Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 45 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Seit« 743 Nr. 45 Dr. Bkoch's .DLeh,-M. Güstav Mchr-L n e r, k. k. UniverfiHtsprchesfor. Med.-Rat Dr.'-B. Glat t,au et, Bezirksu. Ortsschulrat. Hart Molchen, Apmenrat. Tr. Max HrunWalch Rabbiner d. isr. Knltnsgemeinde. . " ' Franz G ü nLhe r, Bezirksrat. . tt ..Joses H asl i nge r, Bezictsrar. . Franz Junghofer, Obm. d. Leop. Armenrates. Dr. Julius Ofner, Reichsrats abgeordneter.. I, Polifka, Bürgerschnldirektor u. Armenrat. Med. Dr. I. Rappaport, k. k. Polizeioberbezirksarzt. Ariur R o 1 l, OVnranN des Ortsschulra-es. Kommerzialrat S. R o s e n z w e i g. Gustav .Schäfer, Gemeinde- und Armenrar. Josef Schlüsselberger, Bezirksrar, Oberinspektor der k. u. k. Staatsbahnen i,. R. Josef S ch n a b e l, L andtggs ab geordneter, f.-e. geistt. Rat, Pfarrer Zu St. Leopold. T>ie Rettung des Kaisers. Auf Anordnung des Kultusvorstandes faub mit 15. November in der Lemberger fortschrittlichen Synagoge ein Dankgottesdienst anläßlich der glücklichen Er- -rertung des Kaisers aus großer Lebensgefahr statt. Unter den Festig,ästen befänden -sich Vertreter der Generalität und des Ossizierskorps, der Stellvertreter des Regierungsrommissärs Dr. Schleicher, der Regierungskommissär der Kuliüsgemeinde Dr. P arn as und mehrere Staatsbeamte. .Nachdem Oberkankor Sa iß mit Chorbegleitnng einen Danüpsalm vorgetragen hatte, hielt Rabbiner Dr. Gnttmann eine warinsMpsundene Ansprache. Käisergebet und Volkshymne bildeten den Schluß der Feier. - Warum aber der Kuttusvorstand ohne Rücksicht aus die die Mehrheit der Festgäste bildenden Offiziere und Mannschaftsdeputationen die Predigt in polnischer Sprache anorduete, bleibt eine Frage für sich. Das Taktgefühl erfordert es, daß bei ähnlichen Anlässen zumindest ein Teil der Festrede in einer dem Gros der Anwesenden vertranten Sprache gehalten werde. Eine jüdische Kultusgemeinderepräsentanz darf nicht chauvinistischen Grund-- fät'en huldigen, wie es leider in letzter' Zeit bei uns so oft der Fall ist. Jerusalem, 21.-Okr. 1917. Erzherzog Hubert Salv a t o r weilte-in den jüngsten Tagen in militärischer 'Mission in. Jerusalem. Der illustre Prinz war allenthalben Gegenstand.herzlichster Ovationen. Die hohen Regierungsstellen und Vertreter sämtlicher Konfessionen ivetteiferten in dem Bestreben, dem fürstlichen Gast, der durch seine gewinnende Persönlichkeit alle Herzetr eroberte, ihre Huldigung darzubringen. Se. Hoheit empfing die Abordnungen der Regierung, der militärischen Instanzen, die kirchlichen Würdenträger sämtlicher Konfessionen und besuchte mit seiner Suite das Serail, big militärischen Etappen und Anstalten, wie auch die Gotteshäuser sämtlicher Kulten. Der Besichtigung jüdischer Institutionen widmete Se: Hoheit einen speziellen -.Besuchstag. Nachdem der Erzherzog einen Tag früher : auf dem österreichisch-ungarischen Konsular die Vertretungen der österreichischen und ungarischen Gemeinden, des Deutschen Platzes auf Zion, der Lämelschule und des Rothschildspitales empfing und sich in huldvollster Weise über die Verhältnisse der einzelnen Körperschaften erkundigte, beehrte^er am nächstfolgenden. Tagp diese Institutionen mit feinent. hohen Besuch. Die Behörde hatte dafür gesorgt,-daß die Straßenzugänge zum Deutschen Platz, die der hohe Gast passieren sollte, instand gesetzt und freigehalten wurden, und vom Kommando der k. u. k. Fornmttonen wurden Offiziere lind Mannschaften für diese ^GeierliHMtz. zlchElÜ --Am-G Eingang-' zu diesem Stadtviertel Würde der Erzherzog von einer aus zwanzig Mit- Wochenichkift gliedern bestehenden rabbinischen Tepuration empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Rabbiner Ho rrpv i c z wurde Se. Hoheit in die Synagoge geleitet. Fast sämtliche Rabbinen und Thoragelehrten - hatten, sich in Festkleidern zu hieser Feier eingefunden. Der Chasan mit eindm von Schülern der Talmud-Thoraschule zusnmmengesetzten Chor — intonierte den Psalmoers „Baruch Haba", woraus Rabbiner Horovicz die Festrede hielt. Nach Schluß des Gottesdienstes dankte der Erzherzog für die erhebende Feier, deren Zeuge er gewesen, - mit der Versicherung, daß er Sr. Majestät von der Treue und Anhänglichkeit, die hier so beredten Ausdruck gefunden, erzählen werde. Rabbiner Horovicz wurde auch mir einem Besuch des Erzherzogs ausgezeichnet. Ter -illustre Gast weilte eine halbe Stunde in der Behausung des Rabbiners am Deutschen Platz. Auf der Veranda des Hanfes ließ sich der Erzherzog von dem Rabbiner die in unmittelbarer Nähe befindlichen und von da airs übersehbaren historischen Orte erklären. Der Erzherzog äußerte wiederholt seine vollste Zufriedenheit über den -Empfang, und mit dem Gruße „Auf Wiedersehen!" verließ er das Rabbinerhaus. Vor der Abreise des lErzherzpgs wurde RcMiner Horovicz in Abschiedsaudienz' empfangen. Der Erzherzog versicherte, daß er von Jerusalem die besten Eindrücke mitnehme. und zu diesen zähle er auch die Berührungspunkte -mit der jüdischen Gemeinde. der er sie.s ein freundliches Gedenken bewahren werde. Der Erzherzog ließ dem Rabbiner sein Bild mit eigenhändiger Widmung durch den österreichisch-ungarischen Konsul überreichen. H. iTire Feiertage an der Sinaifront. Aus Jerusalem wird dem „Egyenlöfeg" vorn Oktober geschrieben: Ter Kommandant der Sinaifront erledigte . ein .an ihn gerichtetes Gesuch, den seinem Koinnrandounlerftehenden jüdischen Soldaten die hohen Feiertag? dienstfrei zu geben, in einem an den Feldräbbiner I. Horowicz gerichteten Erlasse in dem Sinne, daß die jüdischen Soldaten an den Feiertagen nach Tunlichkeit vom Dienste befreit werdert, und daß dem Feldräbbiner Gelegenheit geboten werden soll, behufs Veranstaltung von Gottesdiensten, bezw. Abhaltung von Vorträgen Wer die Bedeutung der Feiertage, die Front zu bereisen. Am ersten Selichot-Tage erhielt Rabbiner Horowicz vom Oberkommando ein Telegramm folgenden Inhaltes: ,,Der Herr General verständigte die Division und die Formationen, daß Elv. Ehrwürden aM 12. September, vormittags 9 Uhr, im Lager von A . . . . einen Gottesdienst abhalten werden. Herr Referveleutnant Barnch wird Ihnen behufs Führung und zur Erteilung von Aufklärungen zur Verfügung stehen. Der Gottesdienst wird in dem iM Lager befindlichen großen Ossizierszelt. welches zu einem Betlokale eingerichtet werden wird, in Gegenwart der Offiziere des Generalstabes unter Führung des Generals Kreß abgehalten werden." Mit Rücksicht aus die in großer Zahl anwesenden ottonranischen Offiziere und Mannschaften hat ein türkischer Offizier den Inhalt der in hebräischer nnd deutscher Sprache gehaltenen Predigt verdolmetscht. Am Schluffe des Gottesdienstes wurden die üblichen Gebete für den Sultan. Kaiser Wilhelm und Kaiser und König Karl I. verrichtet. Die erhebende Feier an dieser für die Juden so geheiligten Stätte hat auf «re T ilnehw er tv.un e hebenden Eindruck ausgeübt. Am nächsten Tage suchte der Feldrabbiner in Begleitung eines Offiziers die Formationen der Ghazafront aus, wo der kommandierende k. u. k. Hauptmann Aremsdorf für die gottesdienstliche Veranstaltung einen herrlichen Garten zur »Verfügung stellte. Nach Erläuterung der herannahenden Festtage wurde unter freiem Himmel das Minchagebet verrichtet. Die österreichischen, ungarischen