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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-09-07 · 35 (7.9.1917) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
35 (7.9.1917)
Date
1917-09-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 35 Dr.Msch's Wochenschrift öeit#571 Km Deffe des Krästdenten Ar. Alfred Sleru. Vorige Woche ist; der Einjährig-Freiwillige eines Infanterieregiments Louis Strauß, an der rusfischirumänischen Front im jugendlichen Alter von 22 Jahren gestorben. Der Verblichene, der viele Monate an der Front Dienst gemacht hatte, war ein Sohn des Kompo<- nisten Oskar Strauß und ein Großneffe des Präsidenten der Wiener isr. Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern. Der so früh Heimgegangene war durch, hervorragende geistige Vorzüge ausgezeichnet gnd berechtigte %u den schönsten Hoffnungen. Der schwergetroffenen, weitverzweigten Familie wendet sich anläßlich dieses furchtbaren Schlages die allgemeine Teilnahme p. KadettaspiranL Kans Stern. In den Kämpfen bei Biglia hat. der Einj.-Freiw.- Kadettaspirant Feldwebel Hans Stern am 18. August 1917 den Heldentod gefunden. Er nahm seit 1. Mai 1917 an allen Kämpfen am Jsonzo teil. Als Schüler des Erzherzog Rainer-Realgymnasiums hatte der Verstorbene von der ersten bis achten Klasse stets ein Vor- FUgszengnis. Kaum die Reifeprüfung abgelegt, rückte er als. Achtzehnjähriger ein. Der gefallene Held war ein Sohn des Vizepräsidenten des Elternvereines „Pestalozzi'', Herrn städt. Lehrers Josef Stern. Korrespondenzen. Aufruf! Unsere Glaubelisbriider im Heiligem Lande sind infolge des Krieges! und verheerender Seuchen (Cholera, Flecktyphus u. a.) mit denr Untergänge bedroht. Diesen Aermsten der Armen rasche Hilfe zu bringen, hat sich! die Hilfskommission für Palästina zur Ausgabe gemacht. Tausende Notleidender, vor allem Angehörige unserer Monarchie, wurden mit Mehl und anderem Lebensunterhalt versorgt, ferner wurden weit über 200 Kriegswaisen in Safed allein in Pflege genommen, außerdem andere Arme in ganz.Palästina ohne Unterschied der Staats- und Gemeindeangehörigkeit, unterstützt, sowie verschiedene Wohlfahrtsinstitute und die in Wien zurückgebliebenen Palästinenser mit monatlichen Beiträgen bedacht. Für die Besserung der sanitären Verhältnisse im Heiligen Lande ist von uns die „KriegssPitalshilfe für Palästina" ins Leben gerufen worden, die tatkräftig und erfolgreich arbeitet. Wir bedürfen dringend weiterer Mittel und bitten alle Gilaubensbrüder, bei den Spenden vor der Seferthora, besonders an den hohen Festen, 5*1'! ■♦rfJÄtfTttttn min TiriD^l auch unsere Hilfskommission für Palästiua zu bedenken. Gott lohne jede, auch die bescheidenste Gabe! - Mit vörtzüglilcher. H-ochachtung^ t2"fip .rß^SV Für die Hilfskommission 1915 für Palästina: Rabb. Dr. Max G r u n w a l d, Dr. Adolf Kapr a l i k, Ober rabb. W. Re i ch, Baden, k. k. Hosrat Do. Jul. S ch l a g. Adresse fite sämtliche Zuschriften: Hilfskommission 1015 für Palästina: IV., Frankenberggasse 14; für Kriegsspitalshilfe: Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, II., Obere Donaustraße 109. Zahlstelle: für Oesterreich: Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, I., Renngasse 3; für Ungarn: Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Baak, Berlin, Postscheck-Konto 1000 (auf Konto „Hilfskommission 1915 oder Kriegs- . spitalshilse für Palästina"). Spender und Stifter. Angehörige von Kriegsbeschädigten heraus! Löbliche Redaktion.! Mit lautem, nicht stillem Neid las Ach. in der letzten Nummer Ihres hochgeschätzten Blattes als Bericht aus dem „Egyenlöseg", welche große und sinnige jüdische Stiftungen in Ungarn zu Ehren gefallener jüdischer Helden errichtet ivurden. Sollte die kleine Leitha wirklich einen Grenzstein in der Güte und dem Edelsinn jüdischer Männer und Frauen bilden, wie es nrir fast schien, als ich neulich ails Ungarn kam. Wieviele der Söhne unserer edelsten und reichsten Wiener Patrizierfamilien sind in der letzten Zeit gefallen, wie wenig oder nichts haben wir gehört, daß jene Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, deren Vermögen auf so tra urige Art so bedeutend gemehrt wurde, den inneren Drang in sich gespürt hätten, ihren Kummer durch Gaben an jene zu lindern, deren Sorgenlast durch Todesfälle im Felde ins Unerträgliche gesteigert wurde. Im Verborgenen blüht die Kriegermütterkassa der „Weiblichen Fürsorge" (Dr. Feuchtwang- Fonds), die bis jetzt jeder Wiener Mutter eines gefalleneu jüdischen Soldaten, wenn gewissenhafte Recherche deren Not erwies, eine Monatsgabe spendet. Wie lange wird sie aber wirken können, wenn ihr so wenig Unterstützungen von Familien wohlhabender Gefallener oder weit lieber vonauf dem Schlachtfelde Ausgezeichneter-, oder solcher, die bangen Herzens ihr Liebstes in Gefahr wissen, zuteil wird. Ich bür eine Frau, die von eigener mühsamer Arbeit lebt, aber am Jahrestag, da mein Liebstes in sibirische Gefangenschaft geriet, spende ich stets dem Feuchtwang-Fonds (18. Bezirk, Edelhosgasse Nr. 3 6, oder „Weibliche Fürsorge", 1. Bezirk, Schottengasse 10) einen kleinen Beitrag. Sollte nicht manches fromme Mutterherz hoffen, d a ß i h r e G-e b e t e l e ich t e r erhört werden, wenn sie am Altäre jüdischer Menschenliebe opfert? In vorzüglicher Hochatuug Eine, die ihren Kriegsgefangenen gesund wiederzusehen hofft. Wien, September 1917. Herrn Exmeinderat Josef Stein ins Stammbuch, . Herr Josef Stein, den ein freundliches Geschick als Sohn eines reichen.Fabrikanten zur Welt kommen ließ, wurde bei den letzten Wahlen aus chem ersten WahWrper-in den Wiener Gemeinderat gewählt. Und zwar wurde er im ersten Bezirk gegen die offiziellen Wahlwerber der liberalen Partei kandidiert, weil sel.be in diesem Wahlkörper, der sich überwiegend aus Juden zusammensetzt, verhältnismäßig zu wenig Juden und sogar einen Täufling nominierte. Dem Verlangen, daß in Wahlbezirken mit vorwiegend jüdischer Wählerschaft Juden der Hauptanteil gn Mandaten gebührt, ist insolange beizupflichten, als auch freiheitliche Parteien dem Grundsätze huldigen, daß in Bezirken mit vorwiegend arischer Wählerschaft ausschließlich arische Wahlwerber aufzuWlen

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