und entnervenden Kämpfen. Schon frühzeitig ist ihm Erfolg und Anerkennung zuteil geworden. Er hat sich künstlerisch mit viel Selbsterkenntnis und Zielbewußtsein fortentwiäeli, ist vom Genre , aus-, gegangen, um immer" mehr sein eigentliches Betätigungsfeld im Porträt zu finden. In Wien und Berlin, in Dresden, München und h Paris Hat er studiert. In Pariser '„Salon".haben seine . Bilder zuerst..-Aufschen.EMt. .waren, zumeist. Genrebilderz . .deren Stoffe und 'Motive' porzug rwrise^ hem Kmdesleben ' entnömi men waren. Aber schon versuch e er sich mit steigendem Erfolg in Bildnissen, in denen er die Art eines Rrmbrandt, später die des Bau Dyck modernisieren suchte.- Gegen das Ende der . sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entstand, sein großes Bild „Eebetftunde in einer Synagoge am Gedenktag der Zerstörung Jerusalems". Die Gewissenhaftigkeit, die Leopold Horovitz künstlerisch während feines ganzen langen Lebens, auszeichnete, - brächte es mit sich, daß Horovitz für dieses Bild Studien aus dem polnischen und jüdischen Volksleben machen wollte. Darum reiste er 1870 nach Warschau. Sein Warschauer Aufenthalt wurde ein längerer, als er ursprünglich beabsichtigt hatte. Das erwähnte Bild-war im Ausstellungsjahr 1373 vollendet und hat auch auf der Wirner Wsl ausstellung di; Aufmerksamkeit aller Kunstfreund: und Kunstkenner hervorgerufen. Es erhielt 'die ^Medaille für Kunst und wurde als Kunstvereinsblatt für Wien und Budapest gestochen, während das Original in den Besitz eines Warschauer Bankiers überging. Während seines Warschauer Aufenthaltes hat Horovitz sich als Portratist vervollkommnet. Seine Bildnisse schöner polnischer Aristokratinnen, so der Fürstinnen Sapieha und Radziwill, gehören zu seinen besten Schöpfungen.' Aber auch andere Porträts Horovitz' zählen zu den Meisterleistungen moderner Porträtkunst/ so die Bilder von Maurus Jokai, von Johann Strauß, ferner das des Museumsdirektors v. Pulszky in Budapest. Horovitz hat auch den Kaiser Franz ' Josef wiederholt abgebildet. Neben . Angeli und Pochwalski danken wir es ihm, wenn das ^Wiener ' Porträt zu internationaler Bedeutung und Anerkennung gelangt ist.. Nachdem Horovitz ihr Jahre 1890 Warschau verlassen hatte, hielt er sich ßn, den - folgenden Jahren abwechselnd in Budapest und in Wien auf. Leopold Horovitz' Kunst ist mit allen Auszeich^ . nungen gelohnt'' worden, die feine BerUfsgenossen zu vergeben batten. Kaiser 'Fränz Josef hatte dem Künstler das Ehrenzeichen' ... für Kunst und Wissenschaft verliehen. -- . Montag den 19. d. M. wurde Maler Leopold Horovitz in einem von' der.-Kultusgemeinde gewidmeten Ehrengrabo bestattet. Der mit Kränzen reich geschmückte Sarg war in der ZereMonienhalle aufgebährt. Besonders schöne Kränze sandten die Wiener und die. Budapester Künstlergenossenschaft. Palette 'und Pinsel wurden-; dem Künstler in den Sarg rmtgegeben und/die Malermütze bedeckte sein Haupt. Anwesend waren außer .dev Familie, Per Präsident der Künstlergenossenschaft Professor Dar- - nauti mit den Mitgliedern Oderbaurat. Hellmer, Pippich, Krestyn. 'Professor Michalek und Schars, Architekt Schön Malerin Hatschek-Rosenthal, der Vizepräsident des Bankvereines Stögermayer, in . Vertretung der israelitischen - KültusgemKnde Vorsteher Archi- - ickt 'Gärtner, -Eduard Schwarz und' 1,S.''EteinerMAmtsvörstehrr. Freistadt, in-.. Vertretung des. Kuratoriums des jüdischen Mwv semns Negierungsrät Dr.. Frankfu rtetz die Schri ftsteller - Dr. Be rtolv Frifchäüer und Gemahlin uyd Friedrich Stern, Direktor v. Simon, Frau Hofrat'Oser, E:oßindüstrieIler Kuffner, Advokat Dr. Friedrich Schwarzf 'Präsident Ader ^Handels- und Cewerbekämmer 'in Brody, Bloch, und zahlreiche Freunde der Familie. Nachdenr . Obcrkantor Morgenstern, assistiert von den Kantoren Matyas unsi Jurberger, die Gesänge des Rituales vorgeträgen. hielt Rabbiner- Dr. Grunwald die Trauerrede- Professor Dariraufnah.u yü; di; Künstlergenossenschaft von dem großen Meister mit kurzen, aber herzlichen Worten Abschied. Tr hob hervor, daß die Bedeutung Horovitz' nicht nur' in Oesterreich-Angarn, sondern auch im Aus-, lande allgemein anerkannt ist und. daß. die Künstlergenossenschaft durch sein Hinfcheiden einen schweren Verlust erleidet. Horovitz' Grab liegt neben jenem Karl Goldmarks. ■ Eitern verein „ Wien, 2. Bezirk/ Große Sperlgasse 32—34. . Das zweitemäl seit feinent 13 jährigen Bestände tritt der Elternverein „Pestalozzi" an' edle Menschenfreunde f emit, ihr Herz um Hilfe anrusend. War es ffchon mit Beginn-des Krieges unerläßlich, den Kindern der EingerWten mrd der durch fccit Krieg in Not Geratenen Hilfe zu leisten, so ist dies durchs die -Fort- ' dauer des surchibgren Krieges zu einer zwittgenden Pflicht geworden. ' . r -n ' Seit Kriegsbegüin werden in.den von llnserein Vereitle inr. Einvernehmen mit der Zentralstelle der Fürsorge errichteten Speifehallen (2. Bezirk, G-roßtz Sperfgässe'31, ' un.d-.-2i Bezirk, Leopoldsigässe 18) täglich an 1000 Kinder und vielfach auch an dereil Mütter unentgelilich tvärines Mittagessen, zum großen. Teil auch warmes' Frichstück und Abelldessell vercchfolgt. Die unter dem besonderen Schutze des' Vereines stehenden Kinder werden auch vollständig mit -Kleidern 'u']JU. 'Sif der^schon vor Kriegs!auÄcttuch! errnhtetenDinderleschalle und KinderbeschäftigNngMnstnlt bietet der Verein seinen Schützilingen nach. den. Schulstunden Obdach und' Gelegenheit zu mannigfachen anregenden! ulldi belehrenden BeschästigüNgen. Im 20. Bezirke (Zwi'chenbrncken) nriterhält der .Verein einen JngendMeMatz und in Härmansdorf ein Ferienheim. - ' Diese vielseitige Wohltätigkeit, verursacht naturgemäß auch große, und infolge der heute, so schwierigen 'Zeitdn -immer Mehr steigende Kosten. Bei der großen Not und im Hinblick darauf, daß es sichl uch Kinder handelt, kann, und darf der Verein feine Institutionen, nicht einschrän- - ken,- er muß sie vielinehr erweitern und seine , Hinrichtungen so ausgestälten, um sie einer größeren Anzahl zu- - gängig zu machen. '.-. ■.'■i~ Die LebenSverhlältnisse unserer armen Bevölkerung und namentlich der awnen Kinder verschlimmern sich - täglich, die Anforderungen mehren sich, geradezu erschreckend —-die -Mitteldes,-Vereines-.'sind/ nahezu er- Nun stehen wir vor demchrerten -Kriegswinter, ulid es wird gewiß kein Kinderfreund wollen, daß hullgernde -und frierende Kinder vergeMchi an die' Tnr-des Elternvereines^ „Pestalozzi" pochen.. - - ' > Tlarum bitten wix. jeden Menschenfreund d.rürgenßst mit Förderung und-Hilfe. - -- ' . Präsident: Arnold Lemder^er. Kassier: Oberlehrer Leopold Richter. Schriftsührer: Dr.-Artur!Br ill,' Hofn. Gerichtsadvofat. Philistp B ak, - Bezirks'- und Ortsschulrat. Dr. Leopold Blasel, Bezirksvorsteher:. .. . 7 .--Ferdinand .Eder, MmeindeWt. . r - Georg Emm eNlünig,' GemeiMf. untxMrtsschillral. - ---1' -s Kais.- Rat Mgnaz F ißche.d/-Gemexnderat.'

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