Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 43 (9.11.1917)
- Date
- 1917-11-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 7i4 Nr; 4 3 schürf das mtirnttige ALädchen der: Eltern %u entfühjrer:. M Ärgerte dieses holde Kind eine „Wjdin" bteikMivllte/We Seele mptlfe er der Kirche zuführen. Ws MhlL' E: einem! i-MoMMrstem -den Dierwr, Jehnda äm der: Begleich: der Mormtsrechnung Zu Taddäus :jc*ijti-Z-'t. er werde die Rechnung nicht bezahlen, solange ihn der Geschäftsfülhver nrit seinen Büchern nicht-überzeugt hat, daß Me Rechnung im Vergleich zu seinen Notizen stimme; wußteer doch, daß Rahel die Bücher führte. Er-.fand dies als das geeigneteste Mittel,-nur seinen Plan zu verwirklichen. AD Rahel von der Behauptung Taddäus' Hörte, war.'.sie darüber sehr enchört und sie begab sich! unverweilt.in Begleitung ihres Dieners zu ihm. Handelte es sichdoch aün den gute» Mus ihres Vaters^ und .sie mußte Mn die Kulanz des' Geschäftes beweisen. Taddäus empfing sie ungemein freundliche Er er:tschuldigte sich, sie zu sich: bemülht zu haben darum, weil die Mm vorgelegte Rechnung Lu punkto zehn Flaschen Weifii nicht übereinstinürre, und er diesbezügliche Aufklärung haberr möchte. Mn Bild errrster urrd tüchtiger Geschäftstätigkeit bietend,! lML Rahel die von chm unterfertigten Bestellscheine vor', die für die Richtigkeit ih!rer Rechnung Beweis^ waren.. Ms hätte er sich an etwas' erinnert, sagte Taddäus: „Nun-haberr Sie, gnädiges' Fräulein, wahrlich recht, ich Lin p&fäc auch, nicht Anl Lhrrecht. Die Differenz liegt in zehn FLaMn- Wein, die ich zur Verfügung! - stellte, weil sie sehr MWhter Qualität wärest Diese sind irr meinen Notizerr nicht enthalten. Doch sehe ich fetzt ein, daß ich diese Flaschen bezcchlerr ntuU da ich sie nicht Zurückgeschickt lMbe-'nnb'-dieseMn-''noch? bei ^nrir'-stehen-.'-^^.'''.'.--,-. -.-n MerdrieMch erklärte Rahel, es sei ausgeschlossen, daß sie-einen anderen Wein als sonst geschickt habe. ^ie Höflichkeit gegen Damen verbietet es' wir, JhnM" grradigM Fräulem, izu widersprechen," sagte Dürdäns gezwungen, „ich bitte Sie aber, von dem Wein zu kosten, darrtet Sie einsehen> daß ich mich doch nicht nnbWiWdet beschwerte." Er gab seinem Diener den Auftrag,,Die iM Keller arr besonderer Stelle befindliche!!: zichn Flaschen herauszub'ringen. Nachdem dies geschehen, sprach er, seine Hand beschwichHgend aus RaheM Schulter legend und ans eine Weinflasche zeigend: „Ich habe von dieser geöffneten Flasche gekostet, damit Sie nicht von Jajim Neseeh kosten, öfftlyrMie eine aridere Flasche urrd Sie werden, sich von der ZAchirheit nieiner Behauptung überzeugen." -M-.'W fö^greLflich^ '.daß.' sich'. Rahel überzeugen wollte. Sie Heß durch! ih!ren Diener eure Flasche osMen und füllte den He Han DMdäus gereichten Kelch. Da^der Wein wirklich gut war, trank sie den Kelch zur UHge leer. ,i^jer Wein ist voxzüjglich> - ich begreife^ nicht, warum er Euer: Hochwürden nicht Mundete?" sagte sie selbst- Täddäus rrmchte eine verblüffende Miene. Auch er kostete den' Wein,, und' gab zu, daß dieser wahrlich gut sei, was: ihn- -nicht wenig; wmrderte, bemerkte; aber, Haß sich Hüfall^ auch eine gute Flasche darunter befinden tönnL^/ ' \ Mrhel war darüber sehr gereizt. Sie ließ alle übrigen FlaMen ösftren und 'kostete. von dresen. Auf ihre, Bitte kost^^aüch Daddäüstz und er gestand,/daß der WeinHorzüglich |et,' Er zeiAe sich über den vom ihm. willkürlich ^chvbtznest Verdachtder geschäftlichenUnreellität^sehr Er bat Rah!el um Entschuldigung, bei welcher Gelegenheit er ihre Hand ehrerbietigst 'ergriff, die ihm das- . keusche Mädchen, - hepen Hand Hoch kein Fremder berührt . hatte, nicht entzog. Im Gegenteil, seine Freundlichkeit tat ihr wohl; sie war von her ganzen Begegnung überhaupt zufrieden. Ter Wein hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Stunde, um Stunde verrann, das Gespräch! zwischen Rahel und Taddäus wurde immer lebhafter. Sie hörte seinen Worten anfänglich zu und ein leidenschaftlicher Zwang fesselte sie - an ihn. Ws sie sich: endlich besann, nach -Hause gehen zu müssen, und sich von ihm verabschiedete, reichte sie ihm willig die Hand, die Taddäus' siegesbewußt drückte. Diese Begegnunghatte aus das Gemüt Rahels verheerend gewirkt. Jedes Wort Taddäus' erregte in ihren: Herzen einen heftiger: .Sturm' und die Sehnsucht nach einer ih>r unbekannten Welt. Sie.fühlte sich von diesem Zeitpunkt ar: so recht zu Vertraulichkeiten init Dadhäus,.-.- . hingedrängt, und er entschwand ihren Sinnen keinen■>,' Augenblick. Taddäus begann fast täglich! neue Weinbestellungen - zu machen, und dessen Diener. vermittelteden regen.. Briefwechsel mit Rahel. . So wurde Rahel . von Dag zu- Tag in das Reh, das Taddäus nur sie spann, mehr verstrickt, sie wurde inaner verträumter, sie irrte in einer fremden Welt umher st. / ' . . , Ar: der Tomiiritänergasse,' an: Abhange eines Hügels, zog sich,, über eine Brücke führend, eine.Länge Reichs dichter Bäume hin. Die Einwohner Prags Pflegten an den heißer: Sommertagen in dieser Umgebung zu lustwandeln und unter dein dichten Schatten Erfrischung zu suchen. Auch Rahel gönnte sich J^ie unb b.a ’ ein Stündchen, uns hier ' spazieren zu", gehenund' ' sich / von des Tages Mühsal zu erholen. 'An einem - h-eißxn, Julinachmittagverließ Rahel Ms Geschästslokal und begab! sich auf die genannte Promenade>. / Langfan: und aufrecht ging sie ihres Weges, ohne die auf sie gaffender: Leute auch! nur mit einen: Blick zu streifen. Fast konnte man sie stolz, hochmütig und herzlos nennen. ' . . Das letztere war sie auch: seit einer kurzen Zeit. __ Sie schritt über die Brücke. In der Dominikanergasse, wo das' Klöster des Taddäus stand, entbrannte eine wilde Schnsucht in ihrem Innern. Bei der Gartenmauer angelangt, sah sie sich nach ■. aller: Seiten unt,. MerlWe noch einmal ündi pochte schließlich an die Tür, die sich nach einigen Minuten hinter ihr schloß. . . Längst war es dunkel geworden und Rahel kehrte in das.'Elternhaus nicht zurück. Man kann die Verzweiflung der Elterr: leicht begreifen. Das Verschwinden fühischer Mädchen zählte nicht zu den SelterHeiten, stand auf der Tagesordnung, und . .- vmn wußte, wo sich die Hölle befand, die betörte Judenmädchen verschlang. . . . ' In größter Aengstlichkeit begaben sich Vater und Mutter zü Daddäusund flehten ihn in jammervoller: Worten um Rst^gabe des geraubten 'Kindes an. Dieser jedoch, ein eifriger Diener feiner Ueberzeugung, stellte mit däntonischen, zufammengekniffenen Augen ' in Abrede, Rah!el auch nur gesehen zu haben. Die Eltern mußten mit verstörter Seele und . bitterem Herzen unverrichteter Djchgd heimkehren. . .. Da es Taddäus bedenklich erschien, wenn die Behörde, bei der Michael Bevgtzr an Ansehen stand, für ihr: Wartei^z:ch!m^^wÜPde>; 1^- er Rähel ' in eftrev kleinen abgLsonderten Kammer unterzubringen, die er allerdings bequem einrichten ließ!.