Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 41 (26.10.1917)
- Date
- 1917-10-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Bette 678 ' Dr. Bloch's die fünfzig Jahre ^JudencManzipation, der gemeinsame Aufstieg und die gemeinsam erlitrcne und heute mehr denn je erleidenden Anfeindungen Haben diese beiden Parteien — aus Verschulden beider Teile — einander nicht näher Zu bringen, geschweige denn zu vereinigen vermocht. Nur der Krieg — und auch! im Kriege nur das furchtbare Schicksal der nach Ungarn verschlagenen galizischen Flüchtlinge und nicht das eigene Schicksal — hat diese feindlichen Brüder 'zu gemeinsanrer Tätigkeit zusammengeführt. So steht, denn Zu befürchten, daß auch dieses geschichtlich so wühtige Ereignis nicht im Zeichen der machtvollen Einigkeit, des kraftvollen, einmütigen Willensaus- ' druckes, des die Gegner wie die Freunde bezwingenden - Schreies der heiligen Entrüstung gegen den täglich mehr nur sich greifenden Judenhaß und die immer ungebärdiger werdende Verleumdung an der aufhorchenden Mitwelt vorüberziehen werde. Urrd ist unsere Befurchiung berechtigt, dann wird das fünfzigjährige Jubiläum der Emanzipation der ungarischen Juden, bei noch so feiner Regiekunst, nicht über die- Bedeutung der goldenen Hochzeit eines reichen Ehepaares hinauswachsen, bei welcher die streiWchtigen Geschwister mit ihrer Sippe an gesonderten TDhen am Hochzeitsfchmaus teilnehmen. Uild dennoch, welch unerhörte Bedeutung könnte ein solcher Kongreß, der ungarischen Juden au£ so hervorragend bedeutungsvollem Anlässe im vierten Jahre des Weltkrieges erlangen, wenn ernste Männer mit sehenden, auch unter die Oberfläche Iber Ereignssse dringenden Blicken, mit feinem Gehör, das! den 'Ruf der Zeit nicht nur physisch aufnimwt, sondern auch seinen Sinn erfaßt, dieser Veranstaltung Richtung und Inhalt geben wollten! . Im Sinne des oberwähnten Beschlusses wendet sich der' 6. Gemeindedistrikt; an die „Israelitische Pandeskanzlei" mit der Aufforderung^ sämtliche ihr untersteh ändert- Kultusgcmeinden. aus Anlaß der 50: Jahreswende der Emanzipation im Dezember d. I. zu einer Landesversammlung einzuberufen, welche die Aufgabe hätte, in dringlichen Zuschriften an die Regierung und den Reichstag die Einberufung einer allgemeinen Versammlung der Judenschast Ungarns zu fordern. Diese allgemeine Landesversammlung wäre dann berufen, die e in h e it - liche, gesetzlich gesicherte, autonome Landeso r g a n i s a t ijv n mit Majoritätsbeschluß.- ins Leben Zn rufen. , Dic^, Israelitische Landeskanzlei wird ferner .ersucht. die Lratusquo-Gemdmden einzuladen, sich dieser .^.Aktion anZuschließen, und ebenso die Mischen Reichstagsabtzeordnetcn auszuford'ern, die Aktion tatkräftig zu unterstützen. . Bannfluch gegen die KriegMvucherer. s Tie' Rabbiner des W ielune r Kreises ersuchten, wie die „N. Lemberger Zeitung" berichtet, um die Erlaubnis, den Bannfluch gegen jene schleudern zu dürfen, die Lebensmittel aus den Städten dieses Kreises auWhren und zu w uch e r i s ch e n P r eisen verkaufen. Nachdem sie diese Erlaubnis! erhalten hatten, wurden in den Tempeln dieses Kreises, das ist in Wielun, Wiernozaw, Lutow, Preszcze und Bolesläwice. Gottesdienste abgehälten. Die Rabbiner hielten Reden und sprachen bei Hörnerklang den Mann aus.- Der Bannfluch trifft nicht nur die Kaufleüte, sondern auch die Käufer, denen nicht erlaubt isthöhere Preise als nur Normalpreise zu zählen. Köln. Lieber das! goldene Berussjubiläum des Rabbiners Dr. Frank berichtet die „Kölnische Zeitung" : „Heute kopx das aM Königsplatz gelegene Wohnhaus des ^mbilars das Ziel ziählreicher Freunde' und Verehrer, die herzliche Glückwünsche und smn'ige» Angebinde überbrachten. Die Feier wurde durch den verstärkten Chor Wochenschrift **41 '.der. SynagögengeMeiiide .mit Gesang eröffnet,, worauf Stadtverordneter E l i e l im Namen des!: Vorstandes der Shnägogerrgemeinde nach einer herzlichen Absprache dem Jubilar davon Mitteilung inachte,,' dqß die Gemeinde beschlossen habe, demnächst ein Mädchenheiw ins Leben zu rufen für junge auswärtige Da'men, die im kaufmännischen, gewerblichen, wissenschiaftlichen und künstlerischen Leben tätig sind, und denen djasi Heim die Familie ersetzen soll. Die Glückwünsche der Verwaltung der Synagogengemeinde und der 'Repräsentanz! überb rach re deren Vorsitzender, Hofjuwelier Beruh. Go l d sch m i dt. Für den israel. Unterstützungsverein und die ihm angeschlossenen Vereine gratulierte Herr Beruh. Fe il chen fei d. Ten vom Gemischten Chor der städtischen israelitischen Schulerr zu Gehörgebrachten Liedern schloß sich».die- Beglückwün-. ischung der Schule an der Lützowfl'.raße an, in deren. Namen - Hauptkehrerin Paula Loeb und Lehrer Moses S u l m ja n n ihre Glückwünsche darbrachten. - Außerdem hatten Wordnmrgen entsandt das Asyl für Kranke und AlLerssichwache, Her israel. Frauenverein, >dbr - Kinder- Sparverein, die Synago-gengemeinde Adaß Jeschurunji die Chewro-Gemilas-Chjassodim!, die Cihewro-Semichas-Dallim und die SynagogengeMeinde Deützi (Religionslehrer Simons und Coßmann Bier), während das Kuratorium, derisrüel. Waisenstiftuug vollzählig erschienen war. - Für die Herz-Jesu-sGieMMe Merbrachte die herzlichsten Glückwünsche'Pfarrer KräÄe r. Für den deutschen Rabbinerverband^ der sehr zahlreich erschienen war, den Lehrerverband und die Beamten hielt Rabbiner Dr. Rosenth al an den Jubilar eine herzliche Ansprache. Dr. Frank erwiderte ans jede Ansprache sofort in geistiger Frische und großer Schlagsertigkeit. Briefliche und telegraphische Glückwünsche waren in denkbar 'größter Anzahl eingetroffen. Eine aus dem Kloster Maria-Hils in Neuenahr von KärdinaWEvzbischos Dr. von Hartmann gesandte. Depesche, die einen besonders tiefen ' Eindruck- Mächte, hatte folgenden Mortlaut: „Eine Ehrenkrone ist das! Mer, aus den Wegen dev Gerechtigkeit wird sie gefunden.. Dem mit dieser Krone geschmückten Jubilar sendet herzliche -Glückwunsche Kardinal v. H a r t m a u n." Die Glückwünsche der kgl. Regierung überbrachte Oberregierung'srat von. Gör scheu, die der. Stadt .Köln Beigeordneter Wirse l, die des Vereines der israel. Lehrer der Rheiniprovinz und Westfalens mtb dessen PensionÄässe Hanptlehrer Fröhlich, M.-Gladbäch.' Glückwunschdepeschen waren einjgelaufen u. ü. Pont Ober- Präsidenten der Rheinprvpinz, Staatsminister Freiherrn vpn R he i n b a b e n, vont Regierungspräsidenten a. Dl. Dr. Von Steinmleistier, von den Synagogengemeinden Listz -a.' D., Brühl und Köln-Deutz. Die evangelische Gemeinde Köln hatte schriftlich! ihre Glück- und Segenswünsche durch den praeses presbyterii Pfarrer Becke r Übersandt." Jndenverfvtgungen in Rnnmnien. Das! Jüdische Preßbureau meldet aus Petersburg, daß die russischen Zeitungen zahlreiche Dokumente und -Berichte von Augenzeugen, über graüsame In denverfolg ün.gen in Rumänien bringen. Alle Proteste der russischen Organisationen Hei den' rumänischen Machthabern haben bisher nichts gcholfen. Man "wirst der rumänischen Regierung vor, daß sie einen systematischen Vernichtungskrieg gegen die Mische' Bevölkerung geduldet, j>a selbst organisiert habe, So wurden von einem Feldgericht in Baku allein 34 Mische Soldaten, darunter sieben aktive jüdische Sozialdemokraten, geh!ängt. An mehreren Orten ist es! zu regelrechten Judenpogroms gekommen. Außerdem' verhindert.man die Äufnähme von verwundeten Mischen Soldaten in. die öffentlichen Spitäler und -den Ver'ßauf von Nah!rungsMiLteln_!an?sdie jüdische BevöMerung. Der Gebrauch der Mischen-Sprache