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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-10-26 · 41 (26.10.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
41 (26.10.1917)
Date
1917-10-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dr. Blvch's Wochenschrift Seite 679 Nr. 41 ist Äberall strengstens verboten? Schließlich teilt das Indische PreMureau den Wortlaut des Protestes gegen diese Vorgänge nm> den eine Versammlung oon Offizieren und Soldaten des! militärischen republikanischen Verbandes -in Kiew angenommen hat. . .! * * * Gegenüber dem Dementi der Judenverfolgungen durch die rumänische Regierung veröffentlichen die Blätter eine Erklärung des! bekannten rumänischen Sozialisten Dr. Rakowski, der dieses Dementi als eine dreiste Lüge bezeichnet und . sagt, daß sich im auswärtigen Departement des Petersburger Arbeiterrates eine Dokumentensammlung über die Mißhandlung von Juden in Rumänien befindet. Trotz des Dementis stellt Dr. Ra k o w s k i fest, daß in B a k u Z4 Juden hin gerichtet wurden. Weitere 14 Hinrichtungen wurden durch die Drohung der russischen Truppen, dagegen zu demonstrieren, verhindert. Auch Van-dervelde und russische Gruppenführer haben bei den.' rumänischen Behörden gegen die. Mißhandlungen der Juden protestiert. Bratianu habe in der Kammer erAiärt. 'man werde gezwungen sein, die Gleichberechtigung der Juden einzuführen, wenn die Rumänen Transsylvanien erobert haben werden, um ltidjit die rumänischen Juden ärger behandeln!zu müssen als die „befreitejn" Juden Tiranssyloaniens. - . - .. * * Das Jüdische Preßbureau in Stockholm meldet aus Petrograd folgendes: Die größte Beunruhigung herrscht unter den Juden Rußlands über die Behandlung der Juden in Rumänien. Die russische Presse veröffentlicht zahlreiche DokunMffr.und Berichte von Augenzeugen, über grausam« Jüdenverfolgungen in 'Rumänien, und zwar sowohl in der Armee wie im Hinterland. Diese Berichte sind so aussehenerregend, daß viele Organisationen der revolutionären Demokratie Rußlands sich mit der Sache befaßten und Proteste gegen dia rumänischen Machthaber erhoben, und. daß die russische Regierung eine strenge Untersuchung der Klagen anordnen mußte. Es wird der rumänischen Regierung zur Last gelegt, daß sie einen systematischen Vernichtungskrieg gegen die jüdische Bevölkerung tolerierte, ja. sogar selbst organisierte. Die Legende des Bäterlandsverrates, das beliebteste Kampfmittel des gestürzten Zarismus, wurde auch gegen die Juden in Rumänien in Umlauf.gesetzt, um das Volk und die Armee gegen die Juden zu verhetzen. Auf Grund einer ' derartigen Beschuldigung ließ das Feldgericht in Baeau 34 jüdische Soldaten Hängen. Alle Bemühungen des' bekannten russischen Schriftstellers Koro len ko. die Unglücklichen, die tatsächlich ganz unschuldig waren. zu retten, waren vergeblich. Unter den Hingerichteten befanden sich auch sieben aktive jüdische Sozialdemokraten, darunter ein Ungesehener Sozialistenführer. Dr.-Wechsler. . Den jüdischen Frauen wurde verboten, in das Rote Kreuz einzutreten. Die Aufnahme von verwundeten jüdischen Soldaten in öffentlichen Spitälern wird verweigert, der Verkauf von Nahrungsmitteln an.die Wische Bevölkerung verhindert. Der Gebrauch der jüdischen Sprache — selbst iM privaten mündlichen Verkehr —. wird strengstens bestraft. Den Juden wurde auch verboten, .das Vieh nach ihrem Ritus zu schlachten. An vielen Orten wurden regelrechte 'Judenpogroms arrangiert. Aus. den. zahlreichen Proteststimmen. der revolutionären .Demokratiß Rußlands gegen diese Vorgänge in RuMäyien sei h'er folgende Rffvlut'vn einer von Offizieren und Soldaten zahlreich besuchten Versammlung des militärisch-republikanischen Versandes in Kiew wiedergegeben : „In Erwägung, daß die Unterdrückung der Juden in Rumänien in Verbindung mit der schweren Lage der Bolksmassen in diesem Lande, mit der unbeschränkten, unverantwortlichen Herrschaft des Adels und der Bureaukratenclique steht, daß ferner bei der Einheit der Front Rußlands und Rumäniens die Orgien des Antisemitismus nicht nur eine ernste Gefahr für den Sieg der Demokratie in Rumänien, sondern auch für die russische Revolution darstellen, ruft der Kieiver militärisch-republikanische Verband, die gesamte revolutionäre Demokratie! auf, ihre StiMme!zu je rheben Aurr Derreidigung der leidensgeprüften jüdischen Bevölkerung Rumäniens und zum entschiedenen Protest gegen die Gewalttaten und die Grausamkeiten, die dorr begangen werden." Ausschreitungen gegen die Juden in England. DjlP WoWche Bureau meldet: Wie jüdische unenglische Zeitungen berichten, haben am 24. und 25. September, unmitteLbax vor dem jüdischen Versöhnungsfest, r og rv M a rt i g.e A u ss ch re i r u n g e n ge g e n die Juden i m L o n don e r E a, st. -End stattgefunden. Biele Juden. Meist russischer Herkunft, und selbst jüdische Soldaten wurden VVM Pöbel, dem sich auch englische Soldaten anschlossen, mißhandelr. Die Fenster vieler jüdischer Häuser wurden eingeschlggen und die jüdischen Passanten beschimpft und geprügelt. Nur nrit Mühe gelang es der Polizei, schlimmere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern. . Bekanntlich hatten vor einigen Monaten auch in Leeds vogroMartige. antisemitische Exzesse stattgesnnden. Die Schuld daran trägt die systematische Hetze gegen die russischen Juden in England, die die reaktionären englischen Zeitungen. V>vr allem die Northeliffepresse, in letzter Zeit betreiben. Dieselben Zeitungen suchen auch jetzt die Exzesse in London zu rechtferriigen. indem sie behaupten, die Juden hätten die englischen Soldaten beschimpft und wgarauf sie geschossen, was aber die jüdischen Zeitungen in England als glatte Lüge erklären. Charakteristisch ist, daß bis jetzt nur ein einziger Pogromreilnehmer bestraft wurde, und. zwar. ein sechzehnjähriger Junge, der zu einer 'Geldstrafe von 40 Schilling verurteilt wurde. Vermischtes. Wien. Sonntag, den 28. Oktober 1917, 30 Uhr vormittags findet im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde, J., Seitenstettengasse 4, 2. St., eine Oeffentl i'ch e P l e n a ritzung des. K.u l t u s v o r st a n d e s statt. „Hitfskommifsion 1915" und „Oesterreichisches Landes Komitee" für Palästina. Wien, 4. Bez.. Frankenberggasse 14. Oberrabbiner Dr^ Julius Diamant, Vukovar, gesammelt von: Sigmund Frank, Präses der israel. Kultusgemeinde Bukyvar, Rudolf Herzog, Lde Lang, Budapest und Tmerich Steiner je Kronen 100. , Kalman Bcwer. Sandor Deutsch. Albert Goldschmied». Jakob Croßmann, Samuel F.^ Klein, Herrmann Lyon. Isidor Pfesfermann, Alexander Singer und Wilhelm Stein je Kr. 50. Leopold Freund Kr. 35. , Ldmund Bier anläßlich der Namenserteilung seines Töchterchens Grete Kr. 25.—, Albert Baum. Wilhelm Tngl und Pinkas Wälder je Kr. 20. -, Heinrich Goldstein Kr. 15.--, Julius Adutt, Julius Biermanm Tpatooac. Karl Brehlauer, Dr. Julius Diamant, Oberrabbiner. Leopold Pollak, Bernhard Tuschak und Jakob Weiß je Kr. 10. -, Hermann Hecht anläßlich der Barmitzwah seines Sohnes Leopold, Heinrich Heiller, Lyon Levy aus .Ganz a. R.,. Gabriel Ofner je Kr. 5.—; zusammen Kr. 1075.—; Zentralverein zur Pflege jüdischer Än-

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