Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-23 · 45 (23.11.1917) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
45 (23.11.1917)
Date
1917-11-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022294--26454-3051814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ar. 45 Seile 74) als ihm die Nachricht von dem Heldentode seines -Sohnes , überbracht würde, vom Schlage getroffen, und ist näch langem, schwerem! 'Leiden7. Mai 1917 gestorben. Jetzt wurde die ünglnKiche- Frau von einem neuen schweren Schicksalsschlage getroffen. Ihr zweiter Sohn Emmerich De nes^, der im Juli 1915 von der Schulbant. weg zum Infanterieregiment Nr.' nach Pilsen eingerückt war, äst an einer an der Front sich zugezageneir Krankheit im Czernowitzer Feldspital am 6. Oktober gestorben. Der tapfere Junge kämpfte zuerst mehrere Monate an der russischen Front, kam dann, nachdem er eine schwere Krankheit überstandeu hätte, .nach Siebenbürgen, wo e r mit den Armeen des! Erzherzogs Josef an der Schlacht bei Tolgyes teilnahm. Von hier wurde seine Kompagnie an die Bükowinaer Front kommandiert, wo er mr Kopftyphus erkrankte, welcher Krankheit er, nachdem er außertourlich zum Fähnrich befördert worden war, auch erlag. . .! Iw Jode heimgekehrt. -Am 15. .November l. I. /wurde die Heldenleiche des jLeutnants . Kenedi Läszlv Von den ^alizischen Gefilden, wo er ßnv Mutigen Kampfe fürs Vaterland gefallen war, nach seiner Vatev stadt Czenieze gebracht, um neben seinen Ahnen im ewigen- Schlafe seine bleibende Ruhestätte zu finden. Die trauernden Eltern haben noch drei Sohne unter den Waffen und bestatteten, einen.hoffnungsreichen, braven Sohn, der es schon zu einem be-, derNeftden Bankbeamten gebracht hatte. Der Wertschätzung der Familie entsprechend war die Beteiligung am Leichenbegängnisse eineimposante und -wahre Teilnahme bekundende. Seine Ehrwürden der .Herr Rabbiner Marmorstein widmete dem gefallenen Helden einen vom Hetzen kommenden, das Herz der Zuhörer bewegenden Nachruf. Mit tiefem Weh im Herzen begleiteten, die Leidtragenden die sterblichen Ueberreste dieses Heldenjünglings zu, seiner dauernden Ruhestätte im Kreise seiner, autockthoneu.Ahnen Möge die Vaterlandserde, welche er gegen den Feind mutig verteidigt hätte und auf Uer er für seine Heimat verblutet lwar, leicht werden. Zn unserer Gemeinde - aber. .wrrd - ar. nrit ^deu-ibisher ^gest < fallenen Helden fortleben von Geschlecht zu Geschlecht. A. B. Dr. Bloch's Wochenschrift iwVf~V schreibnng seiner letzten Heldentaten enthält, mit folgen-- uen Worten: „Der Arme hatte den Glauben, daß ihn keine Kugel treffen könne, und diesem Glauben fiel - >-er zum Opfer. Sehr Viele Leute der Kompagnie weinten über seinen Tod, denn' er war ein sehr gutherziger, gerade denkender, tapferer Junge, den wir alle - vom Herzen liebten." . Wie ■ sein. Vorgesetzter mitteilt, ist er für die in diesem Alter und in diesem Range seltene Auszeichnung mit der Eisernen ^Kro ne 3. Kl. vorgefchlagen- Sin Ieldpojtvrief. Oberleutnant'AlexanderMrünfeld schreibt von der Sndsront: - . „. . . Wir sind weiter im Vormarsch und es geht uirs glänzend, da der „Katzelmacher" in einem fort vor uns davonkäuft. Gegenwärtig Litt ich mit meiner Kompagnie in einem Schlosse des Herzogs he.No ei, unweit der Stadt L . . ., bekannt durch die große Niederläge, die hier die Italiener durch Kapitulation von 60.000 Mann erlitten, einquartiert. Ich "kann jede Stunde irr einent anderen Bette, eines herrlicher als/das. andere,, schlafen. Die rosigste Phantasie kann sich die Pracht, Herrlichkeit und die unermeßlichen Künstschätze nicht vorflellen. Das ist der große. Unterschied zwischen dem russischen ünd italienischen Kriegsschauplatz, daß nrän hier, überall so hervorragend schöne Ortschaften findet, daher auch viel besser bequartiert ist als oben. Das ist allerdings erst der Fall, seitdem wir aus denk f u rch t b ct reu K a r st draußen sind. Bis gestern hatten wir auch herrliches Wetter, leider sind wir gestern im furchtbarsten Regen marschiert, den mau sich überhaupt denken kann. Wir waren bis ans . die, Haiti durchnäßt, trotz Gummimantels und /aller arideren' Schutzmittel-;^ aber Gotp^söb' Dank/-- wir kamew^'imi.das. fabelhafte Schloß; bald brannte, in den Dauerbrandöfen das Feuer, wir itahmen frische Wäsche und bald dejeunier- «Heldentod am Monte Kaöriele. Etnnlierich Kvllin, Sohn des Agenten Franz Kol- I i« in Szekesfehervar, Hatte gerade seine Schulen absolviert, als er - im Mter von 17 Jahren bei Kriegsausbruch sich freiwillig zum Militärdienst meldete. Seinen achtzehnten Geburtstag'beging er bereits aus dem Kriegsschauplatz. Er . war über ein Jahrlang an der russischen, später Mi der Jsonzoftont und brachte es nach emeinhalb Jahren zum Leutnant. Mehr als einmal lieferte' er den Beweis seiner besonderen Tapferkeit uiid- Ge schicklich kei:, weshalb er auch mit der silbernen Tavserleitsmcdaille 1. M. ausgezeichnet wurde. Einmal geriet er auch in italienische Gefangenschaft, nachdeut er mit seiner Abteilurtg umzingelt worden war. Er haute sich jedoch durch.! flüchtete > über freies Gelände, welches von vier Seiten beschossen wurde, zu den Unsrigen herüber, und brachte noch 40 Gefangene mit. Währetid der Hoheit Feiertage ivar er auf kurzem Urlaub - zu Hause und kaum war er wieder an die Front zurückgekehrl. ereilte ihn, wie im „Egyenlöseg" berichtet wird, bei der letzteti Kraftanstrengung der Italiener ant Monte Gabriele sein Schicksal. -Wie aus den aus diesem traurigen Anlasse an die Familie gelangten Zuschriften hervorgeht. Hai Leutnant K o l l i n den Heldentod bei einem Unternehmen gesuiiden, dem er sich in gewohntenr Wagentut, aus .freien Stücken, ohne daß seine Abteiluilg an der Affäre beteiligt gewesen wäre, unterzogen hat. Seine Vorgesetzten Heben in ihren Beileidskundgebimgeii iit besonders iväimem Tone die große Liebe, der sich Leutnant Kollin durch sein mustergültiges Verhalten im ganzen Regiment erfreute, hervor.; Oberleutnant Andreas K 0 l l ö d schließt seinen. an die Familje gerichtetcii Brief, welcher eine genaue Beteu wrr im Frühstilcksziiiiimer des Herzogs. Unvergeßlich wird mir auch die viermalige B e g e g - iiuiig Sr. Majelstät unseres Kaisers bleiben. Das war auf unserem Vormärsche. Ich war in freudigster Erregung; der Charme, der -von Sr. Majestät ausgeht, ist fabelhaft. ' .äLL>> ' Mich sprach er an uub frug. wie lange ich schon KontpagniekomMandant sei und ob ich zufrieden wäre. Ich war gar nicht ausgeregt, sprach fest und entschlossen und Se. Majestät war sichtlich sehr zufrieden. Tie Kompagnie erhielt 200 K. zur Aufbesserung der Menage. Es wird mir diese Zeit unvergeßlich bleiben. . . ," Zum Kapitel KrirMtMungen. Etil hochangesehener, in weitesten Kreisen verehrter Rabbiner satidte uns dieser Tage die Abschrift eines Briefwechsels, ein, den er mit einem israelitischen Militärseelsorger vom 15i August 'Pis zum 6. November d. I. über die Frage gepflogen hat, . welche Jngerenz das Gesetz dem Mi l it ä r fee l f or - g e r bei' /KrieMräuungen ' einräume, deren ' BornalMel durch den zuständigen Z i vitra b b i u~c r gewünscht werden. Wir werden dazu! um Mitteilung darüber ersucht, aus welche'Weise diese Frage hier in -Wien geregelt sei. Da wir auch von änderen 'Seiten 'wiederholt. um AuskUiift in:derselben 'Richtung; angegängenDürimij weisen wir an dieser Stelle^ MVallgemeinLN-Mufklürnng daratif chm, - daß dem klaren Wortlatrt des ' Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.