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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-24 · 33 (24.8.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
33 (24.8.1917)
Date
1917-08-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 542 Nr. 33 Dir. Bloch's Das .TestmMnt der Schwiegermutter David Kaufmanns. Vor kurze::: starb in Budapest die Witwe Siegmund Gomperz, die SchwiegerrnNtter des allzufrüh verstorbenen hervorragenden Gelehrten Prof. David Kaufmann. Die durch! ihren Edelsinn, ihr Modernes, soziales Empfinden und ganz besonders durch! ihre treujüdische Denkungsart ausgezeichnete Dame verfügte in chrem Testamente, daß aus dem hinterlassenen Vermögen eine Million Kronen zur Errichtung eines jüdischen Lehrerinnen-SeMinars als Stiftungskapital ausgeschieden werde. Das Testament enthielt schon die Umrisse dieser neuen, schon seit langem entbehrten, wichtigen jüdischen Institution. IM Punkt 5 des Testaments findet sich! die Bestimmung: „Beider Organisation der Anstalt sind die Gesetze des Landes, die modernen Anforderungen und die nationale Richtung vor Augen zu halten, dabei ist jedoch der konfessionelle Charakter der.Anstalt, mit besonderer Berücksichtigung der jüdisch-konfessionellen Anforderungen, zu wahren." Die VeMichene hat auch das erste Kuratorium und das erste Damenkomitee nominiert. Von den Mitgliedern des Kuratoriums sind Seminardirektor Dr. Wilhelm Bocher und Dir. Josef SiMon inzwischen gestorben. Dre übrigen Mitglieder sind: Max GoMperz, Hofrat Prof. Dr. «I. Goldziehjer, Oberrabbiner Dr. S<K o h n, der Bruder der Stifterin, Karl GioMperz, Hofrat Professor Dr. Bernhard Alexander, Mühlendirektor Ludwig König, königl, Rat Dr. Franz Mezey und Professor Dir. SaMuek Stern. Außer diesen Herren sind der jeweilige Präsident der Pester KultusgeMeinde, der Präsident der Pester Ehewra-Kadischla und der Direktor der Budapester isr. L-andeslehrerpräparandie kraft ihres Anrtes Mitglieder des Kuratoriums. Die Stifterin betont ausdrücklich!, daß! sie durch diese Stiftung das Andenken ihrer treuen Kinder, David Kaufmann und seiner Gattin, geb. FrMa GoMperz', zu ehren und zu verewigen beabsichtigt, und verfügt, daß dies' durch eine Gedenktafel in der Vorhalle der Anstalt zuM Ausdruck gebracht werde. ZuM lebenslänglichen Präsidenten des KuratormMs ernennt die Stifterin den königl. Rat Doktor Franz Mezey. Bezeichnend für die Denkungsart der hochsinnigen Frau ist, daß sie Mit der Möglichkeit rechnete, daß eine jüdische Lehrerinnenpraparandie vor Eintritt der Rechtskraft des Testamentes welches'schon vor mehreren Jahren aufgesetzt wurde, eventuell von einem anderen jüdischen Philanthropen errichtet werden könnte. Für diesen Fall verfügt die Stifterin, daß die.Millionenstistung zur Errichtung einer jüdischen Landesgewerbeschule oder ein mit Jntenmt verbundenes jüdisches Studentenheim errichtet werden soll. Eine pflichtbewußte Gemeinde. 4a-. Aus Driesch in Mähren wird uns geschrieben: Nach! der zweijährigen Gefängnisschaft Nikolsburger BarackenWens kauten wir 300 Türken (galizische Kriegsfluchitlinge) kurz nach dem SchebUotfest des Jahres 1916 hier an. Der WarMe «Empfang, den uns die ganze Gemeinde Mit dem Vorsteher Herrn Natan Meißner und Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. H. Gescheit an der Sprtze bereitete und die treubrüherliche Behandlung, die uns seitdem zuteil wird, haben in uns. die mnigen Gefühle aufrichtiger Dankbarkeit geweckt, welcher Ausdruck zu verlechen wir jetzt, da wir noch! dreijähriger Abwesenheit in unsere HeiMat zurückkehren, für eine liebe und gern geübte Pflicht erachten. Es« gab wohl keinen iy der «GeMeinöe, der nicht bemüht gewesen wäre, die schwere Last unseres Elends' durch! freundschaftliches Entgegenkommen, durch! teilnahmsvolles Interesse zu er- Wochenfchrist leichterrr uUd durch« tätige Hilfe unserer Not zu steuern. Ist dies ja gar nicht anders möglich, wo ^Beispiele von edler, keine Opfer scheuende Menschen- und StaMMesliebe gegeben werden, wie dies seitens des Herrn Rabbiners Dr. Gescheit, des Vorsitzenden des Flüchtlingskomitees Herrn Max Oester re ich er und seiner beiden unermüdlichen Mitarbeiter Herren Philipp T i e r s e l b und Alexander Hecht er und! besonders seitens des Großjindustriellen Herrn Rudolf Münch geschah. Ein Wohltäter im «großen Stil ist Herr Rudolf Münch, dessen und seiner hochgesinnten Gattin Mildtätigkeit weit über die Gemarkung hiesiger Stadt bekannt ist. Gleichzu Beginn des Krieges hat er die alleinige Sorge für zehr: Kriegsftüchtlinge übernommen und' hat durch Bewilligung von SumMen, die in die Tausende -.gehen, das großzügige Hilfswer'k des! Flüchtlingskomitees> das in der BewilligUnjg v«on Geldznschüssen zu den staatlichen UnterstützungWeiirägen, in der Verteilung von Lebensmitteln, Heizmaterial nsw. bestand', ermöglicht. In feinfühliger Weise hat er die KriegsslüchtliNge, um ihre Festtagsfrende zu heben, zu allen Feiertagen teils mit Geld, teils mit Naturalspenden bedacht, hm die von der Baron Hirsch-Stiftung errichteten Schulen besuchenden Kindern während den WinterrNonaten warMe.Mittagkost, verabreichen lassen und« bei allen Möglichen Gelegenheiterl Beweise seines' bewährten Wohltätigkeitssinnes gegeben. Wir wissen zwar, daß Herr Münch jedem Lob oder gar jeder Verherrlichung Möglichst weit aus dem« Wege geht, wir wissen, daß er all sein Wirken als seine einfache Pflicht lauffaßt und daß er deshalb« jedes Lob und jeder: Dank als unnötig ablehnt. Aber.zwei Worte wird er uns schon gestatten: Gott vergellls! ... Ein Flüchtling iM^Namen aller. Triest. Vorige Woche erschien beim Statthalter rmter Führung., pes WtzrraWuers der hiesigen israelitischen KultusgeMeinde mne Mordnuüig der fest Jahrzehnten m Triest lebender: Juden aus Ko r fu, uM anläßlich« des Geburtstages «des Kaisers ihren tiefgefühlten Dank für die ihnen in Triest gewährte «Gastfreundschaft zun:' Ausdruck zu bringen. Die Deputation überreichte gleichzeitig als Ergebnis einer unter ihren Landsleuten zu Ehren des Allerhöchsten Gebnrtstagssestes veranstalteten Sammlung den Betrag von 500 Krone:: mit der Bestimmung, ihn zugunsten des Witwen- und Waisenfonds der gesamter: bewaffneten Macht zu Verwenden. Der Statthalter nahm die spontane 'KundgÄüng «dankend entgegen und versprach, sie an die.Stufen des Allerhöchsten Thrones weirerzuleiten, wobei «er versicherte, «der hiesigen griech isch-jüdisch er: Kolonie auch weiterhin feine werktätige Fürsorge angedeihen zu lassen. Berlin. Wie das „Tageblatt" Meldet, wurde eine besondere Abteilung für jüdische Artgelegenheiten bei der Verwaltung «des Oberkommandos Ost eingerichtet. Mit ihrer Leitung wurde der bekannteMalerStrnck betraut. Vermischtes. Gratulationen anWWchl des rptöft zugunsten der Cljewra-KMWa für KriegsMsorgejstvecke. Einem' seit Jahren eingebürgerten Brauche folgen^ laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der „Oesterveichischen Wochenschrift" an Stelle d«er direkten Gratulationen per Post erstatten zu wollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mÜ «der «Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung der jetzt ,so hochwichtigen Kriegsfürsorge der Chewra-Kadischa. .

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