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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-31 · 34 (31.8.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
34 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Dir. Bloch's Wochenschrift Nr. 34 Jnfanterist Wipp K u r s s o w, L.-J.-R. 20, gestorben 1. Jütr 1916; Moses August, L.-J.-R. 5/6, gestorben 19. Oktober 1915;? Ladislaus Reich mann, H.-J.-R. 3, gestorben ■29. Januar 1916; Jakob Moses, L.-J.-R. 32, 4. Konrp.^ gestorben 30. März 1916; Feiwel Kleiner, L.-jJ.-R. 6, gestorben 29. No- 1915 * Albert Mandelb aum, L.-J.-R. 31, 6. Kornp., gestorben 24. Oktober 1915'; Manuel Klein, J.--M. 61, 10. Konrp., gestorben 2. Julr 1916; Hermann Horowitz, Ldstreg. 6, 11. Komp., gestorben 18. Mai 1916. Am Tisch'a beab besuchte ein an der italienischen Front kämpfender jüdischer Soldat, Doktor Desider Grosz, diese Heldengräber und verrichtete an jedem derselben, wie er selbst dem „Egyenlöseg" schreibt, .die üblichen Gebete. Die Gräber befinden sich an schöner Stellein sdeM sorgfältig gepflegten gemeinsamen Soldatenfriedhof. Jedes Grab ist mit eurer ovalen Holztafel versehen, welche die oben angeführte Inschrift mit einen: Mogen-Dovid trägt. Mief aus der Kefangerr schuft. Fräulein Regina Kohn, Wien, 2. Bezirk, Paznrairitengasse 16, erhielt vor: ihrem Bruder aus russischer Gefangenschaft nachstehendes Schreiben: „Große, welthistorische Ereignisse brachten die letzten Tage. Wessen Herz sich so nach Freiheit sehnt, wie das eines armen Kriegsgefangenen,, dessen ganze Seele erbebt vor Freude, miterleben zu können, 'wie ein ganzes, lang geknechtetes Volk sich Freiheit erringt. An allen Ecken schwingt man rote Fahnen, öffnet Gefängnisse, umarmt sich! — — Doch halt! Nicht für euch gilt das Wort, ihr ntageren Gestalten dort in fremdartiger Kleidung! Die aufgestrahlten Blicke dieser werden 'wieder düster, Augen füllen sich mit Tränen, Zähne aufeinandergepreßt, Kops gesenkt, vorbei. — — — Aus allen Richtungen Glockengeläute, Freiheitsglocken für Millionen Menschen und doch nicht für alle, niiht'für unglückliche Kriegsgefangene! — — — Geschrieben anläßlich der russischen Volkserhebung inr März 1917. Es küßt Dich herzlichst Dein Bruder -Julius." Eine Molestnerfammümg der englischen Inden. England will die russischen Juden nicht nach Rußland zurückkehren lassen, sondern sie zwingen, im englischen Heere als Kanonenfutter zu dienen. Aus' diesen: Grunde fand unter dem Vorsitze von Lord Sheffield eine jüdische Protestversammlung in London statt. Es wurde nach mehreren Reden folgende Entschließung angenommen: 1. Die Versammlung protestiert gegen die völkerrechtswidrige Pressung russischer Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Kriegsdiensten unter nichtrussifcher Fahne und verlangt Erleichterungen zum Zwecke der Rückkehr russischer Juden und ihrer Familien nach Rußland. 2. Die englische Regierung verstößt gegen die von ihr offiziell vertretenen liberalen Grundsätze insofern, als sie es duldet, daß in England antisemitische Tendenzen Platz greifen, als sie nichts tut. um Tendenzen dieser Art, die sich in anderen alliierten Ländern breitmachen, zu bekämpfen. 3. Die in englischen Militärdiensten .stehenden russischen Juden sind, sofern sie es wünschen, sofort zu besonderen Formationen unter nationalem Kommando zusammenzufassen und mit tunlichster Beschleunigung zur Verwendung an der russischen Front, im Falle der Frontdienstuntauglichkeit im russischen Hinterlande zu verwenden. Ungeheure Aufregung bemächtigte sich! der Versammlung, als Nachrichten Mer die p o g r o m a r t i g e n Unruhen verlesen wurden, die in Lees und anderen englischen Seite 557 Provinzstädten in wachsender Häufigkeit Vorkommen. Der Abgeordnete King hielt eine Rede, in der er unter anderem ausführte, die englische Demokratie hätte sich während des Krieges, so unglaublich verändert, daß sie gegenwärtig dem zarischen Rußland ähnlicher sehe als sich selbst. Er stellte eine scharfe Interpellation im Unterhaus in Aussicht und versprach-, dafür zu sorgen, daß der Wunsch der Versammlung sobald als möglich nach Rußland zurückzukehrei:, in Erfüllung gehe. Kine antisemitisch-jüdische Airma. Im „Prager Tagblatt" vom 19. d. M. kann man folgende Amwnce lesen: Saldokontrst beider Landessprachen in Wort und Schrift vollkommen mächtig, in: Buchhaltungswesen und Kartothek bewandert, k a t h o l. Religio n. wird bei gutem Gehalt sof. in dauernde Stellung ~_ausgenommen. _ __ Schriftliche Offerten mit näheren An-, gaben der bisherigen Tätigkeit und Gehaltsansprüchen sind zu richten a:: Wilh. Pick & Söhne. Chromolithogr. Kunstanstalt, Prag-Smichow. Abgesangene Schwärzer. ' Aus Laibach wird berichtet: Eines Tages am Ende des Juli wurde um 8 Uhr abends auf der UnterMiner Maut ein Militärautomobil angehalten. Eine ^eigene Kommission, bestehend aus Zivil- und Militärpersonen, hatten dem- Chauffeur besohlen, er möge das Automobil zum Etappenstationskommando leiten zur Untersuchung des Inhalts. Bei der Untersuchung wurden 18 0 0 Kilogramm Weizen, eine größere Menge von Schmalz, Eier und Fisolen vor gesunden — zum Teil Lebensrnittel, die dem öffentlichen Handel entzogen find. Dieses Automobil kam aus Unterkrain, wohin es der Rittmeister Kerlin in der Eigenschaft als Leiter der hiesigen Automobilwerkstätte entsendet hat. Der Vermittler für diese Ware war der Pfarrer Ovlak, der mit dem Landesausschutz dieser Tage das Schloß Trbuhovicevo in Unterkrain gekauft hat. Bei der Untersuchung am Eiappenstationskommando sagte der Chauffeur aus, daß er von dem Lederfabrikanten Karl Pollak dem Pfarrer Oblak Leder in .Tausch für Lebensmittel bringe und' daß Karl Pollak die Lebensmittel unter seine Bekannten verteile. Er sagte weiter aus, daß er nach Laibach schon 'mehrere? Tausende Eier gebracht habe, die der Rittmeister Kerlin unter seine Bekannten verteilte. Der Rittmeister K e r l i n hat den Chauffeur nach Unterkrain mittels Marschroute geschickt, auf der nicht die richtige fortlaufende Nummer verzeichnet war. Wegen der Durchsuchung des Automobils war er erbost und ließ den Chausseur -unter (dem Vorwand, er hätte gestohlen, an dem nächsten Tage einsperren. Mit dieser Beschuldigung will er sich reinwaschen Md eine Untersuchung verhindern. Es sollen schon unterschiedliche hohe Herren an der Arbeit fein, die Angelegenheit zu vertuschen. — Die Heilige „Reichspost" wird sicherlich so etwas verschweigen. Treuer Leser K. Kaisers GseburtMag mit Standort eines Armeekvinmandos. .Der Gottesdienst anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes gestaltete sich am Standorte des Armeekommandos zu einem besonders erhebenden. Schon die äußere Pracht des zur Verfügung gestellten Philharmonie-Saales, der mit herrlichen Blattpflanzen Zeschmlüjckt. war, gab der Feier auch nach außenhin etwas dekorativ Vornehmes. Eingeleitet wurde der Gottesdienst durch das Gebet vor der Schlacht, gespielt von der Regimentskapelle vom

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