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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-10-19 · 40 (19.10.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
40 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 40 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 663 Genossenschiast landwirtschaftlicher Produzenten, Kolozspar; ' - Vulkan, Maschinerrsabrik A.-G.; . . Lederfabrik Peter Hubka, Liptoszentmiklos.!Wr 5—10 Millionen Kronen lieferten: Szilard Burdia/ ehem. Reichstagsa'bgeordneter, Karansehest Graf LadiWaus Esäky^Prokfalvaer Eisenfabrik: Gräflich Ivan Dräskovfts'sche Herrschaft in Baranyafellye; . M. GiavrilovilÄ!, Salanrisabrik in Petrinia; August Gpttschlig A.-G., Rum, Likör, Kognak; Pozsonyer MabWOrik; Lang'sche Munitionsfabrik. Budapest: Liptäc Galo Johann, Spitalsverpftegung, Bekescsava; Ungarische allgemeine Maschinenfabrik; GienerallagenLur her Maschinenfabrik der königl. ungar. Staatsbahnen (Maschinen); Ungarische Siemens- und Schuckertwerke A.-G.; I. Palngyai L Sohn, Weinhändler, Pozsony; Anton Schall & Co., Bakkantschenlieferanten, Budapest;- Josef Schüller, Patronengürtel, Budapest; Karl Stumlner'sche Zuckerfabrik A-G-. Diese dem „Egyenlöseg" entnommene Liste bezieht sich nur auf ungarische Armeelieferanten. Die österreichische Liste wäre noch lehrreicher. Aber die österreichischen Geschästs'antisemiten sind gewiegtere, vorsichtigere Kapitalisten:. Sie rufen Nicht nach der Liste, denn sie könnte ihnen — gewährt werden. Wien. Der" Verein „Krankenbesuch." (Bikur Chaulim) hat mit Beginn der Feiertage seine Tätigkeit erneuert: arme, -jüdische, verlassene Patienten in ' den Wiener Spitälern Zu besuchen, ihnen-Trost und Hilfe angedeihen zu lassen. Leider l'gibt es noch immer nicht genügend edle Frauen und Mädchen, die sich dieser wunderschönen .Aufgabe Ividuken wollten, undes kostet doch verhältnismäßig so wenig Zeit und Mühe — da 2—3 Stunden wöchentlich genügen —uw eine gewisse Anzahl von Patienten zu besuchen, sie wit Erfrischungen und mit Zuspruch zu erfreuen. Der Krankenbesuch (Bikur Chaulim) ist eine echt altjüdische Sitte, und wurde jederzeit als große Mizwah angesehen! . In den traurigen -vagen, in denen wir jetzt leben, hat er sich so außerordentlich nützlich erwiesen, daß, er sich in allen Kreisen- bis in die höchsten - AristoAatien. eingebürgert hat; weiß man doch, wie glücklich die arwen Sjoldaten sind nrit einer liebevollen Handreichung, Mit einem freundlichen Gruß! Ebensoergeht es! unseren armen, .jüdischen, verlassenen Patienten: sie, warten ungeduldig auf den Augenblick, in dew die Glanbensgenossin an ihr Bett tritt, finden Trost und große ^Erleichterung in einer liebepvllen Aussprache. Sie wissen, daß.sie sich nicht vergeblich an den Verein Bikur Chaulim gewendet haben, die Vereinsdawe tut ihr möglichstes, ihren Wünschen gerecht zu werden. J-üdische Mädchen und Frauen, kommt zu uns. bietet Eure Hilfe M, arbeitet mit an dem Werke .echtjüdischen Wohltuns!! ' Telephonische oder schriftliche Anmeldungen erbeten: Wien. 1. Bezirk, Seiten stettengasse 2. Tel: 42326. . VIII. v. 5483.i Für das' Präsidium des Vereines „Krankenbesuch" (Bikur Chaulim): Lea B o n d ft Präsidentin. Emmy Wechsl er. Sofie ' W al tnch, . 1. Vizepräsidentin.. . 2.. Vizepräsidentin. iEmjanurl Mssnlann sei. And. gm Alter von 76 Jahren ist vor wenigen Tagen Herr Emanuel Hosfmann nach längerem Leiden gestorben. Der achtzehnte Knltusgemeinde-Bezirk war mit diesem wackeren, braven, schlichien, frommen Manne sozusagen verwachsen. Fünfzig Jahre hat er daselbst für die jüdische Gemeinde väterlich gesorgt. Währing hatte vor fünf Jahrzehnten nur wenige jüdische Seelen. Hofsmann mit einigen guten Juden gründete eine Kultusgemeinde, eine Chewra-Kadischa, und ruhte nicht, bis auch ein würdiges Gotteshaus gebaut war; auch eine Talmud-Thoraschule rief er ins Leben. In ihm wohnte eben der gute Geist alter Aeberlieferung ans dem Kehillaleben; Ehrfurcht vor den jüdischen Heiligtümern, Hochachtung vor den jüdischen Gelehrten und innige Liebe zu allem, was das jüdische Leben aufbaut, und aufrichtige Religiosität. Bei der Gründung der Großgemeinde und Ilebernehmen b$t autonomen Kultusgemeinde Währing in dieselbe trat Hosfmann auch den Kultusoorstand ein, woselbst er stets durch sein bescheidenes, friedliches, offenes und klares Wesen beliebt und angesehen gewesen ist. Er interessierte sich besonders für das Schulwesen. Auch das israelitische Spital bildete einen Gegenstand seiner Obsorge; er war viele Jahre Obmannstellvertreter der Spitalkommission. So stand er durch Jahrzehnte im Dienste der jüdischen Sache undi erfreute sich im 18. Bezirke der größten Beliebtheit und Verehrung, woselbst er geradezu als ein Wahrzeichen galt. Vor Einsetzen der Antisemitenströmung war er durch Jahre im Gemeindevorstande Währing; sein Namen steht heute noch aus dem Zirchenbrunnen. Er war ein Ehrenmann. Als solcher galt er auch in dem großen Geschäfishause, in dem er über 50 Jahre tätig war. So hat er sich überall bewahrt. Nächst seiner Familie stand ihm das Judentum zuhöchst. Ihm lebte er mit Hingebung und Freude.. Ihn betrauert eine treffliche, fromme Gattin und eine. brave Tochter mit ihrem wackeren Gatten und Enkelkinder. Sein Haus war ein gut jüdisches. Das Andenken Emanuel Hoffmanns wird im 18. Bezirke unvergessen und stets gesegnet sein. D. Feuchtwang. Am Tage nach Simchas-Thora fand das Leichenbegängnis statt. Im Trauerhause hatten sich überaus zahlreiche Trauergäste, darunter der greise Präsident der. Kultusgemeinde, Dr. Alfred Stern, der Vizepräsident Dr. Leopold Lohn imt' zahlreichen Vorstandsmitgliedern, Abordnungen vieler Vereine und auch der städtischen Bezirksvertretung eingefunden. Der Kondukt bewegte sich vom Familienhause in der Karl Ludwigstraße durch diese nach der Schopenhauerstraße. Die Bahre wurde in. den schwarz ausgeschmückten Tempel getragen, woselbst vor großer Gemeinde eine höchst würdige Trauerseier stattfand. Nach Vortrag des Trauerpsalmes durch den ersten Kantor Szrebrenik mit dem Chore hielt Rabbiner Dr. David Feuchtwang anknüpfend an das Wort: Lenbdo H-h-s<->;-onm> einen kurzen Nachruf, in welchem er der großen Verdienste des Verstorbenen um die engere Gemeinde würdigte. Nach ihm sprach der Präsident Dr. Alfred Stern warme Worte der Anerkennung und schilderte den Verblichenen als „Diener Gottes". Dann sprach der Obmannstellvertreter des Tempelvorstandes Herr Dr. Ignatz Winter bewegte Worte des Abschieds. Hierauffand die Äeberführung zum Zentralfriedhofe statt, woselbst sich ebenfalls zahlreiche Trauergäste eingefunden hatten, darunter die Vertreter der Kultusgemeinde. Herr Landesschulrat Dr. Markus Spitzer und Herr kaiserl. Rat Sigmund Kauders. Nach Vortrag der Trauergebete hielt Rabbiner Dr. David Feuchtwang den Nachruf. Herr Dr. Ignaz Winter widmete sodann an' der Bahre des Verewigten im Namen aller Vereinigungen, denen er angehörte, und im Namen des Bethauses Währing Worre des Dankes. Vermischtes. Cm Vortrag des MiMners T>r. Mar Grunwald über „TM heutige Palästina". Am Samsta-g, dm 20. Oktober, spricht inr großen Saale der Wiener „Urania" Herr Rabbiner Dir. Max Grunwald über „Das" heutige Palästina" (mit Lichtbildern). Beginn pünktlich um halb acht Uhr. Kartenvorverkaus an der Tageskassa der „Urania", Wien, 1. Bezirk, Uraniustraßze 1._ Spenden. Bei Herrn Dr. Grunwald gingen ein für den Tempetbau von Herrn Franz Klein 1000 Kronen (erste Spende eines Nichtjuden), von Herrn kaiserl. Rat M. St. 200 Kronen, von Herrn Wilhelm D e u ts ch, IL, Negerlegasse 7, K lO.—, von Herrn Rudolf Fuchs L 300.—. Bei Herrn Dr. Grunwald sind ferner. eingegangen: Für den Tempelbau von Berta Reksner Kr. 20.— (1. Rate), Pauline Honig Kr. -10—, Anna Reiniger Kr. - 5 —. — Für erblindet^

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