Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 33 (24.8.1917)
- Date
- 1917-08-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Tir. Bkoch's Wochenschrift Seite 541 Nr. 33 In Boden fand nur 17. August, unr 10 Uhr Dorm., aus Anlaßdes -Geburtstages Sr. Majestät im Tempel ein Festgottesdienst statt. Unter den vielen Festgästen waren auch anwesend der Präsident der isr. Kültusgemeinde in Wien Herr Dr. Alfred Stern und Univ.tz Professor Herr Dr. Schorr. Nachdem der aus Wien hiezu bestellte Kantor Funke das Ma tauwu und fof* dann den Psalm 21 klangvoll rezitiert hatte, betrat Oberrabbiner Wilhelm Reich die Kanzel und hielt eine'inhaltsvolle Festrede,'welche in der Nr. 32 der „Oesterr.', Wochenschrift" au leitender Stelle zum Abdruck gelangt ist. Nach- 'Verrichtung! des Kaisergebetes vor der -geöffneten Bundeslade wurde die umgestaltete Volkshymne abgesungen. FvanzenÄad. Donnerstage am 16. d. M., fand im hiesigen isr. Tempel ein besonders würdiger Festgottesdienst statt, um welchen sich der hier zur Kur weilende, schwer Herzkranke Herr M. Weiß mann, Kantor aus Wien, hervorragend verdient gemacht hat. Der weihevolle Verlaus des Festgottesdienstes, an dem StationskomMandant Oberst Hahnenkamm mit einigen Offizieren, offizielle Persönlichkeiten der Kurstadt Franzensbad sowie ein außerordentliches zahlreiches Publikum teilnahm, ließ bei allen Teilnehmern einen erhebenden' Eindruck zurück. Herr Kantor M. Weißmann, der durch seine wirkungsvolle Stimme wie durch seinen würdigen Vortrag so viel zu dem schönen Verlauf der Feier beitrug-, wurde von allen anwesenden Honoratioren beglückwünscht. In Gaya fand am 17. d. M. im hiesigen Tempel ein solenner Festgottesdrenst statt, dem der Gesamtvorstand mit Herrn Alois Platzet an der spitze, der l k. Bezrrkshäuptmann, der k. k. Bezirksrichter sowie die Honoratioren der Stadt und ein zahlreiches Publikum beiwohnten. Die Festrede hielt Bezirksrabbiner Dr. Josef Hofs aus Bisenz, und Äbte dieselbe auf alle Anwesenden eine nachhaltige Wirkung aus. In Anwesenheit der Vorstände beider Gemeinden der Jsraelitenstadt Hollefchau, der Vertreter der hiesigen k. k. Bezirkshauptmannschaft mit Herrn k. k. Statthaltereirat Alex Ko mors an der Spitze, der ^Vertretung des k. k. Gendarmeriekorps, der Mitglieder des Militärkriegervereines der Jsraelitenstadt Holleschau, der Vertretung der Gutsverwältung Sr. Exzellenz des Grafen Rudolf v. Wrbna-Kaunitz und überaus zahlreicher anderer Festgäste fand am Freitag, den 17. August, anläßlich! des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers Karl I. im Tempel ein feierlicher Festgottesdienst statt. Die kantoralen Funktionen versah in erhebender Weise Herr Kantor Jakob M i ch a l o w s k i mit seinenr geschulten Chor. D-ie Festpredigt hielt Herr Rabbiner-Stellvertreter Salomon H i r sch und wurde dieselbe Von der FestversämMlung mit großem Beifall ausgenommen. Nach dem Gottesdienste dankte der Obmann des Kriegervereines der Jsraelitenstadt Holleschau, Herr Angelus Lustig, deM Herrn Statthaltereirat Komers für sein Erscheinen; sodann hielt Herr Oomannstelloertreter Elias Braun eine ergreifende Ansprache. Der Herr Statthaltereirat dankte in beredten Worten für diese, patriotische Kundgebung. In -St. Pölten fand der Festgottesdienst in der Kaiser Franz Jofes-iHuldigungssynagoge am Donnerstag, den 17. August d.. I., uM 11 Uhr vormittags, statt und wurde Puch! an Seine Majestät eine Huldigungsdepesche ab gesandt. ZuM Festgottesdienst waren erschienen: k. k. Statthaltereirat Wilhelm TreMel samt Gemahlin, k. k. Kreisgerichtspräsident Hofiat Dr. Michael Mnllner^ Oberstaatsänwalt Dr. Josef Loob, der Kommandant der k. u. k. Mititär-Unterreälschule Oberstleutnant Loi, Postoberinspektor Alexander Wantschura, k. k. JDr. Oberbergkommissär Albert H u s s a t Polizeiwachinspektor Karl Allinka usw. Ferner wohnte dem -Gottesdienst der Gesamtvorstand und eine große Anzahl Militaristen bei. Die Festpredigt hielt Seine Ehrwürden Dr. Adolf Schächter, den kantoralen Teil besorgte Oberkantor Wilhelm Rabinovicz. Im k. k. lEpidemiespital in Troppau haben die jiddischen Patienten mit Bewilligung des Spitalskommandauten am 17. d. M. anläßlich des Kaiserfestes separat einen feierlichen Gottesdienst abgehalten. Die anwesenden Offiziere äußerten über die gelungene Feier ihre vollste Zufriedenheit. Bei .diesem Anlasse wurde eine Spendensammlung für wohltätige Zwecke eingeteitet, die den Betrag von K. 62.— ergab. Kaiserfeier des Vereines „Frauenhort". Am 7. August verschickte der „Frauenhort" seinen sämtlichen Pensionärinnen, darunter Frauen aus dem besten Mittelstand, die heute der bittersten Not preisgegeben sind, dieselbe Summe als Aufbesserung, die er sonst seinen Pensionärinnen monatlich gibt. Der „Frauenhort" tat dies in der Erkenntnis, daß die Fürsorge für Sieche und Greise unter der Kriegsfiirsorge leidet, was gewiß nicht den menschenfreundlichen Intentionen Kaiser Karls entspricht. So werden diese armen Frauen und Mädchen den Festtag Oesterreichs in gehobener Stimmung begehen können. _ Mernverein „PesWoM", Wien — Kaiferseier. . Der Elternverein „Pestalozzi", Wien. , 2. Bezirk, Große Sperlgasse 32—34, der im heurigen Sommer sein Ferienheim in Hörmannsdorf in Niederösterreich eröffnete und in welchem 73 Kinder untergebracht sind, hat, einem althergebrachten schönen Brauche folgend, eine einfache und prunktöse, aber würdige Kaiserfeier in seiner Ferienkolonie veranstaltet. Zu dieser Feier waren die Vorstandsmitglieder mit dem Präsidenten Herrn Arnold Lemberg er an der Spitze, als auch die Honoratioren nebst vielen Einwohnern des Ortes erschienen. Nach der Begrüßungsansprache des Präsidenten hielt der Vizepräsident des Vereines, Lehrer Josef Stern, die Festrede, in welcher er das segensreiche Wirken unseres allergnädigsten Kaisers schilderte, welche mit der Absingung der Volkshymne ihren Abschluß fand. Hieran schloß sich die Aufführung einiger patriotischer Theaterstücke, welche den Kindern und der pädagogischen Leiterin Frl. Karla Riedl, die die Einstudierung besorgt hatte, Beifall brachte. Tie Familiennamen der Juden Galiziens. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nr. 31 Ihres gesch: Blattes streift Björn Björnson die himmelschreiende Willkür, mit der v-on Haß und Fusel trunkene Korporale und Unterbeamten einst den Juden Galiziens jene Familiennamen, die wie ein Fluch bis heute so vielen Juden Galiziens anhaften, einer Sklavenmarke gleich auf den Leib brannten. Man braucht nur an einem Sabbatvormittag unsere Wiener Tempel zu besuchen und die Wirkung zu beobachten, die durch das Vorlesen der Aufgebote galizischer Flüchtlinge auf das Publikum ausgeübt wird, NM sich des ganzen Jammers bewußt zu werden, zu dem die Träger dieser Namen durch diese unverdiente Brandmarkung verurteilt worden sind. Es ist die höchste Zeit, daß mit dieser Barbarei aufgeräumt werde. Eine starke Agitation muß sogleich einsetzen, um durch ein Immediatgesuch an die Hofkanzlei den so ohne jede Schuld dem allgemeinen Spott Aus gesetzten die gesetzliche Möglichkeit zu v ersch affen, ohne Unkosten auf dem kürzesten Wege sich dieser Namen zu entledigen und ihnen beliebige andere dafür einzutauschen. Hochachtungsvoll Dr. G.