Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 33 (24.8.1917)
- Date
- 1917-08-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 544 Dr. Blüch's Wochenschrift Nr. 33 Berta Fischmann, Jglau; David Kvhn, Friedrich AÜina, Dr. S. Bach, Advokat Dr. G. Hoze, Josef Dreßler, sämtlich in Wien je 10. -; K. ii. k. Oberarzt Dr- I. Braun 6.—; Josef Dohan, Preßburg; Marton Saubcrmann, Prugy; Ignatz Hirsch, Kryzevci; Dr. Benno Schallinger, Friedrich Lamm, Siegmund Schick, Berger und Adler. Moses Gorzyczanski, sämtlich in Wien je 5. —; Simon Berger, Wien 3.—; Dr. Mano Epstein, Budapest; Olga Spieglcr, Ischl; F. Waldmann, Hänseradministration Hönich, Adele Eisenschimmel, Jakob Bauer, Ludwig Mellern, Hugo Schönmann, Siegmund Schneider,. Edmund Weiß, sämtlich in Wien je 2.—; Feldrabbiner Dr. Leo Bertisch, Deutsch- Brod; Eduard Braun Moritz Lang, Chemiker Max Singer, sämtlich in Wien je 1.—. Schülerspenden: Durch Religionslehrer Lazar Schächner, Rymanow 50.—.“8 r' Die in der letzten Nummer unseres Blattes ausgewiesene Spende M. Spiegel, Troppau, ist eine Sammlung des Herrn Eisenbahnbeamten Bleimann unter den Flüchtlingen in Jaktar und Kathärein bei Troppau. Außerdem ging uns von Herrn M. Spiegl von Frau Dessauer in Gr. Hoschitz eine Spende von Mk. 2.— zu. Spenden für die Evaluierten in Palästina erbitten wir an das Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, 1. Bez., Renngasse 3, aus Konto „Hilsskommission 1915 für Palästina" mit dem Vermerk: Für die Evakuierten. _ Kriegsspitialshilfe für Palästina. I Oberleutnant Hermann Rosenblatt, Czernowitz, dzt. Losoncz zum Andenken an die selige Frau Sara Jmber; Ignatz Domann, Budapest je Kr. 50. -; Koritschan L Co., Brünn 10.—; Ignatz Spitz, G. Koloman Spitzer, beide in Budapest je 5.-; H. I. Fleischer, Budapest 3.—; Jnformationsverein „Vindabona", Wien 2.—. Adresse für Zuschriften: K. k. Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 2. Bez., Obere Donaustraße 109. Zahlstelle für Oesterreich: Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, 1. Bez., Renngasse 3; „Neue Freie Presse", Wien, 1. Bez., Fichtegasse 11; für Ungarn: Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank. Berlin, Postscheck-Konto Nr. 1000.— (auf das Konto: „Kriegsspitalshilfe für Palästina"). Spende für ÄerWAmte Arme. Bei Rabbiner Dr. Grunwald sind eingegangen: 100 K. Familie B. in einem Krankheitsfalls Spende. Von Armine Eingedenk, Pirnitz bei Jglau (für die Evakuierten in Palästina): 5 Kronen; für die galizischen jüdischen Waisenkinder 5 Kronen. , KowmierMlMt Max Ritter von Anhauch!. Von befreundeter Seite wird uns geschrieben: Nach Blättermeldungen hat der Kaiser dem Kommerzialrat Mar Anhauch den Ritterstand verliehen. Oie Nachricht von dieser Adelserhebung wird namentlich in Bukowinaer Kreisen größte Genugtuung und ungeteilte Freude auslösen. Mar Ritter von Anhauch ist der erste Bukowinaer Jude, der in den Ritterstand erhoben worden ist. In Storozynetz, dem im Weltkriege oft genannten Bukowinaer Städtchen, als Sohn eines angesehenen jüdischen Bürgers geboren, besuchte er nach Absolvierung seiner Studien die Handelsakademie in Wien, worauf er in Suczawa als Beamter in ein kleines Bankinstitut eintrat. Seinem ungewöhnlichen Schaffensdrang behagte der bescheidene Posten nicht lange. Mit großem Scharfblick gewahrte er die Möglichkeit industrieller und kaufmännischer Lrploitierung der Bukowinaer Waldungen, deren Holzreichtum er nun mit außerordentlicher Sachkenntnis und emsiger Hand zu verwerten begann. Er gründete zunächst zu diesem Zwecke eine Handelsgesellschaft und gab dem Holzgeschäfte, der Abholzung und Verarbeitung, durchaus moderne industrielle Formen und der kaufmännischen Verwertung des Bukowinaer Holzes eine ganz außerordentliche Verbreitung im Ausland. Bukowinaer Holz ging bis nach Aegypten. In der Folge gründete er die .Holzindustrie-Aktiengesellschaft „Bukowina". So hat Mar Ritter von Anhauch sich aus bescheidenen Anfängen zu einem der ersten Industriellen der Bukowina heraufgearbeitet und durch den Vertrieb der Erzeugnisse der Bukowinaer Forsten viele Millionen aus dem Ausland seiner Heimat zugeführt, wobei sein Bestreben stets darauf gerichtet war, den autochthonen landsmannschaftlichen Charakter Dieser Industrie zu wahren. Für sich selbst vollkommen anspruchslos, suchte und fand er seine größte Befriedigung in der Tätigkeit ,für sein Heimatland, ohne jedoch jenmls eine politische Stellung im öffentlichen Leben anzustreben. Für Arme hatte und hat er offene Hand und warmes Herz und seine Hilfsbereitschaft ist unermüdlich' und unerschöpflich. In dieser Richtung kennt er keinen Unterschied des Stammes und Glaubens. Deshalb ist Mar Ritter von Anhauch gleich beliebt und gleich ungesehen bei Juden wie bei "Christen, bei allen seinen Heimalgenossen, mögen sie welcher der vielfachen Nationen oder Konfessionen seines .vielsprachigen Heimatlandes immer angehören. Die allergrößten Verdienste hat sich Mar Ritter von Anhauch im Weltkriege erworben: in der Bukowinaer Flüchtlingsfürsorge, in der er unermüdlich tätig und von aufopferndem Arbeitseifer ist, bei der Organisierung und Leitung der Approvisionierung der Bukowina bis zum Russeneinbruch im Juni 1916, bei Schaffung der Bukowinaer Kriegs-Kreditkasse und der Darlehens-Hjlfskasse für die Bukowinaer Flüchtlinge, in welchen Funktionen er' vollkommen selbstlos arbeitete und Opfer brachte, endlich in der Wiederaufrichtung zahlreicher vernichteter Bukowinaer Flüchtlingseristenzen. Sein intuitiver Scharfblick, seine außerordentliche Arbeitskraft, seine genaue Kenntnis von Land und Leuten, seine Energie, seine Uneigennützigkeit, seine stete Hilfsbereitschaft, seine persönliche ^Anspruchslosigkeit und nicht zuletzt die für die Bukowina bedeutsamen volkswirtschaftlichen Ergebnisse seiner industriellen Tätigkeit haben ihn zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Bukowina gemacht. Mar Ritter von Anhauch ist ein guter Jude und führt ein überaus glückliches Ehekeben. Er ist Vater von drei Söhnen, von denen zwei eingerückt und im Felde sind, und einer Tochter, die mit dem Ingenieur' Roth in Wien verheiratet ist. So kann Mar Ritter von Anhauch mit Fug und Recht als Gründeq eines neuen jüdischen Adelsgeschlechtes und als Zierde des Judentums bezeichnet werden. Mar Ritter von Anhauch steht im 53. Lebensjahre.. Dr. M. St. Kindererholung'sheim des! Wiener FrMenvereines pH Schutze armer, verlassener Ander. (Präsidentin: Laura Krenberger.) Wie im Vorjahre, hat der Wiener Frauenverein zuni Schutze armer, verlassener Kinder auch Heuer in Hütteldorf, Hüttelbergstraße 57—61, eine Ferienkolonie errichtet und in derselben während der Monate Juli und August 160 Kindern die Möglichkeit geboten, sich einigermaßen von ihrer Unterernährung tzu erholen. Daß die Kinder hievon reichlich Gebrauch machen, erkennt man, wenn man Gelegenheit nimmt, diese Kinder zu sehen. Welch herzerhebendes Bild . bietet es, diese armen Kinder bei ’ fröhlichen Jugendspielen zu beobachten! . . Im Heime selbst waltet als guter Geist der Sekretär des Vereines, Herr Moritz Ungar, Oberoffizial im Wohltätigkeitsamte der isr. Kultusgemeinde. Wer das Wirken dieses Beamten -auf dem Gebiete der Kinderfürsorge kennt, wird sich eine Vorstellung -davon machen können, mit welcher Liebe und Sorgfalt auf die gute Verpflegung der Kinder geachtet wird. In dieser schwierigen Aufgabe wird Herr Ungar von seiner - Gattin Ernestine Ungar in aufopfernder Weise Unterstützt. Anläßlich des ^Geburtstages .Seiner Majestät des Kaisers Karl I. fand ant 16. d. M. im Heime eine Kaiser-Huldigungsfeier statt. Der Leiter, Sekretär Moritz Ungar, unterstützt von den Lehrerinnen Frl. Sabine R o st und Clemy Mautner, gab den erschienenen Gästen erwünschte Gelegenheit, einen kleinen Ueberblick über die segensvolle Tätigkeit des Heimes zu gewinnen. Mit einem -Huldigungsaufmarsch der Kinder begann auf dem mit Fahnen, Enrbkemen und Lampions geschmückten Spielplatz im Garten .. die Feier. Hierauf folgten Vorträge patriotischer Lieder und Gedichte sowie Vorführungen von Tanzreigen und ein Schauturnen. Mit dem Absingen der österreichischen Volkshymne schloß der offizielle Teil des Festes, worauf den Kindern verschiedene Belustigungen geboten wurden. Um bas Gelingen dieser .Veranstaltungen haben sich nebst Herrn und Frau Ungar die Damen Frl. Sabine R o st, Frl. Clemy Mautner, Frau 48rete von R i t t e r s h e i m und Herr Rudolf Türk in dankenswerter Weise bemüht. H. H. Willkümmengruff, gesprochen von Herrn' Arnold Köhn, Vizepräsident des Pester israel. Ferienkolonienvereines, an die Schützlinge des Wiener „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim" und an die begleitenden Funktionäre dieses Vereines am Bahnhof zu Waizen im Jahre des Weltkrieges 1917 am 1. August. „Das'erste Wort des Grußes und des Dankes, welches icfj der dieser Gelegenheit int NaMien dxs Pester israel. Ferienkolonienvereines ausspreche, wendet sich jener Dame zu,, deren hoher Sinn und tiefes ^Feingefühl, deren Warncherzigkeit und Barmherzigkeit diesen Augenblick herbeigesührt Hut. Möge sie der Allgütige noch, diele Jahre in doller geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit erha.lien, damit es ihr-möglich! sei; noch, zahlreiche Merle der Menschenliebe zu fördern, wie. sie es bisher getan. Frau Sofie G, r An s e l d, die, Präsidentin des Wiener „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim", sie lebe lange und lebe hoch! . Unseren herzlichen Gruß und Dank ferner Ihnen/ geehrte Damen, die Sie die Güte hatten, als Funktio-