Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 45 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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784“'- Dr: Bloch's Wochenschrift Nr. 45 SS '2 Ä öS r/2 ss ’S dÄ S-i s ss SS SS s « s-. SS -S s-, « Sm, SS Ä « SS S* SS «r sich wie folgt: „Mtm MW sagen, äv as En will, ich weiß, daß.-der Mische Soldat tapfer seine Aufgabe an der Front versink:" FMmarschÄlleufttänt v. Gotogorski (Pole) hielt gelegentlich eines Don mir bei. eineßr galizischerr ReginrentLbgehaltenen GottesDiensteD rmch stehende Anfprmhe: , Obwohl die Anden, den Mi.i'Lrberuf als solcheu nur selten wählen, so hat . der Mische Soldat in diesem Mi^e ilnzählige Beweise von Tapferkeit geliefert." Leute aus dem Hinterlande sehen selbstredend nur. jene Juden, die sich dort aufhalten. Hier aber sieht man nicht nur viele Mische Frontsoldaten, sondern auch eine Unzahl von Gräbern Mischer Helden, die im Dienste des' Vaterlandes ihr Leben gelassen haben. Ans Den Soldaienfriedhöfen inBerje und St. Polaj sinderr die Herren die zuverlässigste.Statistik, em Zahlenverhältnis, Das jeden von Ihnen gewiß befriedigen dürste. _ Es sei mir bei dieser Gelegenheit gestattet, nreinem Erstaunen Darüber Ausdruck zu verleihen, daß die Mitglieder der polnischen VolWpartei in einer Ze.it, da sich unter Tränen, zBlut und TrÄnmerrr eine neue Weltepoche .Bahn bricht, unbeschadet anderer ihnen näher liegender Dinge mich an die Mischen Soldaten im 'Schütz-engraben nicht vergessen -haben. Auch jetzt wird unserer nicht vergessen. Sigimm magnitudinis auinri. . Indem LG den Herren zur Verfügung stehe, zeichne ich mit gGWrender Achtung - Feldrabbiner Prof. Dr. Bernhard H a ns' ne r, FMpost 3, Ende Oktober 1917. Wiener Iudkn1700—1800 *) Von Sigmund Mayer. Als Duboisl-Reymond uw sein Urteil über Häckels Staminb.äume-Konstruition befragt wurde, erklärte er, er . wolle, wenn er Romane lesestmüsse, sie doch lieber anders als in Form Mn „Stänwrb Lumen" lesen. Unwillkürlich! denkt . man an dieserr Sarkasmus, wenn man das neueste . Opus unseres Sigmund Mayer in. die Hand nimmt/ Die Wurzeln des heutigen Judentums vier Jahrtau- . . sende zurück bloßzulegen und insbesondere Den stamnrv baum unserer Wiener Gemeinde bis' in die feinsten Verästelungen zu verfolgen, jä bis hinein in die äußersten -Spitzen und über Den Schlagbaum jüdischer Glau-.. benszugehv rigkeit hinaus — die letzten „ Ausläufer", — ö iese ' Derivickellen Zusammenhänge zu entwirren, sie übersichtlich und einheitlich darzusteften, und alles dies äls einz e l n e r, zum weitausgrößten Teile ohne Vorarbeiten, ohne andere Hilsswirtel als Das eigene Gedächtnis, obendrein noch als ein Mann, der die Achtzig längst - überschritten hat, und Dazu „alt, blind; leidend und leidvoll", wie sich; Macher iw.der Vorrede einsührt, — schon dieser Gedanke Mein erscheint als ein Wagnis, das sich durch entschiedenen Mißerfolg rächen müßte, auch ^wenn nichts anderes als eine nüchterne historisch^genea- ..'.ZWische^WWt ■$&' leiste«/-iwäre. In dem neuesten .( „Mayer" tritt aber Diese Leistung in den Hintergrund. Sie bildet nur sozusagen das Knochengerüst, das, in eine Äühende Fülle lebendiger, anschaulicher, fesselnder Darstellung^ gekleidet, Träger einer spannenden Geschichte wird,. die, wie. die. „Buddenbroks" von einem, von zahlreichen Geschlechtern erzählt, von -ihrem Aufstieg- und -Nieder- > gang. Aber -auch? diese „Geschichten" sind nur Episoden, Bruchteile eines Kolossalgemäldes, das, 'in den weitesten- - chMÄast N. Löwit, Gien—Berlin 1"A 7. Rahmen gespannt, , einen Meister verlangte,, der in e i n e r ' Person.-. -Uätionalökockmr,- PsycholoA Ethnograph, Stath . stiker-i vor allem, wenn.. das! Bilh.;lebenKvahr. aussallen ( soll, M'bn.s ch sein - muß/ ein mitfühlendes-, .-ckongWiäl-. tMisch.'(HempfindxnDes.• - -Herz:. Doppelt und .drei; ach glücklich, wenn) er; nicht n ach zu emp f i n b‘ e it braucht, sondern S elbstar l ebt es schildert. Daß sich alle diese sieben Nuancen in einem Prisma zusamnrengefundeu . haben, daß wicht ein Roman, sondern zuverlässtg beglaubigte Wirklichkeit in dem Buche MayerÄ an .unserem - Auge vorüberzieht, das ist -Das einzig R0nia 11 - hafte an diesem Werke, ein wahres Wunder zn nenneu.- - - Als eine günstige Fügungdes Geschickes begrüßen wir es, daß dieser klare Geist mit . seiner scharfen Beobachtungsgabe,; seinem ümsassendeir und untrüglichen Gedächtnis) mit seittenk eiub;rüt^enb^it Urteil, das bei? Tatsachen die richtige Gruppierimg. und. Bewertung, gibt, uns eine solche ' Fülle von persönlichen Erlebnissen, Erfahrungen und Beobachtungen erhallen hat, - Deren. Verlust eiM.-schwere.-' EWAM-.'-W^ Die'WWnschald bedeutet hätte. Man ist in Verlegenheil, was' rnan an ihm mehr ^bewundern soll, die erstmtnliche Vielseitigkeit oder Die --Gründlichkeit, Die den einzelnen Gegenstand von alten Seiten erwägt und beleuchtet, -- diD.geiävollen Wortprägungen, die glänzende Stiästik oder die Originalität des Urteils, alles Durchleuchtet von dem goldenen Untergrund echten Humors) eines harmonisch gestimniterr tz'emütes, abgeklärteis praktischer LebeNscheishei-t. Bald vergleicht er geistvoll die Preßburger. Bochrinr mit den- Sovhtas Kairos und die Niggünim'unserer Chasonim mit dem Singsang des Muezzins, bald spricht er i-nr Pathos der Elnpörung über die Sklavenstellung unp Vogelsreiheii des Juden im VorMärz, bald in Tönen herzergrei-seuder Weihe von seiner Mutter, bald blitzt eine schlagende lniniszenz aus der LiieraUrr, bald eirr überräscherid zutveffender^Veiigleich Ä der.Müll-urMWschiker^äich'-Und überall jüdische Zitatewie sie nur denk Kinde des Ghettos so geläufig sind- - - , Ja, .Mayer hat hier ein echt-jüdisches .Buch geschrieben, manche Partien so jsidisch>-wie sie selbst eirr fanatischer Vollblutjude nicht häkte eindeutiger Und entschiedenes jüdisch schreiben könnerr. Wer das Schlußkäpitel. rricht allein, auch so manches Bekenntnis an früheren Stellen, die Berufung auf Zollscharr;- -- er hätte- Steinschneider hinzuMgen - dürfen, -dEr HMe beträchten resigniert ihr. Werk .gleichsam als! Ehrenderrkural auf das. Grab des Judentunis- —, alles das klingt Nne ein -— nicht einmal wehmütiges — rFnimu« 'IVftefc.“,' Hier spricht nicht ein rückwärts! gewandter Prophet, sondern ein vorwärts gewandter- Leichenredner.- ' ( M ay e r bekennt sich!, ehrlich, wie in allenr, -» i>nn<-to positiver Religion als Nihilist. Er.j verteidigt die politischen Rechte seinerStaMMesjgeMeinschast!aus ..Gerechtigkeitssinn. In reli-giöser Hinsicht aber .hören wir in ihm den berufenen Vertreter eines! Judentums, vas liquidiert, einer.' Mischen Deeadenz, die, für-die eigene Person noch das' Festhalten am Judentunr als Ehrensache betrachtet,, im Abbröckeln des' Westjüdentmns aber einen unaufhaltsanien Prozeß erblickt. May er, ist wenigstens so zurückhaltend,, nicht gleich So mbar t die „Zukunft, der Juden"' in -Diesem Sinne, zu konstruieren und Kassandrarufe auszustoßen. Aber, wenn er mit denk Hinweisauf den Aufstieg einzelner ungetanster Juden zu hohen undl höchsten Staatsämtern — in der anderen Reichshälfte. nota? - bene! - den jüdischen Pessimismus aus dem Felde schlagen will, so gesteht er', damit den Mangel an Verhältnis . zum JudeniuNilaV 'Reli-gion ein.. Dem! religiösen- Juden kann er auch nicht. nachsühlen,-. Der sich religiös und. kul- ,turell auÄebensmill mnD D'arrun ^.irach.einem! GemM.- wesen sich sehnt)'in dem alle Schranken saften ^sollen,