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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-21 · 37 (21.9.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
37 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 37 Tir. Blockes Wochenschrift Sette 615, er; und den Kopf in di,e heilige Ladelegend, schrie er: „Juden, Mn will uns.die Thora schebaal-pe (Mündliche Lehre) wegneWen, wie werden wir unter den Nationen weiter mrs erhalten können?" Lange, lange harrte er in ^tiefem Weinen aus und erst Nach einigen Stunden gab (er Befehl) Mitdem! Kolnidre^Gebet zu beginnen. Nach Beendigung des' Wendgottesdienstes fiel'er in Ohnmacht und als er tzurn Bewußtsein gebracht wurde, sprach er: „Es ist schlecht, die Anrlage stärkt sich", und er befahl, daß Man Mit dem Morgengottesdienst bei. Tagesanbruch beginnen soll. Er ermähnte auch den Vorbeter, möglichst schnell vorzubeten. Ws es zu Neeila kaM, da die Sonne sich zu-neigen begann, sprach Baalschem! wieder Mahnende Worte an seine Leute und sie waren in inbrünstigem . Gebet vereint und weinten aus Herzenst'efen. Baalschem legte den Kopf auf das Gebetpult' und weinte mit. Dann begann er das Neeila-iGebet, Ws! er zur Stelle: „Oeffne die Tore des' HiMMelsj" kam!, machte er derartige Bewegungen, daß den Leuten vor Schrecken das Herz! schmolz; er bog sich! zu Bodden und sein Kopf berührte . fast die Beine und die Mine seiner Stimme waren wie die eines erstgefchlachteten Tieres. So' wahrte es etwa zwei Stunden: Dann setzte er das Neeila-Gebet in unbeschreiblicher Hastigkeit fort. Als seine Anhänger am Abend. zum. Mahl erschienen .waren, trafen sie ihren Meister sehr heiter. Sie fragten ihn: ,,Meister, was hört man von der schrecklichen Anklage, von:der Ihr sprächet?" Und er erzählte ihnen folgendes: „Ws,.ich das stille Neile-schemone-effre angefangen habe, -ging ich in die höheren Welten. Als .-ich. .das. Wbetvlaut - wiederholte, war ich bald in die . höchsten Sphären angelangt, und kam so in einen Himmel, von wo aus die Giebete der Menschenvor den ..Schöpfer gebracht werden. . Ich fand dort eine große Anzahl Gebete, die fünfzig Jahre alt waren und erst heute?in diesen - HiMmä gelangten: wir haben sie--durch - die Innigkeit und den Ernst,/Mir welche wir heute zu Gott - beteten, zach Aufstieg gebracht. Ich fiagte sie: ,,Weshalb bliebet ihr? solange unten?" Und sie antworteten: „Wir waren beaufträgt, unten,zu warten, bis ihr uns hinaufbringen werdet." Nun sagte ich zu ihnen: „Wenn es so ist, dann kochcht mit mir." Und sie gingen mit mir und ich wandelte mit ihnen Von einem« Gjemach in das zweite, smMer höher, bis ich das „Moße Tor" erreichte, von dem Man,' wie es Mir von meinen' großen Meistern Meriliesert ist, ohne HemMuUg vor den Dhron des Schöpfers gelangt, und welches GeMach wie die ganze Welt groß ist. Wohl dem Wesen, das hieher gelangt. Plötzlich erschien . ein Engel, sperrte das Tor gh ünd legte darauf ein großes' Schloß. Bedenkt euch das! Ich drehte mich hin und her, vielleicht — dächte., ich —. fände ich doch.eine kleine. Oeffnung, daß ich vor'den Schöpfer der Welt gelangen könnte:- Die Anklage fand offene Ohren, der. Satan ' hatte schiär Oberhand gewonnen. Pa gab es kein Warten, kein Zaudern.. Ich, Wgäb mich zu meinem Meister im Himmel —7 ich: habe euchschon vor. länWrer Zeit gesagt, daß jeder Mensch im Himmel einen. Meister hat —; und schrie: - - „Meister! Pas' jüdische Volk befindet sich in großer Gefahr' und Man sperrt 'mir den Weg äb, daß ich den Schöpfer der Welt zu bitten vermag, das Verhängnis abzuwenden. Hilf, Meister!" Und der Meister hätte Mitleid Mit mir, er geleitete mich züm gesperrten Tor, aber auch seine- Versuche,- dieses zu öffnen,, waren vergebens. Dja. sprach er mit weinender Stimme:; „Ich vermag dir nun nicht zu helfen," und MaMs'sich Saran, 'sich Mnmir jäbzuwendem Ich«'begann Nuw laut. zu schreien: „Dann willst du uns in der Stunde der äußersten Not verlassen? So-lehrst du mich?" Meine Worte blieben nicht ohne Wirfimlg'. «Er sprach: „Weißt du, Israel. - wir sverden zunl Messias gehen, vielleicht gelingt es ihm, etwas auszurichten." Als wir zum Messias kamen, ließ er mich nicht zu Morte kommen, sondern packte mich beim Arm und sagte: „Nicht schreien, nicht weinen, ich vertrage das nicht. Pa hast du ein Zeichen, und man wird dir djqs Tor öffnen." Und so war es. Ws ich dem Engel das Zeichen übergab, öffnete er ohne jeden Argwohn djas Tor und ich erschien Mit all den angehäuften Gebeten vor dem Herrn. ' Dja ging ein freudiges Rauschen durch Me Regionen: und die guten Engel sangen in heilerer Fröhlichleit, daß es mir hange war, von dort wegzugehen; die bösen Engel verkrochen sich bald in ihren. Verstecken, die Anklage ist aufgehoben worden. Doch hatte der Satan bewirkt, daß die Gebete verspätet vor den Herrn gekommen sind, und es blieb ein kleiner Makel." Es dauerte nicht lange und dieFranki st e n verleumdeten den Talmud und die anderen heiligen Bücher bei den weltlichen und geistlichen Behörden und sie setzten es im Bunde mit demBischosDembowski durch, daß alle hebräischen Bücher verbrannt werden sollten. Dies verursachte eine große Aufiegung in allen polnischen und podolischen Gemeinden. Der Bischof von Kameniz- Podolski ging voran, er kaufte bei seinem.'Wirtshauspächter eine vollständige Tatmudausgäbe und bereitete ihr auf offenem Markte einen Scheiterhaufen. Er hatte bereits eigenhändig sieben Traktate ins Feuer geworfeu, als er unter epileptischen' Anfällen hinstürzte und die angesamMelte große Menge in entsetzlichem Schrecken auseinanderstob. Der Talmud war gerettet, das Weinen des Baalschem am vorhergegangenen Jom-Kippur war nicht erfolglos!, esu vom LeMberger Bischof ausgeschriebener Disput, an dem auch Baalschem teilnahm, endete mit dem Siege des Talmuds, da der Bischof in Lemberg schon gehört halte, wie sein Kollege in Kameniz-Podolski endete. gftttftfov. Schriften von Dr. Grunwald: „Tie Hygiene der Juden", L. Lamm, Berl n, Friedrichstraße. . . Das soeben erschienene, den XII. Jahrgang abschließende Doppelheft 11—12 der Monatsschrift in polnischer Sprache „Moriah" enthält folgende Beiträge: W. B.' .Volk und Menschheit", Martin Buber „Kulturarbeit", Dr. Heinrich Glanz „Zur Einheitlichkeit der jüdischen Jugendbewegung , Dr. Joses Tenenbanm „Der indische Handel in Galizien". Hugo Bergmann „Die Erotik der Juden", Haim Harari „Sehnsucht", M. Goldstein „Briefe aus Lublin" (II), N. M. Gelber „Markgraf Wielopolski und sein Projekt der Judenreform" (Schluß), Josef Finkelstein „Aus der Soldatenmappe". Rundschau: A. Tartakower „Kolonisationsmethoden in Palästinn", Hermann Rosenblum „Zionistische Arbeit in Polen", Dr. Ignaz Schipper „Germanen und Juden". Bibliographie. Neue Bücher. Als Beilage: „Haschomer". Heft 2. Abonnement: jährlich L 8.—.. üt 6.—, halbjährlich L 4.20, M 3.-, vierteljährlich K 2.20, M 1.50, Einzelheft K —.80, M — .60. Zu beziehen durch den Verlag „Morriah", Wien, I., Ebendorferstraße 3, Tür 13. Soeben erschienen: Mentor Studentenkakender ISIS, Notizkalender für Professoren ISIS, Verlag Moritz Perles, Wien. .Neue jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West. 1. Jahrgang, Heft 22, 25. Aug. 1917. Verlag der „Neuen jüdischen Monatshefte", Berlin-München. Inhalt7 Geh.Justizrat Dr. Eugen Fuchs: Glaube und Heimat. — Heinrich Mar gulies: Archiv für jüdische Wirtschaftssragen. — C. Z. Klötzel: ZurücksScholle. — Adolf Stand: Gedanken "über das JudentGÜM— Geh. Meg.-Rat Professor Dr. H. Cohen: Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft. — Umschau. — Literaturblatt. . . 7p -' ,z „Jung-Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 18. Jahrgang, Nr. 17, Prag, den 7. September'1917. (20. Elul 5677.) Redaktion und Administration: Prag, fl., Stefansg. 629. Inhalt: Rofch Haschonoh. Ben Jehnda: Zum Wochenabschnitt. — Josef Hart: Fern von Daheim. — Paul Lindenbferg: Des kleinen Hans. Reise nach Erez Israel. — C. Z. Klotz el: Saloniki. — Frieda Löwenthal: Bon den. Regen-

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