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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-17 · 32 (17.8.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
32 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 32 Seite 526 Dir. Bloch's Wochenschrift Als 1642 die Obrenovie durch verhängnisvolle Ereignisse gestürzt wurden, suchte der neue Fürst Alexander Karadjordejvicäm Bewußtsein, daß der Kern des Volkes der Dynastie Obrenovie, anhänglich war, den orthodoxen Kaufmannsstand durch Vertreibung der Israeliten aus dem Jmrern und Einschränkung ihres Domizil- und Besitzrechtes auf Belgrad für sich zu gewinnen. Es war dies der erste Akt von Intoleranz gegenüber den Spagniolen um die es sich hauptsächlich handelte, und noch dazu in einem Lande, desien Volk und Geistlichkeit gegen andere Religionsgemeinschaften immer eine solche Achtung zeigten, wie man sie damals nur in den kulturell weitest vorgeschrittenen Ländern Europas fand. Es war aber auch ein politischer Fehler; denn die zahlreichen, wie erwähnt hauptsächlich spanischen Juden des Balkans .erblickten eine große Gefahr in der Unabhängigkeit der christlichen Balkanvölker und wurden die anhänglichsten Untertanen der Pforte. Im Fahre 1859, als Milos Obrenovie wieder Fürst von Serbien wurde, hob er noch.im selben Jahre Karadsordjevic Judengesetze auf, mußte aber unter denl Drucke der von den Kaufleuten des Innern ausgehenden Agitation gegen die Judenemanzipation, der sich auch einige Gemeindevertretungen und selbst die Skupschtina ’ anschlossen, 1861 neuerdings nachgeben und die Aufhebung der die Juden beschränkenden Gesetze wieder fallen lassen. Jin übrigen aber war Fürst Milos gegen die Juden wohlwollend. Er und die Regierung förderten die israelitischen Schulen, gaben Beiträge zur Bezahlung des Rabbiners, ernannten Juden zu Gemeinderäteu, Mitgliedern der Handelsgerichte, Handelskammern usw. Während des Bombardements von Belgrad (1862) flüchteten viele Spagniolen nach Semlin, wo sie General Filipovic gut aufnahm und zum Verbleiben einlud. Doch kehrten nahezu alle wieder in ihre Geburtsstadt zurück. Wiederholt baten sie fortan um ihre staatsbürgerliche Gleichstellung; doch vermieden sie Schritte, um eine diplomatische Intervention zu ihren Gunsten herbeizuführen. Solche Schritte nnterimbm ganz selbständig die „Alliance Israelin Universelle" in Paris durch die Denkschrift „Lituution äes Israeli tes en Lerbie", die den Großmächten vorgelegt wurde. (Paris, 20. Februar 1667.) Die volle Emanzipation der serbischen Juden, die schon durch die serbische Verfassung von 1869 angebahnt wurde, sicherte der Berliner Kongreß (1878), dessen Beschlüsse durch König Milan. verwirklicht wurden. Seit dieser Zeit genossen Serbiens Juden migehinderte Freizügigkeit, nran wählte sie in die Skupschtina,' ihre Söhne dienten im Konsularkorps und im Heere, und ihre Leistungen wurden ungeschmälert anerkannt. Diese völlige Gleichberechtigung mit den übrigen Staatsbürgern ließ den spanischen Juden, die zu den im Jahre 1910 in Serbien gezählten 6000 Juden das Hauptkcntingent stellen, eine Heimat werden, mit der sich nur ihre^ glücklichsten Zeiten in Spanien. vergleichen lassem ' ' (Aus den „Belgrader Nachrichten".) radikale Senator Dr. Angel Pulido, ein oerühmter spanischer Arzt, Don den Juden abstamMe.' Dieser berjüjhmte AiHt und Politiker sei es' gewesen, der verlangte, daß die. spanische Regierung die 50.000 Juden voll Saloniki nach, Spanien auf eigene Kosten bringe. Das Projekt konnte wegen der finanziellen Seite der Frage und infolge der großen Last, die es mit sich brachte, nicht verwirklicht werden. Tenor ZaMaeois glaubt, daß nach dem Kriege der Jude Don einem1 änderen Gesichtspunkte aus beurteilt und bewertet werden werde. In der Wiederherstellung Europas werde der Jude eine große Rolle spielen, namentlich auf dein Gebiete der kommerziellen Wiedergeburt. Z a nr a c o i s knüpft keine Hoffnungen an den Zionismus. Die "Juden sollen sich mit anderen Völkern vermischen, sie Gerechtigkeit 'und Schönheit lehren. Dies! soll ihr Zweck und Ziel sein!.. Dazu bemerkt der Korrespondent des „American Hebrew" ^„Tenor Zamacois ist ein Künstler und kennt wahrschein-, lich nicht die Wehen eines Weltwanderers." Ethraugim ans Palästina. Unsere in Nr. 30 dieses Blattes wiedcrgegebene Besorgnis, daß die von der ungarischen Regierung bewilligte Einfuhr griechischer Ethraugim durch ein Budapester Konsortium den Import palästinensischer Ware in Frage stellen könnte, hat leider ihre Bestätigung gefunden. Angesichts dieser Konkurrenz ist der Unternehmer, auf dessen Zusage hin wir unseren Appell „Kaufet nur palästinensische Ethraugim" veröffentlichten, von der Vereinbarung zurückgetreten. Zu unserem Bedauern sind wir daher nicht mehr in der Lage, derartige Lieferungen zu vermitteln und Anmeldungen entgegenzunehmen. Von privater Seihe, wird für ein bescheidenes Quantum palästinensischer Ethraugim Sorge getragen und nähere Nachricht hierüber bekanntgegeben werden. Aas moderne Spanien und die Juden. In einer Uirterredung, die der berühmte spanische Romanschriftsteller lEdnardo ZaMacois, „der spanische Balzac", einem Mitarbeiter des Newyorker „American Hebrenü gewährte, versuchte der Spanier die Ansichten des sreidenkenden Teiles seiner Landsleute über die mit der jüdischen Frage zusammenhängenden Probleme, insofern diese spanische Interessen betreffen, auseinanderzusetzen. Nach ZaMacois sei die spanische Regierung die einzige in Europa, die während des Krieges an die Juden in den Balkanländern dachte und,, sich bemühte, ihnen nach, Möglichkeit zu helfen. Das spanische Volk und die Regierung seien eifrig bemüht, die Juden zur Rückkehr nach Spanien zu bewegen, da seit der Vertreibung der Juden der Handel, die Wissenschaft und die Kunst sehr gelitten hätten. In Spanien gebe es noch heu'e Diele Juden, die zwar feine jüdischen Namen führen, deren Aeußeres .aber ihre Stammeszugehörigkeit zeige. Sie nehmen geachtete Stellungen ein unter den Anwälten, Aerzten, Journalisten und sie genießen überall persönliche Achtung. ZaMacois glaubt, daß in einigen.Jahren schon alle religiösen Schranken in Spanien niedergerissen sein werden. Zwar weisen die Klerikalen auf die Gefahren hin, die der Radikalismus der- Juden für die sozialen Verhältnisse des Landes bedeutet, aber die. liberalen Ideen, gewinnen immer mehr Boden und König Alphons sei ein Mann, der dem Fortschritt den Weg ebne. Den.Dichter sieht in den Juden die Fackelträger der Freiheit. Spanien brauche sie zur Hebung seines Handels, seiner Kunst und Wissenschaft. Die Zeiten der Inquisition seien vorbei. Wenige dürften wissen, daß. der Tie Kpgku-ationen der Arden in Palästina. Vor einigen Wochenging eine Mitteilung durch die Presse, bctft die spanische Regierung eine offizielle türkische Mitteilung erhalten hätte, - wonach! den evakuierten Juden in Palästina die Rückkehr nach! Jaffa gestattet worden wäre. Wie denk Jüdischen Korrespondenzbureau int Haag voll gutinformierter Seite Mitgeteilt wird, ist dieser Bericht unrichtig. In der Tat hat die spanische Regierung und König! Akfonso selbst bei der Pforte wegen der Evaluationen interveniert; ihre Schritte waren indes bis heute ergebnislos? und hat die spanische Regierung die besagte Mitteilung nicht erhalten. Henry Morgenthan für die evakuierten Juden in Palästina. Das „Israelitische Wochenblatt für. die Schweiz" meldet ans New-Dork: Der frühere Botschafter Henry Morgenthan und Felix Frankfurter, Professor der Rechte an der Harvarder juristischen Fakultät (Law School), und Rechtskonsulent des Kriegsministers Baker sind auf Ersuchen des Präsidenten Wilson von Amerika nach Ägypten gefahren. Der ursprüngliche Zweck dieser Mission war die Erleichterung der Lage der vielen Juden, die aus Jaffa vertrieben wurden. Obwohl die Vereinigten Staaten die Beziehungen mit der Türkei abgebrochen haben, glaubte man ' doch, daß Herr Morgenthan dank der Wertschätzung, der er sich bei den Türken erfreut, besser als jeder andere Amerikaner sich eigne, eine direkte Verbindung mit den Juden Palästinas herzustellen, Ein aus hervorragenden amerikanischen Juden bestehendes Komitee (diesem gehören an:-Jakob H. S ch i f f, Felix M. W a r b u r g, Rabbiner S. W i s e u. a.) beauftragte Herrn Morgenthan kein Geld zu sparen, um die Juden in ihr Heim

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