Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 33 (24.8.1917)
- Date
- 1917-08-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 545 Nr. 33 -wäre Ihrer hünranitärcn Institution, Ihre Schützlinge in einer beschwerlichen, nächtlichen Reise sicher zu begleiten. Sie haben dadurch bewiesen, daß Sie im wahren Sinne des Wortes geneigt sind. Tag und Nacht sich in den Dienst der Wohltätigkeit zu stellen. Gott.-Lohne es Ihnen und gebe Ihnen stets Kraft und Gesundheit dazu! Unseren wärmsten Empfangsgruß endlich Euch, Ihr lieben Kinder! Mit jener Gastfreundschaft, welche eine der schönsten Tugenden Ungarns bildet und mit jener Gastfreundschaft, welche inr Judentum seit der^ grauen Vorzeit unseres Stammvaters Abrahams zur Tradition geworden, heißen wir Euch hier willkommen! Leid recht brav, artig und folgsam! Erlernet während der Wochen Eures hiesigen Aufenthaltes die süßen Laute unserer geliebten ungarischen Muttersprache und lehret Euere kleinen ungarischen Kollegen irr der Ferienkolonie die Laute der schönen deutschen Sprache, welche die Sprache der Dichter und der Denker genannt wird und die soviel Kultur und Wissen in der Welt verbreitet hat, es kann Euch allen im Leben nur nützlich sein! Seid uns gegrüßt, Ihr lieben Kleinert Aus uns'rem alten Bruderstaatz In Ungarns Feldern, Wiesen, Hainen Blüht echter Freundschaft edle-Saat! Wie Väter, Brüder draußen kämpfen Und trotzen Weltkriegs Sturm und Tod, So wollen wir zu Hause dämpfen Der Mütter und der Kinder Not. Laßt es Euch, recht wohl ergehen In unserer Ferienkolonie, Liebe soll Euch da umwehen, Wie Gott deM Menschen sie verlieh. Und kehrt Ihr daun nach eitrigen Wochen Gestäökt, gekräftiget nach Hans, Laßt dankbar Eure Herzen pochen Und rufet beterrd mit uns aus: O, möge Gott bald Frieden senderr Ans seiner gnadenreichen Hand, O, mög' er Not und Leiden enden Der Welt und unsrem Vaterland!" Knabenvolksschnle (Talmud-Thora) m. Oessentlichkeitsrecht Wien, 2. Bez., Malzgasse 16. Die Schülereinschreibungen für das Schuljahr 1917/18 finden am 29., -30. und 31. August, von 8—12 Ahr vormittags, im 1. Stock des SchuHauses statt. Die Kinder haben in Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter zu erscheinen. Erforderliche Dokumente: für neu eintretende Kinder Geburis-, Impf- und .heimatschein, eventuell , Altersdispens; für Kinder aus anderen Schulen auch die Schulnachricht mit der Uebersiedlungsklausel.. Kinder, roelche diese Schule bereits besucht Haben und auch im neuen Schuljahre hier bleiben sollen, sind ebenfalls zu melden. Im Verhinderungsfälle /kann die Anmeldung auch schriftlich erfolgen. Feier zum Schulbeginn am 2. September, 9 Uhr früh. Beginn des Unterrichtes am 3. September, um 8 Uhr früh. Austritte aus dem Judentum von 12. bis 18. August ]917. Deutsch Rosalia, geb. 9. Februar 1890 in Przemysl, VIII., Wickenburggasse 7. Dubienska Cäzilie. Privatlehrerin, geb. 21. Februar 1879, Podwoloc,yska, IU., Rasmnofskystr. 12. Ga ow Josefino. geb.' Smeikal, geb. 36. Juni 1891 in Wien, Vlll., Langegasse 42. Hallmanu Adirenne, geb. 7. März 1893 in Wien, I, Ebendorferstraße^ 2. Jacabi Erna. geb. 8. Jänner 1892 in Wren, lt. Zuschr. der k. k. Bezirtshauptmaimschaft, Karlsbad. Kaiser Lepold, Steindrucker,. geb. 5. Noveniber 1877 in Wien, XVII., Rötzergasse 34. Kerkai Zoltan» Kaufmann, geb. 30. März 1894 in Agram, Wien, 111., Wassergasse 6. Kircz Hedwig, geb. 2. Dezember 1894 in Gr. Ruszbach, lt. Zuschrift der k. k. Bezirkshauptniannschaft Korneuburg. Kolm Arth rr, Privatbeamter, geb. 16. Juli 1888 in Wien, XIV., Goldschlagstraße 47. Köhler Emanuel Dr., k. k, Landesregg.-Konz., geb. 22. April 1888 in Lemberg, VIII.. Alserstraße 27. Rusch Emma, Hilfsarbeiterin, geb. 12. Dezember 1899 in Wien, Xlll., Kais. Jub.-Spital. Seidler Heinrich, Oberkellner, geb. 11. Februar 1879 in Hnevkowitz, VIII., Josefstädtersiraße 51. Schneider Charlotte, geb. Zwerzba m. geb. 14. April 1881 in Wien, XVII., Richthausenstraße 25. Schreckenstein Friedrich, Korporal d. k. k. Schützenregts. 1, geb. 13. November 1893 in Wien, XIV., Selzergasse 19. Kolin. Dr. Richard Feder aus Laun hat den durch, Ableben des Dr. Raphael Gugenheimer s. A. oakanten Rabbinerposten in Kolin angerreten. Lemberg. Eine schlichte, aber eindrucksvolle Feier vereinigte am 8. August eine auserlesene Lchar ..unserer Jugend und eine Anzahl von Ehrengästen in der nachbarlichen Sommerfrische- Brzuchowice. Die jüdischen Pfadfinder (Schomrim) leisteten im Angesicht ihrer Fahne das -Gelöbnis der Treue zu den Gesetzen ihrer Vereinigung. Die Feier trug den Charakter eines Feldgottessdienstes, das dort unrergebrachte Kriegswaisenhans aus Lemberg hatte den Pfadfindern seine Pforten gastlich eröffnet, die Waisenkinder nahmen ebenfalls an der Feier teil. Nach einem hebräischen Gesang hielt Rabbiner Dr. Guttmann eine sehr stimmungsvolle Festansprache, dann sprachen Herr 'Rieger im Namen der Pfadfindervereiniaung, Herr Rnbenzahl im Namen des Zentralwaisenkomitees herzliche Worte. Vom Beirat der Lemberger Gemeinde war Dir. Orausch anwesend. Feuilleton. Indische Flieger iw Kriege. Von Dr. Felix A. Teilhaber, im Felde. Ein Antisemit hat bekanntlich im Reichstage sich euren Zwischenruf gestattet, der wohl nur eine rhetorische Frage darstellte: „Zeigen Sie mir doch einmal einen jüdischen Flieger!" Ich weiß nicht, ob er eine Antwort darauf bekam. Tatsache ist. daß viele Leute glauben, es gäbe keine jüdischen Flieger, weil... . Ich gestehe offen, daß meine Kriegsmaterialsammlung nichts weniger als vollständig ist, und wenn ich das Kapitel Luftschiffahrt aufschlage, dann möchte ich als enragierter SaMmler gern noch mehr Nummern. Gedenken wir zuerst einiger Toten. Da ist der Leutnant d. R. Josef Zürndorfer aus Rexingen, zuletzt vor dem Kriege Kaufmann in Bochum. Er hatte 1910 als Einjähriger beim 6. Württembergischen Infanterieregiment gedient. Mit dem Infanterieregiment 154 rückte er ins Feld, bekam als einer der ersten das eiserne Kreuz und die Württemöergifche Verdienstmedaille, wird Offiziersstellvertreter, jedoch bald bei Combres während eines Sturmangriffes an der Hand verwundet. Kaum genesen. Meldet er sich bei den Fliegern. „Meine Wünsche sind erfüllt, ich habe ein glückliches Los gezogen." Und ferner: „Ich bin als Deutscher ins Feld gezogen, um mein bedrängtes Vaterland zu schützen. Aber auch als Jude, um die volle Gleichberechtigung meiner Glaubensbrüder zu erstreiten," sagt er in seinem Testament. Nach zweimonatiger Tätigkeit ereilt ihn sein Geschick. In Berlin-Weißenfee liegt der frühere russische Staatsangehörige, Diplomingenieur Artur C h a f a n o - wicz, kriegsfreiwilliger preußischer Flugzeugführer, der