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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-31 · 34 (31.8.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
34 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 558 Nr. 34 Dr. Bloch's Wochenschrift ners Dr. Gradenwitz, der .auf seinen Antrag hin Festnngskonnnanda, worauf Oberkantor G i b l i ch in a n n vom Kaiser Franz Josef-Huldigungste:nvel in Wien den Snlzer'schcn ,.Ma Lowu" sang. Der künstlerisch geschulte Sänger hat auch diesmal seinen herrliche:: Snmminüteln Töne herausgelockt, die das! Entzücken der Zahlreich erschienenen hohen Militärs vom Armeekommando — Oberstleutnant v. Schäfer, Generalstabsarzt von Radcy, OberWeutnant R. v. Bartels. Major Teufel. Rittmeister Baron v. Rothschild —. der Abordnungen anderer Kommanden u. v. a. hervorriefen. Hierauf hielt Feldrabbiner Dr. Link die Festpredigt, in. ivelcher er, von den glanzvollen Waffentaten des Allerhöchsten Kriegsherrn im Raumbereiche, der Armee ausgehend, denselben als einen im Kricgssturu: ertüchtigten Helden schilderte, und auf die letztens stattgehabte Amnestie Zn sprechen kam, die unseren Kaiser vor bcm Udcil der Weltgeschichte als einen hochherzigen, edlen Fürsten stehen läßt. Mit einem Gebete für Kaiser und Reich und der AbsingNng der Volkshymne schloß die schöne Feier. Die Mischen Soldaten ließet es sich nicht nehmen, Herrn Oberkantor Gi blich mann für seine Glanzleistung persönlich zu Lanken und Late;: ihn, er möge auch am Freitagabend die kantoralen Funktionen Übernehmen, welchen Wunsch! er auch mit Be ran ü gen erfüllte. Festgvttesdicifft zur GMrtÄagSfeier des Kaisers Karl in Rumänien ank 17. August 1917.;Jim Felde, den 19. August 1917. Ein seltsames Erlebnis ließ gestern abend unsere Herzerc höher schwellen: Fackelzug in Feindesland! Die österr.-ungar. Truppenformationerr haben es sich nicht nehmen lassen, hier am Etappen-Hauptort. unweit der Front, den Geburtstag ihres geliebten, snn.gerr Heldenkaisers in würdiger Weise zu begehen. Voran cim: deutsche Musikkapelle, bewegte sich ein langer Zug Lan:- vionträger, gebildet von österr.-ungar. Solöaler, an dem Rathaus vorbei, das jetzt die Etappen-Jnspektion beherbergt, durch! die Straßen des im Frieden etwa 29.000 Einwohner zählenden Städtchens» stürmisch begrüßt von ihrerr auf den Straßen befindlichen deutschen Kameraden, Angehörigen der Etappentruppen und den meist erst kürzlich von der Front angekommenen Leichtverwundeten und Lazarett-Leichtkranken. Unwillkürlich dachte inan zurück Mr den August' des Vorjahres! 1916, die Zeit, in der das rünlänische Volk, von gewissenlosen Hetzern geschürt, unbändiger Kriegstaumel erfaßte, der dieses so reiche Lgnd bald ins tieffte Unglück stürzen sollte. Es kam anders, wie es sich der betörte König! und Bratianu in Verkennung der ungebrochenen Macht der' Mittelmächte ausgemalt hatten. Die Eroberungsgier hat sich bitter geriet und zäh verbluten sich jetzt die Ueberbleibsel der rumänischen^ Arrnee, um den vom! Feiirde iroch llicht besetzten Teil ihres Landes zu verteidigen. Ein Friedensbild mitten im Kriege unweit der Front, wird lins dieser Fackelzug zu Ehren unseres hohen Verbündeten ewig im Gedächtnis bleiben. Nachdem der Vorabend des Geburtstages die-Feierlichkeiten in würdiger Weise eingeleitet hatte, hatten wir heute vormittag, gleich; den anderen Konfessionen. Gelegenheit, an einem erhebenden Feldgottesdienst in der nainentlich im Innern sehr.schön ausgestatteten' Synagoge teilzunehmen. ' Hiezu hatten sich! hier anwesende österr.-ungar. Offiziere und Mannschaften und auch deutsche Heeresangehörige, darunter der Schreiber dieser Zeilen, eingefunden. Tank der rührigen Tätigkeit des deutschen: Armeerabbiseitens des Feldsnperiorats der Qnartiermeisterabteilung auch mit der Seelsorge fü,r die österr.-ungar. Heeresangehörigen jüdischen Glaubens bei der . . j Armee betraut ist, ist es uns Mischen Frontsoldaten öfter vergönnt, an einem jüdischen Feldgottesdienst teilzunehinen. und hatte ich!, von der Front kommend, schon in Braila zun: Wochensest Gelegenheit, die zu Herzerr gehenden, zündenden Worte unseres Armeerabbiners zu hören. In gleicher Weise wirkte er auch diesmal auf seine Zuhörer. Nachdem Se. EhrwÜrden das Bittgebet Mr Kaiser Karl gesprochen hatte, ging er in der Predigt darauf ein. irr welch schwerer Zeit der junge Kaiser fein hohes Amt habe Übernehmen müssen, dessen Bürde zu tragen er vorerst-nicht bestimmt gewesen sei, wie er es aber trotz seiner Jugend dennoch verstanden habe, sich rasch das Vertrauen seiner Völker zu erringen. Auf die Geschicke unseres Volkes Israel eingehend, zeigte er sodann mit beredten Worten, welche Pflichten einen: Herrscher anferlegt seien, daß er auf Gottes Stimme 'zu hören habe, bestrebt sein müsse, sein Volk, zu beglücken und darum mit dem Feinde des Landes ffo abznrechnen habe, ivie es im Interesse des eigenen dringend geboten sei. Aus persönlich Erlebtes eingehend', legte Se. Ehrw. weiter dar. ivie wahrhaft hoch« zu veranschlagende Herzensgjiijte den: jungen Kaiser zu eigen sei und erflehte - sodann den Segen Gottes auf das Haupt des hohen Verbüsndeten, aus daß es ihm, zum Heile seiner Völker, kraftvoll gelingen möge, eine;: dauernden Weltfrieden zu erstreiten. Die Verteilung! von Mischen Feldgebetbüchern, gestiftet von: Verband der deutschen Juden, sowie vieler Mischer Zeitschriften und Feldbibeln an die erschienenen jüdischen Soldaten beendete die erhebende Feier. Ludwig 'Ehrer:fried, .;; Gerichtsässessor. Gchizische IF.MMi.nW beim Statthalter Grasen Meran. -Gelegentlich seiner Inspizierung war Se. Exzellenz der Statthalter von Oberösterreich Graf von Meran so gnädig, einer FNchtliNgsdePutation eine Audienz in der Bezi:kshanptmai:nschaft Ried .im Jnnkreis zu gewähren. Diese, von Sr. Ehrw. Dr.. Berti sch. Rabbiner in Ainstetten, den: Vorstände der isr. Knltusgemeinde Linz als Präsidium des Landeshilsskomitees für Mische Flüchlinge Herrn B. Schwager aus Linz, dem Flüchtling W/Mehr aus Ruty (Galizien) geführt, wurde.freundlich empfangen und hörte Se. Exzellenz mehr -als dreiviertel Stunden in Geduld die Wüjnsche und Beschwerden,-welche von der betreffenden Deputation in: Beisein des Herrn Bezirkshauptmanns vorgetragen wurden, an. Alle drei Vvrsprecher schDderten, wie «einseitig. die Mischei: -Flüchtlinge behandelt werden und wie es die Behörde durch die sonderbaren Erlässe und die lokale Presse durch Hetzartikel dazu brachten, daß die jüdischen Flüchtlinge als Menschen Zweiten oder dritter: Ranges! betrachtet und verachtet werden, so daß denselben schon sogar Steine in den Dorfstraßen^ nachgeworfen werden. Se. Exzellenz sprach hnldvollst fast jeden der Flüchtlinge an, bedauerte das Leiden der Vielgeprüften und drückte in warmen Worten fein Mitgefühl ans. Er — so sagte er — wisse, welches Unglück die Flüchtlinge betroffen hat, denn er selbst habe "mit ihnen die Flucht persönlich mitgemacht und ihr bitteres Schicksal mitangesehen. Schließlich versprach Se. Exzellenz,, in allem nach Möglichkeit den Wünschen und Beschwerden stattzugeben und verabschiedete die. Deputation in wirklich herzlicher und.menschenfreundlicher Weise.

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