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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-14 · 36 (14.9.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
36 (14.9.1917)
Date
1917-09-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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■" Seite i)88 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 36 hast durch deine Gebote und. uns befohlen hast, deinen Namen;u heiligen." Altern schritt der Nabln Zu dem Galgen, rief staut das „Sch'ema JlsroeU", aber noch ehe der Henker ihn erfaßt hatte, hatte er r:rit dem letzten. Wort des Sch'ma, mit dem „echod", der eine und einzige, auf Len Lippen, seine reine Seele ausgehaucht. Sticht alle konnten diesem' Anblicke standhalten; viele sind in Ohnmacht gefallen und viele sind schroer erkrankt. X), nicht hatte der Henker das Glück, den Zaddik auf dem Galgen ümzubrmgen. ... So opferte sich der heilige Rabbi von Krasnik, Rabbi Mose Mordechai Mendelssohn für seine Gemeinde. - Und ich — fügte der alte Jude hinzu — habe wem Haus, mein Hab und Gut vogelfrei zurückgelasscn und ging fort, fort in die Welt . . . ich konnte 'nicht länger bleiben . . .'ich konnte cs nicht mehr über mich bringen, den Marktplatz zu sehen. — Bevor ich fortzog, habe ich mich vor meinem Sefer-Dhora drei Stunden lang ausgeweint, aber Pergamentblätter schweigen . . . der Himmel schweigt, die Erde schweigt. . . . Gesetz und Recht sind nicht daj. . . . so .bin ich fort, in die Welt . . ich kam-i nicht mehr; mein Kopf, mein Hirn sind wüst vor Kummer . . . . König Salomos Köldsiotten. Ter biblische Bericht Ger die Goldslotte König Salomos ist, von einigen etwa gleich! alten .assyrischen Schriftstücken abgesehen, die Äteste Urkunde, die dorn indischen Weltmeere und seinen Randmeeren spricht. Als die Goldslotte Salomos aussuhr, war die Schiffahrt inr Indischen Ozean -offenbar schon hoch entwickelt, ans den Büchern der Chronika und dem' Buche der Könige enthüllt sich das Bild einer auf ein hohes Alter znrüEickenden, wagemutigen phönizischen Schiffahrt inr Indischen Ozean, die nach leidlich fefieit - Plänen einer in Tyrus ansässigen Zentralstelle betrieben seilt muß. König Salomo machte sich bei der zweifellos überraschend großzügigen und fast modern anmutenden Handelsunternehmung, die er ins Land Ophir sandte, ' die von den befreundeten Phöniziern gesammelten Erfahrungen in kluger Werse zunutze und wurde dabei von deren Kimir - Hnram sreundlichst unterstützt. Wo aber lag das Goldland Ophir? Zu dieser viel umstrittenen, noch immer nicht endgültig gelösten. Streitfrage bringt Doktor Richard Hennig im „Prometheus" (Verlag von Otto Spanier in Leipzig) wertvolle Beiträge, die wohl die einzig mögliche.Lösung'der Rätselsrage enthalten. Früher faßte, rnan die Aufgabe falsche an, indem' man sie vom Standpunkte des Sprachforschers zu lösen suchte, wobei sich, die merkwürdigsten Dinge ergaben. Ans der Vibelstelle L. Chronika 3, 6: „Das Gold Uber lvar Parweiirgold",. schloß R. Me wes, .'daß das Goldland Ophir ür — Peru gelegen habe! Aehnlich schlossen andere Forscher aus solchen Wortspielereien, daß das Land. Ophir in Mexiko, in Kleinasien, in Indien, in Arabien oder in Ostafrika zu suchen sei. Die lvirtschaftsgeogravhische. Betrachtung der Ausgabe läßt durch Ausschluß aller übrigen dWglichkeiten nur eine offen, die mit dem |Ms berichte in Einklang zu bringen ist.-Im ersten Buche der Könige 9, 26 finden sich! eitrige Ortsangaben, und inr „ 8. und 9. Kapitel der zweiten Chronika findet sich weiterer Aufschluß ubex die. Reifte der Goldslotte. Bon vornherein vermag kein Zweifel darüber zu bestehen, daß ein großer Teil der von Salomos Flotte niitgebrachten Schätze nur aus Indien gekommen fein kann, nämlich die Edelsteine, die Affen, die Pfauen, das Sandelholz; allein es wäre, ein Trugschluß, wenn iitau Deswegen Indien -auch' als die Heincht des mitgebrachten Goldes .anjchew wollte. Der. Bibeltext. sagt. durchaus nichts darübe lst daß-die Edelsteine ebenfalls aus Ophir stankmten. Sicher ist, daß Jitdien zu keiner Zeit Gold u nenneusroerter Menge hervorgebracht hat; in Ophir aber muß, nöüvefrdigerweise. yvn Salontos Leuten ' das Gold umnittelbar dent Erdreich! abgewonnen, nicht etwa' durch Handel erworben fein, denn mit Rechts meint Georg Weg euer: „Eine einzige der wiederholten Expeditionen lieferte dem König Salomo die mit großer Sicherheit angegebene Menge Von 420 KiMr Gold (1 Kikkar 426 Kilogramm), was nach, dem heutigen Goldwerte etwa 33 Millionen Mark bedeuten würde, Palästina hätte ja gar keine Gegenwerte für derartige Goldmassen anzubieten gehabt.- Nur eigener Bergwerksbetrieb konnte sie wahrscheinlich machen. Die Untersuchung hat also zwei Tatsachen gerecht zu werden: daß Salomo die riesigen Goldme.'.gen nur durch'Bergwerksbestrieb in Ophir gewonr.e.u haben kann, und daß Indien ein Goldbergwerk von irgend welcher Bedeutungnie besessen hat. Die einzige Stelle der Erde, die solche Goldmengen hervorbringen konnte und gleichzeitig für eilte vom Roten Meer ausgehende, insgesamt dreijährige Seereise erreichbar war, ist Südafrika, insbesondere das Hinterland der Sofalaküste von Mozambique, das bis ins Mittelalter hinein das ergiebigste Goldland der Erde war. Karl-Manch hat diese Vermutung zuerst ausgesprochen, und besonders lebhaft hat Karl Peters sie verfochten. Die Spuren sehr alter Goldbergwerke int Maschonalande sprechen für sie, und daß die Phönizier bis nach Südafrika vorgedrungen sind, unterliegt keinem Zweifel — die Reste eines phönizischeir Ruderschiffes, die man in der Nähe von Kapstadt aufgefunden hat, lassen feinen anderen Schluß zu. Die Phönizier kannten also die Sofalaküste, im Mittelalter war das Maschonaland die bedeutendste Goldquelle der Erde, im Altertum gab es kein anderes Land, das solche. Riesenmengen Gold in verhältnismäßig kurzer Zeit durch Bergwerksbetrieb zu ge-. Winnen gestattete, und die Reisedauer von drei Jahren, die. inr zweiten Buche der. Chronika als jedesmalige "Zeit AngeAbeuMrb',' WnÄrÄ' 'äuch'- Venn'mäir für die Hin- und Rückfahrt der Schisse je ein Jahr, für den Bergbaubetrieb ein drittes Jahr rechnet. Hiernach entwirft Hennig etwa folgerrdes Bild von der Reisender Goldschiffe: dsta unter phönizischer Führurrg . fahrende Flotte Salomos hatte zwei Bestimmungsländer:; bie Malabarküste irr Vorderindien und die Sofalaküste im? heutigen Mozambique. Gemeinsam liefen die Schisse aus Eziongeber (heute Akaba) aus, legten die Fahrt durchs Rote Meer etwa bis aus die Höhe von Makalla gemeinsam zurück. Alsdann trennten sie.sich und gelaugten, sich an den Küsten entlangtastend, nach etwa einjähriger Reise zu ihren Zielen. In Indien, vielleicht auch in Ceylon, wurde, erfolgreich -Handel 'getrieben, -während die an der Sofalaküstd-gelandeten Leute landeinwärts irr das den Phöniziern schon gut bekannte Maschonaland zogen, wo sie mit außergewöhnlichem -Glück nach Gold schürften. Zu eirreM verabredeten Termirr fanden fich die Schiffe etwa in Südärabien, vielleicht irr Aden, wieder zusanmren und kehrten bann gemeinsam zurück. Diese letzte Annahme hat urn so mehr für sich, als Aden (bei Ezechiel Uden genanrrt), der Haupthafen des Königreiches Saba war, dessen Königin, der bekannten Ueberlieferung nach, freundschaftliche Beziehungen zu Salomo unterhielt. Ire religiöse Kunst der Inden in Lianen. Die Juden sind' seit alter Zeit ein Volk der Bücher. Während bei anderen Völkern den Ungebildeten durch Bilder, Statuen Ustv. hie Dogmen der Religion anschaulich gemacht werdenunußten, schöpfte der Jude seine geistige Nahrung aüs dem Buche der Bücher. Malerei und Bildhauerei waren bei der Ausübung! des. Gottesdienstes nicht Unentbehrlich; das Volks, der; Begriffe, hat der Kunst nur eine.Nebenstellung eingeräumt.. Deshalb kam sie, auch, nicht, zu BMe., Die Mische Kunst-.: ent-

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