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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-10-12 · 39 (12.10.1917) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
39 (12.10.1917)
Date
1917-10-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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©rite €44 Dr. BLo-ch's kämpften. Niemjand hat dias Wissen so verehrt und verherrlicht als diese. sJhre jAüsfprüche Zugunsten des Wissens der Thora sind Legion. Auch die Heilige Schrift fordert von uns Wissen, indjem! es dort heißt: „weejdata hojom", „da elohaj vwicho", „behiaskol wejedoa oti" u. a.w'. - Maimonid es^ aus dessen Werken-noch intmer so viel lauteres Gold Zu holen ist, geht sogar einen Schritt weiter; denn er verlangt zur Erhaltung! der Religion sogar „hakargt filvftfat", philosophische Erkenntnis; da unsere Religion. nur int hellsten Lichte. der Vernunft gedeihen kann. Es ist nun Pflicht der berufenen Hüter Israels, der Gemeindevorsteher und Rabbiner, das Wissen unter den Unwissenden Zu verbreiten. Sie sind es ihrem Gewissen schuldig. Welche Mittel dazu anZuwenden wären, würde der gute Wille Zeigen. Ich, erlaube mir, hier nur eine bescheidene Anregung, und Zwar, daß die israelitischen Kultusgemeinden einen Fonds gründen nwchten, vermöge dessen sämtliche schönen, wissenspendenden Predigten und ArtiWl in Sondeväbdrüjcken gratis' verteilt würden. Diese Anregung, ist schon deshalb nicht zu verachten, weil die „Alliance Jsmelite universelle".in ihrem Prograntnt den Punkt hat/„jeder Schrift seine Unterstützung Zu gewähren, die geeignet ist, die von derselben angestrebten Resultate herbeizuführen". Warum sollen es nicht auch die jüdisch-religiösen Institutionen tun? Man ntuß/ sagt ein Gelehrter, manchen Personen die seelischen LÄenMeiMe einiwpfen. Es wäre eine Nachahmung der Natur. Auch diese streut durch den Wind oder Idie Insekten Zahllose Mure aus!.und ist floh, wenn einer bloß auf den richtigen Punkt fällt. Wie oft hört.man im Tempel so köstliche Worte, daß man dabei „unter Tränen Lächelnd" jener Glaubensgenossen denkt, die nicht kommen, um diese zu hören. „O, Mächte sie die gänZe SBett vernehniem!" sagt man ' MM Nathast? 'WerrMÄe /ÄcÜde' diese .WoM'fgLdIE 'He- Mnen, so wurden sie diese lesen oder ihre Frauen> ihre Kinder, und der wohltätige Einfluß bliebe nicht aus. Auf diesen Gedanken brachte mich ein Artikel in der „Oeswrreichischen Wochenschrift" vom 21. September l. I., . Nr. 37, betitelt: „Kol Nidre und seine-Entstehung". Ich muß entschieden sagen, daß ein Sonderabdruck dieses Artikels! von äußerst hoher Wichtigkeit ist, nicht nur Zugunsten unserer „Modernen" Glaubensgenossen, welche den „Kol Nidre" gar nicht oder nur verständnislos anhören, die, wie Nietzsche trefflich sagt, gleich sürd den Alltagsühren, die aufgezogen werden; sie machen Tiktak, und wollen, daß'man TiWak Tugend heiße, als auch Zu- -gunsten der Andersgläubigen, damit Man ihnen ein für allemal den Stachel des Irrtums ausreiße- Das wäre Mehr als eine Tat, und recht hat der alte Pindar, der da sagt: „Länger als die Taten besteht das Leben des^ Wortes, wenn-man es festhält, damit es nicht verwehe." Scripta manent, verba"'volant. In erster Reihe wende ich Mich an die hochverehrte israelitische Kultusgemeinde in Wien, vorzüglich an ihren hoch- und edelsinnigen Präsidenten Herrn Dr. Alfred Stern, dessen ganzes! Leben ein Gottesdienst ist, in dckn die ganze österreichische Jüdenheit entschieden ihren Repräsentanten, ihren Rasch gelita, verehrt und schätzt. Er möge, in Verfolg seiner rieffittlichen Prinzipien bezüglich der VerwiMichung! meiner Anregung mit gutem Beispiele vorangehen. Aufruf. Der Winter rmht! Damit gesellt sich, besonders für die arMe Bevü.lkerung und speziell für deren Kinder, Zn der großen 'Sorge um' die Ernährung die vielleicht noch größere um die Beschaffung von warnten Winterkleidern mrd Schuhen. Wochenschrift - Nr. 39 Schon seit 29 Jahren hat der gefertigte Verein vor Eintritt des! Winters arme würdige Schulkinder ohne Unterschied der Konfession mit Kleidern und Schuhen beteilt. Nun liegt schon jetzt eine große Anzahl von Gesuchen vor, welche in herzbewegenden Worten die traurige Not und das! außerordentliche Elend schildern, in dem sich die betreffenden Familien befinden. Um wenigstens die Not der bedauernswerten Kinder, wenn schon nicht zu beseitigen, so doch wenigstens Zu mildern, die armen kleinen Geschöpfe vox Kälte, und dadurch auch vor Erkrankungzu schützen, um die. Tränen der bekümmerten Mütter zu trocknen, richten wir diesen Hilferuf an alle guten Menschen mit dem dringenden Ersuchen, unsere Bitte nicht ungehört verhallen zu lassen. , Wir bauen uM so mehr .auf das gute Herz jder Menschen, als sich unsere Fürsorge in erster Linie, auf die Kinder der aus. dem Felde der Ehre Gefallenen sowie der im Felde erwerbsunfähig Gewordenen erstrecken M. -; ’ r Doppelt gibt, wer rasch gibt! Demgemäß bitten wir flehentlichst um rascheste Zuwendung entsprechender Spenden, sei es im Wege der Administration dieses Blattes, sei es durchs direkte Zusendung an den gefertigten Obmann des Vereines. . . ' Ein tausendfaches Vergelr's Gott! ruft im vorhinein allen -edlen Spendern aus vollem und ganzem Herzen zu: Hoff und Gerichtsadvokat Dr. Leopold B ra d h, . Bezirks'rat, Wien, II., Praterftraße 24, Obnrann des Vereines „Rudolfsbund" zur Bekleidung ärmer Schulender. . -;. " Ausruf der 'KriegerMütterkussa der „WeMchen Wrfoirge". In rührender Weise hat sich öffentliche und private 'Fürsorge der Kriegerwitwen und -Waisen angenommen. Sicher ist aber .auch dsi e,. M.u t!t e r> ,e s n eß, G e f;a11 Cjn e,n,/o d^ r tztz.'sknv'a li b e n 'gu befiagen/'der keine Hoffnung, keine 'Erwerbs-. Möglichkeit, keine Zukunft ihrer Kinder mehr winkt, die den Gegenstand jahrzehntelanger mütterlicher Liebe, Pflege und Sorgfalt verliert, die in. echt j ü d i s ch e M G e i st e statt einen Sparpfennig für das Alter sich zurüchulegen, ihr kärgliches Einkommen der Erziehung und höheren Ausbildung des Sohnes geopfert hat. Zur Unterstützung dieser Mütter haben wir uns schon im ersten Kriegsjahr über Anregung Seiner Ehrwürden Dr», Feuchtwan g vereinigt und verdanken wir auch einer Sammlung des Dr. Feuchtwang unser erstes Kapital, welches wir zu Unterstützungen und Monatspenfionen für die Mütter gefallener jüdischer Krieger verwendet haben'. Mit der Länge des Krieges wächst die Zahl dieser Mütter^, auch solcher, die zwei oder mehr Söhne deng «Vaterlande opfern mußten. Da unsere Mittel bald erschöpft sein werden und wir unsere Schützlinge, die von. Jahr zu Jahr graMgebeugter und erwerbsunfähiger werden, dann im Stiche lassen mutzten,' .richtet sich u'nsere Bitte an die, die ihr Liebstes gesund wiederzusehen hoffen, an alle Helden, die an der Front gegen den Feind, >an Frauen und Mädchen, die km! .Hinterlande so tapfer gegen Krankheit und Not ankäMpsen. Wir bitten um eine noch so kleine Gabe, Monatsspende oder Subvention' int Interesse der bedauernswerten weiblichen Opfer des noch immer tobenden Weltkrieges. Gütige Spenden, welche die Administration dieses Plattes gerne ausweist, nimmt entgegen Herr Rabbiner Dr. Fcuchtwang, 18. Bezirk, Edelhofgasse 36 oder die Kassaverwalterin des Fonds Frau Berta- Don reich, 20. Bezirk, Dresdnerstratze 77 oder Weibliche Fürsorge, 1. Bezirk, . Schottengasse 10. / . r - Jeanette Feuchtwang, Vorsitzende; Regine M a y, Stell- . Vertreterin; (Jda Berliner, Schriftführerin; Berta D o n r e i ch, Kassierin; Anna Hirsch, Beirätin; Bella Deutsch, Fanny Drei kur s, Pöschen Schur, »Sofie Walltuch. An Spenden sind uns in letzter Zeit zugekommen: Frau Amalie Schwarz in Graz Kr. 40: A. B. durch Dr. Feuchtwang Kr. 50; Olga Friedmann, Sofie Walltuch, Fanny Willheim und Regine -May je Kr. 10; - durch Frau kais. Rät Kirsch Kr. 30; Frau IDirektor Klara Gukherz in Selyp (Hatvan) Kr. 30; Herr Moriz Müller Kr. 20; an heiliger Stätte für meine Söhne betend Kr. 30; Abraham Jehuda Kr. 10; Hermann Schick . Kr. 10; anläßlich eines Urlaubes meines Sohnes Kr. 10; gute 'Nachricht von einem Kriegsgefangenen Kr. 5; gute Nachrichten aus dem Felda Kr. 10; Ersparnisse eines Kriegskränzchens von jungen Mädchen Kr. 20; Frau Fanny Reichl Kr. 20; Oberlehrer Jelinek in Oberhollabrunn ^Monats spende) Kr. 3; /dazu die früher. ausgewiesenen Kr. 8694.04.; im ganzen Kr. 9022.04.

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