Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 45 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022248-3022294--26447-3051807- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. 45 Dr. Bloch’s Zentralorgan für die gesamten Interessen des Jahrgang IZIIT Judentums O CF—- - -—=0 O P 91 K. k. Postsparkasscnamt Clearing-Verkehr: 810.976 oo Redaktion und Administration: Wien II/i, Praterstraße 9 Telepbont 45*359 o a Q O-—;■.- ■■ —O Q r- . . . - ■ . - --000- Wltii, 23. Rbvciill'cr 1917 Erscheint jeden Freitag »:» Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9 Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien 0(r= - ---oO p vezngspreis für Österreich Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 20 Kronen Einzelexemplare 50 Heller o oG Anzeigen: Die 2 mal gespaltene Petitzeile 48 Heller ö £>o xYuiMlc ■“» itoxtttel: -Offener Brief. — Wiener Hilden 17-0 — 1000. — Ans der Woche. — Der Wiederansban des' Leopotdstädter Tempels. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere 9lnszcichnnngen. — Zwei Brüder an einem Tage ausgezeichnet. — Alexander Adler. — Militär-Berdienstkreuz Ul. Klasse. — Auszeichnungen im Honved-Artillerieregiment Nr. -7. — Besondere Ehrung eines Feuerwerkers. — Ten Gatten und zwei Sohne im Kriege verloren. —_ Im Tode heimgekehrt. - Heldentod am Monte Gabriele. — Ein Feldpostbrief. — K or resp o nd e nz en : Zum KapitelKriegslrauungeil. - Maler Leopold Hvrvvin. Elternverein „Pestalozzi". — Die Rettung des Kaisers. — Vermischtes. — Fe n i llet o n : Aus dem Leben des hohen Rabbi Löw. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Offener Krief an die polnischen Reichsratsabgeordneten W i t o s, Kn b i f, P o t o c z ek und Genossen, zu Händen des erstgenannten. : - Geehrte Herrerel^' '' °" ' ' ' "" Am 7. IM l. I. richteten die Herren eine Anfrage an den Landes'verteidigungsminister, betreffend, die geringe Anzahl der jüdischen Soldaten an der Front. Diese Interpellation ist erst vor kurzem in meine Hände gelangt, so daß ich heute auf dieselbe reagiere,. nachdcf.n ich mich durch deren Inhalt als Jude tief betroffen fühle. , Erlauben.Sie, meine Herren, daß ich Ihre Behauptung, als ob die Mischen Soldaten gar nicht oder nur in verschwindender Anzahl im Schützengraben anzutreffen wären, als vollständig aus dev Aust gegriffen bezeichne. Entweder sind Sie zu dieser- Behauptung auf Grund unrichtiger Informationen gelangt, oder aber — was noch viel ärger ist — haben Sie grundlos aus leicht begreiflichen Gründen der jüdischen Bevölkerung einen schweren Schimpf., angetan. Ich weiß nicht, wie viele der Herren-sich je, wenn auch nur vorübergehend, bei einem gälizrscheu Regiment an der Front befanden, im bejahenden Fälle hätte sonst keiner von. Ihnen seine Unterschrift unter dieses berüchtigte Dokument gesetzt, über, dessen historischen und ethischen- Wert innerhalb der gesamten öffentlichen Meinung, nicht zuletzt unter den Polen selbst, nur eine Ansicht obwalten kaum Ich selbst, versah durch 14 Monate die Funktionen eines Mischen Mltitärseelsorgers.bei einem Armeekorps am Jfonzo ünd fand ' GelegenMt,. Ke.--Verhältnisse bei sec^L gaUEchen .ReginMtern, -polnischen und^rutheni-. schen, genau kennen zu lernen. Oft war ich gezwungen, den Gottesdienst im Schützengraben (Kavernen) abzuhalten; die Anzahl der Mischen Soldaten bildet bei vielen Regimentern einen so großen Prozentsatz, daß Man sie ^-shne^GefAhpdnng^ der^StekknncfMicht znrüÄziehen kann. Schon daraus ergibt sich die Grundlosigkeit Ihrer Behauptung. , Außerdem bin ich int Besitze eines Verzeichnisses der jüdischen Soldaten bei den Regimentern unseres Korps, das Ihre Anschuldigungen gänzlich ad absurdum zu führen geeignet ist. Aus dienstlichen Gründen kann ich hier nur einige Proben anführen, die kein Dienstgeheimnis' bilden, da sie zum Teile schon bekanntsind. So hat das ostgalizische Infanterieregiment Nr. oo während der 10. Jsonzoschlacht 5 Offiziere an Toten verloren, sämtliche waren Juden. Die Anzahl der Mischen Soldaten des Infanterieregiments Nr. 80 (Erg.-Bez. Zloczow-Brody) beweist das hier mitfolgende Verzeichnis von 156 Soldaten dieses Glaubens, die für tapferes Verhalten in dieser Schlacht mit Tapferkeitsmedaillen dekoriert wurden.. Zahlreiche Armeeführer und höhere Offiziere, unter ihnen auch. Polen, die mit den faktischen Verhältnissen besser als die Herrschaftenaus dem Hinterlande vertraut sind, haben sich wiederholt bei Inspizierungen und anderen Anlässen in Worten höchster Anerkennung über das Verhalten der Mischen Soldaten an der Front ausgesprochen. - - Ich zitiere hier die auch in der Presse und im Parlament bekannt gewordenen Aenßerungen des Gen.-Obersten Wurm, der Divisionäre Exzellenzen Notogorski. K a l t e n b o r n, G, r u be r u. a. Der erstgenannte äußerte Wer treu zu Kaiser und Reich steht, zeichnet die 7. Kriegsanleihe