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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-09 · 43 (9.11.1917) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
43 (9.11.1917)
Date
1917-11-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Jeder treue Jude zeichnet die 7. Kriegsanleihe Seite 704 Dr. Blüch's 2. überall, wo sic ein ansehnliches, gegliedertes Be- , , völlernngseleineirt bilden, Anerkeirnung ihrer Nationalität, sofern sie dies wünschen, und.. Ausdehnung aller politischen und kulturellen Zugeständnisse auf sie, die in dem betreffenden Staat jeder anderen bewußten, differenzierten und organisierte:: Nationalität gemacht werden; . . 3. für die Juden, die unter sich national leben und und nichts als Juden sein wollen, Palästina,, das . heißt das- Recht der ungehinderten und unbeschränkten Einwanderung- Bodenerwerbung und Ansiedlung nsit innerer. Selbstverwaltung unter der Regierung, die in dem Lande die territorialen Hyheitsrcchtc.ausüben wird; . läßt sich, darum ganz in den Kader "unseres Programmes cinfügen. Wenn die Mische Bewegung, die Heute in verschiedenen Ländern im? Gange ist, als ihre Forderung die Anerkennung der. jüdischen Nationalität in den Ländern jüdischer Massensiedlung erheben wird, dann steht nichts im Wege, unsere Grundsätze auf die Juden zu erstrecken. Wenn das naturgemäß, in Holland nicht der Fall sein wird, so kann ich mir wohl vorstellen, daß den Juden dort, wo sie einen eigenen Organismus bilden, wie in Palästina, Polen oder Galizien, unser Programmpunkt von Bedeutung werden wird. Schon heute sind 40 Länder in unserem Verbände vertreten und wirken überall einflußreiche Persönlichkeiten für die Popularisierung unserer Bestrebungen. Jüdische oder zionistische Organisationen haben bisher keine Fühlung mit uns genoNünen: Es sind daher zur Berner Konferenz keine Vertreter jüdischer Organisationen geladen. Doch befinden sich unter den Teilnehmern eine Reche von Juden, die wegen ihrer bedeütsanien Stellung in den: öffentlichst Leben chrer Länder zur Mitarbeit von uns herangezogen wurden. Es besteht, trotzdem Die. Möglichkeit, daß die jüdische Frage aufs Tapet köMmt." ZuM Schluß äußerte Dr. Dr e fs e lh u y s seine Sympathien für eine Autonomie der Juden in Palästina. BMische Dichtkunst. Ein zVortrag des Erzbischofs Tr. von Faulhaber in Warschau - Auf Einladung des Generalgouverneurs v. B e s e l e r hielt Erzbischof Dp. v. Faulhaber aus München chm Museumssaal einen Vortrag übet Meistergefänge derbiblischen Dichtkunst. Außer dem' Generalgouverneur und' seiner Begleitung sowie den Spitzen der militärischen Behörden Und der Zivilverwaltung war der Saal von deutschen Beanrten, Offiziereil und Feldgrauen dicht gefüllt. Unter den. Zuhörern aus der polnischen Gesellschaft sei der Präsident Ehelmiek: genannt. Der Vortragende verstand es; die dichterischen Schönheiten der Bibel vor den Angen'der Zuhörerschaft plastisch erstehen zu lassen. Proben ans dem' Buche Hiob und den Psalmen legten Zeugnis' ab für den ewigen künstlerischen Wert der Heiligen Schrift, die zu lesen immer ein ästhetischer Genuß sein wird. ZuM Schlüsse verglich der Erzbischof die Bibel' urit anderen Meisterwerken der Weltliteratur, die alle einen pessinrrstischen Ausklang hätten, während die biblischen Dichtungen stets' hoffnungsfroh und m i t d e m V c r - trauen auf Gott endigten. Nach dem Vorträg ergriff der Generalgouverneur v. Base l er däs Wort zu einer Ansprache, in welcher er, anknüpsend an den Schluß des VgrLrages> u. a. ausf-ührte: „Ich danke Euer Exzellenz fück^ie wunderbare Stunde, die Sie uns soeben geschenkt haben. Euer Exzellenz haben mens Blicke und neues Verständnis für Las eröffne^ w a s u Ns a l l e n h e i l i g i st. Gerade die heutige Zeit ist angetan. Uns den Grundgedanken, der- -sich durch alle Dichtungen der Heiligen Schrift zieht, das unerschütterliche Goltvertrjauen besonders tief Wochenschrift ^r. 46 empfinden zil lassen. Das ist es, was unser Volk heute trägt. Ms Heer, Las ins Feld zieht, kaün keiner: schöneren Spruch auf seine Fahne schreiben, als - den aus dem 60. PsälM: Mit Gott wollen wir Daten tun, er wird unsere Feinde untertreten." Gedanke« zum Wiedrranfka« de» Hropoldstadter Tempels. Unser Tenlpelbäu ist nicht eine Angelegenheit der Leopoldstadt allein. Jeder .Wiener Jude, der einmal einen der Prachttenchel in Berlin, München, Straßburg oder,, was uns näher liegt, auch' nur den .verhältnismäßig alten Tentpel der Tabäkslgasfe in Budapest betrat, mußte sich schämen, wenn er daran dachte, wie kläglich es in diesen: Punkte um Wien bestellt-ist. Hatte er aber aus der .Fremde einen Besuch; der sich ein Wiener jüdisches'Gottes-., haus anfehen wollte, so konnte er ihm, als einigermaßen einer Großgemeinde entsprechend, nur den Tempel Zeigen, der jetzt eine.'Ruine ist. Welchen Eindruck dieser immerhin würdige Ban selbst auf den Auswärtigen, sogar den Andersgläubigen ausgleübt hat, beweisen freiwillige Spenden zu feinem Wiederaufbäu aus nichtjüdischen Kreisen und aus dem Auslände. Welch ein Kunstwerk die Stadt Wien durchs ihn verloren hat, ist schom daraus zu entnehmen, daß! der Wiener Gemeinderat seinerzeit, nach: 'dehn Erbauer unseres Tempels eine Gasse, die Förstergasse, benannt hat. Nicht l o ka l pa t r io t : s ch e S e l h st a ch't u n gl allein soll aber jedem Juden Wiens die Beteiligung an unserem Werke-als Pflicht erscheinen lassen. Auch den Armem unserer Gemeinde-wird damit eine Wohltat erwiesen. In dichten Scharen drängten sich diese unsere bemitleidenswertei: Brüder zu jedem' Gottesdienste in: Leopoldstädter Teuchel. Glückliche Stunden waren es für sie,'in denen sie, unter ihren Brüdern vor dem gemeinsamen Vater im Himmel stshend, ihr hartes. Geschick, ihre Leiden und Mühen vergessen durften. Hier waren sie Menschen, hier fanden sie am' Gotteswort her: Hält,, sich aufzuranken aus der Tiefe der Not zu neuer Hoffnungsfreudigkeit und-Zuversicht. Hier hörten sie Trost und Aufrichtung, die Hinei: Hre Menschenwürde, die ihüen ihren Glauben an die Menschheit Wiedergaben. Diese Herzenslabung galt ihnen nicht weniger als^ das Brot, das ihren Hunger zu stillen mitleidige Hand ihnen reichte. .Und wie oft naihM der 'Reiche von dieser Stätte eine Anregung, des Arindn zu gedenken, nach Hause mit, uw sie dort in siuchtbringenda Täten. umzusetzen. In erster Reihe obliegt die Aufgabe,'unseren Teuchel wieder zu errichten, natürlich denen, die ihn von ihrer Kindheit an besuchten, und' ganz, im besonderen jenen, deren Wern einst zu seinen: Bau beigetragen haben. Hier haben ihr Vater, ihre Mutter für sie gebetet, hier - gedachten sie selbst als pietätvolle Kinder der Heimgegangenen Eltern, an diesen heiligen Ort knüpfen sich so vianche weihevolle Erinnerungen, die bis in ihre früheste Jugend zurückreichen, hier erhoben sich ihre eigenen Elternherzen zu Gott im'Gedanken an das. teure Haupt ihres 'Kindes) dem zu erhalten, was sie selbst in diesem schönen Gotteshause von ,den Eltern ererbt,' ihr- Gewissen sie Mahnen muß. Haben ihre Voreltern von ihrem gewißs nicht , immer; bedeutenden Jahreseinkommen redlich; den Zehnten frommen Zwecken gewidmet, so wiöd von dem; was sie, die Enkel — man-. . cher jetzt Mühelos Millionen! — gewonnen. Haben, sich Wohl ein. T a u s e n d st e l erübrigen lassen, für d en Tempelbau. Daß es auch unserer vielgeschmähten Zeit an solchem Opfermüt nicht gänzlich fehlt, zeigt', das rege Werben, für den Neubaw anderer Wiener Gotteshäuser, die gleich-.

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