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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-17 · 32 (17.8.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
32 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 32 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 529 JuLiette Kaufmann. Der akademische. Maler Isidor Kaufmann hat einen schweren Verlust durch das Hinscheiden. seiner Güttin Jnliette Kaufmann erlitten, die am 9. d. M. irr einem hiesigen Sanatorium nach schwerem Leiden verschied. Nicht nur die Familie beklagt den Hingang dieser edlen und Vornehmen Frau, auch die-Gesellschaft, in der die Gattin des Meisters volle Wertschätzung und Sympathien genoß, betrauert ihr Ableben. In vieler: Wohltätigleitsvereinen wirkte Frau Kaufmann mit größter Hingebung. Das Leichenbegängnis fand Sonata g, den 12. fr.!' M.f um! 11 Uhv, von der Zeremonienhälle des . Zentralfriedhofes, israelitische Abteilung, statt. Nachdem Oberkantor Morgenstern unter Assistenz der Ersten Kantoren Jurberger und Sereb r e n ik, sowie des verstärkten 'Synagogenchores die liturgischen Gesänge mit warm'er Empfindung vorgetragen hatte, würdigte Rabbiner- Dr. Max Grunwald in herzlichen Frenndesworten die Verewigte äls^Muse ihres . Gatten, als vvrbildliche Mutter, als die '-Seele eines gastlichen Hauses, das den Mittelpunkt eines weiten, treuen Freundeskreises bildete. Am offenen Grabe nahm in: Namen der Verwandten ein Neffe' der Verklärten Rabbiner Dr. Kah an aus Znaim in ergreifenden Worten Abschied. Unter, den überaus zahlreichen Tranergästen bemerkte Wan u. a. Frau Baronin Charlotte von Königswarter, die leitenden Persönlichkeiten der .Vereine „B'nei B'rith", ..Indisches Museum", Direktor Wilhelm Kux. Um die Verstorbene trauern außer dem Gatten unv vier 'Kindern Geschwister, darunter der Oberkantor der türkischen Gemeinde Herr Jakob Bauer sowie Frau akad. Maler Zewy. . Moritzi Graf. Nach dem am 23! Mai ü. J.bri der zehnten Jsonzoschlacht gefallenen ältesten Sohn Siegfried hat das unerbittliche Schicksal sechs Wochen später den Vater, Moritz Gras, am 17. Juli lebend den Seinen entrissen. Wer Moritz Gras kannte, hatte für diesen lauteren, tadellosen und bei seinem gründlichen Wissen so bescheidenen Menschen nur Hochachtung. Er war in jüngeren Jahren Redattionsnritglied der ,,Wiener Morgenpost", deren Eigentümer der durch seine universelle Bildung bekannte Publizist Dr. Landsteiner gewesen ist. Nach dessen Tode folgte er der Aufmunterung seiner Brüder, sich an der Wiener Effektenbörse zu beteiligen, und nahm im Jahre 1872 diesen Berns aus. 45 Jahre war er an derselben tätig und bei allen Schwankungen verlor er nie sein Gleichgewicht. Dem Bankhause Breisach und Comp, war er seit vielen Jahren attachiert, von Pater und Sohn in gleicher Weise geschäht, und war auch Prokurist des Hauses. Moritz Gras und seine Frau Antonie, eine geborene Christin, haben mit dem Ehepaare Dozent Dr. /Joses und Sofie Crünseld im Jahre 1892 den Ferienkolonien-Berein §.!Ferienheim" . ins Leben gerufen, der aus einer Anregung des Dr. Jsfes Bloch hervorgegangen, ist; der Verewigte war immer noch als Beirat tätig. Moritz Gras hinterläh.t eine Witwe, mit der er 47 Jahre in harmonischer The lebte, und das grausame Schicksal gönnte ihm nicht, das 50. Jubeljahr zu feiern. Drei Söhne, von denen zwei im Felde sind, und acht Enkelkinder, von denen das älteste gleichfalls im Felde steht, bedauern diesen vornehmen Eesinnungsmenschen. _ Austritte aus dem Judentum vom 5. bis 11. August 1917. Alt Friederike, geb. Popper, Privatbeamtensgatlin. gcb. 26. September 1886 'in Wien, XVlll., HaiziNgergaste 19 Glück Mathilde, geb. 16. Februar 1885 in Trencsen, Hl.. Hegergasse 9 Klinger Hedwig, Schauspielerin, geb. 28. September 1888 in Wien. iV., Lambrechtsgasse 13 , ' Landesberger Wilhelm, Bästkbeamter, geb. 17. Mai 1890 in Wien IX., Porzellangasse 5 Laub Regine. geb, Krakauer, geb. 7. Mai 1863 in Wien, V., Anzengrubergasse 4 . Obernbre't Pantine Josefa, geb. Hausberger, geb. 23. Juni 1880 in Wien, XVlll.. Gentzgasse'50 Spitzer Pauline, geb. 25. November 1889 in Wien, III., Rennweg 100 Steiner Elsa» geb. 3. März 1884 in Prag, Vll., Zieglergasse 73 Tr.rner Unatic, geb. Horowitz, k. u. k. Hauptmanusgattiu, geb. 6. September 1892 in Baden bei Wien, XVIII., Geyergasse 11 Tintncr Anncm.r ie Rosl, geb. 21. Mürz 1916 4u Wien, XVIII., Geyergasse 11 Zwilling Adolf, Fähnrich d. J.-R. Nr. 84. geb. 14. September 1889 in Wien, laut Zuschrift des k. u. k. Kreiskommandos Lublin. ’ Feuilleton. Gin Knch der Krrsöhnung. Zum 27. Juli, dkm! Vopadeud Tischahbe-Ab, dem T,aae der ailgkmeinen MMWeruM vor drei Jahren (31. Juli 1914). Nicht sei Streit zwischen mir und dir. Denn Verbrüderte sind wir. (1. Moses. 13, 8.) Versöhnung, gibt es eine solche noch auf Erden? Verbrüderte! Wo find sie zn finden, wenn der unselige Haß seinen höchsten Triumph feiert, der böse Geist seinen Sieg davonträgt /über Güte und Liebe? Da kommt nun ein Gottbegnadeter und verkündet Verbrüderung, Versöhnung. Einer, der nicht an der Menschheit verzweifelt. Einer, der die Bibel und Shakespeare, Dante und Goethe, die' großen Deutschen und Franzosen mit gleicher Liebe umfaßt. Einer, dem die göttliche Musik die große Orgel bedeutet Mit den 'vielen, vielen Pfeifen, aus der die „Vox Humana", die Menschenstimme, hervortönt, die uns alle eint, sei es, daß wir dort wohnen, woder kalte Boreas stürmt, sei es, daß wir im Süden siedeln, wo der sanfte Zephyr durch PalMen streicht. Ja, es gibt noch solche 'Gottbegnadete. Nennen wir sie nicht Schwärmer, was bei vielen gleichbedeutend ist mir Schwächlingen, nennen wir sie auch nicht Idealisten, ein Wort, das in diesen., blutigen -Zeiten sich (keines guten Klanges erfreut, es, sind vielmehr wahrhaft Starke, erfind die Sozial-Aristokraten, ihrer ist das Himmelreich der Zukunft. Ihnen ist die Menschheit zu hohem Danke, verpflichtet, denn sie find es, die uns vor den: furchtbarsten Zusammenbruch bewahren, der uns treffen kann: vor der Verzweiflung. Wollen wir dauern, so rufen sie uns zu, dann Müssen wir ,übierdaueru. Zu diesen Edelmenschen, Nietzische hätte von Uebermenschen gesprochen, gehört ein Dichter und Denker, ein Schriftsteller und Philosoph, ein Rufer zum! Frieden und Prophet, ein wahrhaft großer und guter Mensch, dessen Werk, mag er es in schlichter Weife nur als Roman bezeichn neu, mehr ist, als was man sich«, in literaturgeschichtlichlandläusiger Art, unter einem solchen vorzustellen beliebt. Der Mllnn, von dem wir sprechen, heißt R o m a i n Rolland und sein Werk „Johann Christof". Es gibt gewisse Bücher, die einer leuchtenden Landschaft gleichen, von der wir unseren Blick nicht wenden können. Immer und immer wieder ruht unser trunkener Blick aus ihr. so können wir manche Bücher nicht aus der Hand geben, wir kehren wieder zu ihnen zurück. Sollte wirklich, was sie verkünden, mit dem Augenblicke verflogen sein? — Und es gibt Bücher, die sollten wir nur in Feierstunden lesen, in Stunden der Andacht, wenn die Seele sich über den lärmenden Jahrmarkt des Tages erhebt, über all dies abscheuliche Feilschen und Markten der Menschen unter uns, das uns! herniederzieht, über all das Gemeine, das im „wesenlosen Scheine" unter uns tobt. Freier Stunden bedürfen wir, .um in solchen Büchern zu lesen, wie schon Gutzkow über seine „Ritter vom Geiste" gesagt hat. Wieder ist ein solcher Ritter erstanden, der mit seinem Horn die Menschen zur Verbrüderung ausruft, ein wahrer Paladin ist auch dieser Roll a n d. Sein Roman vor: Johann C h r i st o f K rafft ist ein Menschheirsdokument, ein Weck- und

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