Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 37 (21.9.1917)
- Date
- 1917-09-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette -610 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr.- 37 uns mit '-LübensinÄtteln im Stiche Zu lassen/„wo wir die Flüchtlingsrnvasion Mit so großer Geduld ertragen haben; denn diese geehrten Flüchtlings haben nicht dazu beigetragen, die Lebensmittelpreise Zu erniedrigen. Es wäre praktisch für uns^ wenn sich die Herren Flüchtlinge schleunig st von hier verduften würden." Wenn rin Jude (!) solch groteske Neuerung vor schadenfroh grinsenden Antisemiten vorbriugt, nmß schon sehr energisch dagegen protestiert werden. Der jüdische G.-R. Stein macht diese armen Menschen für das' Verantwortlich, was in ihrer Heimat ihre Feinde treiben, will an ihnen vergelten, was sie nicht verhindern konnten. Die antisemiLischeu Polen in LeMöerg hätten die Juden an die Lust gesetzt, die den Mut aufgebracht hätten, in dieser Versammlung gegen den erwähnten gehässigen Beschluß! Zu protestieren, und der Jude im Wiener Gerneinderat will sie dafür ausweisen lassen! Hiebei soll noch eine Episode in Erinnerung gebäucht werden: Im vorigen Jahre hat Josef Stein gegen den Leiter der Flüchtlings!- zentrale Dr. SchwarZ-Hiller eine/ Hetzkampagne arrangiert. Die Sache fa;td ein Nachspiel im Gerichtssaal, wobei St. keine beneidenswerte Rolle gespielt hat. Jetzt muß man sich die Frage Vorleger:: Hat Herr Stein deswegen denDr. Schwar^Hiller bekämpft, weit ihm' die Flüchtlings nicht zu Gesicht stehen, oder kann er die Flüchtlinge nicht leiden, weil er dem Leiter der Flächt-, lings^en^rle, nicht gewogen ist. . . . Die Handlungsweise des Josef'Stein muß gebrandunarkt werden." Soweit die ,,Deutsche Israelitische Zeitung". Wtösung des Jomkippur-Seelenlichtes für die Kriegswarfen in PaWstina. Ungeheuer ist verhältnismäßig die AiMhl, unbeschreiblich . das Elend der Mischen Kriegswaisenim Heiligen Lande. Wies/was btieftiche Darstellungen darüber berichteten, verLAßt vor den anschaulichen Schilderungen, die etwa zweihnndert vor der unerträglichen No t hreher gefl ächtete Familie n aus dem Lande der Väter uns entwerfen. Hilfeleistung ist unaufschiebbar. Wir bitten deshalb/dieses Jahr die Seelen-(NeschvMo-)Lichte durch Spenden für die Kriegswaisen in Palästina altzulösen. / - Die Hilfskommission 1915 für Palästina, Wien, IV., Frankenberggasse 14. Zahlstelle: Bankhaus S. M. v. Rothschi’td. Wien, 1. Bezirk, Renngasse 3, auf Konto der Hilfs!- kommrffion 1915 für Palästina (für Waiserrpflege). l. (P r of. D r. J.s r a e l L e w Y) Durch den am 8. Septembererfolgten Heimgang des Seminarrabbiners Prof. Dr. Israel Lewh hat das jüdisch-theologische Seminar (FraeiMlsche Stiftung) in Breslau einen schweren Schlag, die Wissenschaft des Judentums einen unersetzlichen Verlust erlitten,' Israel Lewy stammte aus , einem Gelehrtenhause in Hohensalza und war in jüdischem 'Wissen ausgewachsen.? Ms er 1864 mit 26 Jahren in das Seminar als Hörer eintrat, war er -bereits ein.tüchtiger T-alNtudist,, Es war daher kein Wunder, daß er 1872 an die neugegründete Lehranstalt für die Wissenschaft 'des Judentums in Berlin als Lehrer für MMudifche Wissenschaften berufen und nach dem' TKde dtS (BrÄsAner ^Seminarrabbiners iDistsD. -Io v l. zu feistem NjAhfoMv gewählt wurde, um an der Stätte seiner' eigenen AusbEuirg, die rabbinische Ausbildung der, Hörer Kn leiten/ Am 1. April 1883; wurde er hier in seiir Amt ioamKurator Stadtrat Dr. Siegfried M ar ck eingeWM /Bescheiden ü: seinem ganzen Wesen, so wie er niemals ein. Mut angenommen hat und ausschließlich in seinen: Lehrberuf aufginA gehörte er auch nicht zu den schreibseligen Maturen, im Gegenteil. hat er sich nur Hann zu Veröffentlichnrrgen, entschlossen). wenn, er dazu verpflichtet war, also Mr die Jahresberichte deÄ, ' Anstalten, an denen er lehrte, die vorgeschrie'benht wissenschaftlichen Abhandlungen zu liefern. MeserMrrichtüng.. verdanken wir u. fl,: „Uöber ein Fragment aus' Lest, Mischna des Abba Saul" (Jb'.i d. Lehranst. f.. d.. Wissensch. d/ Jud., Berlin 1876), „Ein Wort über die Mechilta des R/ Simon", Interpretationen d. 1., 2., 3. Abschnittes d. pal. Talm. Dir. Nesikin (Jb. b.. W.-theol.' Sem-Mrs,... Breslau, 89, 95, 99, 02). „Ein Vortrag Mer den Ritus des Pessachbrauches" (daselbst 1904), .ferner „Ein Wort über das jüdische Gebet" (Mtschschr. 25, 109/21, 156/64), , „Ueber die Spuren des griechischen und römischen Altertums im talmudischen Schrifttum" (Verhandlungen der 33.' Philosophenversammlung, Gera 1878).. Für sein stilles Gelehrtenleben, das jedem .Hinaustreten in die Oeftentlichkeit abhold war, bezeichnend ist die' Tatsache,, daß er, der Fürst im Reiche der talmudischen Wissens - schaft, eine Autorität ersten Ranges, in keinem Gelehrten- Lexikon erwähnt wird.. Wie ec gelM, ist ec gestorben. Mn Tage der Ruhe ist er zur ewigen Ruhe emgegangeuj.' Letztwillig hat er bestimmt, daß er nicht auf dem 'geschlossenen Friedhofe an der Löheftr-aße beerdigt werde, er wollte kein Vorrecht genießen, unter allen anderen Glaubensgenossen auf dem Friedhof in Cosel wollte er zur Rühe koiuMen und von Hause aus nach alter Weise. So fand denn am letzten Dienstag in der Seminar-' st Synagoge um 11 Uhr vorurittags die Trauerseier statt; Dr., Horovicz (für die Lehrer/ Dr./Winter- Dresden (fast bie älteren - Schüler), Dir.. F re i e r (für - die Hörer) gaben ihrem Schmerze über den Verlust des Großen in - Israel würdigen Ausdruck./ Daran schloß/ sich die Uebersührung nach Cosel, wo die Beisetzung, erfolgte. .Es Fprachon/iandep Bahre'.'die'-'G!emMndevflbbineriDrvft't^^ GuttMann und Dr. Rosenthal, Rabbiner Doktor Rosenzweig-Berlin namens;der zahlreichen Schüler. und Freunde, Doizent Dir.- Elbogen-Berlin für die Lehranstalt für die Wissenschaft, des Judentums; Mos.. Lew y, der Sohn, und am' Grabe- Rabbiner D-r. S i - - Monso h n.- '' , Die Juden in Bulgarien. „Echo de Bulgare" schreibt:- Anläßlich des dreißig- - jährigen Jubiläums feiner Regierung, erhielt König'Ferdinand von Bulgarien auch von den Juden-seines Landes Kundgebungen aufrichtigster, Hingebungsvöller Treue und Liebe. - / st - Als Antwort auf die Huldigungsädresse der Mischen. Gemeinde von Sofia' sandte Zar Ferdmandau den Großrabbiuer von Bulgarien das folgende Telegramm:' " ‘ /. / : - „Mit Genugtuung und Befriedigung habe ich den Ausdruck der Treue und die warnten WüNsche zur Kenntnis genommen, welche Sie mir anläßlich des .Festes ' vom 15. August zukommen ließen. Ihnen, allen- Juden des Königreiches und den Mischen Helden, die Mit tapferen: Mute das Vaterland verteidigen. Meiner:- herzlichsten Dank!" KoprrchacM. (Ein neuer russisch e r ^Pro te st gegen die Unterdr ückungsp ol:tik de.r rumä- / nischen Regierung.) Laut „Rußkoja Wjedomosti" - veranstaltete die sozialistische 200. Sektion in Odessaeine große Protestversaunnlung in: Stadtpark gegew die' Unterdrückungspolitik der rumänischen Regierungst Auf der Atasfenversammlung.redeten der. bekannte.Sozialist Rakowski und andere rumänische Sozialisten.' Mne von Odessa aus-gesandt-e- Deputation unter der Führung des Rabbiners- N e;b e l s k: j 'und des^ HerausgebM des -