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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-28 · 38 (28.9.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
38 (28.9.1917)
Date
1917-09-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seite 635 Nr?38 Dr. Bloch'; sich wohl befindet, nur sehr unglücklich über die Gefangennahme war. ... ' Genehrnigen gnädige Frau usw. Redlich m. p., Oberst. . _. * Emmerich Kersch. Eniruerich H e r s ch ait# Lupeny (Konritat Hunyad) diente bei - einer Maschinengewehräbteilung. Der kaum 20 Jahre .alte Jüngling hat in den heißen Kümpfen der letzten Wochen ein glänzendes Beispiel seines Heldenmutes und seiner tapferen Ausdauer geliefert. An der Bllkowinaer Front wurde ermib einer kleinen Maschinengewehrabteilung vorgeschoben. Die kleine Truppe wurde üou den Russen mit einem! Kugelregen empfangen. Die Kameraden des Hersch sind zum ,größten Teil gefallen oder wurden verwundet. Hersch selbst wurde auch schwer verwundet, hielt jedoch trotzdem auf dem ihm ^gewiesenen Posten aus' und.führte die ihm anvertraute. Aufgabe aus. Der jugendliche Held erhielt die große silberne Tapferkeitsmedaille. Gegeirwärtig liegt er int Augusten-Barackenspital. (Mitteilung' des Feldrabbiners H offmann im„Egyenlöseg".) Ein jugendlicher Keld. Am 30. Juli d. I. ' starb Rudolf Horner, der begabte und strebsame Sohn des Herrn Josef Horner in Budweis, den Heldentod für sein Vaterland. Geboren am 21. Ilpril 1898, besuchte er die Realschule seiner -. -Heimatstadt mit guten:- Erfolge, nrachte dann, als er . -assentiert wurde, Gie Kriogsmatura und rückte im Mai 1916. ein, Im Februar 1917 kam er an . die Front . mgen Rußland und tat sich bei jeder Gelegenheit durch VcHserkeit? und Unerschröckenheit ' hervor, ,>bjs ihn - sein - Schicksal erreichte. Die schwergebeugten Eltern erhielten von seinem Vorgesetzten folgendes Schreiben: „Ihr wertes Schreiben habe ich erhalten und erlaube mir. Ihnen , folgende ergänzende Mitteilungen zu machen. Ihr braver Sohn hat alle Kämpfe von der großen Durchbruchsschlacht bei Zborow bis tzur Flußformierung bei Husiatyn milgemacht und sich wiederholt durch seine hervorragende Tapferkeit und rastlose Pflichterfüllung ausgezeichnet. Die beispiellosen Strapazen der Verfolgungskämpfe ertrug er trotz seiner Jugend mit mustergültiger Standhaftigkeit... er wurde zur großen silbernen Tapferkeitsmedaille . und zur. .außertourlichen Beförderung zum Fähnrich eingegeben. In der Nacht vom" 29. aus den'30. Julr bekam unser Bataillon den Befehl, den-, Zbruc zu überschreiten und erreichte alserstes den feindlichen Boden. .Beim Morgengrauen des 30. Juli erhielt die Kompagnie den Befehl zum Sturm auf die feindliche Stellung. Im schwersten feindlichen Feuer arbeiteten wir uns an den Gegner heranund nahmen nach schweren Kämpfen die feindliche Stellung bei der russischen Kirche um sechs .Uhr nachmittags. Die eroberte Position wurde vom Gegner mit, einem rasenden Artillerie- und Insanterieseuer überschüttet. Hiebei wurde Ihr Sohn von mehreren Schrapnellkugeln .getroffen. Er sank sofort leblos zurück. Möge es Ihnen zum- Tröste gereichen, daß er gar nicht gelitten hat. Seine Leute bargen ihren tapferen Schwarmführer so gut als es ging in einer. Wegmulde. Erst in der.zweiten Nacht, vom 31. Juli auf den 1. August, als das feindliche Feuer zu erlahmen begann, konnte er bestattet werden. Seine Papiere und sein Geld Abernahm ich persönlich und übergab beides dem Hern: Feldkurator Mit der Bitte, die-Angehörigen zu verständigen. Sein Grab befindet sich im Garten hinter der Apotheke i.n Nussisch-Husiatyn. Ein Lattenkreuz Mit Tafel, auf welcher der Name stHtz kennzeichnet den Hügel.-Ich habe alles nach Tunlichkeit äugeordnet, um eine spätere. Ueberführung möglich zu machen. Wenn es für Sie einen Trost geben kann, möge es der sein, daß . Ihr Sohn den' schönsten Tod ftärb. der einem Mensches r iv'ohl b-eschiedeii fein kann: als Soldat, als Sieger in der feind- > glichen Stellung, au der-Spitze seiner Leute. Möge ihm die feindliche Erde, leicht werden! An . eine Ilebrrführung ist derzeit noch nicht zu denken, da der Raum noch Kriegsgebiet iftz Oberleutnant Richard Wassermann, Kommandant dek . Komp." Wochenschrift Wann wurde Aattistina Verwüstet? Der herttige Zustand Palästinas und Syrieirs ist ein Argument, das die Entente init Vorliebe gegen die Türkei verwendet, die nach allgemeiner Auffassung.Palästinas blühenden Ackerbau und seine hochentwichtte Kultur bei ihrer Eroberung zerstört habe. Mit ' dieser unhistorischen Auffassung räumt ein Aufsatz int „Leipziger Tageblatt" aus. Der Verfasser dieses Artikels stellt fest, daß nicht die Türken, sondern Kreuzfahrer die Ber-, wüster Palästinas waren und daß lange vor diesen schon die Byzantiner im zehnten Jahrhundert durch alljährliche Mordbrennerzüge das Land verheert haben. Zn dieser Zeit wurde das Land noch „Der Garten der Welt" genannt und neben dem? Ackerbau wurden darin die feinsten Industrien gepflegt. Den ersten Raubzng krach Syrien veranstaltete PHolas, der spätere Gemahl der Kaiserin Theophano. Ue'ber sein Heer schreibt der mittelalterliche Weltreisende Rabbi Benjamin von T n d e l a: „Sie haben die Heere aller Barbarenvölker, wie sie sie nennen, in Sold genommen, um mit dem König der Togarmavölker, den "sogenannten türken, Krieg zu führen. Denn sie selbst ziehen nicht gern in den Krieg. Ihnen fehlt der Mut dazu. Sie sind schwach wie die iWeiber, und es fehlte ihnen die Kraft zum kämpfen." P h o k a s verwüstete das freie Land und die festen Plätze na hur er im SturM. Irr 22 Tagen soll er 52 Städte nmd Schlösser geplündert und niedergebrannt haben: ' „Ertötete nicht nur die Bewohner, sonderrr er verrrichtete auch alle ihre Subsistenzmittel: Männer, Frauen nrrd Kinder wurdet: schließlich niedergemacht oder als Sklaven verkauft, die Häuser geplündert und irr Brand gesteckt, die Felder verwüstet, die Ovstbäunre niedergehauen, die Brunnen verstopft und die Haustiere dem Hurrgertode preisgegeben. Jahr aus Jahr folgten solche Mordbrennerzüge, die das ganze Land von Askalon bis- Bagdad/ ganz Syrien und Palästina irr eine Wüste' -verwandelten. Es waren keine wirklichen Eroberungszüge, sonderrr ungeheure 'Raubzüge. Wie ein Orkan fegte der Feind, alles zerstörend und verwüstend, über das Land, die Städte wurden..ausgeraubt, die Kulturen vernichtet, die Dörfer zerstört, die Palmenwälder abgehauen und die Bevölkerung hingeschlachtet oder in die Gefangenschaft entführt. Vor wenigen Jahren noch der schörrste nrrd bestgepflegte Teil auf Erderr, war Syrien nrrd Palästina eine Stätte des Grauens', in der der Hungertod herrschte, der die Pest int Gefolge hatte. Als die Byzantiner abgewirtschaftet hatten, folgten die Krenzzüge..." Wiederlegung einer Lüge. Im Organ der ungarischen christlichfozialen Partei, dem „Alkotmany", erschien am 18. August d. I. ein Artikel des katholischen Geistlichen eines Feldspitals namens Dr. Geza Fekete, in welchem der geistliche Autor die Behauptung ausstellt, daßier Wischen Soldaten -immer nur in Kanzleien und als Militärlieferanten begegnet fei, niemals aber in den Kranken- und Verwundetensälen. Dieser aufreizende Artikel' wurde im „Egyenlöseg" festgenagelt und naturgemäß als Lüge bezeichnet.. Nun wird dem letztgenannten Blatte mitgeteilt, daß dieser verleumderische Artikel in einer Gesellschaft von Offiziere;:, nnter denen sich auch der Feldrabbiner Dr. Samuel Le mibe rg er befand, besprochen wurde und daß hiebei der genannte Feldräbbiner die Folgende Erklärung abgab: ./Der Feldgeistliche Dr. Joses Geza Fekete hat ein schlechtes, ja ein sehr schlechtes Gedächtnis. Denn vier Tage,- bevor er niederschrieb, daß er „einein Juden in den Krankensälen noch nie begegnet sei" — am 14. August 1917 — hatte er selbst die Freundlichkeit, mich, in feiner Kanzlei auf einen in einem feiner Krankensäle liegenden jüdischen Kranken aufmerksam zu machen. Der Be-

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