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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-02 · 42 (2.11.1917) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
42 (2.11.1917)
Date
1917-11-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr, 42 Dir. Bkoch's. Jom-Kippur in Mevkje (Serbien). Unter überaus großen Schwierigkeiten wurde- Heuer cm bc.it hohen Feiertagen ein Gottesdienst in P t evlje abg-chalten^ Nur '.»bei unermüdlichen Tätigkeit und Arbeitsfreudigkeit des' Herrn k, n. k. Obprofsiziales Nathan Dorfmanu, Leiter des^ gesamten Rechnungs- und Kässendienstes beim k. u. k. Kreiskonunando in Plevlje. ist es M danken, daß in letzter Stunde ein Gottesdienst abgehalten werden konnte. Die Thorarollen wurden aber Intervention des Oberrabbiners aus Sarajevo beigestellt. Als Vorbeter fungierten dort stationierte Soldaten zur vollsten Zufriedenheit der Zuhörer. Tie aus der Umgebung herbeigekommenen Offiziere tutb Soldaten widmeten folgende Spenden: Für detr jüdischst Nationalfonds K. 100.— für den Militär-Witwen- und Waifenfonds „ 100.— für die Oesterr. Gesellschaft vom Roten Kreuz „ 100.— füx die jüdischen Flüchtlinge aus Galizien 50 — für'' die städtarmetr JudeN in Sarajevo 50.— Aus der öffentlichen .Sitzung des Wiener ifraelitifchen ... - -KuttuMm-shrndes vorn! 28. Oktober 1917 unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Alfred Stern. ' Ter Präsident eröffnet die Versammlung, konstatiert die rechtzeitige Ausschreibung der öffentlichen Sitzung sowie die Beschlußfähigkeit. Vor Eingang in die Tagesordnung richtet der Vorsitzende diefolgenden Worte an.die Anwesenden: ' ' ""„Bevör wir an unsere Arbeit gehen, will ich den patriotischen Entpfmdungen unserer aller folgend, der herrlichen Siege gedenken, welche unter dem Oberbefehl Seiner kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät unseres- Kaisers. unsere ruhmreichen Truppen, ver- . eint mit den . tapferen Truppen unseres Verbündeten, ■, gegen unseren Feind im Südwesten erringen. Tausertde und Tausende unserer Söhne und Brüder kämpfen jetzt, wie während, der ganzen Zeit des Krieges, Schulter an . Schulter, mit. allen übrigen wehrfähigen Sohlten dieses Reiches für die Ehre und Sicherheit unseres Vaterlandes. Mit inniger Freude erfüllen uns diese" glänzenden Er- ... folge und sehnlichst wünschen wir, daß unserer heldenmütigen Armee unter der glorreichen Führung unseres erhabenen Monarchen ein voller Sieg beschieden sei, der uns dem ehrenvollen Frieden näher bringt. Unser geliebter Kaiser Karl I. lebe hoch;, hoch, hoch!" , Die Anwesenden erheben sich von ihren' Sitzen und stintmen begeistert in"'den Hochruf ein. Tsr. Heinrich! MM' 100. Geburtstag. Ter Präsident hält folgende Ansprache: „Binnen wenigen Tagen fährt sich zuM Hundertstenm,al der Tag,, an demcher berlchmte Wische Geschichts- .. forscher Professor. Tr. Heinrich G r ä tz, „unser Grätz", .. geboren wurde. Es! ist Mehr als ein Akt der Pietät, es ist eine-Dankesschuld, die wir abtragen, wenn wir die- , sem. für das,gesamte Judentumso hochwichtigen, epoche- _ tnacheyden Tage, an dieser Stätte Worte des Gedenkens . widmen; einen solchen Gedenktag darf .der Wiener Kultusvorstapd nicht nnbeachtet vorübergehen lassen. Mit sei- , nem Lebenswexke, der „Geschichte der Juden", hat sich .Dr., G rätz ein Denkntal für alle Zeiten gesetzt und nicht nur der Wischen.. GeschichDfoxschung neue Richtung gegeben,, sondern auch , die Geschichtsschreibung im allgemeinen wohltuend -beeinflußt. Denn diese Geschichte, die ' Wochenschrift Sette 691 Grätz mit seinem Herzblute schrieb, ist. ein begeistertes Bekenntnis seiner Zugehörigkeit zum jüdischen. Volke. Zwanzig Fahre lang, vom Jahxje .1853 bis 1873, in der Zeit der größten .Drangsale, unserer GlaubensbriL^P allerorten, hat Grätz an diesem großen Werke (11.Dände) ' gearbeitet, und wenige Jahre vor seinem Tode, im Jahre 1888, hat er dieses. Geschichtswerk in .einem kleineren Umfange (3 Bände) reproduziert herausgegeben. Wie. prophetisch klingen die .Sätze, .M den Abschluß seiner Lebensarbeit bilden. Zweier Ereignisse gedenkt er hierin: der Gründung der „Israelitischen Allianz zu Wien", welche er als eine Organisation der österreichischen Judenschaft ansieht., und des Aufkeimens des Rassenantisemitismus. Grätz fordert uns auf, durch Organi-. sation und Konzentrierung unserer Kräfte dem Antisemitismus, diesem gefährlichsten aller Feinde, zu begegnen. - Seine vorausschartenden Worte sind in gewissem Sinne zur Wahrheit geworden: die „Israelitische Allianz zu * Wien" ist ein Konzentrationspunkt für Hilfeleistungen an Hunderttausende unserer Glaubensbrüder geworden^ und bewährt sich aN solche eben jetzt in unseren Tagen, und der erstarkte Antisemitismus nagt und zehrt an un-'M unserem Leibe, er ist ein Schädling nicht allein an uns/7" sondern in noch weit größerem Maße an unserem ganzen Staatstörper, er schwächt durch den Zwiespalt, welchen er - unter den Staatsbürgern schafft, nicht bloß die nur durch, das Zusammenfassen aller Potenzen zu erzielende Kraft ‘ des Staates, er schädigt auch sehr empfindlich das Anseheu. der Monarchie im Auslande-. Wir wollen das Andenken dieses großen Lehrers in Israel ehren. Wir wollenunsere Kräfte sammeln und einigen, um die Anschläge unserer Feinde zunichte zu machen." / Nach Uebergattg zur Tagesordnung referiert Sekretär Herr Emil Engel 'über die Anträge des Vertretern - kollegiums, betreffend die Erhöhung der Taxen und Ge-M bühren. Die Anträge werden einstimmig genehmigt. M Kultusvertreter Dr. Pappenheim referiert iüber den Antrag des Vertreterkollegiums, ein Darlehen vom, ' 25.000 K. . dem Tempelverein des 10. Bezirkes zu dem Zwecke zu gewiähren, um unmittelbar neben, dem Tempel, ein Haus anzükaufen, welches sowohl für Tempelzwecke als auch für Unterrichtslokalitäten dem jüdischen Schul-' verein des 10. Bezirkes dienen soll. Preis' des Hauses , ist 144.000 K. Nach der ersten Satzpost der Sparkassa braucht Man zum Ankauf den Betrag von 57.000 K.^ dazu haben die Mitglieder des'Vereines aus 'eigenem 32.000 K. gezeichnet, und sie perlangen vom Vorstand - zur Ergänzung das Tärlehen von 25.000 K. Mit Rücö-. ficht auf die Zwecke, für welche das Darlehen verlangt) wird, empfiehlt Referent die Annahme des von dem . Vertreterkollegium gestellten Antrages'. Kultusvorsteher Architekt Gärtner unterstützt den Antrag, berichtet, daß er sich das Haus angesehen, den Kaufpreis für angemessen erachte und ebenso sei das Haus für die in Aussicht genommenen Zwecke geeignet. Sekretär Emil Engel verliest die Bedingungen,, welche das VertreierköllegiuM bei der Gewährung des Darlehens zu'stellen sich veranlaßt gesehen h'at. Vizepräsident Dr.. Leopold K ohn betont, daß für das Präsidium die Tatsache maßgebend war, daß der Schulverein bis nun in schlechten Lokalitäten untergebracht ist. Wiederholt hat Man versucht, dieses. Objekt . für Schulzwecke anzukaufen, allein der Besitzer weigerte sich, auf die Angebote einzugehen, Nun bietet sich jetzt die günstige Gelegenheit, das Haus zu erwerbett, die also nicht ungenützt vorübergehen darf. Knltusvertreter Ing. S t r ick e r empfiehlt 'ebenfalls die Gewährung , des Darlehens, wünsHt aber, ' baß das Vertreterkollegium nicht engherzige Bedingungen stellen' soll und nicht durch fiskalische Rücksichten sichWiten lassen mpge. , ' ' ' Würdig unseren Vätern und Brüdern im Felde zeichnen wir die 7. Kriegsanleihe

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