Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 34 (31.8.1917)
- Date
- 1917-08-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 34 Seite 559 Dir. Moch's Wochenschrift Kais.-königl. Gesellschaft »vom Oestjerreichischerr Silbernen Kreuz. VDas „Sikberrte Kreuz", das seine' gewaltige.Hilfstätigkeit int Kriege mit der außerordentlich erfolgreichen Aktion „Gold ,gäb ich für Ersen" glücklich einleitete, versendet nunmehr feilten Jahresbericht 1916 und es ist in diesen: furch Waren Bilde des Krieges wie. ein nie erlöschender Trost, daß. soviel werktätige Hilfe, soviel 'erfinderische Fürsorge, soviel übermenschlicher Opfermut durch die Not der Zeit wachgernttelt wird, lieber 18.000 gediente Soldaten aller Nationalitäten und Konfessionen sind, um nur eine Ziffer zu erwähnen, durch das „Silberne Kreuz"' teils! unterstützt, teils ans Arbeits- 'und Dienstposten untergebracht worden. Eine soziale Reorganisierung dev durch den Krieg aus ihren Errverbsmöglichleiten gerissenen Soldaten dnrchzuführen, ist die große Aufgabe des „Silbernen Kreuzes", dessen Haupttätigkeit eigeirtlich erst eine Friedensarbeit sein wird, wenn die Hunderttauscnde Zurückgekehrter 'Unterstützung, Hilfe und Rat beirn „Silbernen Kreuz" begehren werden. Ter Jahresbericht gibt ein übersichtliches, sozial interessantes Bild dieser Organisation, um deren Ausbildung sich durchs unermüdliche Arbeit und aufopfernde Hingabe unter anderem die Herren t. I. Hofrat Doktor Ltefan Koezynski, Hof-''und Gerichtsadvokat Dr. Theodor G u t ui a n n, Apotheker Eduard Binder und der rührige Direktor Alexander Edler von Biczo besonders verdient' gemacht haben. Wiener Wische Künstler an der Front. Der in Wiener Kreisen bestbelannte Musikpädagoge und Künstler Herr Heinrich Antscherl, der schon seit längerer Zeit mit seinen Heldenkameraden vor unserem „Erbfeind im Süden" steht, schreibt uns: „In besonders) eindrucksvoller und feierlicher Weise wurde von unseren Wiener Hoch- und Deutschmeistern zum erstenmal Kaiser Karl I., unseres. Allerhöchsten Kriegsherrn Geburtstag gefeiert. Am Vorabend bei einbrechender Dunkelheit begab sich trotz großer drohender Gefahren die Bataillonsmusik unter Führung ihres bewährten Dirigenten Herbstter über die Gebirgsabhänge zum Fuße des von den Feinden besetzten Berges. Sofort ertönten die feierlichen Klänge unserer Volkshymne, vom ganzen Frontabschnitt vernahm man Hurrannd Hochrufe" auf unseren atlverehrten Kaiser, farbige Raketen wurden abgeschossen, Höhenfeuer erglühten. Die Musik unserer Tapferen spielte patriotische Weisen, auf "die selbst.die Feinde mit lautem Cviva reagierten. Ebenso wurde der Morgen des kaiserlichen Geburtstages begeistert und festlich begangen und jedem unserer Tapferen das Kaiser Karl-Truppenkreuz verliehen. Den Schluß der Feier bildete der dem allverehrten Batai'lonskommandanten und Helden Natie'sta gewidmete meisterhaft exekutierte Marsch. Dieser Kaisers Geburtstag im Hochgebirge ivird uns allen unvergeßlich bleiben." Marienlnd. Anläßlich des Gebnrtsfestes Seiner Majestät fand am 17. August im großen Tempel ein erhebender Festgottesdienst statt, 'zu dem sich, vom Kultus- Vorsteher Dr. Wolfner und Herrn Tempelvorsteher K r a u ß empfangen, zahlreiche Vertreter der k. k. Bezirkshauptmannschast, des Postamtes) des Steneramtes, der Stadtgemeinde und verschiedener Korporationen eingefunden hatten. Auch zahlreiche Offiziere und ein distinguiertes Publikum wjaren erschienen, darunter: Oberrabbiner Dr."Weiße ans Berlin, Professor AlfrrtdGrünfeld. Professor Dr. S.-. Ehr mann aus Wien usw. Nach dem Vortrage eines Festpfälmes!' hielt Herr Rabbiner Dr. Diamant eine die hehre Feier behandelnde fchwungvolle Festpredigt, welche in eine tiefempfundene Huldigung für unseren geliebten Kaiser ansklang. Bor geöffneter Bundeslade verrichtete Herr Dr. Diamant ein ergreifendes Gebet für das' ganze hohe Kaiserhaus, an das sich die Volkshymne anschloß. — Am Abend desselben Tages widmete anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des verewigten Kaisers .Franz Joses I. der Herr Rabbiner den Manen des verklärten Monarchen Worte innigen Gedenkens, die die zahlreich Versannnelten in tiefster Ergriffenheit stehend angehört haben. Dr. Sch. In Zivczow fand die Kaiserfeier in der großen Synagoge, die im Jahre 1603 erbaut wurde und bis ans den letzten Platz gefüllt war, statt. Unter den Anwesenden bemerkte man die Spitzen der Behörden, viele höhere Offiziere» darunter die Vertreter des österreichischungarischen und' deutschen Generalstace?. Die Festpredigt hielt Ehrwürden Rabbiner Dr. Samuel Rappaport, der in stimmungsvoller Rede die segensreichen Taten unseres jungen Monarchen für alle Kinder unserer Monarchie ohne Unterschied der Konfession und Nationalität schilderte. Der Redner lnüvste feine 'Ausführungen an die Proyhetenworte okserliem weMwelitcliem leruzon al misU hi li l"eise 1,-n tsiluli jikuni leeliol hnanmii“ an. Die Juden haben gleich allen Nationen der Monarchie in Treue und Hingebung ihr Teuerstes und Bestes aus dem Altar des Vaterlandes geopfert, darum sollen auch ihnen gleich allen Völkern der Monarchie gleiche Rechte und knlinrell-re-iaiöse Entwicktüngsmöglichreiten gewahrt bleiben: das ist der Wille unseres Monarchen, der in einem Allerhöchsten Manifest wie in der Am spräche an die Vertreter der Wiener Kultnsgemeinde am 1t. Dezember 1:916 beredt zum Ausdruck gekommen ist. Wie-bisnun, so wollen wir auch künftighin sowohl am Schlachtselde wie im Hinterlande uns würdig, erweisen. Literatur Wr jüdische Kriegsgefangene. In B e r l i u hat sich vor, kurzem ein „A n s s ch n ß z u r B e sch a s f u n g j i d d i s ch e r u n d h e b r ä i s ch e r L i t e r a t u r f ü r r u s s i s ch e k r i e g s g e f a n g e n e Inden" tz.Azbil") unter dem Protektorat der töniglich spanischen Botschaft und mit Genehmigung des KriegsministerinmS gebildet. Tie Arbeit des Komitees hat sich infolge der Schwierigkeiten, die die Kriegslage mit sich brachte, und infolge der Unterdrückung, des gedrückten jüdischen Wortes seitens der alten russischen Regierung sehr verzögert. Gleich nach der russischen Revolution trat das Komitee mir Rußland, Amerika und fast allen neutralen Ländern in Verbindung. Um den Ankauf jüdischer Bücher für über 30.000 jüdische Gefangene zu regulieren, hat sich das Komitee nach Warschau und Wilna gewandt, danlii dort besondere Komitees gegründet werden, die'den Einkauf und Transport der Bücher besorgen sollen. In Warschau wandte sich das Komitee an Fachleute, wie die Herren Jakob Dinesohn. I. Freud und O l s ch w äug e r, an Pressevertreter, wie die Herren Jatzkan („Haint"), Zwi Prilutzki („Moment"). Lach o w e r („Hazesirah") und Go t tlieV („Das jüdische Volk"), sowie an Vertreter von Arbeiterorganisationen. In' dieses Einlansskomitee sollen auch Vertreter des Buchhandels, wie die Firma Gebr. L e w i n - E p st e i n. die Verlege „Z e n t r a l", „I e h u d i a h". „G i t l i n" u. a. eintreren. Auch in Wilna wurde ein Einkanfskomitee mir beit -Herren Rechtsanwalt S. Rosen bäum und den Schriftstellern S. L. Zitron und M. Schatit gebildet. 'An der Spitze des Komitees stehen die tzHerren Rabbiner Dr. M. Hildesheimer (Berlin), Advokat Dr. I. .Be h a m (Charkow), cand. jur. Aron S i n g a - lowski (Minsk) und Schriftsteller S. Schnenr (Mo-