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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-28 · 38 (28.9.1917) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
38 (28.9.1917)
Date
1917-09-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 38 Dir. Bloch's Wochenschrift. Sette 62l gefolgt lourde; doch uns interessiert hierher Kampf um den Unterhaltsbeitrag. Der Mann wurde nämlich.. tu der Konfinierungsstatioir gemustert, für' geeignet befunden und rückte ent. Im Juni, 1916 schritt also die Frau bei ^der Lattdechmterhältsskommission Fl in Wien um den"Beitrag 'ein, wurde jedoch äbgewiesen, weil chr Unterhaltdurch die Militärdienstleistung des Mannes tticht gefährdet sei. Dem! Manne war nämlich ein größerer Geldbetrag bei der Konfinierung abgenonimen und dem Militärärar für etwaige Ansprüche sichergestellt worden. Daß der Mann also vorläufig gar keine VerfügnngsMöglichkeit über das Geld hatte und die Familie ohne jälle Mittel dastand, darüber war die Kommission hinweggegangeir. Doch- Konfinierte waren dazumal recht eingeschüchtert, und so schwieg die Frau. Aber die Not wuchs stündlich, ein fünftes Kind mehrte die Sorge,, ein etwas freieres Lüftchen begann sich %u regen, also rnachte die Frau im heurigen HochfontMer eüte neuerliche Vorstellung an die LandesunterhaltskomMifsioit. Monate sind vergallgen, sie hat bis heute keinen neuen Bescheid erhalten. Inzwischen "ist ihre Konfinierung etwas gemildert, beileibe Nicht aufgehoben worden — und es äst auch der fünf M o na t e a l t e n Friederike streng untersagt, das Gemeindegebiet zu verlassen, sonst könnte wohl der Staat zugrunde gehen — und . die Frau Mersiedelte nach Aussig.an der Elbe nrit den Kindern. Hier fgnd sie schon , mehr Verständnis;?/und so schritt sie neuerllich um den Ilnterhalts'beitrag ein, gerade als das neue Gesetzin Kraft trat. Die Bezirkshauptmannschaft sendete das Gesuch sofort am 25. Juli mach Pögg stall, dem früheren Aufenthaltsorte. Dort liegt es bis /heute, obwohl die Rechtslage nach dem neuen Gesetz--klar ist. So. jagt die Frau seit fünfzehn Monaten dem Unterhaltsbeitrag nach, lebt in Not und Elend und-bekommt einfach keinen Bescheid. Was! gilt das Gesetz,/was seilte unzweideutigen Anordnungenwas - die -Zusicherungen - des Ministers, wenn "der Bezirkshauptmann in - «Pöggstall nicht will:? Ein holländischer Minister über das Judentum. Der holländische Minister Dr. T r e u b äußerte sich in seinem vom Jüdischen siorrespondenzbureau im Haag verbreiteten - /Gespräche in sehr interessanter Weise jüber Lage und' Zukunft des Judentums. Er führte .aus: Dir jüdische- Frage ist ein i n t e r tt a t i o n a k e s Problem, bessert Lösung von Weltbedeutung ist. Sollte eine internationale Lösung und die Bildung eines j üdischeu Staates als eine Folge des Weltkrieges sich ermöglichen lassen, so würde mir das persönlich sehr sympathisch sein. Eine allererste Forderung würde natürlich die sein, daß die christlichen heiligen Stätten im Orient in der einen oder .anderen Weise unter die Kontrolle christlicher Behörden gestellt würden, oder einen internationalen Charakter erhielten. Ich glaube nicht, daß hierüber ernsthafte Schwierigkeiten - "entstehen könnten. Die Wiederaufrichtung eines jüdischert Volkes wäre schon vom rein humanitären Standpunkte aus ein Ideal. Jeder Menschenfreund müßte wünschen, daß die Lösung der jüdischen Frage im zionistischen Sinne gelänge. Es dürste deshalb auch nichts unversucht bleiben,'damit die Uebersührung. des jüdischen Volkes an seine ursprünglichen Wohnsitze vor sich, gehen und damit für die Welt das so - schmerzliche Problem endlich um güten Sinne gelöst werden könnte. M läßb sich indessen Noch nicht mit Bestimmtheit voräussagen, mit welchen völkischen Problemen sich die koiNmenLb' Friedertskonserenz zu' beschäftigen haben wirb/ Ob hiebei auch die jüdische Frage zur Verhandlung kommen wird, hängt von den Umständen ab, unter/ denen 'bte- .Friedenskonfe^lH Mr Pch "gehen^ wirb. Es ist eben die Frage,- ob Man sichauf die Besprechung der hauptsächlichsten Punkte beschränken oder ob man auch zugleich alle internationalen Fragen überhaupt besprechen wird.' Geschieht letzteres, so wird sicher auch die jüdische Frage nicht Mergiangen werden. Es--äst für mich, als einem Staatsmanne eines neutralen Landes, schwierig, mich-Ängehender hierüber zu äußetn. Wir können den GWU- Mächten riicht vorschreibeni was fl(5 auf der Friedenskonferenz verhandeln sollen. Für Holland besteht keine jüdische Frage. Eine ausgesprochene antisemitische Bewegung, wie sie in Deutschland und Oesterreich vorhanden ist, kennen wir nicht, und ich darf wohl hiüzusetzen. wir kennen sie Gott sei Dank nicht. Ich persönlich, empfinde den Juden gegenüber keinerlei Antipathie. Es gibt unangenehme Juden und unangenehme Christen. Und das wird stets so sein. Und umgekehrt gibt es auch ausgezeichnete Juden und ansgezeichnetk Christen. Gute Eigenschasten find nicht das Monopol einer religiösen oder einer nationalen Gemeinschast. Jeder geschickte Jude bahnt sich in Holland ebenso schnell seinen Weg wie jeder geschickte Christ. Der Jude findet in Holland Feie Bahn und in dem Umstande seines jüdischen Glaubens oder feiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volke kein Hindernis. Das Talent ist hier der alleinige Freibrief für den Erfolg und der begabte Jude kann es bei uns beispielsweise auch bis zum -Minister bringen. Wir sind "/stolz auf unsere freiheMchen Ueberlieserungen. Holland hat nie Judenhaß und Judenverfolgungen gekannt. Schon zur Zeit seiner republikanischen Staatsverfassung unterschied sich Holland darin von anderen Nationen. Wären wir nicht so judensrenndlich gewesen, hätten wir auch nie einen. Spinoza besessen. v v Holland hat allein schon vom moralischen Standpunkt aus. ein Interesse an der Lösung des jüdischen Problems, wie es im zionistischen Programm niedergelegt ist. Es ist äuchbegreislicht daß breite Schichten in der Türkei und in den diesem Reiche verbündeten Läwdern für die Verwirklichung des Zionismus ein treten . Es gehört eben zur Richturtg der geschichtlichen Entwicklung, daß jedem Volke Gelegenheit geboten wird, seine Kräfte frei zu entwickeln. Ten Bemerkungen Dr. Trends über die Errichtung eines jüdischen Staates muß hinzugefügt werden, daß die zionistischen Wünsche ans Ueberlassung Palästinas als geschlossenes Siedlnngslünd selbstredend keine Losreißung Palästinas voM türkischen Reiche bezrvecken. sondern, wie kürzlich an dieser Stelle bereits hervorgehoben worden ist, eine Entwicklung im Rahmen dieses 'Reiches und uns Grund einer starken Interessengemeinschaft mit ihm wollen. England und Amerika dagegen verfolgen in Palästina den Plan, die ermähnten jüdischen Wünsche in den Dienst ihrer eigenen Zwecke zu stellen und für ihre weltpolitischen Ziele zu mißbrauchen. Diese angelsächsischen Bestrebungen bilden einen Teil des gegen das türkische Reich gerichteten ZerstörungsPrograMms.- Der : Kamps gegen diesen Ententeanschlag stellt auch den Mittelmächten die Aufgabe, die Bedeutung der kolonisatorischen Massenbewegung, die der Zionismus darstellt, politisch richtig zu werten. , «, - Die PaNstinasrage. Wn Ar,emorandüm Wilsons an -//.- ' RuWM.. . Wie ^Ameriean Jewifh Chronicle" berichtet, hat sich -das Mitglied' der großen zionistischen Aktionsorganisation Leo Motzkin nach Petersburg begeben, um der provisorischen! Regierung eine Denkschrift des' Präsidenten der Vereinigten Staaten Mer die Palästinafrage und die zionistischeen Aspirationen zu überreichen. ,,Diese diplomatische Mission," schreibt „La Correspondance'Juive", ^bildet einen Teil der Politischen Vorarbeiten der /zionistischen'Politiker für die Verwirklichnng

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