Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 33 (24.8.1917)
- Date
- 1917-08-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 546 Dir. Bloch's Wochenschrift Nr. 33 am 1. Oktober 1915 einem Flugunfall zum Opfer fiel, begraben. Chasanowicz war als dankbarer Absolvent einer deutschen Hochschule ins deutsche Heer eingetreten. Ebenso verunglückte der Kriegsfreiwillige Jakob 2id)f . tenstein, aus Neustadt Lei Pinne stammend. Er stand bei der Fliegerabteilung Elsemnühle. Offiziere treffen wir eine Reihe' im Flugzeugwesen: Leutnant Kurt Lämmle (in einem bayerischen Fliegerbataillon, Patent vom 1. Mai 1915), Leutnant Aron-" heim, Leutnant Adolf Marx, bei der Feldfliegerabteilung; dortselbst ,auchi noch Leutnant Fritz G e r st l e, dmrn Leutnant Kurt K ö n i g s b e r g e r (Sohn des Herrn Karl Königsberger aus Fürth). Der Leutnant Rosen stein, früher Fliegerlehrer m Gotha und Johannisthal (Sohn der Frau Regierungsrat Dr. Karl Nör'dilinger, Derw-.- Rosenstein), besitzt das eiserne Kreuz erster Klasse, ebenso der Fliegerleutnant-Hermann Back, Prokurist der Firma Orordi- Back, Sohn des Smichower Rabbiners Dr. S. Back, zurzeit in Prag. Gleichfalls mit deM eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet wurde der Sohn des bekannten Freiburger Arztes Geheimrats Professor Doktor Ro s'in (dessen Idame auch in der Judenheit einen guten Klang har), der Fliegerleutnant Dr. Franz Ro sin, leider inzwischen am 4. Juni iM Luftkampf gefallen.! Es ist also gar nicht trötig, sich an den Flieger Wilhelm Frankl anzutlamMern, der nämlich zwar die längste Zeit seines Lebens Jude war, im Fahre 1914 aber, wenige Monate vor Kriegsbeginn, sich taufen liest um als Flieger leichter Karriere zu machen. Die Zahl der indischen Flieger ist damit aber bei weitem nicht erschöpft. Von K. C.ern hat zunt Beispiel Karl Fromm (Viadrinae-Darmstadt) sein Examen -als FlugzeugMrer Vestarrden Nßd''führt)"jetzi lln^Osten ein Großflugzeug. Beobachtungsoffizier/ bei der Feldlnstschiffev-Abtellung ist Leutnant Hermann Jonas, der das eiserne. Kreuz erster Klasse erhielt. Er ist der Sohn des Kaufmanns Abraham Jonas in Aplerbeck, Kre-'s Hörde. Jonas diente ab 1. Oktober 1913 Anscheinend ist Jonas allerdings nichteigentlich Flieger, fondermLuftschiffer, ebenso! wie Leutnant Max Elias, Sohn des Herrn D. Elias aus Hannover, der auf Zeppelin IX war. (Eisernes Kreuz erster Klasse.) Bei den Lustschiffern finden wir noch weitere, von denen Mir ein Dr. Hermann Elias ans Berlin und Leutnant Erich Eliel, Sohn des Stadtverordneten Eliel, Köln, Bruder eines K. C.ers, in der Feldluftschifferabteilung namhaft gemacht wurden. Verunglückt soll ein Dr. Alexatrder L i p p M am n, Kriegsfrcllvllliger der Dresden-Kaditzer Lustschifferabteilung, sein. 'Dr. Lippmann war im Frieden Geschäftsführer der Gesellschaft zur Gründung eines Observatoriums in Oberhof. Ein verdienter Veteran der Luftschifferei, der 62 jäh- - rige Herr Paul Spiegel aus Chemnitz!, trat als Kriegsfreiwilliger beim Königlichj bayerischen Luftschifferbataillon in München ein. Eine Rechen-weiterer Mischer Soldaten wurden mir im Flugwesen angegeben. Ein Flieger Fritz Koppel, Hans Rot h s ch> i l d - Göppingen, Erich L e w y, Kriegssrellvilliger Unteroffizier, Sohn des Direktors Hugo Lewy - Berlin, Otto Cohn, Sohn der Frau Minnas Cohn ans Fraustadt, Mols Fechenbachaus Ellenburg, ausgezeichnet mit dem türkischen Halbmond, Luftschrsfer Hugo Born st ein aus. Mannheim, Sohn der Frau Klara Born st e r n, Flieger Paul G old m a n n ' aus der israel. Erziehungsanstalt Ahlem. Edgar. Hirsche em ehemaliger Schüler der israel. Erziehungsanstalt Ahlem, lln Frieden Elektromonteur in Walsrode i. d. Heide, trat gleich! bei der Fliegerwaffe ein. Er erhielt am 2S.: August 1915 bei Arras einen Schüße der ihn znM Niedergehen Zwang, wobei er sich ernstlich verletzte. Hirschhatte infolge nebligen Wetters tief herabgehen müssen, um seinen- Auftrag durchzuführen. H i.r s ch ist ein Beispiel dafür, daß wir auch einfache, schlichte Jungens haben, die technisch und physisch ihren Platz aussüllen. Eine glückliche Synthese dieser Art verkörpert der Flugobermaat Rund aus - Gleiwitz^ Sohn des Herrn I. Rund fr. Bei Ausbruch des Krieges in Amerika lebend, weiß sich Rund auf kühne Weise als '„Amerikaner^ nach Deutschland durchzuschlagen und tritt dann als Marineflieger bei der Wasserslugstation in Seebrügge ein, wo er nach meinen Erkundigungen zwei Jahre lang hervorragende Dienste tat. In letzter Zeit habe ichihn aus den Augen verloren. Rjund selbst ist so bescheiden, daß! er über sich jede Auskunft verbietet. ' Es liegen aber viele Tatsachen über ihn vor; er ist Inhaber des Fliegerabzeichens und anderer Auszeichnungen. In dem Korpstagesbefehl des Marinekorps In, Nr. '31/16, ist ihm für einen kühnen Angriffsflug von Exzellenz v. Schröder gedankt worden. Wenn daher Artur Silbergleit die Flieger besingt und endet: „Wir schweben sanft aus unserer Welt, Der tollsten Abenteuer, I Einjedes Fliegerherz ein Held Am Motor und am' Steuer . . . fürwahr, schon diese kleine private Zusammenstellung zeigt, wie der Jude auch! stolz in den Lüften sich als Nachkomme der Makkabäer zu fühlen wußte. Einen, den der Tod auf dem Schlack) tfelde aus! reichem dichterischen Schaffen nahm,, schlug, das Herz höher beim Nahen dieser modernen s^DähMs. .ünd,/JUrn^>MastM (Hr h der am 8i Feornar19i5 vor Soissons fiel, sang: ' „Horch in Lüsten kreist Unser Denkergeist Immer höher, immer schneller Trommeln, wirbeln die Motoren und Propeller." im Jahre 439 v. Ehr. in . seiner Leichenrede für die jungen Männer, die im Kriege gegen Samos fielen: „Dem Jahre ist der Frühling geraubt worden.'I Auch unseren Familien sind viele Hoffnungen genommen worden. Die Tatsächlichkeit jüdischen Heldenmutes — .auch int! Dienste der Fliegerwaffe — bestreiten zu wollen, heißt ihr Andenken und ihr Grab besudeln. Nach, den Mitteilungen des „Hamburger Israelitischen Familienölattes", denk wir, so schreibt der. Autor in den ,,K. C.-iBlättern", eine reiche Sammlung einschlägigen Materials verdanken, hat der Bizeseldwebel Martin Jacob'owitz, Beamter der Dresdner Bank, Filiale Breslau, Sohn des Kaufmanns Herrn Hermann I a c o b o w i tz zu Breslau, im Frühjahr 1917 für einen heißen, erbitterten und schweren Lustkampf das eiserne Kreuz erster Klasse bekommen. Dieselbe hohe Auszeichnung errang sich auch ein Frankfurter Jude. Dieser, der in memer Zählung als 125. Mischer Träger des eisernen Kreuzes erster Klasse figuriert, ist der Flugzeugführer EdgarR o s e n b a u m, Sohn des Herrn Alex Rose n - bäum Er ist einfacher Unteroffizier (ebenso wie Jacobowrß „nur" Vizefeldwebel ist und mancher der var-, herigen es noch nicht zuM Offizier bringen konnte). Ein' weiterer Träger des eisernen Krenzeserster Klasse ist.her Fühler einer Lufffchisftrnppe, Leutnant Otto. Erich B l o Ä), Sohn des Zigarrenfahrikünten Max Bloch rn EmMendinoen. Die Nachrichten des.Mischen /Ruderklubs Jvria nennen als eines ihrer jüngsten Mitglieder, die lln Felde stehen, den Flieger Bruno Ma ttf atzkv aus Berlin.