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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-10-12 · 39 (12.10.1917) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
39 (12.10.1917)
Date
1917-10-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Dir. Bkoch's Wochenschrift Sette 637 Nr. 39 der Vergangenheit, echt jüdisch ist 'und uns schon von der.Bibel geboten wird. Und wieder soll der Weimarer Altmeister Wir uns reden: . „In Froschpsuhl all das^ Volk verbannt, Das seinen Meister je verkannt." . Dir. M. Grünfeld. Aus der Woche Ter deutsche Staatssekretär des Reichsgmtes des Innern Mllraf. Staatssekretär Herr Waltraf hat als Polizeipräsident von Aachen und als Oberbürgermeister von Köln stets gern Gelegenheit genomimen, auch dort, wo er völlig indifferent hätte bleiben können, sein Interesse am Judentum besonders zu betonen. Als Herr Wall ras zuM Staatssekretär ernannt wurde, hat der Vorstand der Synagogengemeinde von Köln ihn in Anerkennung seines dem Judentum gegenüber entgegenkommenden Verhaltens mit herzlichen Worten beglückwünscht. Herr Wall ras hat daraus unterm 19. August an den Synagogenvorstand ein Schreiben gerichtet, dessen Schlußsatz auch für die Folge ein gleiches den Frieden unter den Konfessionen schützendes Verhalten des Staatssekretärs Wallraf verspricht. Das Schreiben lautet: „Der Synagogengemeinde danke ich verbindlichst für den freundlichen Abschiedsgruß. Daß ich mit dazu beitragen konnte, den Frieden unter den Kölner Konfessionen zu erhalten und zu fördern, bleibt mir eine der wertvollsten Erinnerungen meiner dortigen Amtszeit. Im'gleichen Sinne hier im erweiterten Pflichtenkreis zu wirken, wird Mein unablässiges Bestreben sein." l lTjie AüMeHNW Zu den Berichten, die Mer die ungestünte Ausweisung der Fremden, insbesondere der galizischen Juden, aus Budapest veröffentlicht wurden, erhält die „Zeit" von der Vereinigung der Budapester Wischen Presse die Mitteilung, daß die Misch^kynfessionellen Blätter Ungarns gemeinsam ein Telegramm an den Kaiser richteten, in dem sie den Monarchen davon in Kenntnis' setzten, daß die galizischen Flüchtlinge in Budapest aus Veranlassung des Ministers des! Innern Ugron „wie Hunde aus den Straßen zusammengefangen" und abgeschoben werden. Die Verwirrung und die Verzweiflung angesichts' der plötzlichen Ausweisung soll, wie die jüdischen Zeitungen Mitteilen, eine ^derartige sein, daßW ah nsin ns fälle unter diesen Flüchtlingen Vorkommen. Ein galizischer Flüchtling hat in einem solchen. Wahnsinnsanfall, in dem> er uM Hilfe!gegen die Gewalt- Maßregeln der Budapester Behörden schrie, ein Mordattentat verübt. 'Die Lage der Flüchtlinge aus Galizien ist, wie die Zuschrift besagt, in Budapest gegenwärtig eine unleidliche. Ter Flüchtlingsausschuß hielt unter Vorsitz des Ob- Mannes Dr. R: v. Halban und in Anwesenheit des Ministers des Innern Grasen Toggenburg, des Ministers Dr. R. v. Twardowsky sowie der Fachreserenten aus deM Ministerium des Innern und aus dem Finanzministerium eine Sitzung ab. Vor Eingehen in die Tagesordnung lenkten die Abgeordneten Reizes Kuranda und Rauch die besondere AustNerksanÄeit des Ausschusses auf die Meldungen, welcheihnen aus B u dape st über die zw an g s w eise Ausweisung der dort noch weilenden galizischen Flüchtlinge, insbesondere jener mosaischer Konfession, zugekomMen waren. Insbesondere wurde auch hervorgehoben, daß die Vertreter der Budapester Presse sich in dieser Angelegenheit .telegraphisch an den Kaiser um Schutz für diese armen Leute gewendet haben. Minister des Innern Graf Toggenburg erklärt,, daß bereits das Nötige eingeleitet wurde, um amtliche Nachrichten Mer die Angelegenheit zu erhalten. Im übrigen sei auch ein Vertreter des Ministeriums des Innern mit den Maßgebenden Faktoren in Ungarn bereits Mündlich in Verkehr getreten, um wie bisher in vollem Einvernehmen die Behandlung der in Ungarn sich aufhaltenden Flüchtlinge zu regeln. Nach längerer Debatte wurde folgender Antrag der Abgeordneten Reizes und Kuranda zum Beschluß erhoben: „Die Meldungen Mer die letzten Ereignisse in Budapest und Mer die rücksichtslose Behandlung der sich dort befindenden Flüchtlinge hat der Flüchtlingsausschuß mit lebhaftem Befremden ausgenommen und nimmt die Erklärung hes Ministers des Innern, wonach die österreichische Regierung die geeigneten Schritte zur Wahrung der Jnteresschr dieser Flüchtlinge in die Wege geleitet habe, in der Anhoffnung energischer Verfolgung dieser Aktion mit Befriedigung zur Kenntnis." Hieraus ging der Ausschuß szur Beratung der Repat r i i e r u n >g s f r a g e, beziehungsweise der DurchführungsMaßnahMen zu den im September gefaßten Beschlüssen des Ausschusses Mer. Minister Tir. VMpnyi bei Kol Nidre. Aus Budapest wird uns geschrieben: Minister Doktor Wilhelm Valzsony i ist am Vorabend des Versöhnungstages im Tempel in der Tabakgasse erschienen, wo er vom Vorstand der Religionsgemeinde, mit Dr. Myriz Stiller an der Spitze, empfangen.und zu seinem Betsitze neben der Bundeslade geleitet wurde. Minister Vazsonyi hat nun an Dr. Stiller ein Schreiben gerichtet, in . welchem er mitteilt, daß er sich in jenem Augenblick der Vergangenheit erinnerte, da er die Schule in der Sipgasse besuchte und oben im Chor mitgesungen habe. Er empfand das seelische Bedürfnis, diese Augenblicke für sich festzuhalten und den Beweis zu liefern, daß er mit unvergänglicher Pietät jener Schule gedenke,, von der aus er seine Laufbahn angetreten habe. Er widme zehntausend Kronen für die Zwecke dieser Schule. Die Hälfte dieses Betrages soll für einen Zweck der Lehrer und die Zinsen der zweiten Hälfte .zur Unterstützung armer Schüler der Anstalt verwendet werden. Die Stiftung, die Minister Vazsonyi in Hinkunft zu verwehren gedenkt, soll den Namen seines Vaters führen, der einst gleichfalls Lehrer war. Mach dem Diner für den Grafen Czernin ging der Fürstprimas Czernoch auf den Justizminister Vazsonyi zu und drückte chm seine Freude darüber aus, daß Vazsonyi den Versöhnungstag im Tempel verbrachte. Fürstprimas Czernoch sagte: „Die Minister müssen mit gutem Beispiel dem Volke vorangehen.." Mn SoWaitenseMstMord. Eine Jnjerpelkalfon im Abgeordnetenhause. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses haben die Abgeordneten Max Winter und Genossen an den Landesverteidigungsminister folgende Anfrage gerichtet: .**■ Tie Redaktion der „Arbeiter-Zeitung" hak, am 17. d. dieses Schreiben erhalten: Wenn dieses .Schreiben in Ihren Besitz kommt, hoffe ich, bereits mit meinem Leben abgeschlossen zu haben. Ich hege nur den Wunsch, daß nach vorheriger Prüfung meine Mitteilungen in Ihrem Blatte veröffentlicht werden, ' damit ich auch vielen Leidensgenossen vielleicht dadurch Helsen kansi.

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