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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-16 · 44 (16.11.1917) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
44 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Würdig unseren Vätern und Brüdern im Felde zeichnen wir. die 7. Kriegsanleihe Seite 71S Dr. Bl-och's Wochenschrift Nr. U gelobt -sei sein Name, dem Satan |i k Grimm und dev Satansstrom entschwandl"/ Fürwahrl' Auch. diese Lebensgefahr unseres Kaisers durch den. hoch aufschreßeNdeN Wasserschwall war das Werk des Satans, , als hoffentlich letzte Etappe in bem Raubkrine, der gegenwärtig gegen die ihre Existenz verteidigenden Zentralmächte geführt wird. Es wird unshiebei, das Mysterium enthüllt, welches diesen Weltkriege umgibt. Ist ja derselbe nichts! anderes als ein Satanswerk, welches über die Menschheit wütet. Läßt sich doch dieser Weltkrieg logisch, nicht fassen, nicht erklären. Stand doch die Welt auf einer Höhe der Kultur seit der von den Wundern der Entwicklung strotzenden Menschheit, auf allen Gebieten der Wissenschaft, der Ethik, der Philosophie, daß man einen Krieg bereits als das überwundene Machtmittel anfehen konnte, und die Menschheit sich in einen HimMel der, Welterlösung, des Weltfriedens und der Menschenverbrüderung hineinträumte, und doch, plötzlich brach, eine eiternde Wunde aus dem unachlbären Innern auf — Satan peitschte Me Furien-der Leidenschaft auf, die im stillen .schlummerten; Haß, Feindschaft, Bosheit, Lüg und Trug trium- ' phierten — dasSatanswerk, dieses Mysterium der Menschheit, hat sein.Belialswerk getan, und ein noch itie dagewesener Weltkrieg an Grausamkeit. und Gewissenlosigkeit brach ausder das 'Kulturwerk von Jahrtausenden in einen einzigen Leichenhügel umwandelte! ' Jedoch das Satanswerk sollte nicht triumphieren. Wir errangen.Sieg auf Sieg gegen eine Welt von raubgierigen Feinden aus! der Alten und der Neuen Welt, gegen weiße und allvielfarbigen Rassen. Wunder wurden von den tapferen Heeren der Zentralmächte verrichtet; der Durchbruch bei Belgrad, der uns Serbien zu Füßen legte; der bei Gorlice, der uns die zarische. Dampfwalze aus dem Lande rollte; der Schlag über das Genick des gewissenlosen Rumänien. "Der großartigste Durchbruch war jedoch der über das verräterische^ Italien, den unser jugendlicher Kaiser kommandierte, der reicht über alles ' Tagewesene riesenhaft hinaus', und während wir da zum Sroßn ins Herz ansholen, hat im russischen Reiche die zweite Revolution ihr Haupt erhoben und pocht an den Pforten der Ententemähte, um sie zum Frieden zu zwingen. Das Satanswert scheint in den letzten Zügen, zu liegen, da verwandelte sich, der Satan in einen reißenden Strom und bedrohte mit der Tücke des-Elementes das teure Haupt unseres Kaisers;, des Siegers über Italien! So sollte das' Satanswert uns aller Siege verlustig machen und den räuberischen Mächten neuen Blut einflößen, um die Menschheit weiter zu entvölkern. Uns unsichtbar stiegen jedoch Gebete zu Gott dem Herrn empor. 'Es waren die Seelen der aus den Leichenhügeln'der Schlachtfelder' empiorgestiegenen Heldensöhne, die beteten vor dem Throne des Allmächtigen. Sollen wir vergebens! gMutet und unser junges Leben hinge-, opfert haben, um durchs den tückischen Strom des' Satans der Früchte unserer Opfer fürs Vaterland beraubt zu werden?! / Upd Gott erhörte das Gebet der Seligen, wandtesich im Wimm^dem Satan, zu mit einem ^lmge Satanas!! — und unser Kaiser war gerettet! . Sonmöge denn die wunderbare Errettung unseres vielgeliebten Kaisers aus drohen^ der Lebensgefahr dje letzte Prüfung! Fein/ die wir mit Gottes Hllfe in diesem Weltkriege, überstanden haben, mrd möge es uns zum Wahrzeichen werden, daß das Leben unfeees Karse'vs unter dem Lesorrderen Schutz Gottes steht, als Merkmal, daß auch; bald die Friedenstore der Welt sich öfftren, in denen' mrser Kaiser ruhmbedeckt und .sieggekrönt einkehren werde — als Friedens- Der um die Seele der Neutralen. Das .. Interesse, <das manseit eifriger Zeit von seiten.. der Entente der Judensrage zuwendet, wächst von Tag zu Tag. ^Die Meinustgsäußerungen großer Zeitungen und bekannter.Politiker zu dieser Frage in den Ententeländern mehren sich und fast einmütig ist die Stellungnahme eine sympathische. Besonders in England ist die Sympathie für die zionistischen Wünsche sehr stark und tritt besonders.laut und deutlich in Erscheinung. Wer noch mehr. Agenten der Entente bereisen neutrale lGebiete und agitieren gegen die Zentralmächte, indem sie die Meinungen verbreiten, als wären in regierenden Kreisen Oesterreichs und Deutschlands antisemitische Gesinnungen und Tendenzen vorherrschend. Man versucht, solcherart auf die Stimmung der Juden der neutralen Länder einznwirken, und es muß doch; wohl sein,' daß die Entente von solchen.Agitationen sich.politische Vorteile verspricht. England hat ja imMer .mit großer Kunst es verstanden, seine reale Jnteressenvolitik mit dem Mantel idealer Mnd humaner 'Prinzipien zu umkleiden. Die jüdische Fachpresse des Auslandes wird mit Anklagen gegen Oesterreich.und Deutschland förmlich! überschwemmt. Es ist begreiflich, daß diese Helfershelfer der Entente das Treiben der antisemitischen Hetzblätter in Oesterreich weidlich für ihre Zwecke ausnützen. Vor allem gilt es^, auf die Inden in 'Rußland einzuwirken,- wo Kriegs- und Friedensparteien miteinander ringen und Juden einen beträchtlichen Teil der Intelligenz bilden. Um die Stimmung der Juden wirksam zu bearbeiten, erklärt sich die englische Regierung öffentlich und offiziell für einen jüdischen, Nationalstaat. Amtlich wird bekanntgegeben, daß der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes folgendes TelegraMM an Lord R o t h s ch i l d gerichtet hat:- . Urj «Löndön’/X'^Ndvemlser!: 'Lieber" Lord'Roffischiia! Es ist' mir sehr angenehm, Ihnen im Kamen der Regierung folgen de Erklärung mitteilen zu können, die mit den Bestrebungen der jüdischen Zionisten, von denen das Ministerium gutheißend ' Kenntnis genommen hat, tibereinstimmt Die Regierung ist dem P lan e d e r Errichtung eines.Palästina als eines' Nationalstaates günstig gesinnt. Sie wird alles tun, um die Erreichung,dieses Zieles zu ermöglichen, wobei aber im Auge behalten werden muß, daß kein Unreiht den bürgerlichen und religiösen Rechten der in Palästina bereits bestehenden ni'htjüdischen Bevölkerung zugefügt, wird und daß diejenigen politischen Zustände nicht eingelührt werden, unter, denen die Juden in den anderen Weltt* ilen leiden. Ich würde es gern sehen, wenn diese meine Erklärung zur Kenntnis der zionistischen Organisationen gebracht wird. Das Telegramm trägt die Unterschrift Balsours. Selbstverständlich trägt das Telegramm nur formell die Adresse des Lord Rothschild/ gerichtet ist es an die. Judeuheit in Rußland und in neutralen Ländern. Gleichzeitig wird-offiziell von. den'Fortschritten in den Käurpfen aus dem Kriegsschauplätz en Palästina Kunde gegeben und werden von den..Operationen der Engländer und Franzosen allerlei „Erfolge" gemeldet. Angesichts des. russischen Mißgeschickes wird -jedoch auch in anderer Art an. die Juden appelliert. Tie „Morning Post" sagt: , Es sei zweifellos,- daß die R e v o l u t i o ä r e/ die jetzt die Herrschaft in den Händen haben, auf d e u ts che r Sei t e s t ü n d c n. Einst hieß es, daß die spanischen Juden aus Spanien ausgewiesen wurden, weil sie die Tore Spaniens den Mauren geöffnet hatten. Es würde für alle Juden der Welt verhängnisvoll; sein, wenn j-tzt festgestellt würde, daß die -russischen Juden die Tore Rußlands für Deutschland geöffnet hätten. Diejenigen unter uns, die stets Sympathien für die Juden Rußlands hatten, würden dann zugeben müssen, daß die Behandlung, rdie die Juden in Rußland stets erfuhren, unberechtigt jvar.. . ' . - - ,• - v- - > ' - .--'. Da sollen nun die Prden Än neutralen Ländern aus ihre Glauben^enossen in Zkußland zur 'Fortsetzung des Krieges einwirren.

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