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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-11-02 · 42 (2.11.1917) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
42 (2.11.1917)
Date
1917-11-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 686 Dir. DkoH's Wochenschrift SJtri 42 M ä s ö OS ra den kaHolischen Kreisen paßt, in solcher Weise vertreten Zu werden/ den Juden sollte es recht sein. Es wäre viel- *s IS « S-l « « « Sh « m Jn -«5 « rn M S nicht ganz richtig eine behördliche Remedur zu erwarten, .-...-denn die Remedur liegt in der Sache selbst. W scheint ^' nämlich ^durchaus nicht der Fall zu sein, daß große Masserrs in ünMer HiinaL den gehässigen Ton-- gegen die Juden oder die Gehässigkeit. im allgemeinen so sehr lieben. Es ist noch keines von den Zeitungsorganen. , welches seinenErfolg auf den' Haß und auf die Verfolgung einzelner Klassen oder einzelner Nationalitäten und Religionsgenossenschaften ausgebaut hat, merklich aufge- - blicht. Es hat noch kein antisemitisches Organ sich durch . - .den Antisemitismus beim Publikum durchsetzen können. Ja es Uiacht -den Eindruck, als ob sie alle an Wer Versolgungssucht zugrunde gegangen wären oder zmnindest an Verbreitung eingebüßt hätten. Man, könnte daher - Elch >Wer diese gantze Bewejgung; die ult ist und lui). ^..wahrscheinlich nicht sterben wird, solange Menschen sein ^werden, richig hinweggehen, wenn nicht versucht werden würde, dem verfahrenen Karren des Antisemitismus eiireit neuen Motor.vorzuspannen. Mit Munkeln und Tuscheln, . mit halben Verhüllungen und ganzen Andeutungen vergiftet man links . und rechts die ohnehin gedrückten Empfindüngen, indem ma n es so därstellen will, als ob . - weiß 'Gott von woher der antisemitischeil Richtung neue Nahrung zugefnhrt werde. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder die Sache ist wahr, dann bedeutet sie sür uns ein rechtes Unglück. Nicht etwa für die Juden,'sondern für das Vaterland. / Wir sind von allen Seiten umspäh't, umlauert und ans- - gehorcht. Die steten Friedensworte von Allerhöchster Stelle, hie Heizensgüte und seelische Vornehmheit irr allen ^Handlungeir unseres jungen Herrschers, die hohe" staats-" münnische Reife in den Aeußerungen des'Grafen Czernin, . sein -bisher von keinem europäischen Staatsmann ge- //üußertes Verständnis der zukünftigen Bedürfnisse Euros was, sie sjvornen unsere G^ner an, die Worte zu miß,- . -Leuten--ober für bloße Redensarten hinzustelleu, während -fic sich an Tatsachen halten, die aus dem kampferfüllten Znsanxnrenleben unserer Nationalitäten entstchen. Es mag vielleicht der.alleramisemitischeste Schreibknecht der En- £ -tenie 'jein, Mr das aufgreift, aber er tut es eben und ,.^MsaLntnm'.aKe..Wellhinaus: „Die Juden in Oesterreich .werden jetzt unterdrückt, jetzt, nachdem sie Gut und Blut für das Vaterland geopfert haben." - - Man bMnnt uns im Auslande mit größerer Achtung, jedenfalls mit größerer Aufmerksamkeit zu behandeln; man lernt nach und nach unsere Kultur und unsere /- Sitten besser kennen, und-es wäre schade, wenn mau dem /-G^ner die GelegerHeit bieten wüjrde, mit, einer gewissen . Berechtigung über uns herzusallen. ' Die ganze Welt wird vondein demokratischen Ge- ///danken bchierrscht. Gleichberechtigung der Nationen, Selbst- - LestimmnllgHcecht der Völker, bas scheinen die /Stich.- worte^M^Las'.Wrfttze.^uslün-menlebeN^-tm-Etaate'- und - in der Gesellschaft zu sein, BishMgalt Rußland als der -Hort der/-Reaktion, und einen Maßstab für dieses Urteil - ..bildete das Verhalten der .Regierung-; gegen die Indem t ' '-Dieses Reich nun bietet allenffeinen Bürgern volle Gleich- . berechtigung. Wenn bei uns! der Antisemitismus vorherrschen sollte, dann liefert das unserem Feinde die beste Gelegenheit, uns als das reaktionärste Reich in Europa 'zu verschreien. Dies ist. keine Hypochese, ffondern eine Ersahrmlg, die Mer bestätigen wird, Der -Gelegenheit; ■ hat, im , neutraleumAuslande - zu leben und dieser Frage/ Au sNterEsmukeil schenkt. a .r * - Vielleicht Mierlegr - man sich -das amjenen- Stellen/ die da .meinen. Mit dem Antisemitismus Webäugeln zu r müssen, denn es sind dies Kreise/an deren gutem Oesterreichertüm wir nicht zweifeln dürfen. Aber auch! den Juden wäre zu .^npschlen, sich, ihrer ÄeMsllWeit nicht, allzusehr HLnzulgebeN:- Wer einer' Minderheit^angehört und.freiwillig in ihr IeKeibt, Muß/ mit SWstbewußtsein alle Folgen.' tragen/- dys! bedeutet Über nicht, daß man sich irgend etwas gefallen 'lassen soll. Meinungen, Hoffnungen und Wünsche der Gegner kann man nicht beherrschen, wohl aber kann Man Handlungen kontrollieren und — wenn cs sein Muß! ~ ' ihnen entgegenwirken. --Nichts soll versteckt Und nichts soll aufgebauscht werden, nichts ertragen und nichts bejammert: Wer sich bedrückt fühlt und einen wirklich faßbaren Grund hiefür hat, dewge'he hin und suche sein Recht an zuständiger Stelle. Jeder einzelne allüberall Muß sein Recht im Kampfe mit den Mitmenschen ohne Gehässigkeit und ohne Voreingenommenheit zu behaupten suchen; man soll anklagen, ohne zu flageit, man soll känrpsen, ohne sich trübseligen Stimmungen hinzugeben, man soll als Oesterreicher ' seine Stellung bchäupten und sich als Jude nicht vow'/ähr verdrängen lassen. u;,: i Die allsonntagUche Iudrnhah. in. Das „PreßjüdentulM^ h!at -es der frommen Reich,spost" .besonders angetan. Die unäushörlichen Beschimpfungen der „Jüdenpresse" entspringt dem Futterneid, der geistigen Ohnmacht und Unfähigkeit. In deM 'SonntaMrrti'kelvöm '21°. d.'M''heißt es: „Ist es i bei solchen Presseverhältnissen verwunderlich, bah die Christenheit nicht zu einer. Verständigung kommt,. daß vje Papstnote in den Weststaaten nicht den entsprechenden Widerhall findet, ...daß der Appell /Oesterreich/Ungarns.. an/däs 'Gewissen/der' Völker,' an./die sittlich-kulturellen Interessen; des Europa von heute und morgen unbeachtet verhallt? Daß selbst Christen der. Feindstaaten der Psychose der herrschenden öffentlichen Meinung erliegen? Wahrhaftig: Die Lhristenwelt mutz .es heute bitter bützen, datz sie die Ausgestaltung seiner ^grotzen mächtigen Presse, versäumte. Aber wir bützen unser. Versäumnis nicht nur mit dem Elend der Auslandsbeziehungen, in das jetzt anch durch gewissenlose Hetzereien gegen Deutschland das Bündnisverhältnis: hmeingezerrt werden soll." ...... . Also weil angeblich'die gesamte.Presse, besonders die -„ganze" Ententepresse,' in.Händen der. Juden sich!- befinde, können die chvMichen Völkex /zst. einem E.inverstäild-lrisse nicht gelangen. Die jüdischen Journalistetr smd angeblich die eigentlichen Kriegshetzer, die eigentlich! die Schuldtragenden sind, daß.die braven, friedliebenden arischen Völker einander mit wilder Grausamkeit abschlache, ten. Allein die „Reichspost" ist doch offenbar kein Judenorgan und dochwardieses! Piusorgan jahlrelang an derspitze aller Kriegstreiber und Kriegshetze^. Zum 'Ausbruch dieses Weltkrieges hat die „Reichspost" das' meiste geleistet; die gesamte klerikale Presse Oesterreichs blies unaufhörlich in die KriegstroMpete. gegen Serbien, hat unser Bundesverhältnis zu.Italien vergiftet, und nun sollen die Juden -die Schuldtragendeir sein. War es vielleicht durch.Jahre das Bestreben der Juden, den Kirchenstaat wieder her- Ueber die Raffe der Kriegshetzer ii/ der. Ententepresse, lieferte die Grazer „Tggespostfs .in beit /letzten Tagest, einen interessanten Beitrag, einen JnsormationsärtikÄ unter dem- Schlagwort„Die Geheimnisse der italieniichen Presse" (vvn der italienischen Grenze, ins Oktober),.... ///-/.., . : . ... / T-ie: Gväzer ,,Tagespost" ■ ist bekänntlich ein rassenreinesi Joürnak;. um so" instruktiver sind die' publizierten Mitteilungen.!, nicht bly.ß Mer .ßaK . Treiben. der arischm- Preßleüte,- sonderw Wech^äs/VeHÄten.von Dchwi s chin Italien, die sich nicht schäwe.n, mit den Todfeinden

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