Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 35 (7.9.1917)
- Date
- 1917-09-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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MM W V; - - - Dr. Blvchi's Wochenschrift . Nr. 35 sind.. Herr .Josef S t e Ln. kam also als ausgesprochener Vertreter Mischer Wähler in den Gemeinderat und wird Ln MtisemWchM Blättern auch nicht als Liberaler oder somsttger HarieLgäuger, soirdern gai^ richtig kurzweg als Jude bdchpet Wie führt sich: imn dieser Zeit seines Erdenwchlens buchstäblich auf Rosen gebettete Vertreter des Jühentüms im Rathause" aus? Jy Lemberg fand PjrzW eine Versammlung statt; m. der verlangtwurde, oD die in ^Galizien produzierten LOensmittel in, Galizien zu verbleiben hätten und nicht in die übrigen Kronlcurder auszusühren seien. Die- Veranstalter dieser sonderbaren Versammlung waren polnische 'Politiker, die den galizischenXKaftanjuden in weitem Bogen äusweichen und der Typus Galizianer, wie er bei uns durch die Flüchtlinge repräsentiert wird, hat mit dieser Versammlung aber schon gar nichts geittdn. Was.tut Herr - G.^iR.> S t ein? Er -steht inr GVneinderat auf und - erklärt zum Gaudium der RathauHantistmien jdie Blätter vermerken an dieser Stelle: L^Wster Beifall-bei der Mehrheit), es sei von Galizien unerhört, uns, mit LebenÄnitteln im Stiche zu lassen, „wo wir. die Flüchtlings in vasion mit so großer Geduld.ertragen haben; denn diese geehrten, FlüchMigL haben nicht dazu, beigetragen; die LebensmitteAreise zu erniedrigen. Es wäre praktisch für uns, wenn sich die Herren.Flüchtlinge schleunig st - von hier verduften würden." Wstm ein anttsemitischer HohWpf so Lvryiert dahervedete/ Wnnte. '"man' es. 'hir^Dhest blassen, aber wenn ein gewWttr Vertreter des Judentums solch hirnloses Gewäsch vor schadenfroh grinsenden Antisemiten verzapft, mutz, schon, sehr energisch dagegen protestiert werden. Was müssen nicht alles' diese unglückseligen Flüchtlinge aus chren Buckel nehmen! Üntr der Mische Gi.-R. S te in macht diese arnren Teufel, für das. verantwortlich, was in chrer KiüM'W-e^MrtterMtt iFeirche-.-WeWm,- WA an ihnen, vergelten,, was' sie nicht verhindern konnten.! Me-antiMnitisch-en Polen in 'Lemberg hätten die Juden an die'-Lust gesetzt, die den Mut angebracht hätten, in dieser Versämmlurrg gegen den erwähnten) gehässigen Beschlußzu prviestieren, und' der Vertreter der Juden im Wiener Gemeinderat will sie dafür ausweisen lassen, reizt IütttsemitLn.zum-'Hatz. wider diese armen.Teufel aus! Her, Jude muH mtter allen Umständen verbrannt werden, auch -Hr die Sünden ihrer Feinde —' meint der Vertreter der Wiener Juden, der es nun sichtlich die Längste Zeitgewesen ist. R. M. A. Aus Stßxlsbatf wird geschrieben: In einer Danksagung, welche inrinan KprlsbLder Matte HeröWenilicht wurde,. sprechen die RabbinÄ Rap a p o r t, Zoses Sie i n und Rabbinalskandidat Oflas .He rHl'gI«lls Ealtzien mehreren Persönlichkeiten in Karlsbad' ihren Dank für die seit Kriegsausbruch den Flüchtlingen getoährte Hilfe und Unterstützung aus. In der Tat haben sich mehrere Persönlichkeiten große Verdienste um , die Flüchtlinge erworben, und .ihr Näme wird wohlfür alle . Zeiten jenen Hunderten, ja Tausenden ovn Flüchtlingen, 'die' in Karlsbad und Fischern Schutz unst HiW gesunMn Haben, 4n Erinnerung bleiben. In erster Reihe'.Verdreht hier HerrKarlL ohn,. .Stadtverordneter von Fischern und leitender Chef Ker Vereinigten Karlsbader Likörsabrik, Ges.nr. b. H., genannt zu'werden, der unermüdlich Mi Tag und Nacht. sM Kriegsausbruch Zeitz^ Mühe und große Summen für ' die Flüchtlinge - wexwendete und este wiMch segensreiche Tätigkeit ausübte.. In glelcherWeise verdienen aber auch heryorgehohen zu werden^ der verstorbene KultuÄörstHer Herr Lüdwig Moser sowie seine Gattin Frau Zulie M o s e r; der gegenwärtige Kultüsvorsteher vom Karlsbad und Obmann - der Flüchtlingsfürsorge Herr .. Adolf Rosen f.eld und seine Gattin Frau Paula R o senferner -'-Hen-..-RlMinch. Dr. Ziegle^ und seine Galtst; außerdem der- 'Stzkretär der isr.KultUsgemeinde Herr Raphael SvaNebepg; endlich die Herren-^ SieMied''LLb l und Heimich Kech-I'eI-^. fttner^ Iran Ernestine se'.'ik t n e x;, Witwe nach dem KultusvorstandÄnrtgl'ede Herrn Ludwig -Z e n t n e r, welche, obwohl vo^DyGcerwl Wochep durch Mn Tpd. ihres Gatten schwer, betrofsen; ' die 'segensreiche Tätigkeit, diesie gemeinschaftlich' mit ihrem Gatten LUSÄtt?- nünnkchr^m Vereine init chrerbrave»; Tochter- und - ihrem »Sohn«' fortgesetzt Hmtz Es feiaberauch bei dieser Gelegenheit nicht Herr S. Gütig, der Kustos der isr. Kultusgemeinde, übersehen, welcher ebenfalls -seit Kriegsbieginn eine täglich Mühevolle Arbeit für die Flüchtlinge pus. Galizien in unermüdlicher Weife ausgeübt hat. : ' -i.; ’ ii’j ' - London. („Nationale Union für jüdische Rechte.") Ende Juni fand eine sehr gut besuchte Ver-' sannnlung im Londoner Ea st - E n d unter den Auspizien der „Na tko n al Unionsor Jew ish'Righ ts" statt. Der Präsident der Union-Dir. M. Ginster führte den Vorsitz,. BegrMungsschreiben von vielen Organisationen und von Herrn Herbert Bentwich wurden verlesen^ Dr. G a st e r hielt eine Ansprache, in der er über die letzten Ereignisse innerhalb der englischen Judenheit, das Manifest des „Eonjoint Committee", sprach und beit Begriff der jüdischen Nationalität präzis formulierte. „Es gibt Juden,'die diese jüdischss Natiönalität nicht anerkennen, dieselben Juden, die den Begriff „britische Nationalität" erfunden habend Es gibt' eine englische, eine irische und eine welsche Nationalität, aber keine britische." Er sprach weiter von den Korachs der Geschichte, den alten, und den modernen, und warnte .die Versammlung, ihnen Einfluß zu gewähren. Die. jüdischen Massen hätten jetzt endlichj selbst zu sprechen und daraus' zu bestehen, daß sie als Nation angesehen jverde. In RuWand werde, es jetzt eine finnische, eine lettische, eine ukrainische, eine polnische. und litauische Rationalität geben. Und was würden die Juden sein? Warum sollte der Jude nicht sein Recht als unabhängige Nationalität beanspruchen? „Laßjt die Juden Zusammenleben, Seite an Seite mit anderen, wie die Welschen und Engländer es tun und ihre Jirteressen mit denen der entsprechenden Staaten in Einklang, bringen. Aber außerdem müssen sie ihre eigene nationale Autonomie haben. Für diese Ausgaben tritt die „National Union sor Jewish Rights" ein und für -dieses Programm-wird sie kämpfen; sie will, für-, -die Juden..das^ Recht erringen, als freie "MäniW' zu leben, gleichberechtigt mit den übrigen Nationalitäten, eine helfende" Hand darbietend hti dein Wiederaufbau der Weltz ans einer , besseren und edleren Basis der Humanität, Wohltätigkeit und Rechtlichkeit." Darauf wurden entsprechende Resolutionen einstimmig angenommen. Leeds. Die traurigen Ereignisse in Leeds! riefen das Bedürfnis wW; einen ständigen Kampf gegen die antisemitischen Ausfälle der lokalen Presse zu führen. Die jüdische Bevölkerung! der Stadt war sich aber darüber im klaren, baß die wenigen Gjroßjuden, die gegenwärtig die Leitung der Mischen Gemeindeangelegenheiten in Händen hcöen, dieser Ausgabe nW gewachsen sind und ihre Methoden der Wjstrde des Judentums ividerstreben. Aus die Forderung der nationalen und Arbeiterorganifalionen hin wurde eine Versammlung der Vertreter sämtlicher in der Stadt Mstehend?er 44 jüdischem'Gesellschaften, Vereine und Synagvgen einberufen, die ein repräsentatives Komitee aus 15 Personen Zwecks „Schutz und Verteidigüng der Interessen der Leedser Judenheit und des' gesamten Judentums" wählten. MschW Vor einigen Monaten wurde der Universität C a nrb r i d g e ein Fonds' im Betrage von 1000 Pfund Zum Zwecke^ der GiMdMK).'W^s'eSttVendiu.nM''für^das-^Stu?-' dium des Avcchischen vermacht,^ wobei-Inden vom Ge-- nusse des Stipendiums ausgeschlossetr bleiben - sollten. Der. Senät der Unibersitäiifiat*hie,Annahme des Vermächtnisses We r we i ger t.--Durch eine ^PrjvaLsammlüng der Londoner „Jewish Ehroniclewurde nun die Sümmechon 4000 Pfund MsgMacht, nrin der genannten - Miversität..den- .SchädenÄAUvergiften, ^-der infolge der-v Wtehnüngc' des Vermächtnisses! für Me Miversität- « ent-.-