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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-21 · 37 (21.9.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
37 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Sytr 609 Nr. 37 Dr. Bloch's! Wr die iWMMen intl Heiligen Lande. Die Hilferufe, die fortgesetzt aus dem Lande der Väter an^uns igekangen, bestirümen uns, unseren Aufruf für ' diese 'Beklagenswerten zu wiederholen. Unser Appell, der anfangs' Juni in diesen Blattern erschienen ist, kam' so zeitgemäß', daß von den verschiedensten Seiten die Notwendigkeit, in der gleichen Richtung zu wirken, durch ähnliche öffentliche Aufforderungen bekundet wurde. Unser Erfolg übertrifft unsere Erwartung. Mit besonderer Genugtuung verzeichnen wir als bisherige Höchstleistungen die soeben.eingetroffenen Beträge von K>. 5517.— aus Tarnow, gesammelt in der dortigen Gemeinde und eingesandt durch' Herrn Kultuspräsidenten Elias Baro n und den Herren Rabbinern Kurz und K i r sch enba u m>; ferner eine weitere Spende von 5294 Kronen als Samwelergebnis in der Vielt tzer KultusgeMeinde — wovon auf Bielitz 3494 Kronen, auf die Nachbärgemeinde Biala 1800 Kr. entfallen —, überwiesen durch Herrn kais. Rat Professor Ed. Feuerstein, 'Präsident der Bielitzer Kultusge¬ Meinde. Doch sind die Anforderungen. derart hoch, daß wir aftäs äufbieten Müssen, ÜM ihnen auch nur einigermaßen gerecht werden zu können. Wfmf M die MtMkuferlen in Palästina! Tausende palästinensischer Juden, darunter zahlreiche Oesterreicher und Ungarn, bisher von Mangel und,Teilchen heimgesucht, hüben nun auch ihr Obdach verloren. , Unsägliche Not herrscht unter diesen Unglücklichen, die dem FlüchtlinglAelend und verheerenden Krankheiten preisgdgeben sind. .. Nür sofort und kräftig eingreifende Hilfe'kann von den jüdischen Siedlungen im Heiligen Lande eine ernste v Gefahr abwenden. Wer zur 'Erhaltung dieses Kulturwerkes beiträgt, erfüllt eine "Menschenpflicht, die nicht nur nach . Auffassung maßgebender Mischer Kreise, sondern auch leitender Staatsmänner dringend geboten ist. Bor allem hilfter Tausende wertvoller Menschenleben retten. Kopf und Herz gebieten e$, die Hand zur Gabe zu öffnen. Die HilfskoMmission'1915 für Palästina, Wien, IV., Frankenberggasse 14. Zahlstelle für' Oesterreich: Bankhaus S. M. von Rothschild, Wien, 1. Bez., Renngaffe 3; für Deutschland: Deutsche^Bank, Berlin, Postscheck-Konto Nr. 1000 (auf das Konto „HilfskoMmission 1915" für die Evakuierten in Palästina). Hilfsaktion der „Israelitischen Allianz" zu Wien. Das k. k. Ministerium des Innern Hab an den Vorstand der „Jsr. Allianz" folgenden Erlaß gerichtet: Zahl 50.380. _ . Wien, am 6. Aug. 1917. Wie dein.Ministerium!' des Innern bekannt, ist die geehrte „Israelitische Allianz" in Wien seit Kriegsbeginn eifrigst und unter Aufwendung bedeutender Geldmittel bemüht, das. traurige Los der israelitischen Flüchtlinge zu lindern. ■' Dieses Hilfswerk stellt sich als eine wertvolle und überaus dankenswerte Ergänzung.der staatlichen Flüchtlingsfürsorgeaktion dar. Das Ministerium des Innern nimmt daher dia Mitteilungdes in der GeneralversaMMlunig vornl-25^.Juui ' .1917 - erstatteten .44. Jahresberichtes gern zum Anlaß, um. der geehrten „Israelitischen Mliäuz" den Dank für ihr ersprießliches humanitäres Wirken, zugunsten der isr. Flüchtlinge aüszufprechen.; Für deil k. k. Minister des Innern: (Unterschrift.) Wien. In der BörsekaMMer haben die Herren Börseräte Leopold Langer, der bekanntlich Kultusvorsteher ist, und Gustav. So bot ka den Antrag gestellt, aM Jom- Kippur den Börseverkehr wie an den hohen chriWic^en Feiertagen einzustellen. Der Antrag wurde einstimmig ,angenoMMen. Sol ereignet sich seit dem Bestand der Wiener Börse zuM erstenMal der Fall, daß..gebührende Rücksicht auch auf ihre Mischen Besucher genommen wird. Tier Meischgenuß an den Mischen Feiertagen. Die Statthalterei hat folgenden Erlaß an die Be- # zirRhauptmannschaften, an den Wiener Magistrat und an die Stadträte in Wiener-Neustadt und Waidhosen an der Mbs herausgegeben: „Das Amt für Bolksernährung hat in Würdigung der für die Israeliten maßgebenden rituellen Grunde die Bewilligung erteilt, daß die Angehörigen des Mischen Glaubens an den auf den 18. und 25. September und auf den 2. u nd 9. O ktob er fallenden Feiertagen Fleisch und aus Fleisch znbereitete Speisen genießen dürfen. Der Fleischverkauf bleibt jedoch an den bezeichneten Tagen verboten." Sabbat- und Feiertagsruhe und rituelle Verköstigung für die auf lGjpulch tp§ KM. orthodoxen Jupen. Das Militärkommando hat auf Grund des Erlasses des k. u. k. Km., Abt. 10. Nr. 207.972 vom! 28. August 1917 folgenden Befehl verlautbart: Den in ArbefterkoMpagnien, Werkstätten und Anstalten diensttuenden Juden orthodoxen GlaubeiE ist die Einhaltung der Ruhe an Sabbat- und Mischen Festtagen durch entsprechende Arbeitseinteilung und entsprechend stärkere Verwendung derselben an Sonn- und nichtjüdischen Feiertagen, zu ermöglichen und denselben, soweit es nach ihrer Zahl. .uM. den.zur, .Verfügung stehenden Einrichtungen Möglich ist, eine rituelle Verköstigung zu 'gewähren. - Zur Orientierung wird bekanntgegeben, daß der Sabbat und die Mischen Festtage Mrt dem! Eintritte der Dunkelheit am Vortage beginnen und mit dem Eintritte der Dunkelheit am Sabbat und aM Schlüsse des jüdischen Feiertages enden. Eine reschsdeutsche Stimjmle Wer Giemeindemt Jostf Stein. Herr G.-R. Josef Stein hat sich gedrängt gefühlt, über die Kritik seiner politischem Tätigkeit in dem Artikel „Herrn G.-R. Josef Stein ins Stammbuch" (Nr. 35) mit einem Schreiben an die Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift" Beschwerde zn führen. Es zeigt sich aber, dah man auch in Deutschland, wo die Verhältnisse und Vorgänge in Oesterreich genau verfolgt werden, das absonderliche Verhalten des Herrn G.-R. Josef Stein mit peinlichem Unbehagen empfindet und mit gleicher Schärfe beurteilt. Vielleicht wird diese reichsdeutsche Stimme Herrn Stein zum Nachdenken veranlassen. Die „Deutsche Israelitische Zeitung" Nr. 37 enthält nachstehenden Artikel über den Wiener Gemeinderat Josef S tein: „In Lemberg fand kürzlich eine Versammlung statt, in der verlangt wurde, daß die in Malizien produzierten Lebensmittel in Galizien zu verbleiben hätten und nicht in die «übrigen Kronländer auszuführen seieir. Die Veranstalter dieser sonderbaren Versammlung waren .nichtjüdifche polnische Politiker. WasJfcut nun im! Zusammenhang mit diesem Vorgang der Jude Gemeinderat Stein? Er steht im Gemeinderat in Wien auf und erklärt zum Gaudium! der Rathausantisemiten (die Blätter vermerken «an dieser Stelle: Lebhafter Beifall bei der Mehrheit), es sei von Galizien unerhört,

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