Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-07 · 35 (7.9.1917) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
35 (7.9.1917)
Date
1917-09-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022284--26277-3051627
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 3b Dr. Bloch!s stand. Die Kollektauten gaben ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß sich die Erblasserin nicht vorr einem Vorurteil gegen die Juden habe leiten lassen, sondern einzig unter dem Eindruck handelte, daß die jüdischen Studenten dank ihrer Kenntnis, der hebräischen Sprache, im Studium des Arabischen anderen Studenten gegenüber , im Vorteil seien. . Nichtsdestoweniger schätzen die Juden Englands den Schritt der Universität Cambridge sehr hoch. -Beerdigung eines Mischen Soldaten in Jerusalem. . Unterm 29. Juli d. I. berichtet der Jerusalemer Berichterstatter des „EgyenNseg" seinem Blatte: Augenscheinlich der Uebeceifer in der Ausübung seines Dienstes lvar es, der unseren Glaubensbruder Nissim Be nnsch ir a s, einen bei unseren schweren Mörsern an der Gazafront dienenden, nicht ausNebildeten Soldaten, zu dem vorgeschlbbenen Beobachtungsposten geführt hat, wo er Freitag, den 20. Juli/von einigen feindlichen MaschinengetvehEugeln getroffen würde. Tage hindurch lag er bewuWos in einem Spiral hinter der Front, wo er am Donnerstag durch den Tod erlöst wurde. Er ftanunte aus einer vornehmen AdLianopler.sephardischen Gemeinde und versah bei uns Dolmetscherdienste. Sein Hauptmann gab seiner besonderen Liebe und Gunst sowohl dem Verstorbenen als auch dessen Ungehörigen gegenüber Ausdruck, indem er den Verblichenen' nicht in der Wüste' begraben ließ. Er sandte ihn von der 120 bis 130 Kiloineter entfernten Front nach Jerusalem, um ihn dort zur ewigen Ruhe-Vestatten zulassen. Für Freitag, detz 27. Juli, morgens 7 Uhr,- war das Leichenbegängnis von. dem. neben der Lazärettschule befindlichen tu. k. Reservespital aus angesetzt. In Vertretung-des Spitals waren der Oberarzt, der Kommandant und - zwei' Offiziere anwesend. Die türkischen Behörden w^aren durch« den Stadtkommandanten, - eintz Ehrenkompagnre mit dev türkische'tt MilikäWpell^ -vertreten. Von deutscher' Seite.erschienen Oberleutnant G r o ll e. Niilitärbevollnräch,tigter, eine Abordnung der deutschen LtutöMobilformation, später schlossen sich dem - Luge ein hier weilender k. u. k. Haüptmann und ein Oberleutnant an. Nachdem ' das Militär im Hofe Aufstellung genommen hatte, fuhr der mit grünem Reisig bedeckte Magien mit dem einfachen Holzsarg vor. Rabb. Horovictz' hielt, hinter dem Wagen stehend, eine deutsche Ansprache. Den Leichenzug erösfnete unsere Ehrenkompagnie, ihr folgte die Musik, dann kam der Wagen mit dem Sarlge, .gefolgt vom Rabbiner Und den Offizieren; die Deutschen und Türken schlossen den Zug. Eineinhalb Stunden dauerte es, .bis wir den 3 Kilometer weit entfernten, am Fuße des Oelberges, ans der nach Bethanien führenden Straße gelegenen Friedhof erreichtem Auf dem langen Wege dahin spielte die türkische Musikkapelle mehreremale den ganzen Chopin'schen Traüermarsch. Im Friedhofe angelangt, verrichtete Rabbiner H o r.o v icz die üblichen -Trauergebete, worauf die Ehrensalve, mehrfach widerhallend, abgegeben wurde, und bald darauf bedeckte ein Grab eine geschwundene Hoffnung ein zwanzigjähriges Leben, einer Mutter ganzes Hoffen und Sinnen.... Die Wühlarbeit der. rusiischen Schwarzen Hundert. < In den Moskauer ' Bahnhöfen wurden dieser Tage : mehrere Mr Beförderung bereite Kisten entdeckt, irr, denen Pvgrom-literalur enthalten war> die bestimmt ivaren, in ine ' verschiedenen Teile verschickt zu -werden. In den Flug- ■ schürften wird die russische PrvvinAbevölkerung aufgesordert,. mit den Juden ,,abzuvDnen", die an der gegenwärtigen LaM RuWarM schuld seien. Wie - „Rußkyje Sfovv" meldet,. wurden in: LusanüNenhang mit dieser- Sendung WereitA zahlreichePersonen - verhaftet, - welche Wochenschrift Sette 57a angaben, Mitglieder einer geheimen Organisation nach dem Muster der Schwarzen Hundert, wie sie unter dem Zarismus blühten, zu sein, in deren Auftrag sie den Versand der Pogromliteratur ausführeu wollten- Die gesamten Vorgefundenen Flugschsristen wurden 'beschlagnahmt und die Untersuchung behufs Eruierung ffev übrigen Mitglieder der Organisation eingeleitet. Hungertyphus im Lager der rumänisch-jüdischen Flüchtlinge. Das Petersburger -jüdische Zentralhitfskomitee erhielt, wie Petersburger Blätter berichten, dieser Tage aus dem besfarabischen Gouvernement die telegraphische Meldung, daß unter den Mischen Flüchtlingen aus Rumänien, die in den verschiedenen Ortschaften des bessarabischen Gouvernements untergebracht sind, eine schreckliche Epidemie ausigebrochen sei. Besonders Hark grassiert der Hungertyphus unter diesen völlig verlassenen, ans ihren Wohnorten gewaltsam vertriebenen unglücklichen. Menschen, von »denen täglich ganze Massen der verheerenden Epidemie zum Opfer fallen. Da es an jeder ärztlichen Hilfe oder sonstigen sanitären Maßnahmen . fehlt, wird in dem Telegramnt hauptsächlich um die Entsendung ' einer Sanitätskolonne gebeten. Vermtscbtes. Gratulationen anläWch des zugunsten der Ehetvra-Kadischa Wr KriegsfstrsorgDKvecke. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der „Oesterreichischen. Wochenschrift" anStelle der.direkten Gratulationen Per Post erstatten zu wollen.- Auf diese Weise verbindet der Gratulaut mit der ErfAlung einer Formalität gleichzeitig die Förderung der jetzt so hochwichtige^ Kriegsfürsorge der Chewra-Kadischa. ' Die Einschaltung solcher Anzeigen: erfolgt in der dem Roschhaschanah-Feste vorangehenden Nummer unseres Blattes vom 14. September l. I. gegen Einsendung einer Spende von mindestens 4 Kronen zugunsten der. Kriegsfürsorge. Letzter Termin zur Einsendung solcher Anzeigen 9. September IN7. „Hilfskommission 1915" und „Oesterreichisches Landes- Komitee" für Palästina. Men, 4. Bez.. Frankenberggasse 14. Böhmisches Landeskomitee f. P., Zentralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten, durch Wilh. Wertheimer, Prag K. 800.—; für die Evakuierten sind eingelaufen von Oberrabb. Prof. Dr. H. P. Chajes, Triest, von Anonym 100.—, Moise Cohn 6.—/ zusammen 106.—; Jsr. Kultusgemeinde Mitzlitz 50.—; -Chewra- Kadischa 20— und Dr. Mor. Brunner, Brünn 20—, zusammen 90.—; Feldrabbiner Jakob Hofsmann, Letter der k. u.. k. israel. Seelsorge, Budapest — Spende eines Ungenannten 75.—; Ludwig Bunzel, Wien 40.—; Rabbinat Nikolsburg von Ungenannten 36.—, Viktor Spitzer 3.— und Sanr. Budke 2. , zusammen 41.—; Jsr. Kultusgemeinde Wisnicz bei Bochnia, M. Fuchs, Amalie Wortmann, Nathan Figdor. sämtliche'in Wien, je 20.—; Rabbiner Dr. H. Flesch, Stadt-Känitz, Sammlung unter Flüchtlingen 12.—; Rosa Geber, KoloMea, derzeit Franzensbad, 11:60; Edmund Hacker bei F. M. Hacker' L Sühne, F. Denes^ Rabbiner Israel Räbin, Leopold Schey, sämtliche in Wien, je 10 —; Adolf Straltsky, Wien 6.—; Karl Schlesinger; Budapest; R. Bäudler ck Sohn, Ignatz Reich. E, M. Diamant, ' Georg Diamant, Heinrich Mvrgenroth, Leopold Weinstein, Eugen Benzion, Mar Pappenheim, sämtliche in Wien.' je 5.—; Richard Flaschner, Wien 4.—; Prof. Moritz Antscherl,' derzeit Battelau. Alexander Weiß & Co., Dr.' Benno Schallinger, sämtliche in Wien,. je' 3.—; Ing. F Marbach, Mär Grotzmann, Hermine^' Gerber, O Erdheim; Dr. Sigmund Glasspiegel, M- Witrofsh>, Fuchs L Grünberger'» M. Mükden, Dr. Leopold Jelletz, sÄnt-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.