Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 39 (12.10.1917)
- Date
- 1917-10-12
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Dr. Bloch's Wochenschrift Seile 6$t drucksimb Gestaltungsweise zu tingen Beginnt. Doch bas erwachende Gefühl jüdischer KeMeinb'ürgerschast findet bereits in - den kraftstrotzenden NationaUiedern Jmbers elementaren Ausdruck und zum ersten Mal sind hebräische Gedichte dem Alltag nicht, weit entrückt und deshalb dem Dolksempfinden so greifbar nahes. Nicht als überragende Individualität und auch nicht als Dichter, aber um so Mehr als repräsentativer Typus gilt uns Imb er bedeutsam. Wie das Geschlecht, aus dem er hervorging: rissig und brüchig und zeitlebens von tausend Kulturwellen gerütteltz doch einheitlich als tragischer Charakter Und höchst eigenartig als Abbild der schiffbrüchigen Ghettoexistenzen vom Ende des 19. Jahrhunderts, die der Niedergang der haslalischen Bewegung in Galizien erstehen ließ. Der traumhafte Bachur, der von der Mystik des Zohars erfüllt, sich unvermittelt ms Leben einer wildfremden Welt stürzte, und mit dem Keim einer Doppeleristenz in. der Seele nirgends! Wurzel schlagen Und sich nie voll auszuleben vermag, der naive Batlan, der aus den Niederungen des Elends hervorgegangen, sich in der Fremde über alle Welt erhaben dünkt, bis er an der Wirklichkeit zu verbluten pflegt: all diese Merkmale durcheinander gewürfelt, kaum zur , Einheit ausgeglichen, unbewußt und' voll nagender Unruh, überstürzten sich in der Seele dieses Typus, der an der Grenze zweier Welten zur einzigartigen Golusblüte heranwuchs. Eine zerfflüftete, wunde Dämmerseele, die aus dem Ghetto mit 'einem ^jauchzenden Lebensdrang von Generationen hervor- Jürmte und an seelischer Zerrissenheit zerschellt«/... Wenn aüch sein sturmumbraustes Bannerlied, an der Wiege der nationalen - Wiedergeburt erstanden, als namenloses Dichterwerk in Millionen fortleben wird — über den Menschen und. Dichter Imb er senkt, heute schon der Dämon der Vergessenheit seine tiefen Schäften.-. Neue Bücher. Otto Klein. Gedanken zur Mission des Judentums im Lichte kulturhistorischer und wirtschaftsgeschichtlicher Tatsachen. Prag 1917. Verlag der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Fra» Dr. G. Bei den neuen, polnischen Gerichten in Polen wurden auch zahlreiche Frauen für den Bureaudienst angestellt. Jüdische 'Bewerberinnen wurden hiebei kaum berücksichtigt. Eine erwähnenswerte Ausnahme bildet wohl Frau Da N. Rapapor^ eine Absolventin der juristischen Fakultät, welche die Stelle einer Vizesekretärin bei der Warschauer Staatsanwaltschaft bekleidet. Jäkobstadt. Mit Jakobstadt wurde die letzte Stadt des Gouvernements Kurland von den Deutschen erobert. Die Stadt zählte vor hhrer Einnahme 8 bis 10.000 Einwohner, von denen» die Hälfte Jud'en waren, die in. geordneten Verhältnissen lebten. Das zaristische Gesetz gab wohl den -Juden in. Kurland fein Wohnrecht, doch war das Verhältnis zwischen den Juden und der übrigen Bevöl^rung ein sehr gutes. Sehr geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie mir, zum „Brieffasten" in Nr. 38 der „Oesterr. . Wochenschrift" vom 28. September die kleine Korrektur, daß „(Safe National" mit der Ableitung von „Almosen" aus nicht recht hat. Das Etymon von „Almosen" ist griechisch. Aus dem Zeitwort: ueeu „ich erbarme mich, habe Mitleid" ist das Hauptwort-clesmosxns«—.Erbarmen". „Mitleid" (bes. mit Armen), „Unterstützung" gebildet. In dieser Bedeutung kommt es schon in alter Zeit beim« griechischen Dichter Kallimachos ijn - seinen Epigrammen vor (Ausgabe von Ernesti), bei Diogenes Laertius und besonders häufig bei den Kirchenschriftstellern. Es geht nicht an —■ das habe ich an dieser Stelle gegenüber Herren, die, die Etymologie als Spielerei betreiben, wiederholt betont — auf den Gleichklang von Wörtern, die verschiedenen Sprachen entnommen sind, Etymologien aufzubauen. Die Etymologie ist ein integrierender Teil der SprachwiWnschaft, mit der man sich gründslich (beschäftigt haben muh. Sie werden weder in der Literatur, noch im praktischen Berkchr finden, datz man eine dieser Armen verabreichte /Gabe mit der Bestimmung nennt Man hat dafür Hochachtungsvoll Dr. Adolf K a p r a l i k. Judenliteratur im Weltkriege. Erster Teil, 1914/16. Buchhandlung und Antiquariat R. L ö w i t, Wien, I„ Rotenturmstratze 22. 500 jüdische Bücher fürs Feld und Daheim. Sommer 1917. Jüdisches Antiquariat R. L ö w i t, Wien, I., Rötenturmstraße 22. , ..Jung-Juda", Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XVIII. Jahrgang, Nr. 18. Prag, 21. September 1917 (5. Tischri 5678). Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansg. 629. — Inhalt: Der Versöhuungstag. — Das Laubhüttenfest. — Josef Hart: Fern von Daheim. — F. L.: Der Stab. — Ehrich Iuhn: Weckruf. — Sonnenttnder. .— Der erste Schulgang. — Herbert Engel: In den Lüften! — Gertrud Kl ecke l: Das Märchen vom Wind. — Guck in die Welt. — Rätselauflösungen.- — Uebersetzungs-Aufgabe. — Rätsel. Krieflraste«. Dr, K. in 8. Diese Angriffe .auf die „Urania" gehören, streng genommen, nicht in den Rahmen unseres Blaftes. Doch müssen wir mit Ihnen zur Steuer der Gerechtigkeit feststellen, däh sich unseres Wissens von allen den Tausenden und Abertausenden dankbarer Hörer der „Urama"-Vorträge noch keinen durch irgend einen Ausfall der Redner gegen eine politische Partei oder ein Religionsbekenntnis verletzt gefühlt hat. Daß religiöse Themen! in religiösem Sinne behandelt werden, dürste freilich allen jenen als „Klerikal" erscheinen, die jede positive Religion als rückständig und „Mystik" verschreien. Noch keinen jüdischen Besucher der „Urania"-Veranstaltungen hörten wir Klage darüber führen, er sei durch atheistische oder judenfeindliche Ausführungen oder Wendungen, in seinem religiösen oder nationalen Empfinden verletzt' Morden. Die Tendeitz der „Urania" bekundet sich eine für jedes'nichtig und taftvolll geleitete wirklich, volkstümliche Bildüngsinstiiut ganz selbstverständliche. Mit Recht weisen Sie darauf hin, .daß dort wiederholt von Juden , und über jüdische Gegenstände vorgetragen wurde und daß sowohl dem Vorstände als auch dem wissenschaftlichen Beirät der „Urania" Juden, und zwar, bekannte! Vertreter des positiven Judentums angehören, Gah der wissenschaftliche Leiter der „Urania" zum eigentlichen Ziel dieser' Anwürfe gewählt wurde, berührt uns um so peinlicher, als, wie in weiteren Kreisen bekannt, gerade dieser Gelehrte von christlichsozialer Seite wegen, seiner versöhnlichen Haltung öffentlich scharfe Ausstellungen zu erfahren hafte. Leider kann man von diesen Beschimpfungen 'nicht -sagen, was Raffael, erwiderte, als man ihm von Michelangelos- Angriffen auf seine Kunst berichtete, nämlich, däh er sich glücklich -schätze, zu eineL Zeit, in der ein Michelangelo lebe, geboren zu sein. So wenig hinter jener Polemik ein Michelangelo stecktz so wenig erfreulich ist sie als Zeichen der Zeit. * ' . ' Mbgemeine Depositen-Bank. Kundmachung. ~ Auf Grund des Beschlusses der auherordentlichen Generalversammlung der Allgemeinen Depositen-Bank vom 28. Dezember 191.6 wird _ bgs Aktienkapital. der GeseSschaft. van 40, Millionen Kronen erhöht; zu diesem Zwecke gelangen 50.000 neue, mit je Kr. 400.— voll ein gezahlte Aktien zur Ausgabe, die an dem Erträgnisse der Bank vom 1. Juli 1917 an teilnehmen. Den Inhabern der im Umlaufe befindlichen 100.000 Aktien (Nr. 1 bis 100.000) wird das Bezugsrecht auf 16.667 Stück der neuen Aktien unter folgenden Bedingungen eingeräumt: 1. Je sechs Stück der alten Ajktien geben das Anrecht zum Bezüge je einer neuen Ajktie. Auf weniger als sechs alte Aktien wird ein Bezugsrecht nicht gewährt. 2. Der Bezugspreis ist mit Kr. 580.— per Aktie, zuzüglich der fünfprozentigen Zinsen von diesem Betrage vom 1. Juli 1917 bis zum Uebernahmstage festgesetzt und zur Gänze sofort bei der Anmeldung des Bezugsrechtes bar zu erlegen. 3. Die. Anmeldung des Bezugsrechtes hat bei sonstigem Verluste desselben oom 28. September 1.917 bis i(n k l n s iv e 6. O kt'o p e r 1917 bei der Efsektenkassa der. Allß gemeinen Depositen-Bank. 1. Bezirk» Schoftengasse 1, bei ihren Wechselstuben und Filialen und bei der Zentralbank für Handel und Industrie in Budapest während der Geschäftsstunden, das ist von 9 bis 1 Uhr vormittags, zu erfolgen. Die Einzahlung kann nur bei derselben Stelle geleistet werden, bei der die Anmeldung erfolgt. 4. Aktionäre, die das Bezugsrecht anszuüben beabsichtigen, haben es mit einfacher, bei den Anmeldungsstellen erhältlicher Konsignation und unter Vorweisung der zum Bezugs berechtigenden Aktien (ohne Couponbogen) anzumelden. Diese Aktien werden nach Vornahme einer die Ausübung des Bezugs-, rechtes ersichtlich machenden Abstempelung zurückgestellt. Wien, den 27. September 1917. Allgemeine Depositen-Bank in Wien. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige. Einsendung der lausenden MbonnementsgrbLhr, damit dir Zusendung des Muttes keine,Unterbrechung erleide. Zur Einsendung brr Beträge wolle msn stü» des der vorigen' Nummer beigelegten Postepfag» scheine» bedienen. Die Administration.