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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-16 · 44 (16.11.1917) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
44 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Lentralorgan kür die gesamten Ilnteressen des Judentums Jahrgang XXXIV Nr. 44 s o CF===-D o P q ,R. f. Postsparkasscnlnnt Clearing-Verkehr: 810:976 00 Redaktion und Avnnnistration: Wien ■llhi Pratcrstraße 9 Telephon: 45*359 o dl —-ooo- Wien, 16. November 1917 FrscKeint jeden Freitag Brief-Adresse: Wien II/i, Praterstraße 9 Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift Wien Q &==-=-■. O P q Bezugspreis für Österreich Halbjährig 10 Kronen Ganzjährig 20 Kronen Einzelexemplare 50 Heller , Anzeigen: Die 2mal g-iparl-ne Pelitzeile 48 Heller o O O-— ■ --:-=~ I s 9,0 Inhalt: Leitartikel: Die Errettung unseres Kaisers aus Lebensgefahr. — Der Kampf um die Seele der Neutralen. — Der Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Sonstige Auszeichnungen. — Silberne Tapferkeitsmedaille-erster Klasse. — Eisernes Kreuz erster Klasse. —Die fünfte Auszeichnung eines Stabsarztes..— Die Auszeichnung des jüdischen Lehrers. — Der ausgezeichnete Talmudist. — Sieben Söhne eingerückt. — Opfer des Krieges. — Gruß aus russischer Gefangenschaft. — Korrespondenzen: Kundgebungaus Anlaß der Errettung Sr. Majestät. — Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Kultusvorstand's vom 11. November 1917. — Die Frage der galizischen Flüchtlinge im ungarischen Abgeordnetenhause. — Prag. — Ein Gemeindetag mit Ausschluß der Oeffentlichkeit. — Vermischtes. — Feuilleton: Aus dem Leben des hohen Rabbi Löw. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Die Errettung unseres Kaisers aus Kebensgefahr. ^..^u^«„;!-Bon-OberrabbinerWZ.Weich/B cr-d-^n-b.f,W: , Wie . zu Stein erstarrt standen Millionen unserer -MMst-Mr wn .Sonntagmorgen mit der Zeitung in der vor Aufregung Zitternden Hand und schauten erstaunt und verwundert aus die lapidare Aufschrift: „Die Errettung unseres Kaisers aus der Lebensgefahr!^ ' Unsere von dem jahrelangen menschennrordenden Weltkriege. bereits tief erschüttertes und zerrüttetes Nervensystem wurde von den Mannigfaltigsten und ‘ verschiedenartigsten Empfindungen aufgerüttelt. Einerseits waren es Angst und Bangen, Furcht und Schrecken, die sich unser bei dem Gedanken bemächtigten, daß das Leben unseres vielgeliebten Kaisers überhaupt in Lebensgefahr schweben konnte; dieser. unser Kaiser, den alle Bürger unseres Vaterlandes so tief ins Herz geschlossen haben; anderseits waren es Empfindungen des Dankes zu Gott, dem Allgntigen, der ihn in solch wunderbarer Weise vor den Tücken der Elemente beschützt und erhalten hat. Nach der aufregenden Schilderung der Gefahr und der Errettung ging es wie ein Aufschrei des Jubels aus aller Kehlen,. wo Menschen zusamMenstanden, und jeder dankte Gott im stillen, daß die drohende Gefahr so glücklich überstanden war. Unausdenkbar ist es für jeden einzelnen, welche Folgen fürs-Vaterland bei einem unglücklichen ^Ausgange hätten entstehen können! Wir sollen, wir dürfen, wir wollen gar nicht den schrecklichen Gedanken ausdenken. Schon der Gedanke allein, unser Kaiser schwebte in Lebensgefahr, erschüttert uns ins Innerste. Er, der jugendliche Kaiser, der in diesem gewaltigen Weltkriege den schönsten aller Siege errungen hat, gegen jene Macht, die es durch ihren Verrat zumeist verdiente, gedemütigt und aufs Haupb geschlagen zu werden; dieser unser Kaiser schwebte, in Lebensgefahr, gerade als der herrlichste Lorbeer des Sieges sein gesalbtes Haupt für alle Ewigkeit in der Geschichte schmückte! Nein! Dies sollte, dies durfte nicht sein! Alle Siege der Zentralmächte wären im-Rauch und Schall zu einem Schemen verflüchtigt gewesen, wenn da das Unglück mit der Tücke des Objektes über uns hereingebrochen wäre! Die Bedrohung dieses fürs ganze Vaterland und aller seiner im großen Weltringen Verbündeten kostbare Leben durch den reißenden Strom eines angeschwollenen Torrentes erinnert an die Geschichte, wie sie uns im Sefer hajaschar von dem ersten Stammvater unseres jüdischen Volkes erzählt wird. Zehnerlei Prüfungen waren dem Patriarchen auserlegt, die er alle bestanden hatte. Von denselben war die zehnte die schwerste, bei welcher von ihm das größte Opfer gefordert worden ist, das einem Vaterherzen auferlegt werden kann. Es war die „Akedah", die Opserbereilschaft des eigenen Kindes. Zum Berge Moriah sollte er zu diesem Zwecke aus ^Hebron hinaufziehen, wo er seinen Wohnsitz, hatte, eine Wegstrecke, die nicht länger als eine T age re ise war. Aber sieh, er brauchte hiezu drei Tage, war geschehen, daß der Patriarch sich mit seinen beiden Begleitern so lange verzögert hatte?! Der Satan, der war ihm immer in verschiedener Art entgegengetreten. In verschiedenen Gestalten trat er ihm in den Weg, ihn von der Ausführung seines gottgewollten Vorhabens, abzudrängen. „Und es war am dritten Tage", als der Satan sah, daß das Ziel des Patriarchen fast erreicht war, da verwandelte sich der Satan' in einen reißenden Strom und die Wasser des Stromes stiegen immer höher, bis sie Abraham' und seinen Begleitern fast übers Haupt zusamMensch lügen. „Dia richtete Llbraham seine Augen empor zu Gott und betete und sprach: Du hast mich vor der Welt zu Großem bestimmt und nun läßt. Dü die Gewässer über mich zusammenschlagen!? Da wandte sich der Heilige, Wer treu zn Kaiser und Reich steht, zeichnet die 7. Kriegsanleihe

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