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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-28 · 38 (28.9.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
38 (28.9.1917)
Date
1917-09-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 18 Sette 626 £|t\ Bloch's Wochenschrift treffcubc war schwerkrank gewefett und befand sich danrals schon auf denk Wege der Besserurrg«- (In diesem Spitalc beftnden sich nur kranke Soldaten/ Jnfektions!- kranke und nicht Verwundere.) Es war ihm auch.bekannt, destn ^jvir spr-cuhen davon, daß ich' einen Tag vor Nniserer Begegnung, am 13.' August 1917, nachmittags 3 Uhr, in Brasso zwei mfolge schwerer Verwundung den Heldentod gestorbene Mische Soldaten begraben habe, und war ihm auch be^mnt, daß ich am 14., unmittelbar nach unserer Begegnung, in ein Feldspital fuhr,, um gleichfalls' einen infolge schwerer Verwundung verstorbenen jüdischen Soldaten zu b^raben. Er wußte es, denn er übeMrö nrir sogar Mr jemanden eine Mitteilung in jerr^. Feldspital: Dr. Fekete hat offenbar nur ein schlecht^ Mdächtnis und erinnert sich, nicht genau an das vier Tage vorher Vorgefallene. Wenn ihn jedoch ' sem Gedächtnis so sehr im Stiche läßt dann begreife ich es nicht, wie er über seine Erfahrungen während seiner drei Tienstßahre zu schreiben vermag. Für Zusammenfassung von Erfahrungen und Erlebnissen ist doch vor allem ein gutes/ sehr gutes Gedächtnis erforderlich. Und ich begreife nicht, wie er aus den mit solchem «Gedächtnis zusaMnrengefaßten Erlebnissen Anklagen zu schmieden vermag." „^yenlöseg" fordert numnehr den hochwürdigen Feldpater energisch gnfIseine. lüMrerische Verleumdung freiwillG richMMstehlen. . Kmile Merhaeren als Deutschen- und Judenfeind. ' - Ulrich Rauscher teilt in eurer Besprechung des vor kurzem erschienenen Buches von Emile V e r h a e r e n „La BÄgique sanglante" folgende Auslassungen des! berühmten Dichters Mit: „Deutschlands Organisation, trotzdem sie der katholischen Kirche gestohlen ist, beseelt kein christlicher Geist, sondern der semitische! Juden Hatzen dies Reich geschaffen, es' auf die Bahn nach!Evoberung und Beute geführt, es gelehrt, die Gerechtigkeit einer Sache, die Ehre eines' Kampfes', das Bewußtsein eines VolWanzen als nichts zu achten. Asien ist in uns wieder auferstanden, als zogen wir unter KaMvyses Sanherib oder Nebukstdnezar ins Feld'. Dies unser'Ziel: die Milche Seele dem' katholischen Körper einblasen! Preußen^ ist zu diesem Ziele schon gelangt, Bayern und Oesterreich weigerten sich lange, find aber jetzt auf dem besten Wege zum Heidentum, die Herrenmoral hilft nach, der liebe Gott wird zum Komplizen erniedrigt und all dies verschwört sich gegen die moderne Seele, die aus Stolz und Freiheit, menschlicher Klarheit und Erdenlust geschaffen ist und die vor allem in Belgien den heldischen Verteidiger gefunden hat!" Dieses Gemisch von fanatischem Haß mrd hellstem' Unsinn beweist uns nur, daß auch ein großer Dichter dem Delirium verfallen kann. Darauf zu antworten, ist ebenso nutzlos wie schmerzlich., Die alte Erfahrung', daß zu allen Entartungen des Geistes und des Herzens' sich fast immer Her Judenhaß gesellt» bestätigt sich imnrer wieder. Einen tragikomischen Beigeschmack erlangt aber die Sache, wenn man bedenkt, daß dieser Dichter ausschließlich zwei Inden zu verdanken hat, wenn seine Kunst und sein Name |üt den Ländern deutscher Sprache vor dem Kriege so enthusiastische .Verehrung-fand:. Stefan Zweig und Julius B a b. Von Stefan Z w e i g zum Beispiel rührt die Gesamtausgabe der Verhaerenschen Dichtungen in. deutscher Sprache her. Unter den historischen Stätten Jerusalems ist das Grcck RahÄs eine.der rndrKvürdigsten. Sie ist wahrfchMhich Anech wie E. N. Adler in seinem aufschlnß-' rMchenWerk „Von Ghetto zu Ghetto" bemerkt, eine, der echtesten. Doch auch seine Echtheit ist bestritten worden. Manch moderner Kritiker meint, daß Rahel nördlichnnd nicht-südlich von Jerusalem begraben wurde, rechts vom Wege nach Betlehem. Und er wiederholt damit rrur eine tal'Mudische Kontroverse zwischen den Minim,; den ersten Christen^ und den Juden. Das Schwergewicht der Autorität spricht jedoch Ir,-Msem Falle zugunsten der Tradition. Durch alle historischen Zeiten haben Juden, Christen und Sarazenen die; Stelle verehrt als dem Andenken ihrer gemeinsamen Mutter geweiht,-des frauenhaftesten und zartesten aller biblischen Charaktere. Die einzige tatsächliche -Schwierigkeit,, die gegen die Identität dieses Ortes' geltend gemacht wird, ist die Stelle, in 1. Samuel 10, 2, wo der Prophet zu Saul, seinem' Duftigen König, saglje, ,.daß er.an ^Rahels G-rah/än jder Grenze von Benjamin in Zelzah seine Leute , finden werde"". Es ist geltend« gemacht worden, und ohne Zweifel mit Recht, haß die Grenze zwischen , den Gebieten .Juda und Benjamin an diesem Wege Nicht gewesen sein könne. Die Schwierigkeit ist jedoch durch Baurat Schick, den bekannten deutschen Architekten, in befriedigenderWeise gelöst worden. ... Schick hielt Wer diesen Gegenstand eilten Vortrag, in dem er ausWrte, daß. es' aller Wahrscheinlichkeit stach zwei Denkmäler gegeben hat, die Rahels Namen trugen. Das eigentliche lag in Juda und ist dasjenige, von dein hier gesprochen wird. Das andere war ein Kenotaph, ein leeres Chrengtab, wie. etwa Absäloms Grabmal. Dieses letztere ist natürlich identisch mit dem Denkmal, im Königstal (dem Tal Josaphat), 'das er sich selbst zu Lebzeiten errichten ließ«, von dem' er «sagte: „Ich habe keinen. Sohn, durch den mein Andenken erhalten bleiben wird,< und er benannte das Wenkmal nach sich selbst und es heißt bis auf den heutigen Tag ,.Absaloms GrabMal"". Rahels Kenotaph war wahrscheinlich eim.-DjenkMalpILs''von Benfaminiten-'j zm Ehren ihrerr Stammütter in ihremeigenen Lande nahe der Grenze und auf einer Stelle errichtet wurde, von der aus Intern die eigentliche Grabstätte sehen konnte. Jedenfalls kennt und verehrt man heurigen Tages nur die letztere. Pilger aller Religionen h Men es in Ehren; (am! häufigsten wird es von den Juden arrfgesucht. Der Besuch des Grabes Rahels ist der üblichste Ausflug in die Umgebung Jerusalems, da er, der leichteste ist. Er erfordert nur einen etwa zweistündigen Ritt, und jetzt, da der Weg derart verbessert worden ist, sogar noch weniger. Die Meisten Jerusalemer Juden besuchen es am elften Marcheschwan (zweiter Monat nach dem' jüdischen Neujahr), dem' überlieferten Todestage Rahels. Für '.die Richtigkeit dieses Datums ist keine Autorität anzuführen, außer dem aus dem' 12. Jahrhundert stammenden „Jälkut Schim'eoni". Dieser, die früheste Sammlung der damals' existierenden Midraschim. (Lehrbücher), konstatiert, daß Benjamin an jenem Tage'geboren wurde; aber Rabbi Simeon nennt uns die Oiuelle-nicht, aus der er diese Kenntnis schöpfte. Dennoch wird -das Datum von den Juden nicht angezweifelt, und sie gehen an jenem Tage zuM Grabe - der Stammutter, um daselbst zu beten.- Eine Reihe abergläubischer Vorstellungen kniüpft sich an -diesen Besuch. So schreibt Man ein Bittgesuch, in dem Rahel gebeten wird, beim Allmächtigen Fürsprache einzulegen; und ihm die; Herzenswünsche des - Schreibers zu unterbreiten. Dieses eigenartige Dokument stopft der Schreiber - mit einem langen Stock in bie Öüdfen der dicken Steinmauern. Ich« hörte v'on einem. Falle, wo eine solche Petition in die' Hände eines jungen englischen Reisenden fiel. Unglücklicherweise legest die gerade in jenem Bittgesuche zuM Ansdruck gebrüchM Gehässigkeiten und- Verwünschungen für das Herz und Gemüt des Schreibers kein. günstiges -Zeichen ab. Ueber die äußere Form' des Grabmals ist nicht Miel rZu sagen. Weiß, würfelförmig 'ist es' — wie all die anderen (mo-

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